Christopher Warwick

 4,4 Sterne bei 7 Bewertungen
Autor von Her Majesty, Ella und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Christopher Warwick

Cover des Buches Her Majesty (ISBN: 9783836535182)

Her Majesty

 (4)
Erschienen am 11.12.2012
Cover des Buches Ella (ISBN: 047087063X)

Ella

 (3)
Erschienen am 30.01.2007
Cover des Buches Princess Margaret (ISBN: 0233051066)

Princess Margaret

 (0)
Erschienen am 01.02.2003

Neue Rezensionen zu Christopher Warwick

Cover des Buches Ella (ISBN: 047087063X)A

Rezension zu "Ella" von Christopher Warwick

Die Schwester der Zarin
Andreas_Oberendervor 5 Monaten

Die Geschichte der europäischen Herrscherhäuser im 19. und frühen 20. Jahrhundert bietet schier unerschöpflichen Stoff für historische Sachbücher und Biographien. Gerade in der angelsächsischen Welt reißt der Strom der Bücher über königliche und fürstliche Personen jener Zeit nicht ab. Ungebrochener Beliebtheit bei Autoren und Lesern erfreuen sich vor allem die Kinder und die zahllosen, über den ganzen Kontinent verstreuten Kindeskinder der britischen Königin Viktoria, der sprichwörtlichen "Großmutter Europas". Zu Viktorias Enkeltöchtern gehörten die Gattin des letzten russischen Zaren, Alexandra Fjodorowna, und deren ältere Schwester Elisabeth, die ebenfalls in das Haus Romanow einheiratete. Königin Viktoria war dagegen, dass ihre Enkelinnen, Töchter des Großherzogs von Hessen, nach Russland heirateten, konnte sich letztlich aber nicht durchsetzen. Sie mußte nicht mehr miterleben, wie sich ihre düsteren Ahnungen erfüllten: Die Zarin und die Großfürstin Elisabeth kamen in der Revolutionszeit auf grausame Weise ums Leben.

Prinzessin Elisabeth von Hessen-Darmstadt (1864-1918), Gattin des Großfürsten Sergej Alexandrowitsch (1857-1905), ist eine ideale Protagonistin für jene Autoren, die sich wie der Brite Christopher Warwick auf royale Biographien spezialisiert haben. Elisabeth, im Familienkreis "Ella" genannt, war mit den prominentesten Herrscherfamilien Europas verwandt und verschwägert und galt als eine der schönsten Frauen ihrer Zeit. Durch ihre Heirat mit einem der jüngeren Söhne Zar Alexanders II. gelangte sie aus dem eher provinziellen Darmstadt an den glänzendsten Hof Europas. Noch faszinierender für Biographen und Leser ist die tragische zweite Lebenshälfte der Großfürstin: Ihr Gatte Sergej, als reaktionärer Hardliner verschrien und allgemein verhasst, fiel 1905 einem Bombenattentat zum Opfer, und Elisabeth selbst wurde 1918 zusammen mit einigen anderen Mitgliedern des Herrscherhauses von den Bolschewiki ermordet. Aus dem Kreis hochadliger Damen ihrer Zeit sticht Elisabeth heraus, denn nach der Ermordung ihres Gatten zog sie sich aus dem höfischen und gesellschaftlichen Leben zurück. Sie gründete in Moskau den Martha-Marien-Konvent und nahm 1910 den Schleier. Bis zu ihrer Verhaftung im Frühjahr 1918 war sie als Leiterin des Konvents und des dazugehörigen Hospitals tätig. Die Russisch-Orthodoxe Kirche erhob Elisabeth 1992 in den Rang einer Heiligen.

Die Frage nach der historischen Relevanz eines solchen Lebens darf man in der Welt der Royalty-Enthusiasten nicht stellen. Auch Warwick bietet keine Begründung dafür, warum das Leben der Großfürstin Elisabeth erzählenswert ist. Eine Frau ihres Standes ist offenbar automatisch "biographiewürdig". Warwick hat eine ordentliche Biographie vorgelegt, die aber zumindest in den ersten neun der insgesamt zwölf Kapitel eine gewisse Banalität verströmt. In Grundzügen war das Leben der Großfürstin schon immer bekannt, und Warwick leistet im Großen und Ganzen nicht mehr, als die Lebensgeschichte seiner Protagonistin hier und da mit bisher unbekannten Details anzureichern. Bis zur Ermordung ihres Gatten führte Elisabeth das typische Leben einer Frau ihres Standes. Höfische Feste und Zeremonien, Reisen und Besuche bei Verwandten, Wohltätigkeitsarbeit und Mäzenatentum bestimmten jahrein, jahraus den Alltag der Großfürstin. Die Monotonie dieses Daseins überträgt sich auf die Biographie, die über weite Strecken seicht dahinplätschert. Interessanter wird die Erzählung erst in den letzten Kapiteln, die dem "zweiten" Leben der Großfürstin gewidmet sind. Warwick bietet erstmals ein genaueres Bild von der Arbeit des Martha-Marien-Konvents. Zuletzt widerlegt er auch einige zählebige Mythen über die Umstände der Ermordung der Großfürstin.

