Spiegel

von Cixin Liu 
4,1 Sterne bei24 Bewertungen
Spiegel
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Eine absolut kluge Novelle, die mich begeistern konnte!

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Erschreckende Vorstellung über die Zukunft, aber grandios beschrieben

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Inhaltsangabe zu "Spiegel"

China in der nahen Zukunft. Der junge, ehrgeizige Beamte Song Cheng stößt auf einen gewaltigen Korruptionsskandal. Doch plötzlich wird er selbst ins Gefängnis geworfen. Dort taucht ein geheimnisvoller Mann mit einem Supercomputer auf, der ebenfalls verfolgt wird – weil er alles weiß. Einfach alles. Wie kann das sein? Und welche Konsequenzen hat das?
Mit seiner Novelle Spiegel erweist sich Cixin Liu, Autor des Weltbestsellers Die drei Sonnen, einmal mehr als scharfer Beobachter der chinesischen Gegenwart und als literarischer Visionär der Welt von morgen. Dieses Buch enthält eine Leseprobe aus Der dunkle Wald, dem Nachfolger zu Die drei Sonnen, sowie ausführliche Anmerkungen zur Übersetzung und ein Nachwort.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783453319127
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:192 Seiten
Verlag:Heyne
Erscheinungsdatum:09.10.2017
Das aktuelle Hörbuch ist am 03.11.2017 bei Rubikon Audioverlag erschienen.

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Rezensionen und Bewertungen

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    BlueSunsets avatar
    BlueSunsetvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Die Geschichte ist kreativ und toll überlegt. Auch der Nachklapp ist sehr lesenwert. Schade aber, dass so viele Seiten Leseproben sind...
    Besondere Novelle, aber viel zu viel Anhang im Buch

    “Die Drei Sonnen” war für mich im vergangenen Jahr ganz klar ein Highlight. Gerade die Kreativität hinter der Geschichte und die doch recht ungewöhnliche Erzählung haben mir den Autor näher gebracht und mich auch auf seine weiteren Werke neugierig gemacht. 

    “Spiegel” ist solch ein Werk. Die kurze Novelle ist außergewöhnlich, wie ich es aber auch nicht anders von Cixin Liu erwartet habe. 
    Sie ist sehr lesenswert, da auch hier wieder die ungewöhnlichen Ideen Lius die Erzählung steuern. Die Charaktere bleiben zwar unnahbar, was auch in “Die Drei Sonnen” nicht anders war, doch Liu gleicht die emotionale Distanz zu den Charakteren durch eine absolut fantastische Geschichte aus. 

    Ich möchte gar nicht viel dazu sagen, da die Geschichte selbst nur wenige Seiten hat. Ich kann nur sagen, dass es sich sehr lohnt, diese zu lesen, da sie einen sehr guten Einblick in die Bücher von Cixin Liu gibt. Das Buch hat zwar nicht so viel Action wie “Die Drei Sonnen”, doch trotzdem war jede Seite spannend.
     
    Auch der Anhang, der unter anderem einen Aufsatz über Lius Werke im Kontext der Science-Fiction-Literatur enthält, ist äußerst lesenswert. 

    Fazit


    Meine einzige Kritik und der Grund, warum dieses Buch von mir keine 5 Sterne erhält, ist, dass gut ⅓ des Buches nur aus Leseproben zum ersten und zweiten Teil der Trisolaris-Trilogie besteht. So viele Seiten des Buches und doch nichts “sinnvolles”. Wenn man aber darüber hinwegsieht, ist es eine tolle Geschichte, die es wert ist, gelesen zu werden. Ob man nun das Geld dafür ausgeben will oder vielleicht auf die Exemplare von Bücherhallen oder Onleihe zurückgreift, sollte jeder für sich ausmachen. Ich jedenfalls habe das Buch in meinem Familienkreis mehrmals empfohlen und verliehen. 

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    emilayanas avatar
    emilayanavor 5 Monaten
    Gute Idee, aber die Umsetzung könnte besser sein!

    1.     Handlung: Der junge Beamte Song Cheng stößt auf einen großen Korruptionsskandal. Allerdings macht er sich mit dieser Entdeckung keine Freunde. Er wird ins Gefängnis geworfen und trifft dort auf einen geheimnisvollen Mann, der alles zu wissen scheint. Einfach alles. Er hat einen Superstringcomputer und wird ebenfalls verfolgt und gesucht. Doch wenn man alles weiß, was bleibt dann noch und welche Konsequenzen hat ein solcher Computer?

