Christopher Wilson

 4.2 Sterne bei 76 Bewertungen

Lebenslauf von Christopher Wilson

Romanautor und Biograf der Königlichen Familie: Christopher Wilson wurde 1947 im englischen Lancashire geboren. Nach dem Besuch einer Privatschule startete er seine Schriftstellerkarriere als Journalist: Unter anderem schrieb er für die Daily Mail und den Sunday Telegraph. Neben seiner Tätigkeit als Kolumnist wurde Wilson in England für seine Publikationen zur Königlichen Familie bekannt. 2002 legte der Autor mit „The Windsor Knot“ ein umfassendes Werk über die Beziehung zwischen Prinz Charles und Camilla vor. Gleichzeitig begann Wilson, Belletristik zu verfassen. 2017 veröffentlichte er unter dem Pseudonym TP Fielden mit „The Riviera Express“ einen Kriminalroman, der in den 50er-Jahren spielt. Allerdings wurden weder dieser Roman noch dessen beide Fortsetzungen bisher ins Deutsche übertragen. Auf Deutsch erschien 2018 Wilsons Werk „Guten Morgen, Genosse Elefant“ unter seinem bürgerlichen Namen im Kiepenheuer Verlag. Im Zentrum dieses Schelmenromans steht der zwölfjährige Junge Juri Zipit, der unversehens zum Chefvorkoster von Stalin wird … und überlebt! Christopher Wilson lebt in London. Neben seiner Autorentätigkeit lehrt Wilson kreatives Schreiben – unter anderem in Gefängnissen und Schulen.

Neue Bücher

Guten Morgen, Genosse Elefant

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Neu erschienen am 31.08.2018 als Hörbuch bei Lübbe Audio.

Alle Bücher von Christopher Wilson

Guten Morgen, Genosse Elefant

Guten Morgen, Genosse Elefant

 (71)
Erschienen am 16.08.2018
Camilla

Camilla

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Erschienen am 16.02.2006
Guten Morgen, Genosse Elefant

Guten Morgen, Genosse Elefant

 (4)
Erschienen am 31.08.2018
The Zoo

The Zoo

 (1)
Erschienen am 06.07.2017

Neue Rezensionen zu Christopher Wilson

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K

Rezension zu "Guten Morgen, Genosse Elefant" von Christopher Wilson

Netter Roman
Knopfvor 7 Tagen

Juri hatte als Sechsjähriger einen sehr schweren Unfall. Er ist zwar genesen, hat aber einige Handicaps zurück behalten. Der mittlerweilen 12-jährige schildert uns seine Geschichte aus seiner Sicht. Er weiß selbst, dass in seinem Kopf nicht alles in Ordnung ist. So hat er zum Beispiel keine Erinnerung an die ersten sechs Jahre aus seinem Leben und an seine Mutter. Viel Worte kennt er nicht, oder schmeißt sie durcheinander. Außerdem plappert er oft drauflos. Was gerade rauswill geht auch ungefiltert raus. Sein Vater versucht natürlich das Schlimmste zu verhindern.
Juri hat aber so ein liebes Gesicht, das den Mitmenschen so viel Vertrauen gibt, dass sie ihm auch ihr best gehütetes Geheimnis anvertrauen.
Sein Vater ist Zoodirektor und kennt sich perfekt mit Elefanten und deren Gehirnen aus. Er wird von Stalin engagiert und nimmt Juri als Assistenten mit. Und dieser wird persönlicher Vorkoster von Stalin und erfährt natürlich auch dessen Geheimnisse.
Romane sind zwar nicht meine bevorzugte Leserichtung, aber dieses Buch hat Freude gemacht. Denn der flüssige Schreibstil von Christopher Wilson ist toll zu lesen und Juri erzählte witzig und rührend seine Geschichte.

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Rezension zu "Guten Morgen, Genosse Elefant" von Christopher Wilson

Meine Tage mit den Mächtigen
Rosebudvor 9 Tagen

Guten Morgen, Genosse Elefant, Roman von Christopher Wilson, 272 Seiten, erschienen bei Kiepenheuer & Witsch.

