Christos Tsiolkas

 3.5 Sterne bei 125 Bewertungen
Autor von Nur eine Ohrfeige, Barrakuda und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Christos Tsiolkas

Christos Tsiolkas, geboren 1965 im australischen Melbourne als Sohn griechischer Immigranten, arbeitet u.a. fürs Theater und Fernsehen. Mit »Nur eine Ohrfeige« legte er sein bislang erfolgreichstes Buch vor, das auch über Australien hinaus für Furore sorgte und mit dem »Commonwealth Writers‘ Prize« bedacht wurde sowie für den »Man Booker Prize« nominiert war. Tsiolkas lebt in Melbourne.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Christos Tsiolkas

Cover des Buches Nur eine Ohrfeige9783453437272

Nur eine Ohrfeige

 (78)
Erschienen am 12.08.2013
Cover des Buches Barrakuda9783453418295

Barrakuda

 (41)
Erschienen am 08.09.2015
Cover des Buches The SlapB003MQM77S

The Slap

 (6)
Erschienen am 01.05.2010
Cover des Buches Loaded. Unter Strom, englische Ausgabe9780099757719

Loaded. Unter Strom, englische Ausgabe

 (0)
Erschienen am 14.03.2012
Cover des Buches Barracuda9780804138420

Barracuda

 (0)
Erschienen am 09.09.2014
Cover des Buches Dead EuropeB004TSW1K6

Dead Europe

 (0)
Erschienen am 01.04.2011
Cover des Buches Dead Europe9781742857503

Dead Europe

 (0)
Erschienen am 10.03.2012

Neue Rezensionen zu Christos Tsiolkas

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Rezension zu "Nur eine Ohrfeige" von Christos Tsiolkas

Ursache und Wirkung
R-E-Rvor 2 Monaten

Hector und seine Frau Aisha geben eine Gartenparty. Aisha will sich damit für andere Einladungen revanchieren. Und so sind eine Menge Gäste geladen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Kollegen aus dem Büro von Hector, Mitarbeiter aus Aishas Tierarztpraxis. Freunde, Verwandte und Bekannte. Eine bunt zusammen gewürfelte Schar, die sich zunächst gut zu amüsieren scheint. Bis eines der Kinder für Unruhe und Unmut sorgt. Wieder einmal ist es Hugo, der dreijährige Sohn von Rosie und Gerry. Beide sind erst spät Eltern geworden und scheinen mit der Erziehung heillos überfordert.


Denn Hugo ist nur äußerlich ein kleiner, blonder Engel. Hector hat schon erlebt, wie der Kleine seine Frau getreten hat, als er nicht seinen Willen bekam. Und auch bei der Grillparty zeigt sich der Junge als verwöhntes, trotziges und widerspenstiges Kind, dass die Nerven der Erwachsenen strapaziert und mit dem keines der anderen Kinder spielen will. Tsiolkas hat ein Händchen dafür, das Aufheizen der Gefühle zu beschreiben. Wie bei einem drohenden Gewitter lässt er die Stimmung brodeln, bis die Ohrfeige als Blitz einschlägt.  


„Das größte und folgenschwerste Problem des menschlichen Wissens liegt wohl dort, wo es um seine Anwendung auf die Erziehung der Kinder geht“ formulierte einst der Philosoph Michel de Montaigne. Ursache und Wirkung eines solchen Problems beschreibt Christos Tsiolkas in seinem Roman „Nur eine Ohrfeige“.


Die Geschichte wird aus der Sicht von acht Personen erzählt: Hector, Anouk (Freundin von Aisha), Harry (Cousin von Hector), Connie (Aushilfe in Aishas Praxis), Rosie (Freundin von Aisha), Manolis (Hectors Vater), Aisha und Richie (Kumpel von Connie). Tsiolkas erzählt in eleganter Prosa. Er nimmt sich Zeit für seine Figuren. Beleuchtet ihr Seelenleben, lässt den Leser eintauchen in ihre Gedankenwelt, ihren Alltag, ihre Höhen und Tiefen, ihre Siege und Niederlagen.


Nach der Ohrfeige ist nichts mehr wie vorher. Die Party-Gesellschaft löst sich auf, im eigentlichen und im übertragenen Sinne. Denn jeder geht nach Hause und nimmt dabei seine ganz eigene Sicht auf die Dinge mit. Eine Sicht, die das Verhalten aller alsbald bestimmt. Rosie entscheidet sich Harry anzuzeigen. Es kommt zu einer Gerichtsverhandlung. Aisha und Hector müssen sich entscheiden, auf welcher Seite sie stehen wollen. Der Druck der Familie ist groß. Der Druck der Freunde ebenso.


Tsiolkas detailgetreue Milieuschilderung (Australien; Mittelschicht) sind interessant und aufschlussreich. Die Psychogramme der Figuren dagegen haben mich nicht durchweg überzeugt. Besonders Aisha fand ich problematisch. Hier passten für mein Empfinden Anfang und Ende nicht zusammen. Ohnehin hatte ich den Eindruck dass der starke Beginn des Romans zum Ende hin ein wenig nachlässt. Als wenn dem Autor auf halber Strecke die Puste ausgegangen wäre.


