Christos Tsiolkas Barrakuda

(37)

Lovelybooks Bewertung

  • 37 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 25 Rezensionen
(10)
(13)
(7)
(4)
(3)

Inhaltsangabe zu „Barrakuda“ von Christos Tsiolkas

Für Daniel Kelly zählt nur eins: schneller zu schwimmen als jeder andere. Ein Sportstipendium öffnet ihm die Tür zu einer Eliteschule. Er trainiert wie besessen. Sein ganzes Leben ist auf den einen großen Traum ausgerichtet. Doch dann verliert er einen entscheidenden Wettkampf, und nichts ist mehr wie zuvor. Daniel beginnt, alles zu zerstören, wofür er je gekämpft hat. Christos Tsiolkas erzählt die berührende Geschichte eines Außenseiters und zeichnet das Bild einer modernen Leistungsgesellschaft, in der Scheitern und Erfolg nahe beieinanderliegen.

Ein Werk mit viel Kraft, Intensität und Wirkung

— Callso
Callso

Stöbern in Romane

In einem anderen Licht

Ein sehr mitreißender Roman abends mit Tee und Kerzen

Anja_Si

Der Junge auf dem Berg

Eine Geschichte, die wach rüttelt und wieder und wieder an das appelliert, was wichtig ist. Wer bestimmt deine Gedanken?

Maren_Zurek

Palast der Finsternis

Zu viel, was man schon gelesen hat.

momkki

Zartbitter ist das Glück

Tiefgründig, exotisch und emotionsgeladene Geschichte von fünf Freundinnen die ihren lebensabend gemeinsam auf den Fidschis erleben möchten

isabellepf

Der Vater, der vom Himmel fiel

Britischer und schwarzer Humor bis hin zu brüllender Komik

Hennie

Liebe zwischen den Zeilen

Eine liebevolle Geschichte, wie Bücher unterschiedlichste Menschen verbinden und ihre Leben verändern können.

MotteEnna

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Mal schwimmt man oben, mal taucht man ganz tief ab...

    Barrakuda
    Callso

    Callso

    28. August 2016 um 07:42

    Ein Buch mit sehr, sehr viel Kraft - ein Werk mit enormer Power. Von einem der auszog, um in der Welt Akzente zu setzen. Doch wer schnell schwimmt, der kann auch fix untertauchen. Bei Daniel Kelly dem Protagonisten ist dies der Fall. Aus dem enorm ehrgeizigen Schwimmer wird einer, der abstürzt, der zweifelt und sich ganz stark selbst sucht. Als junger Schwimmer gibt es für ihn nur Training und gewinnen, als andere ist für Danny nicht relevant. Doch die Herausforderungen für den einfachen Jungen an der australischen Elitesschule nehmen zu. Als Danny dann einmal nicht gewinnt, kommt es zum Fiasko. Nahezu der Anfang vom Absturz, der deutlich später nach einer Gewalttat im Gefängnis endet. Doch das Buch erzählt noch weitere Geschichten. Danny ist schwul und lebt im Laufe des Romanes seine Freizügigkeit ordentlich aus. Aber auch die Konflikte in der Familie, mit Freunden und dem Trainer finden Raum in der feinen Geschichte. Dabei macht es der Autor dem Leser nicht immer ganz leicht. Der Autor hantiert mit vielen Zeitsprüngen, und lässt den Leser somit in verschiedene Wasserbecken und in verschiedene Epochen eintauchen. Manchmal wird angedeutet und spärlich berichtet, beispielsweise die Zeit im Gefängnis wird nur sehr kurz beleuchtet. Gleichwohl ein starker Roman, der Spuren hinterlässt. Daniel Kelly wird so intensiv begleitet. Beim Sex, in der Familie oder im Job, wir sind immer dabei, wenn der jungen Mann auf der Suche nach sich, nach Liebe und nach Anerkennung ist. Und wenn er am Beckenrand steht um in sein Wohnzimmer einzutauchen. Die finalen Seiten haben mich das Werk noch um ein Sternchen mindern lassen, dennoch ein Buch, das dank seiner Kraft und seiner hohen Emotionalität sehr zu empfehen ist.

    Mehr
  • Christos Tsiolkas - Barrakuda

    Barrakuda
    Aoibheann

    Aoibheann

    12. August 2016 um 10:51

    Eigentlich schreibt man eine Rezension zu einem Buch ja erst dann, wenn man das Buch fertig gelesen hat. Bei diesem Buch möchte ich das jedoch schon vorher tun. Warum? Weil ich nicht vorhabe das Buch zu beenden.  Ich habe jetzt etwa die Hälfte des Buches hinter mir und weder kann ich mich in die Geschichte hineinversetzen, noch kann ich Sympathien für den Protagonisten entwickeln. Ich empfinde Danny als so gehässig und negativ, dass ich mir dieses ewige Genöle schon über viel zu viele Seiten hinweg angetan habe. Ich habe auch versucht nachzuvollziehen, warum Danny so viel Hass auf alles und jeden zu haben scheint. Warum es – mit Ausnahme des Schwimmens – nichts weiter Schönes oder Angenehmes in seinem Leben gibt. Ich kann es nur nicht. Für mich ergibt sich aus keiner Handlung heraus der Grund. Also: warum? Darum sind seine Handlungen für mich immer nicht nachvollziehbar. Der Autor hat in diesem Buch oftmals eine sehr drastische Ausdrucksweise, die mich unter anderen Umständen wohl abgeschreckt hätte, zu der Figur des Danny aber gut passt. Die Beschreibungen über den Sport selbst, über das Schwimmen, fand ich beeindruckend und auch das entsprechende Gefühl vermittelnd. Aber das ist mir einfach zu wenig und daher ist an dieser Stelle mit diesem Buch auch Schluss für mich.