Warwick verdient Anerkennung dafür, dass er sich nicht nur auf veröffentlichte Quellen stützt. Er hat in etlichen Archiven geforscht, so in den Royal Archives in Windsor und im hessischen Staatsarchiv Darmstadt. Unter Mithilfe von Assistenten und Übersetzern hat er auch einige Quellen aus russischen Archiven ausgewertet. Bei den archivalischen Quellen handelt es sich fast ausschließlich um Briefe. Aus der Korrespondenz der Großfürstin mit ihren Verwandten hat Warwick manches bisher unbekannte Detail zu Tage gefördert, ohne dass ihm jedoch irgendwelche spektakulären Entdeckungen gelungen wären. Da die persönlichen Papiere Elisabeths und ihres Mannes verloren sind, kann Warwick kein aussagekräftiges Bild vom Eheleben des Großfürstenpaares zeichnen. Die Kinderlosigkeit der Großfürstin gab immer wieder Anlass zu Gewisper und Getuschel innerhalb der Zarenfamilie und der russischen Aristokratie. Ob Sergej Alexandrowitsch wirklich homosexuell war, wie schon zu seinen Lebzeiten gemunkelt wurde, lässt Warwick offen. Einer Annäherung an die Beziehung zwischen den Eheleuten sind enge Grenzen gesetzt sind. Das zeigt sich schon daran, dass Warwick nicht erklären kann, aus welchem Grund Prinzessin Elisabeth den Heiratsantrag des Großfürsten annahm. Liebe und Leidenschaft waren jedenfalls nicht im Spiel. Niemand drängte Elisabeth zu dieser Heirat; im Gegenteil, neben ihrer Großmutter Viktoria rieten ihr auch andere Angehörige davon ab.

Alles in allem ist Warwick eine brauchbare Biographie gelungen. Für Royalty- und Romanow-Enthusiasten dürfte sie Pflichtlektüre sein. Jenseits dieses speziellen Interessentenkreises wird sie aber sicher nicht viele Leser finden. Ärgerlich ist der Verzicht auf Stammtafeln. Offenbar war Warwick der Meinung, dass seine Leser mit den komplexen genealogischen Verflechtungen der europäischen Herrscherhäuser vor dem Ersten Weltkrieg bereits bestens vertraut sind. Wer sich damit nicht gut auskennt, der wird im Gewirr der Verwandtschaftsbeziehungen rasch den Überblick verlieren. 

(Hinweis: Diese Rezension habe ich zuerst im Juli 2014 bei Amazon gepostet)

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Cover des Buches Her Majesty (ISBN: 9783836535182)Kristall86s avatar

Rezension zu "Her Majesty" von Christopher Warwick

Ladys and Gentlemen....her Majesty: Queen Elizabeth II.
Kristall86vor 10 Monaten

Eure Majestät, Queen Elizabeth II. 

In diesem beeindruckenden Buch vom taschen-Verlag, bleibt einem der Atem stocken vor Begeisterung und Neugier! Ich durfte dieses Buch als eBook lesen und, nun gut, allein deshalb fehlt ein wenig das majestätische Flair. Optik und Haptik kann ich zu diesem Buch nicht weiter beurteilen. Dennoch hat taschen hier ein kleines Wunderwerk verfasst. Angefangen von Kinderbildern bis hin zur gealterten Queen heute, die gezeichnet ist vom Leben, ihren Entscheidungen....

Dieses Buch gibt neben Bildern auch in schriftlicher Form die Geschichte von Elizabeth dem Leser näher. Besonderheit hier: es wird dreisprachig, auf deutsch, englisch und französisch erläutert und es werden immer wieder andere Bilder bei den Übersetzungen gezeigt. Somit sollte man sich auch diese Texte durchaus zu Gemüte führen und die Bilder betrachten, denn diese sprechen bekanntlich für sich. 

