Cihan Acar

 4,1 Sterne bei 35 Bewertungen
Autor von Hawaii, 111 Gründe, HipHop zu lieben und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Cihan Acar

Eine deutsch-türkische Verbindung: Cihan Acar, geboren 1986 in Heilbronn, ist ein deutsch-türkischer Schriftsteller. Er studierte Rechtswissenschaften in Heidelberg und arbeitete nebenbei als Journalist und Autor. 

Sein Debüt gab er mit seinem Sachbuch „111 Gründe, Galatasaray zu lieben“.  Nach einem längeren Aufenthalt in Istanbul, wo er unter anderem für die dpa berichtete, kehrte er nach Heidelberg zurück, um sein Studium abzuschließen. 

Heute lebt der Autor zusammen mit seiner Familie in Heilbronn.

Alle Bücher von Cihan Acar

Cover des Buches Hawaii (ISBN: 9783446265868)

Hawaii

 (35)
Erschienen am 17.02.2020
Cover des Buches 111 Gründe, HipHop zu lieben (ISBN: 9783862655229)

111 Gründe, HipHop zu lieben

 (0)
Erschienen am 01.11.2015
Cover des Buches 111 Gründe, Galatasaray zu lieben (ISBN: 9783862654277)

111 Gründe, Galatasaray zu lieben

 (0)
Erschienen am 01.10.2014

Neue Rezensionen zu Cihan Acar

Cover des Buches Hawaii (ISBN: 9783446265868)Buecherschmauss avatar

Rezension zu "Hawaii" von Cihan Acar

Irgendwie dazwischen
Buecherschmausvor 4 Monaten

Hawaii – das klingt nach Südseeparadies, nach Blumenketten, nach gutem Leben. (Wenn auch nur in der Fantasie). Das Hawaii, in das der Protagonist und Ich-Erzähler im Debütroman von Cihan Acar zurückkehrt, hat von dieser Fantasie so gar nichts. Hier, im einstigen Problemviertel Heilbronns, wohnen die sozial schwächsten Einwohner der schwäbischen Stadt. Und auch wenn die Zeiten, als Hawaii angesichts der dort herrschenden Drogenproblematik und der Kriminalität gerne „die Bronx“ von Heilbronn genannt wurde, vorbei zu sein scheint, gilt das Viertel immer noch als unterprivilegiert.

Die Bewohner der schlichten, vierstöckigen Nachkriegsbauten sind multikulturell. Bis zu 90% haben einen sogenannten Migrationshintergrund, über ein Dutzend Nationalitäten sind hier zuhause, die Mieten sind niedrig.

Eher zufällig ist die Familie von Kemal Arslan hier gelandet. Als ihre Wohnung in einem Heilbronner Vorort wegen Eigenbedarfs gekündigt wurde, fand sich auf die Schnelle nichts anderes. Dass das Viertel mitten im Industriegebiet, über das immer wieder eine Schwade Suppengeruch vom nahegelegenen Knorr-Werk wabert, aber keine Endstation sein muss, bewies Kemal. An ihm wurde der Traum vieler kleiner Jungs wahr, er wurde zum gutverdienenden Profifußballer beim türkischen Erstligisten Gaziantepspor. Eine gutaussehende deutsche Freundin aus gehobenem Haus, ein Jaguar, teure Klamotten – plötzlich konnte sich Kemal alles leisten. Die Leute im Viertel und die türkischen Fußballfans lagen ihm zu Füßen.

Durch einen dummen Unfall, selbst verschuldet bei einem Autorennen, zerplatzte dieser Traum aber allzu bald. Ein komplizierter Bruch des Fußes zerstörte Kemals Fußballerkarriere. Und nun kehrt der 21jährige zurück in sein altes Viertel, nach Hawaii.

Hier hat sich einiges geändert. Seine Freundin Sina hat einen neuen Freund und Kemal muss seinen neuen Weg erst finden. An vier heißen Sommertagen begleiten wir Kemal, besuchen mit ihm seinen kaputten Jaguar im Parkhaus, gehen mit ihm zum Vorstellungsgespräch beim zwielichtigen Unternehmer Tayfun, begleiten ihn in Kneipen, Clubs und zur Zockrunde mit seinen alten Freunden Hakan und Emre. So richtig zugehörig fühlt sich Kemal nicht mehr. Seiner genauen Beobachtungsgabe gerade aus dieser Position dazwischen, zwischen Arm und Reich, Migranten und Deutschen, verdanken wir authentische Milieustudien.