    Mehr
  • Enttäuschend

    Barrakuda
    Anneblogt

    Anneblogt

    Inhalt: Daniel Kelly, genannt Danny, ist Barrakuda- er ist der Stärkste, der Schnellste, der Beste. Nichts ist ihm wichtiger als das Schwimmen und das Siegen. Dafür verlässt er sogar seine alte Schule und seine beste Freundin Demet und geht aufs „Cunt College“ wie er es nennt, eine Jungenschule für die reichen Jugendlichen, um bei Trainer Torma zu trainieren. Schließlich zählt nur seine Leistung im Wasser, damit rächt er auch die fiesen Kommentare der anderen Jungen. Als er bei mehreren Wettkampf siegt, wird er zum Hoffnungsträger der Mannschaft-die anderen Jungen schauen zu ihm auf, der Trainer sieht Danny als seinen ersten Olympiateilnehmer, seine Eltern tun alles für ihn und seine jüngeren Geschwister bewundern ihn. Doch das Verlieren eines entscheidenden Wettkampfes verändert die Lage drastisch. Dannys Verhältnis zu ihm selbst, zu seinen Freunden, der Familie und zu dem Schwimmen wendet sich schlagartig. Gelingt es ihm, eine neue Sicht auf das Leben zu gewinnen? Meine Meinung: Ich habe mir viel von diesem Buch erwartet. Schwimmbücher finde ich klasse, wahrscheinlich gerade deshalb, weil ich auch schwimme. Leider wurden meine Erwartungen so gar nicht erfüllt. Es fängt bei dem echt nervigen und teilweise sehr derben und ordinären Schreibstil an. Kraftausdrücke und Fäkalsprache ist keine Seltenheit, hat mir aber einfach null gefallen. Vor allem finde ich, dass hier teilweise ein sehr schlechtes Licht auf die Homosexualität geworfen wurde-dass Danny schwul ist, wird durch teilweise ziemlich eklige und absurde Szenen sehr komisch dargestellt ( Seite 190, zitieren möchte ich hier lieber nichts).Zusätzlich haben viele Namen, unterschiedliche und schnell wechselnde Handlungsorte und Handlungen sehr verwirrt. Woher soll ich z.B. wissen, dass Taylor mit Vornamen Martin heißt, obwohl der Vorname noch nie genannt wurde? Die ganze Zeit wurde von Taylor gesprochen, und plötzlich hieß es Martin, sein guter Freund. A kann Taylor ja auch ein Vorname sein und B gab es einfach plötzlich diesen Beziehungswechsel-erst hassen sie sich, dann sind sie super Freunde- der auch durch das Umherspringen in der Zeit hervorgerufen wurde. Das war oft sehr verwirrend! So bin ich immer wieder, wenn ich endlich gedacht habe, endlich ins Buch reingekommen zu sein, wieder abrupt rausgeworfen worden. Leider kam das Schwimmen auch sehr kurz-der Titel allein und der Klappentext hatten mich auf ein Buch hoffen lassen, bei dem das Schwimmen im Vordergrund steht und auch ständig thematisiert wird. Hier wird aber nur sehr selten etwas über das Schwimmen erzählt, es rückt ziemlich in den Hintergrund und Fachwissen gab es auch eher wenig-zudem bin ich ganz klar der Ansicht, dass man beim Schmetterlingsschwimmen nicht zu einer bloßen Kraft- und Schaufelmaschine wird. Statt dem Schwimmen hätte genauso gut ein anderer x-beliebiger Sport gewählt werden können. Und ich fand es eher unrealistisch, dass man nach einem (!) nicht-Sieg gleich das Handtuch wirft und so ausrastet wie Danny, aggressiv wird und eine völlig andere Persönlichkeit bekommt. Das fand ich ziemlich übertrieben und auch mit seinen weiteren Handlungen bin ich nicht wirklich einverstanden. Ein solcher, extremer Absturz ist für mich absolut undenkbar, schließlich lernt man beim Schwimmen ja auch etwas von so werten wie Fairness und Disziplin, oder? Und so schlecht habe ich das Verhältnis zu seinen Eltern, Freunden und Geschwistern auch nicht wahrgenommen, dass sie ihn nicht auffangen. Das Einzige, was mir Danny, oder Dan, wie er sich später nennt, etwas sympathisch gemacht hat, das er wenigstens zum Ende hin versucht hat, sein Leben zu verbessern und nicht mehr so egoistisch war wie am Anfang. Zu den anderen Charakteren: Viel zu viele und alle ziemlich oberflächlich beschrieben, verbunden mit seltsamen Persönlichkeitsschwankungen. Als positiv empfunden habe ich neben dem Cover, das super passt, nur das Ende, traurig und zugleich auch glücklich, und leider relativ offen. Echt super war das letzte Kapitel, es zeigt, wie alles angefangen hat, als Danny noch ein Kind war. Allerdings verstehe ich trotzdem nicht, warum man in diesem Kapitel auf die Kommas verzichtet hat?! Und vielleicht hätte man des Verständnisses halber das erste und das letzte Kapitel tauschen sollen, dann wäre es eventuell etwas spannender und weniger verwirrend gewesen. Fazit: Sehr, sehr enttäuschend, ich hatte mir deutlich mehr erwartet! Ich hatte auf ein schönes Schwimmbuch wie „Bestzeit“ von Lisa Forrest gehofft, stattdessen habe ich eine wirre Story, durchsetzt mit Vulgärsprache und alles anderen als überzeugenden Charakteren erhalten. So Leid es mir tut, aber empfehlen kann ich das Buch wirklich nicht. Leider nur 1 von 5 Punkten.