    2.     Schreibstil: Die Übersetzung aus dem chinesischen finde ich überaus gut gelungen. Man kann das Buch flüssig lesen und die technischen Begriffe wurden gut erklärt, sodass sie auch für einen Laien verständlich sind. Besonders zwei Kapitel sind in dieser Hinsicht sehr fordernd. Man muss vieles doppelt lesen, aber die Hauptaussage wird deutlich, auch wenn man die Entstehung der Erde nicht auf die fünf Seiten erklären kann.

    3.     Charaktere: Erst einmal: Für westliche Leser sind die Namen am Anfang wirklich sehr verwirrend und man kann sie sich schwer merken. Allerdings legt sich das mit der Zeit. Ansonsten ist das Buch eher kurz und fast schon kurzgeschichtenartig aufgebaut, aber dazu mehr bei der Umsetzung. Was ich damit sagen möchte: Die Charaktere können nicht unglaublich vertieft werden und daher stehen sie eher für Typen. Vor allem der Hauptcharakter Song verkörpert im Wesentlichen Ideale und nicht Charakterzüge. Allerdings sind alle Charaktere ambivalent aufgebaut und werden im Großen und Ganzen indirekt charakterisiert.

    4.     Umsetzung: Ich habe ja schon erwähnt, dass ich das „Buch“ eher der Gattung Kurzgeschichte zuordnen würde. Die Handlung setzt direkt ein und es ist kein Prolog im herkömmlichen Sinne vorhanden. Unsere Hauptperson befindet sich sofort im Gefängnis und erst durch Interaktionen durch andere Personen erfährt man warum. Außerdem ist das Ende offen. Bis jetzt hört sich ja eigentlich alles ganz gut an. Das einzige große und damit meine ich GROßE Manko: Das Buch ist einfach nicht spannend und nicht fesselnd. Ich finde die Idee super, aber die Spannungskurve ist meiner Meinung nach einfach kaum vorhanden. Die wird verhindert durch zu viele Erklärungen und technisches Gerede. Deswegen kann ich nur sagen, zum Glück ist das Buch recht kurz.

    5.     Cover: Ich finde das Cover sehr ansprechend und auch Genrekonform. Mich hat es im Regal sofort angesprochen.

    6.     Ende: Leider muss ich sagen, dass mich das Ende nicht überraschen konnte. Ich hatte es im Grunde genauso erwartet und das kann ja nicht das Wahre sein. Aber ich muss dem Buch lassen, dass es zum Nachdenken angeregt und ein wichtiges Problem unserer Gesellschaft anspricht nämlich den gläsernen Menschen. Bei diesem Buch bewerte ich vor allem auch die Idee.

    7.     Bewertung:

     

    1.     Handlung:            30 / 40

    2.     Schreibstil:          12 / 15

    3.     Charaktere:         15 / 20

    4.     Umsetzung:           3 / 10

    5.     Cover:                     5 / 5

    6.     Ende                       3 / 10

     

                                                            68 / 100

     

    Gesamtwertung:   6.8 P

    Genrewertung:      7.0 P

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    LiveReadLoves avatar
    LiveReadLovevor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Eine absolut kluge Novelle, die mich begeistern konnte!
    Eine unfassbar kluge Novelle!

    Inhalt

    Der ehrgeizige Beamte Song Cheng deckt einen unglaublichen Korruptionsskandal auf. Bevor er die skrupellosen Machenschaften jedoch veröffentlichen kann, fliegt er auf und wird ins Gefängnis geworfen. Ihm ist klar, dass sein Leben bald enden wird, als plötzlich ein Fremder mit einem Supercomputer auftaucht, der Song Cheng sagt, dass er alles weiß. Über jeden.  Die Zukunft könnte damit für alle Zeiten verändert werden.

    Nachdem ich „Die drei Sonnen“ gehört hatte, war ich völlig im Sci-Fi Fieber und wollte unbedingt weitere Bücher von Cixin Liu lesen. Als ich beim Bloggerportal „Spiegel“ entdeckt habe, versuchte ich mein Glück und bekam das Buch zugeschickt. Herzlichen Dank dafür!

    Die Novelle umfasst ca. 100 Seiten auf denen Cixin Liu auf eindrucksvolle Weise beweist, wie ein gesamtes Weltbild verändert werden kann. Die Physik, die diesem Gedankenexperiment zugrunde liegt verstehe ich überhaupt nicht, dennoch hat der Autor es geschafft mich auf diesen wenigen Seiten komplett zu überzeugen. Es hat unglaublich großen Spaß gemacht Song Cheng und dem Unbekannten zu folgen und die schrecklichen Folgen dessen, was sie entdecken, mitzuerleben.