Zugleich scheint sich etwas zusammenzubrauen in und um Heilbronn. Eine rechtsextreme Bürgerwehr – HWA – Heilbronn wach auf – macht die Gegend unsicher. Die mafiös agierende Kanka-Bande hält dagegen. Die Aggressivität wächst in den heißen Hundstagen, in denen Cihan Acar sein Hawaii spielen lässt. Der NSU-Mord an der Polizistin Michele Kiesewetter, die Brandanschläge gegen Asylbewerberheime und der Messerangriff eines Heilbronner Rentners auf Migranten bilden einen Hintergrund für den Alltagsrassismus, der in der Stadt herrscht. Und auch die HWA hat ein reales Vorbild in der 2016 gebildeten Bürgerwehr „Helfende Hand“. Cihan Acar lässt die Konflikte und die Gewalt in Hawaii eskalieren. Das ist glücklicherweise Fiktion.

Das Buch thematisiert den Alltagsrassismus der Provinz, verknüpft ihn mit der Identitätssuche eines jungen Mannes, dem der Lebenstraum vorerst geplatzt ist, und zeichnet ein authentisches und stimmungsvolles Bild des Nebeneinanders von schwäbischer Bevölkerung und türkischer Community. Das liest sich trotz aller Problematiken sehr leicht, sogar amüsant. Hin und wieder streut Cihan Acar Soziolekte ein, ohne dass das gewollt klingt. Das Porträt von Kemal als einem, der überall dazwischen steht, Verbundenheit zu allen Seiten empfindet, zugleich aber auch seinen Platz verloren hat, ist dabei besonders gut gelungen. Kemal lässt sich treiben, wohin, bleibt offen. Aber erst einmal weg.

„Das mit der Reise ohne Ziel stimmt gar nicht. Ich wusste ganz genau, wo ich hinwollte. An einen Ort, an dem ich der sein kann, der ich bin. Nicht Kemal, der Fußballer, nicht Kemal, der Arbeitslose, der Herumtreiber, der Versager, der Verräter, der Verkäufer, der Typ zwischendrin. Sondern einfach nur ich.“

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Cover des Buches Hawaii (ISBN: 9783446265868)MikkaGs avatar

Rezension zu "Hawaii" von Cihan Acar

»Auf Reise gehen ohne Ziel.«
MikkaGvor 4 Monaten

Handlung⠀

Kemal Arslan war mal ein ganz Großer: ein gefeierter Fußballstar mit mehr als großzügigem Einkommen, der in seinem Jaguar durch die Gegend fuhr und von schönen Frauen umschwärmt wurde. Jetzt ist er 21 Jahre alt und am Ende. Ein selbst verschuldeter Unfall hat die Fußballkarriere jäh und auf Dauer zerstört, und Kemal hat nichts mehr vorzuweisen. Kein Ziel im Leben, keine Aussichten, keinen echten Antrieb. In Heilbronn lässt er sich hierhin und dorthin treiben, weiß nicht, was er will, lässt sich von seinem Vater ein Vorstellungsgespräch bei einem schmierigen Aufschneider aufschwatzen und von seinem Onkel einen kurzen Ausflug in die Zwischenwelt der türkischen Gang der Kankas. Der Leser begleitet Kemal drei elend heiße Tage und zwei Nächte durch den Problembezirk ‘Hawaii’, während die Streitigkeiten zwischen Nazis und Kankas hochkochen bis zur offenen Schlacht.⠀

Zugegeben: ich habe absolut keine Ahnung von Fußball und auch nur wenig Interesse daran. Daher begegnete ich diesen Roman mit einem gewissen Misstrauen – aber auch mit Spannung und Neugierde, denn er wurde von Feuilleton und Literaturbetrieb durchaus positiv aufgenommen.⠀

Denn hier geht es nicht nur um Fußball, sondern auch um das “Dazwischen”, in dem junge Menschen mit Migrationshintergrund leben und wo Kemal nach seinem Absturz aus dem Olymp auch wieder angekommen ist. Es geht um mangelnde Perspektiven und Vorurteile, es geht um die Schwierigkeit, gleichzeitig in der türkischen und der deutschen Gesellschaft zuhause zu sein.⠀

Als ich die letzten Sätze im Geist nachklingen ließ, war ich mir noch im Unklaren, ob Misstrauen oder Neugierde die Oberhand behalten hatten. Ich musste das Buch erstmal ein paar Tage sacken lassen, bevor ich mit dieser Rezension begann, und hier ist nun das Resultat:⠀