    Mehr
    • 3
  • Tsiolkas, der Barrakuda im Büchermeer

    Barrakuda
    rumble-bee

    rumble-bee

    12. October 2014 um 12:10

    Auf den ersten Blick ist dies ein Buch über einen jugendlichen Schwimmer, der an sich, seinen Lebensverhältnissen, und vor allem seinen Ansprüchen zerbricht. Erst auf den zweiten Blick, etwa ab dem zweiten Drittel des Buches, dämmert dem Leser, dass es hier um noch viel mehr geht. Um die australische Mentalität beispielsweise. Um ausgewanderte Griechen. Um die Identität der Arbeiterklasse. Um die Haltung der Gesellschaft Schwulen gegenüber. Um geplatzte Lebensentwürfe. Und und und. Eines vorab: mir fällt es ungeheuer schwer, dieses Buch für sich allein stehend zu betrachten. Für mich hat Christos Tsiolkas, der Autor, seit seiner "Ohrfeige" einen Nimbus, einen Ruf, und den lese ich irgendwie "mit". Ich habe es vor allem dahingehend gelesen, ob ich die Stimme des Autors, seine Haltung, "wiedererkenne", und ob er noch dieselbe Einstellung der Welt und dem Erzählen gegenüber hat. Nun - er hat! Auch dieses Buch wirkte auf mich wie eine Ohrfeige, eine teils derbe und harte Erzählung, die in authentischer und drastischer Sprache absolut nichts beschönigt - und die ich dem Autor größtenteils abnehmen konnte. Sympathien für den Helden Danny Kelly habe ich wenig empfunden; aber ich glaube, es geht an der Absicht des Buches vorbei, es dahingehend beurteilen zu wollen. Die Geschichte hätte genau so passieren können, und vermutlich tut sie es auch. Darauf kommt es an. Manches hat der Autor stilistisch beibehalten, manches weiterentwickelt. Wie gesagt, die Sprache ist typisch Tsiolkas geblieben. Ein großes Lob an die Übersetzung übrigens! Man hat es geschafft, dass die Jugendsprache trotzdem authentisch rüberkommt, all die gehässigen Frotzeleien und auch das Mobbing wirken real, nicht angestrengt oder gekünstelt. Und auch die Sexszenen konnte ich so annehmen - fand sie sogar weniger unschön als in der "Ohrfeige". Sehr gefallen hat mir die erzählerische Experimentierfreude des Autors. Dass die Chronologie in modernen Romanen aufgebrochen wird, ist man ja fast schon gewöhnt. Neu ist jedoch, dass die Rückblenden (!) alle in der Ich-Perspektive geschrieben sind; die Erzählstränge aus der (relativen) Gegenwart aber in der dritten Person. Das hat für mich die Aussage des Buches sehr gut unterstrichen: Danny klebt sehr an seiner Vergangenheit als Schwimmer, hier hat er wirklich gelebt, hier war er ein "Ich". Außerdem fiel mir auf, dass die Rückblenden eine grobe Richtung haben: sie gehen in der Zeit immer weiter zurück, bis hin zu Dannys ersten Erfolgen, ja sogar bis hin zu der Szene, als er als Kleinkind mit seinem Vater am Strand Schwimmen lernt. Diese letzte Szene schien mir allerdings doch sehr an Joyce angelehnt - ein "stream of consciousness", der wohl die kindliche Unmittelbarkeit rüberbringen sollte. Als "typisch Tsiolkas" habe ich auch empfunden, dass manche Rätsel bezüglich Dannys Vergangenheit bewusst offen bleiben. Man kann hier viel interpretieren, was ich prinzipiell gut finde. Dies betrifft vor allem die wahren Gefühle der Personen füreinander, und ihre Ausrichtung im Leben. Wann und wie hat Danny eigentlich gemerkt, dass er schwul ist? Liebt er Clyde in Wahrheit doch? Und das größte Rätsel von allen: der Trainer, Frank Torma. Ich wette hundert zu eins, dass er heimlich in Danny verliebt war - schließlich vermacht er ihm am Ende sein Haus. Aber auch dies bleibt Interpretationssache. Das Buch ist für mich nur sehr knapp an der 5-Sterne-Marke vorbeigesaust, was in meinen Augen an der thematischen Überfrachtung lag, wie ich sie im ersten Absatz schon angedeutet habe. Ich persönlich hätte eine Konzentration auf Dannys Geschichte besser gefunden. All die Diskussionen über Australien und seine verquere Mentalität, über Politik, über Auswanderung und so weiter, sind ein wenig an mir vorbei gegangen. Vermutlich müsste man Australier, oder zumindest Bewohner des Commonwealth, sein, um hier manches besser zu verstehen. Auch der autobiographisch gefärbte Anteil des Buches scheint mir größer zu sein als noch in der "Ohrfeige". In Australien griechische Wurzeln zu haben, nun, davon kann der Autor ein Lied singen. Ich fand zwar manches gut beschrieben - aber tendenziell eben auch "too much", wie der Besuch bei der sterbenden griechischen Oma. Insgesamt freue ich mich aber sehr, dass Tsiolkas versucht, authentisch und innovativ zu bleiben. Er hat sich glaubwürdig in eine Welt des Erfolgsdrucks und der Klassenunterschiede begeben, und hat mich nebenbei noch zum Nachdenken gebracht. Dafür gibt es von mir 4 sehr verdiente Sterne.

    Mehr
  • Der Stärkste, der Schnellste, der Beste

    Barrakuda
    Jeremy07

    Jeremy07

    10. August 2014 um 14:12

    Anfangs habe ich gezögert dieses Buch zu kaufen, weil in einigen Rezensionen stand, dass sie nicht mit der Zeit klar gekommen sind. Schliesslich hab ich es doch gekauft. Ich hatte keine Probleme mit der Zeit und es war das beste Buch, was ich seit langem gelesen habe. Ein echtes Kunstwerk!

  • Der Stärkste, der Schnellste, der Beste

    Barrakuda
    Jeremy07

    Jeremy07

    10. August 2014 um 14:12

    Anfangs habe ich gezögert dieses Buch zu kaufen, weil in einigen Rezensionen stand, dass sie nicht mit der Zeit klar gekommen sind. Schliesslich hab ich es doch gekauft. Ich hatte keine Probleme mit der Zeit und es war das beste Buch, was ich seit langem gelesen habe. Ein echtes Kunstwerk!