Die Erlebnisse des russischen Jungen Juri Zipit, als Vorkoster Stalins.

Der 12jährige Juri  lebt mit seinem Vater Doktor Roman Alexandrowitsch Zipit in einer Dienstwohnung im Zoo, sein Vater ist Professor für Veterinärmedizin, sein Fachgebiet Neurologie der Großhirnrinde. Eines Nachts werden die beiden abgeholt und in die Datscha des „Vater des Vaterlands“, Josef Stalins gebracht. Der Stählerne hatte einen leichten Schlaganfall, da Juris Vater nicht viel ausrichten kann, werden die beiden getrennt und Juri bleibt als erster Vorkoster und Spion, in den Diensten „Onkel Josefs“. Seine Erlebnisse dieser Zeit sind in diesem Buch sehr berührend geschildert. Da Juri in der Vergangenheit vom Blitz getroffen, von einer Straßenbahn und einem Milchwagen überfahren wurde, hat er doch so einige Handicaps. Bei emotionalen Ereignissen reagiert er mit epileptischen Anfällen, außerdem kann er nicht immer kontrollieren was er so alles „ausplappert“. Er wird dort Zeuge wichtiger Entscheidungen und epochaler Vorkommnisse und dieses Wissen wird für ihn schließlich sehr gefährlich.

Das Buch ist in überschaubare Kapitel aufgeteilt die mit einem Titel versehen sind. Darunter steht der Ort und das Datum, was sehr hilfreich ist sich in der Zeit zurechtzufinden. Medizinische Fachausdrücke erscheinen kursiv und die Verhaltensmaßregeln die ihm sein Vater ans Herz legte, wie auch ein paar Witze sind fett gedruckt und werden dadurch deutlich hervorgehoben. Wilson hat als Stilmittel die Ich-Form aus der Sicht Juris gewählt. So kann sich der Leser zu jederzeit ganz nah am Geschehen fühlen.

Juri Zipit ist ein, wenn auch etwas naiver, aber doch sehr kluger Junge. Ein liebenswerter Protagonist sein Schicksal hat mich an einigen Stellen zu Tränen gerührt. Trotzdem gab es auch immer wieder Szenen, z.B. mit dem Stählernen, die mich zum Lachen brachten. Stalin ist als grausamer, vulgärer Despot beschrieben, der flucht wie ein Droschkenkutscher. Doch kann er sich nicht der Faszination des Jungen entziehen, die Menschen dazu bringt, ihm seine Geheimnisse anzuvertrauen. Völlig unsympathisch war der sadistische Leiter des Geheimdienstes Marschall Bruchah, der am Ende für seine Untaten büßen muss. Insgesamt hat mich das Buch hervorragend unterhalten und ich konnte es auch schnell durchlesen. Gefallen hat mir, dass trotz traurigen Elementen auch immer wieder Juri durch sein sonniges zuversichtliches Wesen Hoffnung in die Erzählung gebracht hat. Die Charaktere handelten nachvollziehbar und ich konnte dem Plot gut folgen. Am Ende wurde ich noch von einer unvorhersehbaren Wende überrascht.

Wieweit sich die Erzählung mit den tatsächlichen Geschehnissen um die letzten Tage des Generalsekretärs der KPdSU deckt, bleibt der Fantasie des Lesers selbst überlassen. Die handelnden Charaktere können, soweit es die Sowjetfunktionäre betrifft, durchaus historischen Personen zugeordnet werden, denn die Namen wurden kaum verändert.  Meine Empfehlung für Leser, die sich für das Leben des Diktators interessieren oder einfach nur formidabel unterhalten werden wollen. Ich vergebe 5 Sterne.

