Chuck Pfarrer

 4.5 Sterne bei 6 Bewertungen
Autor von Zum Krieger geboren, Codewort Geronimo und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Chuck Pfarrer

Chuck PfarrerZum Krieger geboren
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Zum Krieger geboren
Zum Krieger geboren
 (4)
Erschienen am 11.01.2013
Chuck PfarrerCodewort Geronimo
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Codewort Geronimo
Codewort Geronimo
 (2)
Erschienen am 31.05.2012
Chuck PfarrerZum Krieger geboren: Mein Leben als Navy Seal
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Zum Krieger geboren: Mein Leben als Navy Seal
Chuck PfarrerRed Planet, 1 Blu-ray
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Red Planet, 1 Blu-ray
Red Planet, 1 Blu-ray
 (0)
Erschienen am 25.07.2011
Chuck PfarrerCodewort Geronimo: Der Augenzeugenbericht zum Einsatz der Navy-SEALs gegen Osama bin Laden
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Codewort Geronimo: Der Augenzeugenbericht zum Einsatz der Navy-SEALs gegen Osama bin Laden
Chuck PfarrerSeal Target Geronimo
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Seal Target Geronimo
Seal Target Geronimo
 (0)
Erschienen am 02.10.2012

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S

Rezension zu "Zum Krieger geboren" von Chuck Pfarrer

Krieg ist nicht sauber...
schattensuchervor einem Jahr

Ich denke jeder weiß, das Krieg weder sauber, noch gerecht ist. Meistens (nicht immer) ist er auch nur ein politisches Druckmittel, um ein Ziel zu erreichen, oder einen langen Konflikt endgültig zu beenden. Wir wissen heute, dass dies in den seltensten Fällen wirklich der Fall ist. Meistens wird ein Problem gegen ein noch größeres eingetauscht und man beginnt sich zu fragen, ob man sich überhaupt hätte einmischen sollen. Wie man jedoch einem Team von ausgebildeten Marines und Seals verbieten kann zurück zu schießen, wenn sie beschossen werden, möchte ich nicht so ganz verstehen. Selbst auf einer Friedensmission müsste es doch möglich sein, sich zu verteidigen, oder? Muss ich dann mit Platzpatronen auf den Feind feuern, der mich mit echten Patronen umbringen will, weil ich ihm nichts tun darf? Das Problem ist, das Politik und Krieg nicht zusammen passen. In der Theorie und in diplomatischen Gefilden werden Entscheidungen getroffen, die Menschenleben fordern, wie auch im Buch, in dem unter anderem eine Situation im Libanon beschrieben wird, wo ein einziger Anschlag über 240 Marines unvorbereitet in den Tod reißt, weil sie eben nicht angreifen durften.



Aber zurück zum Buch. Das Buch handelt, wie der Titel schon sagt, von einem Operator der im Team Four angefangen und es schließlich ins Team Six geschafft hat. Pfarrer beginnt bei seinem Werdegang, umreißt seine Kindheit an / auf verschiedenen Stützpunkten, da er in eine Militärfamilie hinein geboren wurde. Er beschreibt wie er auf einer Militärschule landet und doch beschließt genau diesem Militär den Rücken zu zukehren, bevor er sich Jahre später doch für die Navy entscheidet. Die BUD/S werden angerissen, ehe es zu den einzelnen Missionen geht.

Ich muss zugeben, das ich mit dem Schreibstil von Pfarrer deutlich besser zurecht gekommen bin als mit dem von Chris Kyle (American Sniper). Pfarrer streut auch hin und wieder Fachwörter ein, erklärt sie jedoch meistens nur kurz, ohne sich in langen Erklärungen zu verlieren (Für alle die dennoch etwas nachschlagen wollen, findet sich am Ende des Buches ein Glossar), so dass der Lesefluss nicht unterbrochen wird. Pfarrer schreibt flüssig und ehrlich (soweit ich das sagen kann) und beschreibt auch Fehler, die er gemacht hat. Anders als bei Chris Kyle erwähnt er jedoch seine Familie & Beziehungen häufig nur am Rande und legt den Focus mehr auf die Einsätze, die er als Seal hinter sich gebracht hat, ebenso die Frustration, wenn die Politik ihn doch daran hindert, seinen Job ordentlich zu erledigen. Pfarrer hat am Anfang des Buches ein Zitat von George Orwell eingefügt: "Wer der Gewalt abschwört, kann dies nur tun, weil andere Gewalt für ihn ausüben." Ich habe öfters im Buch, wie oben bereits erwähnt, gedacht, dass sie die Jungs dann auch verdammt noch mal ihren Job machen lassen sollen, aber wie bereits ebenfalls erwähnt, Krieg und Politik passen nicht sonderlich gut zusammen. Was mich überrascht hat war ein Geständnis des Autors, nachdem er erwähnt hat dass er bereits mehrere Drehbücher geschrieben hat, die auch verfilmt wurden, dass er Legastheniker ist. Ich weiß, dass solche Bücher Korrektur gelesen werden (auch wenn sich in der deutschen Übersetzung einige Schreibfehler eingeschlichen haben), dennoch gehört sicherlich auch Mut dazu, sich dann an solch ein Projekt zu setzen und es auch durch zu ziehen. Allerdings denke ich auch, dass noch mehr Mut dazu gehört, in einen bewaffneten Konflikt zu ziehen und nicht zu wissen, ob man den morgigen Tag, oder die nächste Stunde noch erleben darf.



In diesem Sinne: Passt auf euch auf!