Schon nach wenigen Seiten stellte ich fest, dass Protagonist Kemal seine Geschichte in knappem Tempo erzählt, in einer Sprache, die authentisch und ungeschönt wirkt. Blumige Beschreibungen und lyrische Metaphern sucht man hier vergebens, aber die hätten zu diesem jungen Mann, der sich gerade im Limbo zwischen zwei Leben und zwei Gesellschaften befindet und völlig den Halt verloren hat, auch nicht wirklich gepasst.⠀

Das ist knackig, das liest sich schnell und auch unterhaltsam. Nur wenn Kemal sich in der Tiefgarage lange mit seinem kaputten Jaguar unterhält und der auch noch antwortet, las sich das für mich nicht ganz stimmig… Der abgedrehte Humor passt für mich nicht so recht zu dieser Geschichte, da fand ich den lakonischen Witz, der ansonsten immer wieder aus Kemals Worten herausblitzt, wesentlich passender.⠀

Kemal ist eigentlich ein sympathischer Typ, der das Herz am rechten Fleck hat, aber er neigt auch dazu, katastrophal schlechte Entscheidungen zu treffen. Hätte er sich nicht auf ein illegales Autorennen eingelassen, wäre er wohl immer noch ein Fußballstar. Hätte er sich nicht von seiner Freundin Sina getrennt, als er reich und erfolgreich war und von weiblichen Fans umgarnt wurde, müsste er ihr jetzt nicht nachweinen.⠀

Da er noch so jung ist, war ich bereit, ihm erstmal einiges nachzusehen. Womit ich mich jedoch sehr schwer tat, war seine Tendenz, alles vor sich herzuschieben. Entscheidungen trifft er nur widerwillig, er braucht immer einen Anstoß von außen bevor er irgendetwas für seine Zukunft tut. Aber Kemal ist mit dieser Planlosigkeit sicher nicht allein, er steht damit für die Verlorenheit einer ganzen Generation.⠀

Dieses Aussitzen und Abwarten bremst zunächst sogar den flotten Schreibstil aus, bis der Autor die Geschichte mit einem Schlag mehr nach außen verlegt, so dass die Spannung nicht länger nur von Kemal allein abhängig ist – doch das ist eine zwiespältige Entscheidung.⠀

Es gibt meines Erachtens ein paar Brüche in Erzählfluss, Spannungsbogen und Charakterentwicklung – besonders gegen Schluss, als die Kämpfe zwischen Kankas und Nazis eskalieren. Die Atmosphäre wird mit einem Schlag um einiges cineastischer, die Szenerie macht einen Schwenk von introvertierter Nabelschau zur Schilderung geradezu bürgerkriegsähnlicher Konflikte.⠀

Manchmal ist es so, dass bei einem Buch gegen Ende die Spannung abflaut, hier ist es eher so, dass die Spannung für mein Empfinden zu sehr nach außen verlegt wird, weg von Kemals Innenleben und hin zu drastischen Konflikten zwischen Kankas, Nazis, Polizei. Wobei das natürlich auch wieder sehr bildlich darstellt, wie dringend Kemal einen Weckruf braucht, um sein Leben in die Hand zu nehmen und nicht mehr nur auf Dinge zu reagieren, die ihm aufgezwungen werden. Zu lange war er nur der Spielball der Umstände, weil er es zuließ.⠀

Kemals Bemühungen, seine Ex-Freundin zurück zu gewinnen, fand ich gegen Ende sehr anstrengend und auch ziemlich stalkerhaft.⠀

“Wo willst du hin?” “Keine Ahnung.”⠀

Über Nacht kann Kemal sich nicht neu erfinden, und so wird er am Schluss zwar irgendwie wachgerüttelt, aber er ist noch lange nicht bei sich selber angekommen. Dennoch: der erste Schritt ist getan und das ist schon eine sehr mutige Entscheidung! Endlich kein Hadern und Aufschieben mehr, kein sich von anderen Menschen Entscheidungen abnehmen oder aufzwingen lassen.⠀

Mehr kann man von diesem jungen Mann wohl nicht verlangen – es ist zu viel passiert für schnelle Lösungen und glatte Happy Ends.⠀

Fazit⠀

Kemal Arslan war vor kurzem noch ein eine echte Berühmtheit auf dem Fußballfeld, bis er sich bei einem illegalen Autorennen sowohl den Jaguar als auch den Fuß zertrümmerte, wodurch dieses Kapitel seines Lebens ruhmlos zu Ende ging. Jetzt ist er 21 Jahre alt und weiß nicht wohin mit sich. Seine türkische Familie versucht, ihn wieder auf Spur zu bringen – der Vater mit einem erkauften Ausbildungsplatz, der Onkel mit der Initiierung bei einer türkischen Gang, die sich blutige Schlachten mit den Nazis liefert.⠀

Nach drei Tagen und zwei Nächten ist Kemal zwar noch nicht bei sich selbst angekommen, aber hat viel darüber gelernt, was er im Leben nicht will.⠀

Die Geschichte ist packend, das Tempo hoch, der Schreibstil schlüssig. Einzig die Art und Weise, wie die Geschichte gegen Ende eskaliert und sich der Fokus von Kemals Innenleben nach außen auf den Kampf zwischen Neonazis und türkischen Gangmitgliedern verlegt, erschien mir nicht ganz stimmig.⠀

Diese Rezension erschien zunächst auf meinem Buchblog:

https://wordpress.mikkaliest.de/rezension-cihan-acar-hawaii/


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Cover des Buches Hawaii (ISBN: 9783446265868)Lia48s avatar

Rezension zu "Hawaii" von Cihan Acar

Atmosphärische, dynamische Coming-of-Age-Geschichte
Lia48vor 4 Monaten

INHALT:
„Hawaii“ - Statt um Sonne, Strand und Meer, handelt es sich bei diesem Buchtitel um ein Problemviertel in Heilbronn. Warum das Viertel namentlich einem Urlaubsparadies gleicht, weiß niemand. Vielleicht Ironie? Arbeitslose und Menschen mit Migrationshintergrund wohnen hier. Armut und Kriminalität stehen an der Tagesordnung, man muss aufpassen, um nicht an die falschen Leute zu geraten. „Eine kleine, abgeschlossene Welt im Quadrat, mitten im Industriegebiet“, umgeben von zahlreichen Fabriken. „In Heilbronn riecht es jeden Tag nach Suppe. Das war schon immer so. Die von Knorr haben hier ihr Hauptwerk. Dort entsteht dieser Geruch, der sich jeden Tag über die ganze Stadt legt.“
Hier zieht Kemal Arslan ziellos durch die Straßen. Er war einmal Profifußballer in der Türkei, spielte dort in der ersten Liga gemeinsam mit Einheimischen, Ausländern und mit Leuten wie ihm, die sich irgendwo „dazwischen“ befanden. Das Abitur hat er für seine Karriere damals aufgegeben.
Doch ein Unfall beendete diese schlagartig. Daher ist er nun wieder zurück nach Deutschland gegangen. Hier leben auch seine türkischen Eltern.
Mit seinen 21 Jahren weiß Kemal nicht, was er nun mit seinem Leben anfangen soll. In welche Richtung soll es beruflich gehen? Ob er bei seiner Ex-Freundin Sina noch eine Chance hat?
Kemal begibt sich zu einer Hochzeit, auf der er nicht bleiben mag, in den Stripclub, zu seinen Bekannten, zu Sina und zu dubiosen Wetten.
Gleichzeitig regt sich in der Stadt eine immer stärker werdende rechtsradikale Gruppierung. Ein Türke wird schließlich „abgestochen“. Doch die Gegenseite schläft nicht. Und Kemal muss sich die Frage stellen, wo er eigentlich hingehört…

MEINUNG:
Anfangs hatte ich kurz Bedenken, ob ein Buch über einen ehemaligen Fußballspieler thematisch etwas für mich sein würde. Doch der Autor hat es geschafft, dass mein Interesse am Geschehen gewachsen ist und ich nach einiger Zeit mittendrin angekommen bin. Vielleicht haben auch die ein oder anderen schwäbischen Dialoge dafür gesorgt, dass ich mich direkt ein bisschen heimisch fühlen konnte. 😉