  • Ein Leben nach dem Aufstieg und dem Fall

    Barrakuda
    buchstabenliebe

    buchstabenliebe

    26. July 2014 um 14:24

    Barrakuda erzählt die Geschichte von Danny Kelly. Danny Kelly dem Schwimmer. Danny Kelly dem Psycho. Und schlussendlich von Danny Kelly dem Kämpfer. Daniel Kelly stammt aus einer normalen Familie. Dennoch gelingt ihm dank seinem Schwimmtalent der Sprung auf eine Elitenschule. Dort wird sein Talent gefördert. Er ist der Schnellste, der Beste, der Stärkste. Er ist Barrakuda. Doch kurz vor seinem Traum Olympia scheitert Danny und verliert einen wichtigen Wettkampf. Doch was noch viel schlimmer ist, Danny verliert seine Perspektive. Sein Trainer Torma unterstützt ihn weiterhin, doch für Danny bricht eine Welt zusammen, seine Welt. Und es gelingt ihm nicht mehr, diese zu reparieren. Er wendet sich von seiner Schule, seiner Familie und seinen Freunden ab, landet im Knast und versucht ziemlich erfolglos sein Leben in den Griff zu kriegen. Am Ende muss Danny erkennen auf was es wirklich ankommt, und zu sich und seiner Geschichte stehen. Meine Meinung Barrakuda hat sehr vielversprechend begonnen, doch schon bald hat sich für mich das Blatt gewendet. Die verschiedenen Handlungsstränge sind verwirrend, da sie sehr unterschiedlich sind und auch die Zeitspanne von 20 Jahren macht es nicht gerade einfacher die Handlungen zu verstehen und zu verknüpfen. Am Ende fügen sich jedoch alle Puzzleteile wieder zusammen und dennoch: die Verwirrung bleibt. Für mich bleibt am Ende keine richtige Message, ich persönlich kann aus diesem Buch nicht viel mitnehmen. Doch vielleicht war es genau das Ziel des Autoren, denn im Leben bleibt ja auch nicht immer eine Message. Ein sehr polarisierendes Buch, denn hervorragend formulierte Abschnitte wechseln sich mit, in meinen Augen, überflüssigen und sehr plump geschriebenen Szenen ab. Der Anfang und der Schluss finde ich gelungen, der mittlere Teil war für mich eher langatmig und konnte mich nicht fesseln. Toll finde ich die liebevolle Ausarbeitung der Figuren, welche sehr echt und durchdacht wirken. Auch der Aufbau des Buches, sowie das Thema des Scheiterns haben mich fasziniert. Trotz allem hat mich das Buch eher negativ überrascht, und mir bleibt ein durchzogenes Fazit. Ich denke dieses Buch wirkt auf jeden Leser sehr unterschiedlich, deshalb 3 von 5 Sternen, da es mich persönlich zwar nicht überzeugen konnte, allerdings durchaus das Potential hat andere Leser in seinen Bann zu ziehen.

    Mehr
  • Barrakuda (Christos Tsiolkas)

    Barrakuda
    LieLu

    LieLu

    08. May 2014 um 17:54

    Klett-Cotta Verlag Der Autor Christos Tsiolkas wurde 1965 als Sohn griechischer Immigranten in Melbourne geboren und gilt als einer der einflussreichsten Autoren Australiens. Sein bislang erfolgreichstes Buch, „Nur eine Ohrfeige“, wurde mehrfach ausgezeichnet und als Serie verfilmt. Barrakuda Er ist schnell, er ist gut, er ist der Beste. Das Wasser ist sein Element und es scheint ihn die Welt um sich herum zu vergessen. Es trägt ihn und lässt ihn atmen. Danny Kelly hat nur eines im Kopf, er will Schwimmen und Siegen. Etwas anderes kommt nicht in Frage und seine Eltern sowie sein Trainer tun alles für ihn. Er wird von den meisten seiner Freunde gefeiert und sogar seine Geschwister sehen zu ihm auf. Daniel trainiert hart, härter als alle anderen und will nichts als gewinnen. Eine Zeit lang sieht es so aus, als würde sein Talent, welches ihm sogar ein Stipendium einbringt, ihm sämtliche Türen öffnen. Doch Danny scheitert… Im entscheidenden Wettkampf verliert Danny alles und seine Sicht auf das Leben… Fazit Christos Tsiolkas erzählt die dramatische Geschichte eines Außenseiters in Form eines talentierten Jungen, anhand den Anforderungen der Leistungsgesellschaft, in welcher Erfolg und Niedergang nah beieinander liegen. Der junge Protagonist Daniel Kelly kennt nichts anderes als das Siegen, er kämpft, trainiert und ist besser als die anderen. Doch an entscheidender Stelle scheitert er und sein Selbstmitleid frisst ihn auf. Er verliert den Mut am Leben, wird aggressiv und verliert die Kontrolle. Der entscheidende Wettkampf ändert alles, ebenso das Verhältnis zu sich selbst und denen, die ihm nahestehen. Erst allmählich gelingt es ihm, eine neue Sicht auf sein Leben zu finden. Schreib- und Erzählstil des Autors sind ein wenig schwierig und ließen mich erst nach und nach in die Geschichte einsteigen. Auch Danny ist zunächst nicht wirklich sympathisch, weshalb ich mit diesem Buch nicht wirklich warm wurde. Nach und nach näherten auch wir beide uns an, trotzdem hatte ich mir unter dem Roman etwas anderes vorgestellt und konnte mich nicht in Danny hinein versetzen. Er ist egoistisch, ehrgeizig und hat einen immensen Hass auf die Welt. Beim Lesen fand ich das sehr anstrengend. Die ganze Zeit über merkt man ihm seine Wut auf alles enorm an. Auch wenn der Autor den Lesern seines Romans wahrscheinlich die Augen öffnen wollte, was die Ecken und Kannten einer Leistungsgesellschaft etc. betrifft, finde ich, dass ihm dies nicht gelungen ist. Leider gibt es für dieses Buch von mir nur 2 von 5 goldenen Büchern, da ich die Idee gut, die Umsetzung jedoch nicht gut finde.

    Mehr
  • Buch-Assoziationen - Bücher passend zu Substantiven, Adjektiven und Verben lesen!