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Rezension zu "Guten Morgen, Genosse Elefant" von Christopher Wilson

Eine außergewöhnliche Geschichte mit Stärken und kleinen Schwächen
-nicole-vor 19 Tagen

Die außergewöhnliche Geschichte eines besonderen Jungen…

Anfang der 1950er Jahre: Der zwölfjährige Juri Zipit lebt zusammen mit seinem Vater in einer Personalwohnung des Hauptstadtzoos. Dort arbeitet Roman Zipit, Juris Vater, als Professor der Veterinärmedizin. Juri ist ein aufgeweckter Junge mit einem freundlichen Gesicht, doch es geht ihm nicht immer so gut, wie es scheint. Denn mit sechs Jahren hatte er einen schweren Unfall, der Spuren im Gehirn hinterlassen hat. Doch Juri ist ein außergewöhnlicher Junge, der sich tapfer durchs Leben schlägt. Und so kommt es, das einige Wochen in Stalins Datscha verbringt und dort dessen Vertrauter und Vorkoster erster Klasse wird. Dort wird er Zeuge von dubiosen Ereignissen und düsteren Geschehnissen…

Dieses Buch fällt im ersten Moment durch seinen außergewöhnlichen Titel auf: „Guten Morgen, Genosse Elefant“ hält auch eine besondere Geschichte bereit: Hauptfigur ist der zwölfjährige Juri, der hier seine Geschichte erzählt, die unglaublicher nicht sein kann. Durch einen Zufall wird er für einige Wochen der Vorkoster von Stalin und verbringt fortan viel Zeit in dessen Datscha. Dort wird er –manchmal unfreiwillig- Zeuge von Entscheidungen, die er nicht wissen sollte. Dieses bringt ihn schließlich in Gefahr. Die Geschichte hat viele Facetten: Sie ist zugleich traurig, komisch, herzzerreißend, interessant und manchmal auch erschreckend. Juri, dessen Gehirn vor einigen Jahren bei einem Unfall geschädigt wurde, kann den Geschehnissen nicht immer sofort folgen und bildet sich manchmal seine ganz eigene Meinung zu bestimmten Vorgängen. Dennoch ist er ein schlauer Junge, was er immer wieder unter Beweis stellt. Die Geschichte ist in der Ich-Perspektive aus der Sicht von Juri geschrieben, daher bekommt man einen sehr detaillierten Einblick in seine Gedanken.
Auch wenn sich das Buch flüssig lesen lässt, ist der Inhalt manchmal schon erschreckend – es ist kein Wohlfühlbuch, manchmal habe ich mich mit bestimmten Abschnitten etwas schwer getan. Doch die Hauptfigur wächst einem mit seiner sympathischen Art sofort ans Herz.
Jedoch hat mir eine entscheidende Sache gefehlt: Denn auch wenn Juri hier über seine Erlebnisse in der politischen Welt berichtet, geht der Junge selbst etwas unter. Gerne hätte ich noch mehr über sein Leben davor und danach erfahren.
Das Cover ist sehr gut gewählt – es enthält alle Details, die auch im Laufe der Handlung zu finden sind.

„Dinge stecken verborgen in anderen Dingen wie Puppen in Puppen. Es geht um Mord, Medizin und Theater, ums Kochen und Jonglieren, um Ränkespiel und Rollenspiel, um Elefanten und das Schicksal, all dies in einem Krimi, einer Gangsterstory, umwickelt mit mehreren Lagen Lügen, in eine Pappschachtel gestopft und weggesperrt in den Schrank unter der Treppe.“
(Juri) – Seite 21

Mein Fazit: Ein außergewöhnliches Buch über einen sympathischen Jungen, der einiges erlebt hat. Die Handlung hat viele Facetten: Manchmal sehr erschreckend und traurig, dann wieder berührend und herzzerreißend. Die Geschichte von Juri lässt sich zwar spannend und interessant verfolgen, ist jedoch nicht immer einfach. Ich muss zugeben, dass ich mich mit manchen Abschnitten etwas schwer getan habe und auch gerne mehr über die Hauptfigur erfahren hätte. Daher vergebe ich 3,5 Sterne. Dennoch ist „Guten Morgen, Genosse Elefant“ ein lesenswertes Buch.

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Christopher Wilson wurde am 15. Juli 1946 in Lancashire (Großbritannien) geboren.

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