Sehr atmosphärisch schildert Cihan Acar vom Problemviertel Hawaii, wo der Putz von den Wänden bröckelt und ein Graffiti mit Hyänen die Fassaden ziert. Als Leser entstanden bei mir direkt Bilder von den Örtlichkeiten vor den Augen, sodass ich Kemal wie in einem Film durch die Straßen begleitet habe.
Immer wieder wird er als ehemaliger Fußballstar in der Stadt erkannt und blickt zurück auf frühere Zeiten. Auf mich wirkten sehr viele Szenen wunderbar authentisch, wie aus dem Leben gegriffen.
Dass Kemal so ziellos durch die Stadt streift, nicht weiß, was er machen möchte oder wo er hingehört, zeigt, wie sehr er auf der Suche nach sich selbst ist.
Dies und auch seine einfache und manchmal etwas flapsige Ausdrucksweise (z. B. „Nur Freaks in dieser Stadt, ohne Witz.“), ließen das Buch auf mich oftmals mehr wie ein Jugendbuch oder eine Coming-of-Age-Geschichte wirken. Das in seinen Gedanken ihm antwortende Auto, empfand ich als etwas zu kindisch und zu künstlich, diese Stellen hätte ich nicht benötigt.
Dafür gab es aber auch eindrückliche und sehr ehrlich wirkende Szenen. Zum Beispiel fand ich Kemals Moscheebesuch sehr schön geschildert.

Neben Kemals Selbstfindung spielt Rassismus (vor allem gegenüber Migranten) im Buch eine große Rolle, wodurch der Autor Bezug auf das aktuelle politische Geschehen bei uns nimmt und dem Leser nochmals vor Augen führt, wie schnell das alles manchmal eskalieren kann. Zudem stellt er unterschiedliche gesellschaftliche Schichten einander eindrucksvoll gegenüber.

FAZIT: Bei der Thematik hätte ich mir gewünscht, dass mich das Buch emotional noch mehr beeindruckt hätte. Der Schreibstil war mir teilweise etwas zu einfach gehalten. Ansonsten war es ein interessanter und dynamischer Lauf durch die Stadt an der Seite von Kemal, sehr atmosphärisch beschrieben.
Wer eine Coming-of-Age-Geschichte lesen möchte, könnte sich das Buch durchaus mal genauer anschauen. 4/5 Sterne!

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Gespräche aus der Community

Cihan Acars brisantes Debüt über Heimatlosigkeit und Toleranz in unserer zerrissenen Gesellschaft ist »ein rauschhafter Trip durch Heilbronn, der den Leser sofort in seinen Bann zieht.« Benedict Wells

Zum Erscheinen von »Hawaii« verlosen wir 30 Exemplare des Buches und sind gespannt auf eure Leseeindrücke und Meinungen. 

Herzlich willkommen zu unserer Buchverlosung zu »Hawaii« von Cihan Acar

Es sind die heißesten Tage im Jahr, Hundstage, die, so glauben manche, schweres Unheil bringen. Kemal Arslan läuft durch Heilbronn, ein Fußballstar, der nach einem Unfall seine Karriere beenden und von vorn anfangen muss. Unbeteiligt steht er auf einer türkischen Hochzeit herum, geht in ein Striplokal und ins Wettbüro, gerät mitten hinein in eine Straßenschlacht zwischen Rechten und Migranten, trifft seine Exfreundin Sina und besucht seine Eltern, die, wie die meisten Türken der Stadt, in Hawaii wohnen, einem Problembezirk mit heruntergekommenen Hochhäusern und rauem Straßenleben, der rein gar nichts mit dem Urlaubsparadies gemeinsam hat. Cihan Acar erzählt von zwei Tagen und drei Nächten eines jungen Mannes, in denen er alle Stadien von Illusion, Sehnsucht und Einsamkeit durchquert. Ein Buch über all die Heimatlosen, Nachtgestalten und Romantiker, die im Dazwischen leben.

Eine Leseprobe findet ihr hier >

Im 5-Fragen-Interview erzählt Cihan Acar mehr über sich und seinen Debütroman >

Und hier könnt ihr die Spotify-Playlist anhören, die er zu seinem Buch erstellt hat >

Wir verlosen 30 Exemplare von »Hawaii« unter allen, die bis zum 26. Februar die folgende Frage beantworten:

»Das mit dem Reisen ohne Ziel stimmte gar nicht. Ich wusste ganz genau, wo ich hinwollte. An einen Ort, an dem ich der sein kann, der ich bin. Nicht Kemal, der Fußballer, nicht Kemal der Arbeitslose, der Herumtreiber, der Versager, der Verräter, der Verkäufer, der Typ zwischendrin. Sondern einfach nur ich. 

So einen Ort muss ich finden. Und wenn es ihn nicht gibt, dann muss ich halt für immer suchen«, heißt es an einer Stelle in Cihan Acars Roman.  

Wo fühlst du dich angenommen und akzeptiert, so wie du bist? Oder bist du auch noch auf der Suche nach einem solchen Ort?  

Allen Teilnehmer*innen wünschen wir viel Glück!

Euer Hanser-Team

189 BeiträgeVerlosung beendet

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