    Die Verratenen
    Daniliesing

    Daniliesing

    Hallo ihr Lieben, gerade hatte ich spontan eine Idee und vielleicht haben ja ein paar Lust dabei mitzumachen! In diesem Thema soll in jeder Woche ein anderes Wort im Mittelpunkt stehen. Dieses Wort kann eigentlich jeder Art sein, egal ob Substantiv, Adjektiv, Verb, Farbe etc. - dabei ist nur wichtig, dass man dazu gut etwas assoziieren kann. Für die erste Woche, die am 3. Mai startet, gebe ich als Wort "Muster" vor. Wenn ihr Lust und Zeit habt, dann könnt ihr in dieser Woche ein Buch beginnen, das hierzu passt. Wie ihr das Wort "Muster" für euch interpretiert, bleibt euch dabei natürlich überlassen. Hat das Cover vielleicht ein bestimmtes Muster oder handelt eine Figur im Buch nach einem bestimmten Muster? Das vorgegebene Thema soll einfach als Anregung dienen, sich vielleicht mal ein passendes Buch vom Stapel ungelesener Bücher (= SuB) zu schnappen! Natürlich soll es viele verschiedene Wörter für Buch-Assoziationen geben - genauer gesagt für jede Woche eins! Wer hier gern mitmachen möchte, kann also direkt auch ein Wort vorschlagen. Die vorgeschlagenen Wörter würde ich einfach in der Reihenfolge eurer Anmeldungen oben für die einzelnen Wochen eintragen. Wer mitmachen möchte, muss das selbstverständlich nicht in jeder Woche tun, sondern ganz so, wie man Spaß daran hat. Wenn ihr euch über die Bücher, die ihr gerade zu einem bestimmten Assoziations-Wort lest, austauschen möchtet, dann tut das bitte immer im zugehörigen Unterthema oben. Einfach auf das Thema klicken und dort eure Beiträge schreiben :-) Falls ihr Fragen und Ideen habt, richte ich dafür auch ein extra Thema ein. Nun wünsche ich uns ganz viel Spaß!

    Mehr
    • 368
  • Schneller, besser, stärker!

    Barrakuda
    Arizona

    Arizona

    22. April 2014 um 08:56

    Barrakuda - das ist laut Wikipedia ein Pfeilhecht - ein Raubfisch, der durch seine Bisse sogar Menschen gefährlich werden kann. Der Roman handelt von Danny Kelly, einem Jungen, der durch sein Talent im Schwimmen ein Stipendium für eine Eliteschule bekommen hat. Sein Schwimmtrainer Frank hält grosse Stücke auf ihn. Doch Danny fühlt sich fremd an dieser Schule, wo fast nur die Kids reicher Eltern sind. Und dort ist er als Sohn einer griechischen Mutter, die Frisörin ist und eines irisch-stämmigen Vaters (LKW-Fahrer) ein krasser Aussenseiter. Doch er will es allen zeigen, er will der Schnellste, Beste, Stärkste sein. Seine Wut verleiht ihm die notwendige Kraft. Doch dann scheitert er in einem wichtigen Wettkampf und qualifiziert sich so nicht weiter für die folgenden Rennen. Er sieht es als schlimmes Scheitern an, und darauf folgend gerät sein Leben aus den Fugen, er begeht eine Straftat, für die er sogar im Gefängnis landet. Nun prägen den Roman die Themen der Scham und Schuld, es geht um die Frage, wie er es schafft nach dem Versagen sein weiteres Leben zu meistern. Aber es geht auch um Dannys Homosexualität, und um seine Beziehung zu seinen Eltern, Geschwister und Freunden. Der Roman spielt abwechselnd auf verschiedenen Zeitebenen, wobei die Haupthandlung  eigentlich chronologisch von 1994 - dem ersten Schultag Dannys an der neuen Schule bis 2012 verläuft. Jedoch sind zwischendurch kreuz und quer immer wieder Rückblicke eingebaut, wo es manchmal etwas schwierig ist die Reihenfolge genau einzuordnen. Hierbei verschiebt sich dann sogar die Erzählperspektive und es wechselt von der 3. in die 1. Person. Der Hauptteil spielt in Melbourne, Australien, ein Teil spielt auch in Glasgow, Schottland, wo Dan gemeinsam mit seinem Freund Clyde eine zeitlang lebt.  Sprachlich fällt mir besonders das Stilmittel der Wiederholungen auf, was mich persönlich eher immer etwas nervt. So wird immer wieder Bezug auf das Schwimmen genommen, auf das Atmen, das Fliegen, das sich treiben lassen etc. - übertragen auf das Leben. Die Sprache selbst ist mir manchmal etwas zu derb.  Inhaltlich hat mir nicht gut gefallen, dass der Protagonist doch sehr unsympathisch bleibt: zunächst ist er zerfressen vom übertriebenen Ehrgeiz, dann kocht die Aggression hoch, später überwiegt das Selbstmitleid. Nachdem sein Traum zerplatzt ist bleibt in ihm nur noch eine Leere. Mir hat dieser negative Ansatz doch die Laune verdorben. Ich habe mich recht schwer getan mit dem Buch, bin oft hängen geblieben, es hat mich nicht so zum Weiterlesen gereizt. Aber es war auch nicht direkt schlecht. Es gab einige interessante Aspekte, die einen zum Nachdenken gebracht haben, aber die bedrückende Stimmung hat mich doch eher abgeschreckt. 

    Mehr
  • Schwerfälliges Lesen

    Barrakuda
    buechermaus88

    buechermaus88

    13. April 2014 um 15:04

    Inhaltsangabe (von Amazon): Das Wasser trägt Danny, lässt ihn die Welt um sich herum vergessen. Lässt ihn atmen. Träumen. Schürt seinen Ehrgeiz. Ein Stipendium öffnet dem Working-Class-Sprössling die Tür zu einer Eliteschule. Er trainiert härter als alle anderen und gewinnt schließlich deren Anerkennung. Eine kurze Zeit lang scheint ihm die Welt offen zu stehen. Doch dann scheitert er. An seinen Erwartungen und an denen der anderen. Selbstmitleid zieht ihn immer weiter nach unten. Lässt ihn zweifeln, aggressiv werden, bis er die Kontrolle verliert. Christos Tsiolkas erzählt die berührende Geschichte eines Außenseiters und zeichnet das Bild einer modernen Leistungsgesellschaft, in der Scheitern und Erfolg nahe beieinanderliegen. Meine Meinung: Das Cover ist recht einfach gestaltet. Es bringt den Inhalt auf den Punkt. Ich finde, in den Augen des Jungen auf dem Cover kann man die Verzweiflung sehen, die Resignation, die auch Danny im Buch erlebt. Danny hatte so viel Ehrgeiz, wollte so viel erreichen und wollte es anderen Menschen, unter anderem seinem Vater, beweisen. Ich finde insbesondere diese Beziehung zwischen ihm und seinem Vater sehr interessant. Der Vater sieht das Schwimmen einfach nicht als zukunftsträchtiges Leben an. Damit kann man sich seinen Lebensunterhalt nicht verdienen. Und es scheint sich dann auch zu bewahrheiten. Als Danny dieses wichtige Turnier “verliert” bzw. nicht auf den ersten Platz kommt, ist ein Traum zerstört. Seine Sichtweise ist ruiniert. Es war alles falsch was er bisher über sich selbst dachte. Und dann schmeißt er die Schule, während seine Freunde studieren gehen und in die weite Welt hinaus ziehen. Ich fand den Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit zeitweise sehr verwirrend. Irgendwann habe ich mich daran gewöhnt, aber dass man ohne Vorwarnung von einem Danny zu Dan springt, war zunächst verwirrend. Ich finde das Buch sehr vielfältig, weil dort viele verschiedene wichtige Themen angesprochen werden. Nicht nur dieser Erfolgsdruck, den Danny nicht nur von außen, sondern hauptsächlich von sich selbst bekommt, sondern auch die Entdeckung der eigenen Sexualität spielt in diesem Buch eine Rolle. Zeitweise fand ich das Buch etwas schwerfällig. Man kam nicht recht weiter, es gab Wiederholungen und irgendwie rutschte auch das Schwimmen teilweise in den Hintergrund. Mein Fazit: Ich vergebe 3 von 5 Sternen.

    Mehr
  • Eine geballte Portion schlechte Laune...

    Barrakuda
    Moep

    Moep

    12. April 2014 um 20:08

    In diesem Buch lernen wir den Protagonisten Danny Kelly kennen, der ein herausragend guter Schwimmer ist und wirklich ein so beipielloses Talent besitzt, dass er ein Stipendium für eine teure Privatschule bekommt. Doch Danny fühlt sich in der Schule nicht wohl, seine reichen Mitschüler lachen über ihn, da seine Mutter Frisörin und sein Vater LKW-Fahrer ist. Noch dazu sind Dannys schulischen Leistungen nicht gerade die besten, sodass das Schwimmen das einzige ist, was ihn wirklich aufrecht erhält, denn darin ist er besser als alle anderen. Der Junge wird immer besser, sein Trainer Frank Torma, fördert ihn individuell bis Danny zunächst nationale, schließlich internationale Wettkämpfe gewinnt und bereits vom olympischen Gold zu träumen beginnt. Doch dann verliert der ehrgeizige Schwimmer einen für ihn so unfassbar wichtigen Wettkampf und sein ganzen Leben scheint zusammenzubrechen... Soviel nun also zum offiziellen Inhalt, wie er so ähnlich auch im Klappentext verkauft wird. Jedoch wurde mir recht schnell klar, dass es in diesem Buch nicht nur um einiges mehr, sondern vor allem um ganz andere Dinge geht, sodass ich mich vom Klappentext ein wenig in die Irre geführt fühlte. In „Barrakuda“ geht es ein bisschen um einen ehrgeizigen Schwimmer, viel um die Wut und die Aggressionen Dannys, ein bisschen um einen homosexuellen Mann, der seine große Liebe sucht und eigentlich aber geht es um einen Straftäter, der nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis mit der Vergangenheit abschließen und ins Leben zurückfinden möchte. Hätten Sies gedacht? Nein, ich auch nicht. Und hätte ich vorher gewusst, was mich erwartet, hätte ich es mir zweimal überlegt, dieses Buch zu lesen. Zumal ich auch wirklich sagen muss, dass ich selten einen Protagonisten als so derart abstoßend empfunden habe. Danny Kelly ist durch und durch gehässig, er kann und will einfach nichts am Leben schön finden, zu jeder noch so trivialen Gegebenheit hat er einen fiesen Kommentar oder Gedanken parat. Er ist ständig unglücklich, er fühlt sich dauerhaft vom Leben verraten, er hasst seine Eltern, er hasst seine Mitschüler, er hasst seinen Trainer, er hasst sich selbst und auch sonst generell ist irgendwie alles nur zum Hassen. Dieses Buch hat mich wirklich runtergezogen. Selten habe ich ein Buch zur Seite legen müssen, einfach weil sich seine negative Atmossphäre so sehr auf mich übertragen hat. Als ich das Buch ausgelesen hatte, empfand ich nur noch pure Erleichterung. Denn was Christos Tsiolkas uns hier um die Ohren pfeffert ist schlicht und ergreifend eine geballte Portion schlechte Laune! Da fragte ich mich wirklich die ganze Zeit: Warum um alles in der Welt schreibt man so ein Buch?! Natürlich kann man sich an dieser Stelle auf die Gesamtaussage und den vermeintlichen Tiefsinn dieser Geschichte berufen, jedoch konnte auch die gut gemeinte Message dieses Buches nichts mehr daran ändern, dass ich Danny zutiefst verabscheue. Noch dazu kommt, dass es dem Autor nicht gelingt, die Handlung in chronologischer und vor allem in verständlicher Reihenfolge darzulegen. Es scheinen sämtliche Ereignisse völlig durcheinander in ein Buch geworfen, die Zusammenhänge sind unklar und oft wusste ich dann einfach nicht mehr, ob ein gewisses Ereignis in der Zeit die ich gerade las schon stattgefunden hatte oder noch nicht. Alles in allem ist dieses Buch sehr anstrengend, der Protagonist ist zum Davonlaufen, die Stimmung des Buches zieht einen so dermaßen runter, da kann man noch so gute Laune haben. Daher würde ich dieses Buch nicht weiterempfehlen, auch wenn es sicherlich in psychologischer Hinsicht sehr interessant ist und letztendlich auch eine Aussage hat. Wenn man jedoch nicht so gerne Probleme und schwierige Menschen mag, wird man dieses Buch auch nicht mögen.

