Chuck Klosterman

 3.4 Sterne bei 113 Bewertungen
Autor von Eine zu 85% wahre Geschichte, Fargo Rock City und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Chuck Klosterman

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Eine zu 85% wahre Geschichte

Eine zu 85% wahre Geschichte

 (75)
Erschienen am 01.09.2008
Fargo Rock City

Fargo Rock City

 (17)
Erschienen am 01.03.2007
Nachteulen

Nachteulen

 (12)
Erschienen am 01.04.2010
Sex, Drugs and Cocoa Puffs

Sex, Drugs and Cocoa Puffs

 (4)
Erschienen am 07.02.2008
Killing Yourself to Live

Killing Yourself to Live

 (2)
Erschienen am 06.06.2006
Eating the Dinosaur

Eating the Dinosaur

 (2)
Erschienen am 06.07.2010
I Wear the Black Hat

I Wear the Black Hat

 (0)
Erschienen am 18.07.2013

Neue Rezensionen zu Chuck Klosterman

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Rezension zu "Nachteulen" von Chuck Klosterman

"Nachteulen" von Chuck Klosterman
Jacynthevor 4 Jahren

Klappentext


Irgendwo in Amerika liegt Owl, es könnte keinen normaleren und langweiligeren Ort als diesen geben - aber es leben Menschen dort, und wo Menschen aufeinandertreffen, ist immer etwas los. Ob der Football-Held Mitch, die Lehrerin Julia oder der 73-jährige Horace, sie alle schlagen sich durchs Leben mit großen und kleinen Sorgen, sie lieben, trauern, sie leiden. Ihr größtes Ziel ist es, ihre Sache so gut als möglich zu machen, um am Ende nichts zu bereuen. Aber das Ende liegt nicht in ihrer Hand - ein verheerender Blizzard fegt über Owl, und alles ist anders als zuvor.


Meine Meinung


Der Klappentext dieses Buches hat mich sofort angesprochen und irgendwie habe ich geahnt, dass es mir ausnehmend gut gefallen würde. Trotzdem frage ich mich die ganze Zeit,  warum es mir so gut gefällt. Was finde ich, gemeinsam mit vielen anderen Lesern, so fesselnd an dem Buch, das in einer staubigen Kleinstadt spielt, wo jeder jeden kennt und jeder Tag das selbe bringt wie der vorherige?

"Nachteulen" besteht quasi nur aus Anekdoten und Alltagsbeschreibungen, die alles andere als kosmopolitisch sind. Dabei werden abwechselnd der Schüler Mitch, die junge Lehrerin Julia und der Witwer Horace begleitet. Ausgehend von diesen drei Protagonisten lernt man nach und nach auch alle anderen Bewohner des Ortes kennen. Man blickt hinter die Fassade, die die Menschen um sich errichtet haben, die sie aber nicht einmal vor ihren eigenen Nachbarn aufrechterhalten können.

Das Entscheidende an diesem Buch ist wahrscheinlich, dass man keine Helden vor sich hat, keinen, der etwas Besonderes erschaffen oder getan hat. Es sind ganz normale Menschen mit normalen Stärken und Schwächen, die nicht beschönigt werden. Doch die Art, wie Klosterman über sie schreibt, enthält so viel Weisheit, so viele Denkanstöße, dass ich das Buch stellenweise weglegen und darüber nachdenken musste. Mir war, als würde ich mich durch einen Spiegel selbst betrachten, auch wenn das jetzt schwülstig klingt.

Doch Klosterman brachte mich nicht nur zum Nachdenken. Mindestens genauso häufig musste ich herzhaft lachen und mehr als einmal fotografierte ich eine Textpassage, um sie meiner Freundin zu schicken und lachte mich mit ihr gemeinsam kringelig über die Parallelen, die zu unserer Lebenswelt bestehen. Ich bin sicher, dass es vielen anderen Lesern ebenso ergeht, was die vielen guten Bemerkungen erklärt, die ich schon darüber gelesen habe.

Ich selbst las am liebsten von Julia, die ich trotz ihrer vielen Fehler sehr sympatisch fand. Sie ist eine junge Frau, die Lehrerin geworden ist, weil sie keine anderen Perspektiven sah und als Zugezogene plötzlich zum Mittelpunkt des Stadtlebens wird, was sie nicht gewohnt ist, ihr aber gefällt. Trotzdem fühlt sie sich unvollständig und beginnt, regelmäßig zu trinken, um sich lebendig zu fühlen, bis sie einen Grund findet, ihr Leben zu ändern.

Dramatischerweise weiß man als Leser von Anfang an, das etwas Schlimmes passieren wird, denn Klosterman beginnt das Buch mit einem prospektiven Zeitungsartikel über den Blizard, der mehrere Menschen das Leben kostet. Wen wird es treffen? Werden Mitch, Julia oder Horace unter den Opfern sein? Die Tragik, die dahinter steckt, wurde mir erst am Schluss vollkommen bewusst. Jeder lebt sein Leben vor sich hin, versucht, das beste aus sich und der Situation zu machen, doch keinem ist klar, dass er von heute auf morgen tot sein kann. Plötzlich aus dem Leben gerissen. Ich denke, das ist die Kernaussage des Romans: Lebe dein Leben. Morgen könnte es schon zu spät sein.

Trotz der häufigen, für mich als Laien langatmigen Passagen über Football und dessen Spielweisen möchte ich  5 von 5 Wolken für diesen Roman vergeben. Ein großartiges Buch, das sicher irgendwann noch einmal lesen werde. Auch stehen die anderen Bücher Klostermans jetzt auf meiner Wunschliste - ich halte ihn, nach dem, was ich bisher von ihm gelesen habe, für einen großartigen Autor.

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LeChristophs avatar

Rezension zu "Nachteulen" von Chuck Klosterman

Schwächer als die anderen Werke Klostermans
LeChristophvor 5 Jahren

Nach den sehr amüsanten "Fargo, Rock CIty" und "Eine zu 85% wahre Geschichte" hat mich "Nachteulen" leider ein wenig enttäuscht. Chuck Klosterman stellt hier sein popkulturelles Wissen etwas zurück und versucht sich an einer Geschichte, die nicht allzu viel mit Musik zu tun hat, was nur bedingt gelingt. Das Erzählen aus verschiedenen Perspektiven und das Zusammenführen der einzelnen Stränge zu einem finalen Höhepunkt hat zwar seinen Reiz, aber viele der Episoden sind doch recht blass und die meisten Charaktere bleiben eher oberflächlich. 

Trotzdem ein relativ lesenswertes Buch für Zwischendurch.

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JimmySalarymans avatar

Rezension zu "Eine zu 85% wahre Geschichte" von Chuck Klosterman

Rezension zu "Eine zu 85% wahre Geschichte" von Chuck Klosterman
JimmySalarymanvor 6 Jahren

Leider gründlich verkackt. Klosterman konnte in seinem Debüt noch amüsieren und mit halbwegs fundierter Sachkenntnis brillieren, hier ist der Ofen aus. Klosterman begeht einen Kardinalsfehler - er traut sich den Gonzo-Journalisten zu, vermengt also Fakten, Autofiktion und Autobiographisches, und serviert dieses gehaltlose, unreflektierte Gesülze dann dem Leser als vermeintlich Literatur mit Tiefgang. Sei's drum. Tod und Rockmusik sind zwei Topoi, die man fast deckungsgleich nennen könnte - Klosterman schreibt darüber wie in einem Ferienaufsatz. Das Schlimmste: er zweifelt keine Sekunde an sich selbst.

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