    Man kann sich nur schwer in die Protagonisten hineinversetzen und ich denke, dass das auch nicht das Ziel des Autors war. Er wollte höchstwahrscheinlich den Leser zum Nachdenken anregen. Es gibt so vieles, was wir Menschen noch nicht wissen und entdecken können. Es gibt so vieles, über das wir uns vielleicht noch gar keine Gedanken gemacht haben und es gibt so vieles, das wir beschützen sollten, um einem Schicksal wie in „Spiegel“ angedeutet, zu entfliehen. Viel mehr kann und will ich zu dieser Novelle eigentlich gar nicht sagen. Die Geschichte ist kurz und jedes Detail mehr würde euch sicher den Spaß daran nehmen.

    Das Nachwort von Sebastian Pirling fand ich ebenfalls sehr gelungen. Er geht näher auf den Autor und seine Literatur ein. Für mich erklärt er vieles in verständlicher Art und Weise und, soweit man das kann, habe ich (hoffentlich) richtig verstanden, um was es in „Spiegel“ geht.

    Fazit

    „Spiegel“ ist für mich eine sehr gelungene Novelle, die zum Nachdenken anregt. Das Gedankenexperiment hätte jedoch durchaus Potential gehabt länger zu sein, um mehr Fragen zu beantworten, als die Geschichte konnte. Der Spaß daran, mitzudenken und zu überlegen wurde durch die Kürze des Buches jedoch nur noch unterstützt. Wer Fan von Cixin Liu ist, der sollte sich diese Novelle nicht entgehen lassen.


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    KKahawas avatar
    KKahawavor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Grandiose Novelle, wenn man sich durch die ersten, sehr schleppenden 33 % gequält hat.
    ein halbfertiges Potentialkonvolut

    Zum Inhalt

    Song sitzt im Knast. Er weiß zu viel. Dann ist da noch Bai. Er weiß noch mehr als Song. Um genau zu sein: Er weiß alles. Mithilfe eines Superstringcomputers ist eine vollständige Simulation unseres Universums möglich. Aber es gibt machthabende Menschen, die daran interessiert sind, dass niemand jemals davon erfährt.
    Es werden Fragen aufgeworfen, die interessanter kaum sein werden. Wie verhalten wir uns, wenn wir rund um die Uhr uneingeschränkt überwacht werden (können) und das alles für alle Ewigkeit aufgezeichnet wird? Können wir etwas verhindern, oder ist jeder Versuch nur bloßes Hinauszögern?

    Mein Eindruck zu Spiegel:

    Mein Eindruck zur Novelle „Spiegel“ ist durchwachsen. Die ersten 33 % lassen sich schwer lesen, man kommt schlecht rein. Aber wenn man dann mit Physik-Nerd-Zeug bombardiert wird und dafür zufällig total affin ist, geht’s ab. Und zwar so richtig. Ein vollautomatisierter Film läuft im Kopf des Lesers ab. Man wird belohnt für jede Seite, die man im ersten Drittel der Novelle durchgehalten hat, und irgendwann bedauert man, dass die Novelle nach 108 Seiten bereits vorbei ist. Ein Trost: Nach der Novelle kommen Nachwort, Anhang und Leseproben, die das Buch auf 192 Seiten aufblähen. Das kann man so oder so sehen – ich persönlich fühlte mich durch den umfangreichen Anhang aufgefangen. Nicht allein gelassen.

    [...] weiterlesen kannst du die vollständige Rezension mit all den Stärken und Schwächen in der Weltenbibliothek.
    http://weltenbibliothek.de/rezension/dystopie/spiegel/

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    H
    Haekelschweinvor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Sehr lesenswerte Science-Fiction Novelle, die zum Nachdenken anregt und die Neugier auf andere Werke des chinesischen Autors macht.
    Tolle Story - bitte mehr chinesische Science Fiction!

    Die Novelle von Cixin Liu hat fünf Sterne verdient, den Abzug muss ich aufgrund der fragwürdigen, man könnte fast schon sagen aufgeplustert daherkommenden Ausgabe aus dem Heyne Verlag machen, aber mehr dazu später.

    Wer noch nie etwas von Cixin Liu oder einem anderen chinesischen Science-Fiction-Autor gelesen hat, ist mit dieser Novelle als Einstieg sehr gut beraten. Die Novelle geht über 108 Seiten und ist in einer sehr klaren, flüssig zu lesenden Sprache verfasst, man ist also sehr schnell durch. Trotzdem schafft es der Autor auf diesen wenigen Seiten eine unglaublich vielschichtige und interessante Geschichte zu erzählen, über die man noch lange nachdenken kann. Die Geschichte lässt sich aus einem philosophischen, aber auch technisch-wissenschaftlichen oder gesellschaftspolitischen Blickwinkel betrachten (um nur einige Aspekte zu nennen), lässt also sehr viele Zugangs- und Betrachtungsweisen zu. Inhaltlich möchte ich gar nichts verraten, die Geschichte ist ja an sich schon kurz.