In diesem grandiosen Buch werden Bilder und Fotos gezeigt, die die Welt vorher noch nie zu Gesicht bekommen hat. Egal ob die kleine Lillybet vor ihrem persönlichen und lebensgroßen Puppenhaus, oder spielend auf dem Schiff mit Matrosen oder, oder... Wir dürfen dabei sehr tief in ihr Gesicht blicken und können nur erahnen was sie gerade in dem Moment gedacht hat, gefühlt hat, dennoch nehmen die Bilder uns fest mit und wir dürfen Elizabeth II. begleiten. Wir dürfen ihre Eleganz betrachten die sie einerseits ausstrahlt aber auch zeigt wie keine andere Person.

Ich habe wirklich lange für dieses eBook gebraucht, weil ich immer wieder in die Bilder vertieft war. Teilweise musste ich mich regelrecht losreißen um endlich mal weiter zu blättern....Das ist doch das größte Kompliment welches ein Buch überhaupt bekommen kann! Lieber taschen-Verlag, ihr habt ein ganz eindrucksvolles Kunstwerk geschaffen für und von einer einmaligen Person! Lang lebe die Queen!

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Cover des Buches Her Majesty (ISBN: 9783836535182)Grandvilles avatar

Rezension zu "Her Majesty" von Christopher Warwick

Riesiger Bildband mit fantastischen Bildern
Grandvillevor 8 Jahren

"Her Majesty" ist kein Buch, sondern ein Kunstwerk. Ein einmaliger Bildband über das Leben der Queen, vom ersten offiziellen Foto nach der Taufe bis in die Gegenwart. Dazu: ein großer, ausklappbarer gemalter Stammbaum.

Aber bei allem Lob, muss ich leider sagen: das Buch ist nicht perfekt.

Zum Allgemeinen:
Das Buch wiegt knapp 5300 Gramm und ist ein ordentlicher Brummer, den man zur Not auch zu Selbstverteidung einsetzen könnte.
Mein Exemplar wurde eingeschweißt in einem Pappkarton mit Tragegriff geliefert. Der Karton ist in silberner Farbe mit dem Aufdruck "Her Majesty".
Das Buch ist ca. 4,5 cm dick, 29,5cm breit und ca. 40cm hoch.
Mit einem breiten Lesebändchen und Schutzumschlag.

Der Text der Ausgabe ist dreisprachig: Deutsch, Englich und Französisch.

Das Buch besteht aus unterschiedlichem Papier: Die Fotos sind hauptsächlich auf Hochglanzpapier gedruckt. Der Text und der Anhang auf einem anderen, leicht geriffelten Papier. Insgesamt ein gutes, festes und schweres Papier.

Im Buch sind eigentlich alle Fotos schön, interessant und auch selten gezeigte dabei wie z.B. das Foto von Bryan Adams oder Annie Leibovitz. Es ist eine gelungene Mischung aus unterschiedlichen Quellen (im Anhang gibt es ein ausführliches Verzeichnis und Informationen zu den Fotografen): offizielle Aufnahmen (Staatsportraits), gestellte Privataufnahmen und "Schnappschüsse" anderer Fotografen von öffentlichen Auftritten, von der Anfangszeit bis zur Gegenwart. Die Bilder liegen in unterschiedlichen Größen vor und nun komme ich zum Knackpunkt: Das Buch ist riesig und trotzdem werden viele Bilder über eine Doppelseite gedruckt. Mich persönlich stört das, denn oft ist der Seitenknick an einer interessanten Stelle und es gehen Einzelheiten verloren. Das ist ein wenig ärgerlich. Hätte man bei dem Buchformat nicht einfach eine Querseite nehmen können? Das Bild wäre dann ja immer noch sehr groß... aber ich befürchte, dass ist jammern auf extrem hohem Niveau.

Ein wie ich finde, sehr guter Bildband zum Thema Queen Elizabeth II. Für mich waren einige noch nie gesehene Bilder dabei und der Anhang mit den Titelseiten britischer Zeitungen war auch sehr interessant. Wenn das mit dem Bilder über den Knick nicht wäre, dann wäre das Buch meiner Meinung nach perfekt.
Ich kann das Buch nur weiterempfehlen!

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