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R_Mantheys avatar

Rezension zu "Codewort Geronimo" von Chuck Pfarrer

"Geronimo, Echo. KIA."
R_Mantheyvor 3 Jahren

So lautete die Vollzugsmeldung des Kommandoführers des SEAL-Teams, das sich 38 Minuten auf dem Grundstück von Osama bin Laden im pakistanischen Abbottabad aufhielt, 12 Schüsse abgab und dabei den Oberterroristen tötete. Der Autor dieses Buches war selbst einst ein solcher Kommandoführer und will mit den Teilnehmern des Abbottabad-Einsatzes gesprochen haben, um Einzelheiten über die Ereignisse in der Nacht zum 2. Mai 2011 zu erfahren und sie in diesem Buch niederzuschreiben. Ob das stimmt, lässt sich von außen wohl kaum überprüfen. Es fällt jedoch auf, dass Pfarrer nicht wirklich über die offiziellen und bereits veröffentlichten Schilderungen hinausgeht.

Doch bis zu diesem Bericht muss sich der Leser ein wenig gedulden, denn das Buch gliedert sich in drei Teile. Und erst im letzten Teil beschreibt Chuck Pfarrer auf etwa 100 Seiten den angeblichen Ablauf der Geschehnisse. Viel Neues erfährt man dabei jedoch nur, wenn man die bisherigen Veröffentlichungen aus den Medien nicht kennt. Pfarrer ergänzt sie nämlich lediglich mit atmosphärischen Schilderungen und technischen Details.

Das SEAL-Team ist nicht irgendeine Spezialeinheit der US-Navy. Mitglied in dieser Bruderschaft, wie sie der Autor nennt, wird man nur durch überdurchschnittliche Fähigkeiten, die man im Einsatz unter Beweis stellen muss. Die SEALs berufen sich dabei auch auf eine Geisteshaltung, die sie von den japanischen Samurai übernommen haben wollen. Dieses Buch wurde also nicht von einem neutralen Beobachterstandpunkt aus geschrieben, und der Autor ist beileibe kein Pazifist, sondern sieht sich zeitlebens als Teil der SEALs.

Im ersten Teil des Textes beschreibt Pfarrer den "Weg der SEALs nach Abbottabad", also die Entstehung dieser Einheit, ihren Weg und ihre Probleme. Dabei kommen auch die Machtkämpfe zwischen den verschiedenen US-Geheimdiensten und Sicherheitsbehörden zur Sprache. Darüber hinaus werden einige der bekanntesten Einsätze der SEALs und ihrer Vorgänger-Einheiten diskutiert, beispielsweise eine Operation in Nordvietnam oder der katastrophale Versuch, US-Geiseln aus Teheran zu befreien.

Im zweiten Teil geht Pfarrer auf den Weg von Osama bin Laden und die Entwicklung von al-Qaida und dessen Führungspersonal ein. Der Autor versucht zu erklären, wieso bin Laden zum Terroristen wurde, welche Rolle bestimmte Leute aus der ägyptischen Muslimbruderschaft dabei spielten und was bin Laden wirklich in Afghanistan trieb und was nicht.

Nachdem Pfarrer bereits im ersten Teil seines Buches gerne auf das Versagen der CIA einging, stellt er hier weitere interessante Fragen. Wieso, möchte er gerne wissen, bekamen die US-Geheimdienste nicht mit, was am 11. September 2001 in den USA ablaufen sollte, obwohl dazu eigentliche alle nötigen Informationen vorlagen? Pfarrer führt das ausschließlich auf Unfähigkeit und verkrustete Strukturen zurück.

Bin Ladens Versteck wurde erst fast zehn Jahre später über einen seiner Kuriere entdeckt. Doch auch seine zahlreichen Frauen und sein noch zahlreicherer Nachwuchs wurden dorthin befördert. Es wäre viel einfacher gewesen, sie zu verfolgen. Aber das Offensichtliche wurde auch hier versäumt, schreibt der Autor.

Im Übrigen geht Pfarrer auch auf den Salafismus ein und beschreibt, wie er zwischen Muslimen angewandt wird. Aus dem salafistischen Verständnis folgt eine Verhaltensweise, die Lug und Betrug auch gegenüber anderen Muslimen regelrecht fordert, um diese Leute für ihren falschen Glauben zu bestrafen. So erklären sich einige merkwürdige Handlungen innerhalb des engsten Führungszirkels von al-Qaida, die in diesem Buch beschrieben werden.

Der letzte Teil des Buches beschreibt dann die Vorbereitung und Durchführung des SEAL-Einsatzes in Pakistan. Insbesondere legt der Autor dabei mehrere der technischen Möglichkeiten der US-Navy bei Operationen auf fremden Territorien wenigstens zum Teil offen.

Auch nach dem Lesen dieses Buches bleiben einige Fragen unbeantwortet. Wieso zog die Obama-Administration das geheime SEAL-Team und ihren Standort in die Öffentlichkeit? Wieso wurde dieser Einsatz überhaupt so früh nach seinem Abschluss bekanntgegeben? Immerhin fand man erhebliches Datenmaterial in Abbottabad, das man zur Aushebung von al-Qaida-Strukturen hätte nutzen können.

Pfarrer beantwortet diese und andere Fragen im Text aus seiner Sicht. Ob er dabei die Wirklichkeit richtig abbildet, bleibt allerdings genau so ungeklärt, wie die Frage, ob alles in Abbottabad und auch später tatsächlich so abgelaufen ist, wie es Pfarrer uns hier erzählt.

Immerhin aber hat man mit diesem Text eine Version der Dinge und darüber hinaus zahlreiche interessante Hintergrundinformationen zu al Qaida und seiner Historie, sowie natürlich zum SEAL-Team. Wie man sie für sich einordnet, ist ein andere Geschichte.

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