    Mehr
  • Golden Boys

    Barrakuda
    Marapaya

    Marapaya

    09. April 2014 um 23:27

    Rezensionen sind per se subjektiv. Literatur lässt sich zwar unter gewissen objektiven Gesichtspunkten untersuchen – wie ich einen Text empfinde, kann mir allerdings durch niemanden vorgeschrieben werden. Dennoch sollte auch eine Rezension nicht von zuviel Leserpersönlichkeit eingefärbt sein. Bei Christos Tsiolkas Schwimmer-Roman breche ich heute mal aus diesem klassischen Rezensionsmuster aus und formuliere einfach eine freie Lesart. Ich habe mich schwer getan mit diesem Buch. Nicht, weil ich es nicht mochte oder weil es schlecht geschrieben war. Nein, weil ich über meine eigenen Vorurteile gestolpert bin und mich das Thema des Buches trotz vorheriger Lektüre der Leseprobe kalt erwischt hat. Danny ist mir für einige Zeit ein anstrengender Begleiter gewesen. Sein Streben nach Weltklasse, seine Ängste, seine Zweifel, sein Vertrauen in sich und andere und schließlich sein Scheitern und die Schmach, die tiefe Trauer darüber haben mich gleichermaßen berührt wie abgestoßen. Und immer wieder hatte ich beim Lesen das Gefühl, dass man mir einen Spiegel vorhalten will. Ich habe mich seltsam angesprochen gefühlt. Wahrscheinlich weil Tsiolkas über die ureigensten Triebe im Menschen schreibt. Weil er uns genau da erwischt, wo es wehtut: In dem Wunsch über das Mittelmaß hinaus zu wachsen und der höllischen Angst davor, irgendwann zu erkennen, eben nur Durchschnitt zu sein. Unsere Gesellschaft duldet nur Gewinner, immer soll es höher hinaus gehen, Orientierung geben die, die über uns stehen, nicht die, die unter uns sind. Dannys Antrieb setzt da an, lange bevor er auf die Privatschule als Stipendiat aufgenommen wird. Den Grundstein enthüllt uns Tsiolkas erst auf den letzten Metern und gibt damit den knapp 500 Seiten einen fatalistischen Sinn, der mich dennoch unbefriedigt zurücklässt. Was will „Barrakuda“ sein? Ein Roman über das Scheitern und den Umgang damit? Ein Adoleszenz-Roman? Familie? Coming-Out? Danny Kelly ist ein guter, schneller Schwimmer. Bald bestimmt diese sportliche Leistung sein ganzes Leben. Er definiert sich nur noch als Schwimmer, der ein klares Ziel vor Augen hat: die olympischen Spiele. Sieg. Gold. Danny verliert sich gleichermaßen im Schwimmen. Während seine Freunde sich mit sich selbst und ihrer Umwelt auseinander setzen, Verluste hinnehmen, Erfolge einstecken, die Persönlichkeit formen, Ziele für die Zukunft formulieren, schwimmt Danny einfach nur. Definiert sich allein über das Schwimmen und das Siegen. Ist völlig unvorbereitet, als das Gewinnen ausbleibt und die Leere einkehrt. Diese Leere ist der eigentliche Motor des Buches. Die Leere verändert Danny, er wird zu Dan. Statt dem Sieg hinterher zu schwimmen, liegt er auf dem Rücken und lässt sich treiben. Von seiner Wut, seiner Scham, seiner Hilflosigkeit der neuen Ziellosigkeit gegenüber. Diese Leere umfasst auch seine Familie. Grausam ehrlich ist Tsiolkas, als er beschreibt, dass die Liebe und Unterstützung der Familie nicht ausreicht, nichts verändert, die Situation für alle Beteiligten sogar noch verschlimmert. Er zeigt, wie prägend die Erfahrungen mit der Familie für unser ganzes Leben ist und das die Konflikte der Eltern mit ihren Eltern unweigerlich Auswirkungen auf ihre Kinder haben. Familie hin oder her, ich entscheide mich für den adoleszenten Gesellschaftsroman, mit dem Schwerpunkt Australien und damit bin ich froh, heute einfach nur eine Lesart zu verfassen. Denn diese Entscheidung entspringt meinem reinen Bauchgefühl und meiner Leseerfahrung. Über Australien und seine Gesellschaft weiß ich herzlich wenig. Tsiolkas Beschreibungen offenbaren mir eine junge Nation, die ich nicht ohne weiteres mit Europa oder Amerika in einen Topf werfen kann. Da sirrt etwas für mich ungreifbares zwischen den Zeilen, etwas, was viel tiefer geht, als der offensichtliche Konflikt zwischen Sieg und Scheitern, zwischen Familie und Heranwachsen, zwischen Identitätsfindung und Sexualität. Es ist die Kritik an unserem Drang, immer zu den Besten gehören zu wollen. Sich ständig zu messen und zu vergleichen. Ein Zwang, der das kurz empfundene Glück über den Sieg schnell schal werden lässt, den nächsten Sieg fordert, um das Glück neu zu fassen. Dan geht einen schweren Weg, am Ende wird er im Schwimmen auch wieder leises Glück empfinden können und dieses Glück hat nichts mit Goldmedaillen und Siegesschleifen zu tun.

    Mehr
  • Barrakuda

    Barrakuda
    Luc

    Luc

    Für Christos Tsiolkas lag die Messlatte nach dem Bestseller „Nur eine Ohrfeige“ denkbar hoch. Nun ist sein nächster Roman erschienen, indem es im weitesten Sinne um Sport geht, eigentlich aber um verlorene Träume und dem Zurechtkommen im Alltäglichen. Keine einfache Aufgabe also. Den Mutigen gehört die Welt, das gilt für Tsiolkas ebenso wie für seinen Protagonisten Dan Kelly, der schon ihn Jugendtagen genau weiß, was er will: Bei der Heimolympiade in Sydney Olympiasieger im Schwimmen zu werden. Einer der Golden Boys zu werden, jener australischen Schwimmelite, die ohne Ende Goldmedaillen sammelt. Das Wasser ist sein Element, es ist seine zweite Haut, eine Erlösung aus der Mittelmäßigkeit, die Chance auf dem Podest zu stehen, statt von unten auf die Sieger herauf zu gaffen. Zunächst treibt Danny der Hass auf seine Konkurrenten, die Zöglinge wohlhabender Eltern sind bei weitem weniger Zielgerichtet, dafür aber fies. Der Platz an der Sonne ist Ihnen in die Wiege gelegt. Ehrfurchtsvoll nennen sie Danny Barrakuda oder Psycho Kelly, weil die Willensstärke und das Durchsetzungsvermögen des Arbeiterkindes den Absolventen einer höheren Schule Respekt abnötigt. Danny Kelly ist faul, wenn es um Mathe geht. Er wird zum Tier, wenn er vor einem Schwimmbecken steht, angetrieben von seinem Trainer entwickelt er einen galaktischen Ehrgeiz, dem alles untergeordnet werden muss, was lediglich sein skeptischen Vater bisweilen torpediert. „Es gibt doch noch andere Dinge auf der Welt“..., sondert dieser bisweilen ab. Diese simple Wahrheit findet im Denkmodell seines Sohnes keinen Platz. Der will sein Stipendium nutzen, um auf einer Stufe mit seinen Mitschülern zu stehen. Im Grunde glaubt er nach den anfänglichen Erfolgen, er stünde dort bereits. Schließlich verbringt er gelegentlich sogar seine Freizeit mit den gelangweilten Burschen aus der Oberschicht. Es ist eine läppische Kleinigkeit, die Kelly seinen Traum kostet. Christos Tsiolkas ist seit „Nur eine Ohrfeige“ Meister darin, sein Romanpersonal durch Lappalien ins Stolpern zu bringen und hinter die aufgebauten Fassaden zu blicken. In seinem ersten Buch erschütterte eine banale Ohrfeige die australische Mittelschicht. Hier sind es die Stunden vor dem Wettkampf, die nicht optimal verlaufen und eine Niederlage einläuten, die das geistige Grundgerüst für die Egomaschine Danny Kelly zum Einsturz bringt. Eine Welt bricht für ihn, den besten und schnellsten Schwimmer seiner Altersklasse zusammen und die Reichen zeigen ihm von nun an die kalte Schulter. Danny Kellys Leben gerät aus den Fugen. Schließlich landet er sogar im Gefängnis, wo ein Lernprozess für ihn beginnt. Das einzige, was ihm eine ungefähre Peilung auf seinem Weg gibt ist seine Homosexualität und die Familie. Erfrischender weise zeichnet Tsiolkas seinen Helden nicht übertrieben sensibel oder besonders intelligent. Er siedelt also Danny Kelly in der Welt der Normalos an, ohne ihn intellektuell darüber zu stellen. Danny Kelly hat die Aggressivität eines Underdogs und einen gesunden Selbstbehauptungswillen, der ihn schließlich durch das Leben trägt. Mich hat der Roman von der ersten Seite an gepackt. Phasenweise konnte ich das Buch gar nicht aus der Hand legen. Dieses Buch von Christos Tsiolkas finde ich noch besser, als seinen Bestseller Vorgänger. Mir hat es Danny wirklich angetan. Man lebt, liebt und leidet förmlich mit diesem Menschen, der authentisch daher kommt, als wäre es der eigene Bruder. Danny kommt ungeheuer facettenreich und vielschichtig daher. Das Buch hat ungemein tragische Momente, weil sich Tsiolkas weigerte eine der üblichen Aufsteigerstorys zu kredenzen. Viel lieber zeigt er das Scheitern und das emotionale taumeln eines jungen Mannes, der alles gemacht hat, wie es einem die Gesellschaft rät. Fokussiere dich auf ein Ziel und bleibe beharrlich am Ball, bis du zu den Golden Boys deiner Berufsgattung gehörst, dann kann nichts schief gehen. Als wenn das Leben so einfach wäre.... Die Geschichte birgt mehrere Überraschungen, von denen eines das geniale Ende des Romans einleitet. Wie sich der Blick Dannys auf die Welt verändert, weg vom eigenen Bauchnabel, weg vom Hass, hin zur eigenen Mitte, davon erzählt dieser Roman in einer aufwühlenden Weise, wie sie das Buch-Jahr nur wenige Male im Jahr zu bieten hat. Ganz großes Tennis!

    Mehr
    • 3
    britta70

    britta70

    20. March 2014 um 20:15
  • Erlösung

    Barrakuda
    Himmelfarb

    Himmelfarb

    Barrakuda - das ist die Geschichte des talentierten Schwimmers Daniel Kelly, der aufgrund seines herausragenden Talents ein Stipendium an einer Eliteschule bekommt, jedoch nicht in der Lage ist, diese Chance zu nutzen. Der Leser erlebt in Christos Tsiolkas begeisternden und berührenden Roman " Barrakuda" alle Höhen und Tiefen dieses jungen Mannes mit, und es ist Tsiolkas Kunst zu verdanken, dass man nicht nur Sympathien für seinen Protagonisten hegt, sondern einige seiner Fallhöhen auch mit Unverständnis begleitet, denn nur so erwächst aus Tsiolkas Zeilen ein echter Mensch, dessen Karthasis am Ende versöhnt. Ja, Christos Tsiolkas ist ein begnadeter Erzähler, und ein poetischer dazu. Wie er die Verschmelzung von Schwimmer und Wasser beschreibt, wie er Qual, Scham und Erlösung in Worte fasst, das ist groß! Ein Kompliment an dieser Stelle auch an die hervorragende Übersetzung von Barbara Heller. Selten habe ich die Gnade der Literatur schöner beschrieben gelesen, als in diesem Roman. Nach einem sehr tiefen Fall entdeckt Danny dass Lesen, die heilende Wirkung der Worte: " Die Geschichte war ein Lied - Wenn er sie las, glaubte er, seine Lunge zu öffnen und zu singen." Tsiolkas beschreibt, was er kennt: Wie es ist, kein australischer "Golden Boy" zu sein, sondern aus einer Familie von Einwanderen zu stammen; was es in einer maskulinen Gesellschaft bedeutet, homosexuell zu sein; wie wütend einen die Pubertät machen kann, wenn man im falschen Viertel lebt, und welch' einsame Angelegenheit das Erwachsenwerden ist. Natürlich ist "Barrakuda" nicht autobiographisch, aber von einer tiefen Kenntnis der Psyche seiner Figuren geprägt. Diese Kenntnis macht die Gefühle und Handlungen wahrhaftig. Zudem bedient sich Tsiolkas einer großartigen Dramaturgie: Er erzählt Dannys Geschichte sowohl in der ersten, wie in der dritten Person. Das schafft immer wieder Distanz zu Dannys brodelndem Innenleben. Tsiolkas verschachtelt die Ebenen, beginnt im ersten Teil des Romans die eine in der Gegenwart, die andere in der Vergangenheit, und führt beide beim ersten Höhepunkt zusammen. Das ist meisterlich. "Barrakuda" ist ein Roman, in dem es auch um Werte geht. Den Wert der Freundschaft und den Wert der Familie. Eine 100% ige Leseempfehlung von mir!

    Mehr
    • 5
    vienna

    vienna

    19. March 2014 um 15:31
  • weitere