    Im Anschluss an die Geschichte werden auf einigen Seiten wissenschaftliche Begriffe erklärt, sowie Sachverhalte, die sich auf das chinesische Umfeld beziehen, in dem die Novelle spielt. Finde ich grundsätzlich positiv, hätte es für mich aber nicht gebraucht (teilweise werden Dinge erklärt, die für das Verständnis der Geschichte nicht zwingend erheblich sind oder sich ohnehin aus dem Zusammenhang erschließen.)

    Dabei wären wir auch schon bei meinen Kommentaren zu dieser Ausgabe: Das Buch hat 189 Seiten. Die Novelle nimmt davon lediglich 108 Seiten ein. Auf den restlichen Seiten findet man die oben erwähnten Erläuterungen, 2 Leseproben von "Die drei Sonnen" und "Der dunkle Wald": also Teil 1 + 2, der Trisolaris Trilogie des Autors. Die erste davon ist absolut gerechtfertigt, aber warum sollte man im Anschluss daran eine Leseprobe von Teil 2 lesen wollen. Das könnte glatt den Eindruck erwecken, dass man hier ein wenig Seiten schinden wollte. (Ich persönlich hätte das Buch auch mit weniger Seiten gekauft.)

    Des weiteren findet sich im Anschluss an die Novelle ein Aufsatz (Nachwort) von Sebastian Pirling mit dem vielversprechenden Titel "Die Kosmogonie des Cixin Liu". Ich habe mir vorgestellt dadurch mehr über Cixin Lius Werk und vielleicht die chinesische Science Fiction zu lernen, aber da hatte ich wohl die falschen Erwartungen. Für mich war das eher geisteswissenschaftliches Geschwurbel über alles und nichts, und bezieht sich nur oberflächlich auf Cixin Liu, ich konnte darus kaum Erkenntnissgewinn ziehen. Ich hätte mir da mehr Fokus auf das Werk von Cixin Liu gewünscht. Besser hätte es mir gefallen an dieser Stelle z. B. den Essay des Autors zur chinesischen Science Fiction zu bringen, der ja existiert (z. B. in der englischsprachigen Anthologie "Invisible Planets" (Hrsg. Ken Liu) The Worst of All Possible Universes and The Best of All Possible Earths, der in diesem Zusammenhang sicher mehr Kontext hergestellt hätte.

    Es bleibt trotzdem zu hoffen, dass der deutsche Markt sich in Zukunft sich an mehr chinesische Science-Fiction Autoren heranwagt, da es hier wir mir scheint allerhand Aufregendes zu entdecken gibt.

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    einz1975s avatar
    einz1975vor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Kurz und gut! Eine Novelle mit wenig Worten, welche aber euren Verstand ordentlich zum Nachdenken anregen wird.
    Cixin Liu - Spiegel

    Vielleicht müssen Geschichten nicht immer aus tausenden von Worten bestehen, um eine Faszination hervorzurufen. Cixin Liu ist in seinem Heimatland China seit einigen Jahren ein gefeierter und hochprämierter Star der Science-Fiction Autorenszene. Selbst war er früher in der Softwareentwicklung tätig und verdiente sein Brot als Programmierer. Nicht zuletzt auch ein Grund, warum er in dieser Geschichte mit gut anschaulichen Details glänzen kann. Wir befinden uns in einer nicht allzu fernen Zukunft in China. Song Cheng, ein junger und ehrgeiziger Beamter, entdeckt eine überaus interessante Korruption, in der selbst der Kommandant der Region involviert zu sein scheint. Doch schnell landet er im Gefängnis und muss sich einem Mord verantworten.

    So viel zur Vorgeschichte, welche erst einmal verwirrt und nicht wirklich klar wird, auf was der Autor eigentlich hinauswill. Doch dann taucht ein geheimnisvoller Mann auf, welcher von den Behörden gesucht wird, aber einfach nicht zu fassen ist. Er scheint alles, zu jeder Zeit zu wissen. Nicht nur was wer wie gemacht hat, sondern extrem genaue Details, als säße er direkt vor dir. Song Chen bekommt genau von diesem Mann Besuch - Bai Bing. Er stellt sich vor und fängt an zu berichten. Ich gestehe, dass man jetzt nicht mehr von der Geschichte wegkommt. Song kennt ihn nicht und als er versucht zu beschreiben worum es geht, schüttelt er erst einmal ungläubig den Kopf. Mit einem sogenannten String-Computer kann Bai verschiede Simulationen in seinem Rechner ablaufen lassen.

    Dabei hat er unbegrenzte Rechenkapazität zur Verfügung, denn als Grundlage dient hier die Superstringtheorie. