Ciro Alegría Die hungrigen Hunde

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Inhaltsangabe zu „Die hungrigen Hunde“ von Ciro Alegría

Die Symbiose Mensch – Tier und ihre Störung sind Thema des Romans. Die Indios und die Cholos, Schafzüchter der peruanischen Anden, verbindet mit ihren Hirtenhunden eine urtümliche, notwendige Lebensgemeinschaft.
Die Hunde hüten den einzigen Reichtum der Menschen, die Herde; die Menschen nähren den tierischen Helfer. Gemeinsamer Feind ist die Natur, als sie durch langdauernde Dürre das Mensch/Tier-Bündnis gefährdet.
Die vor Hunger toll gewordenen Hunde fallen die eigene Herde an, werden von den Menschen, ihren Herren, vertrieben. Der Auflehnung der Tiere entspricht die der Hirten gegen den Gutsbesitzer. Mensch und Tier sind ohnmächtig, eine Lösung zu finden. Die Natur allein, die sie trennte, kann sie wieder zusammenführen. Der Regen, der endlich kommt und in den wenigen Überlebenden neue Hoffnung weckt. Das Leben normalisiert sich, doch auf wie lange?
Alegría bemüht sich, das Leben und die Sprache der Indios möglichst naturalistisch wiederzugeben. Dies führt zu Quechuanismen, umgangssprachlichen Wendungen, starken Eingriffen in die spanische Sprache, die von den Vertretern der neuen lateinamerikanischen Literatur abgelehnt wurden. Dennoch kommt dem Werk nicht nur literaturgeschichtliche oder etwa die Bedeutung zu, soziale Anklage gegen das »antihistorische Dasein« der Indios zu erheben; es ist ein Meisterwerk perspektivischen Erzählens und bukolischer Schilderung.

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  • Rezension zu "Die hungrigen Hunde" von Ciro Alegria

    Die hungrigen Hunde

    Aldawen

    11. August 2010 um 22:14

    Auf den Hochebenen der nordperuanischen Sierra leben Indios und Cholos als Pächter des Großgrundbesitzers Don Cipriano. Ihren Lebensunterhalt bestreiten sie mit Schafzucht, ergänzt durch Ackerbau. Beim Hüten der Schafe helfen Hütehunde, und Simón Robles' Hunde sind als besonders talentiert bekannt. Als in einem Jahr der notwendige Regen ausbleibt, ist das natürlich nicht gut, aber die Menschen retten sich irgendwie über das Jahr, auch Don Cipriano hilft hierbei, indem er z. B. Pächtern Saatgut zur Verfügung stellt. Aber die Dürre hält an, und die folgende Hungersnot mit den vielen Toten gefährdet fragile Gleichgewichte. Nicht nur die hungrigen Hunde vergessen ihre Herren, fallen die eigene Herde an und müssen gewaltsam vertrieben werden, ganz ähnlich lehnen sich auch die Pächter gegen den Hacendero auf, versuchen sein Haus zu stürmen und werden ganz genauso wie die Hunde einfach niedergeschossen. Erst mit dem endlich einsetzenden Regen besteht wieder eine Chance auf Normalisierung, auf die Rückkehr zu früheren Verhältnissen. Unter literarischen Gesichtspunkten weist der Roman für mein Empfinden einige Schwächen auf, vor allem in Konstruktion und Erzählton. Das wirkte streckenweise doch ein wenig bemüht und abgehackt. Und auch die Charaktere sind nicht besonders tief angelegt, sondern wirken eher beispielhaft gestaltet. Als sozialkritische Schrift hat es aber durchaus Qualitäten, ob man so etwas mag, ist dabei eine andere Frage (ich ab und an durchaus). Obwohl sich seit der Entstehung des Romans (hoffentlich) einiges an den beschriebenen Zuständen geändert hat, nehme ich an, daß einige der grundsätzlichen Probleme nach wie vor bestehen – jedenfalls läßt die Berichterstattung nicht nur aus Peru sondern auch den umliegenden Ländern diesen Schluß zu. Geschrieben wurde dieser Roman bereits 1938 im Exil in Chile, veröffentlicht aber wohl erst fast 20 Jahre später. Das dürfte durchaus auch eine Folge der geäußerten Kritik sein, die die herrschende Elite in Peru vermutlich nicht gerne gehört hat. Laut Nachwort hat sich Alegría immer als „Politiker“ verstanden, er wollte mit seinen Schriften die Welt besser machen und kein Verfasser „schöner Literatur“ sein. Er gilt, zusammen mit José María Arguedas, auch als einer der führenden Vertreter des sog indigenismo, was ich mir nach diesem Roman gut erklären kann.

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