Christopher West

 3,4 Sterne bei 17 Bewertungen
Autor*in von Der Verräter vom Schlangental, Der rote Mandarin und weiteren Büchern.

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Neue Rezensionen zu Christopher West

Cover des Buches Der Verräter vom Schlangental (ISBN: 9783746618852)
Igelmanu66s avatar

Rezension zu "Der Verräter vom Schlangental" von Christopher West

Ruhig, aber hochinteressant
Igelmanu66vor einem Jahr

»Ich weiß nicht recht, ob ich mich hier einmischen soll. Ich hatte dir versprochen, dass wir Urlaub machen. Aber der Polizeichef wusste schon, was passiert ist, bevor er überhaupt am Tatort war. Wenn es nach ihm geht, wird ein kleiner Dieb den Genickschuss bekommen, und ein Mörder wird straffrei bleiben.«

 

Nanping, ein Dorf in den Bergen Chinas im Jahr 1993. Der Pekinger Kommissar Wang und seine Frau wollen eigentlich nur Urlaub machen. Wang ist in Nanping aufgewachsen, sein Bruder lebt noch dort und viele Ecken sind mit Erinnerungen verbunden. Zunächst wird Wang von den führenden Köpfen der Stadt und Partei freundlich empfangen. Das ändert sich jedoch, als er in die Auseinandersetzungen um ein geplantes Großprojekt hineingezogen wird. Und dann liegt auch noch eines morgens der Parteisekretär ermordet in seinem Haus!

Wang weiß, dass er sich raushalten und seinen Urlaub fortführen sollte, doch das bringt er nicht über sich. Die Suche nach dem Mörder wird ihn weit in die Vergangenheit führen, zurück in die Zeit der Kulturrevolution. Und sie wird ihn mit erschütternden Erkenntnissen konfrontieren…

 

Dieser ruhige Krimi hat mir sehr gefallen. Es ist mal was ganz anderes, wenn man sich beim Lesen gleichzeitig so mit der chinesischen Kultur und Geschichte auseinandersetzen kann. Und beschönigt wird dabei nichts, ich musste mehr als einmal ordentlich schlucken.

Ähnlich geht es Wang, den ich sehr sympathisch fand. Er ist eigentlich fest verwurzelt in seiner Kultur und hat strenge Werte, die ihm vorgeben, wie er sich zu verhalten hat. Obwohl er in Peking lebt und in vielen Punkten für das moderne China steht, ist er stolz auf seine Herkunft vom Land. Von seiner Vergangenheit und der seiner Familie hat er ein Bild, das er in Ehren hält und nun gezwungen wird, kritisch zu hinterfragen.

 

Zu Beginn hatte ich ein wenig Sorge, dass ich bei den Namen Schwierigkeiten haben könnte, den Überblick zu behalten. Ein genaues Verzeichnis der handelnden Personen, gleich vorne im Buch und mit ergänzenden Erläuterungen, war da sehr hilfreich.

 

Fazit: Ruhiger Krimi, der einen hochinteressanten Ausflug in die chinesische Geschichte bietet.

Kommentare: 13
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Cover des Buches Der rote Mandarin (ISBN: 9783841217615)
Bellis-Perenniss avatar

Rezension zu "Der rote Mandarin" von Christopher West

Wer hat den "roten Mandarin" auf dem Gewissen und warum?
Bellis-Perennisvor 3 Jahren

Dieses Buch ist der dritte Band einer bislang vierteiligen Reihe rund um den chinesischen Ermittler Wang Anzhuang. 

Wir befinden uns im Jahre 1997, kurz bevor die ehemalige Kronkolonie Hongkong an China zurückgegeben werden soll.

Zhang Fei, auch der „rote Mandarin“ genannt, wird ermordet in Hongkong aufgefunden. Die Umstände seines Todes sind mehr als fragwürdig. Während in Hongkong eher lockere (also westliche) Sitten herrschen, sind Zhang Feis Vorgesetzte peinlich berührt, denn für die Parteimitglieder der Volksrepublik China gelten andere, viel strengere Moralbegriffe.