Anfangs sind die Kapitel stimmig und tragen (trotz manchem Nebenschauplatz) zur Entwicklung des Romans bei. Am Ende wird es dann aber unübersichtlich. Tsiolkas verliert sich in seinen Handlungsfäden. Geht oft viel zu sehr ins Detail. Das liest sich zum Beispiel bei Manolis Erinnerungen an seinen Start in Australien als griechischer Immigrant sehr interessant. Während es bei Richies Bahnen durch die örtliche Schwimmhalle etwas langatmig um nicht zu sagen langweilig wird.


Insgesamt gesehen lohnt sich der Roman aber. Besonders, wenn man sich einmal selber mit dem Kernproblem auseinandersetzt: der Ohrfeige.


 

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E

Rezension zu "Nur eine Ohrfeige" von Christos Tsiolkas

Nur eine Ohrfeige
elycalxavor einem Jahr

Generel fand ich das Buch gut. Es ist gut geschrieben. Was mich jedoch etwas gestört hat, waren einige Charaktere, der Drogenkonsum und die sexuellen Anspielung in diesem Buch. Es ist sehr direkt und unverblümt.
Eine einfach Grillfeier gerät außer Kontrolle als ein kleines Kind eine Ohrfeige kassiert und sich zwei Lager bilden. Die einen die es gerechtfertigt fanden und die anderen, die der Meinung sind man schlägt keine Kinder.

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Rezension zu "The Slap" von Christos Tsiolkas

Auf welcher Seite stehst du?
ichundelainevor 4 Jahren

Ein Grillfest in der schnuckeligen Vorstadt von Melbourne, ein Zusammenkommen von Freunden und Familie von Aisha und Hector. Plötzlich eskaliert die Situation und Hectors Cousin ohrfeigt ein Kind - nicht sein Kind, sondern das von Rosie (Aishas bester Freundin) und Gary. Was dann folgt, spaltet den Kreis der ach so perfekten, politisch korrekten Besuchergruppe. Während Hector hinter seiner griechischen Sippe steht, schlägt sich Aisha auf die Seite ihrer leicht trashigen australischen Freundin Rosie. Es entstehen Konflikte, tun sich Abgründe auf und gipfeln in einem Gerichtssaal.

Prinzipiell ist die Rahmenhandlung bei "The Slap" eher nebensächlich, viel wichtiger ist die Gesellschaftskritik die dieses Buch übt. Ob Helikoptereltern, die ihre Kindern zu kleinen Despoten erziehen, die Arroganz der Besserverdienenden, die Intoleranz gegenüber Aborigines und die Nonchalance mit der Ehefrauen und-männer mit Affairen betrogen und Drogen konsumiert werden, nichts bleibt vor der ungnädigen Lupe des Autors verborgen. 

So plakativ ätzend wie das Kind auf dem Cover, so plakativ sind auch die Figuren in dem Buch. Er versammelt eine Menge Stereotype, die in den unterschiedlichen Kapiteln zu Wort kommen.
Dieses Buch wimmelt nur so von Unsympathen, angefangen bei dem geohrfeigten Kind und seinen Eltern und zum Schluss auch Aisha und Hector, die eine leer Hülse von Ehe führen und nur deshalb beieinander bleiben, weil sie so ein optisch schönes Paar sind. 


Dieses Buch schockiert, frustriert und lässt einen nicht mehr los. Eine definitive Leseempfehlung. Allerdings nicht unbedingt für "leidenschaftliche" Eltern...

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Gespräche aus der Community

Neu
Ihr Lieben, hier noch ein Wanderbuch-Angebot von mir!
Meine liebe Lesefreundin Queenelyza hat sich schon gemeldet, und da dachte ich, es könnten sich ruhig noch mehr Leser hinter ihr einreihen. Das Buch ist recht dick, und es wird sich nicht jeder gleich kaufen wollen - zumal es nicht gerade leichte Kost ist. Ich würde es als - beinahe - klassischen Gesellschaftsroman bezeichnen, der aus 8 verschiedenen Perspektiven das Leben nach der verhängnisvollen Ohrfeige schildert. Und dabei kommt langsam, aber sicher heraus, dass nicht alles so heil ist, wie es scheint... Man sollte allerdings keine Scheu vor direkten Schilderungen und drastischen Ausdrücken haben. Im Klappentext wird das Buch z.B. mit Philip Roth verglichen, und ich finde, das trifft es recht gut! (Besonders, was die ständigen sexuellen Schilderungen angeht. Das ist nichts für Zimperliesen.)

Also, wer möchte? Ich gehe davon aus, dass ihr die Regeln für Wanderbücher kennt...?
Ach, übrigens. Es ist ja ein ziemlich dickes Buch, das auch einige Aufmerksamkeit vom Leser verlangt. Ich würde daher die übliche Frist von 2 oder 3 Wochen für ein Wanderbuch gerne verlängern. Sagen wir mal, nach etwa 6 Wochen würde ich mich dann bei euch melden und nachfragen...OK? ;-)

Hier noch der Link zum Buch:
http://www.lovelybooks.de/autor/Christos-Tsiolkas/Nur-eine-Ohrfeige-819337867-w/

1) Gackelchen
2) Queenelyza
3) Fruehlingsgewitter
4) KiSa
5) Annelchen
6) SharonBaker
7) agnieszka
8) Themistokeles
9) Morgoth666
10) buchstabentraeume
11) Linny
12) fallacy => von hier aus reist es bald nach Hause

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