Man ist überzeugt, dass nur Wang die Hintergründe der Tat aufklären kann und schickt ihn und ein paar Parteigenossen nach Hongkong. 

Meine Meinung: 

Es dauert, bis der Krimi so richtig Fahrt aufnimmt. Sehr viel Raum nehmen die für uns Europäer seltsam anmutenden Umgangsformen zwischen den Chinesen ein. Dazu kommt noch, dass die Namen für unsere Augen/Ohren nicht sehr geläufig sind. Obwohl Wang ein gewitzter Ermittler ist und an ein nicht so offensichtliches Motiv glaubt, stochert er recht lange im Trüben. 

Gut gefällt mir seine Frau Lin Rosina, Wangs Ehefrau, die ihrem Mann nachreist und mit ihren liberalen und klugen Ansichten Licht ins Dunkel bringt. 

Andere Charaktere sind ein wenig klischeehaft gezeichnet. So ist Großmaul Fu ein Gangster aus Shanghai und einige Mitglieder der Pekinger Delegation benehmen sich so, wie man es von Kadersoldaten erwartet - mit offenem Mund bestaunen sie Hongkong, machen es gleichzeitig schlecht und verherrlichen „ihr“ Peking. 

Er recht spät, in den letzten Kapiteln findet Wang heraus, warum Zhang Fei ermordet wurde. Das Ende kommt für mich ziemlich unerwartet. 

Aber, vielleicht sollte man hier besser mit Band 1 beginnen, um die Gedankengänge von Wang besser verstehen zu können. 

Die Beschreibung der Metropole, ihrer Küche und das schier babylonische Sprachengewirr der zahlreichen chinesischen Dialekte, stellen ein farbenfrohes Bild von Hongkong vor.  

Fazit: 

Ein eher gemächlicher Krimi vor einer exotischen Kulisse. Gerne gebe ich hier 4 Sterne.


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Cover des Buches Der Meister vom Goldenen Berg (ISBN: 9783746620084)
tedescas avatar

Rezension zu "Der Meister vom Goldenen Berg" von Christopher West

Rezension zu "Der Meister vom Goldenen Berg" von Christopher West
tedescavor 12 Jahren

Mit dem vierten und leider letzten Teil der Kommissar-Wang-Reihe führt uns der Autor in die Welt der chinesischen Religionsanschauungen und Sekten, die gerade im großstädtischen Bereich von Molochen wie Peking viel fruchtbaren Boden finden. Gebeutelt zwischen Tradition, jüngster Doktrine und modernen Einflüssen aus dem Westen verlieren viele (nicht nur) junge Leute die Orientierung auf der Suche nach dem Sinn ihres Lebens. So auch die Schwägerin des uns bereits bekannten Kommissars Wang, der sich nur schwer mit den vielen Neuerungen anfreunden kann, die der wirtschaftliche Aufschwung in seinem Land mit sich bringt. Sogar seiner sonst so modernen Ehefrau Rosina sind viele Dinge nicht geheuer, so z.B. die unendliche Welt des WWW, in die sie auf der Suche nach ihrer Schwester von einer jungen Kollegin entführt wird.

Parteitreue, logisches Denken und der Sinn für Gerechtigkeit lassen sich für einen Kommissar der Pekinger Kriminalpolizei nicht immer unter einen Hut bringen, aber Wang schafft es trotzdem, das Geheimnis um das Verschwinden seiner Schwägerin zu lüften, ohne dass jemand sein Gesicht verliert. Ein nicht zu unterschätzender Faktor im Umgang mit chinesischen Bonzen und Geschäftsleuten!

"Der Meister des Goldenen Berges" ist eine weitere sensible Momentaufnahme dieses vielseitigen und sich ständig verändernden Landes, durchaus spannend, aber kein wilder Reisser, sondern eher die richtige Lektüre für Leser, die sich für mehr als blutige Details interessieren.

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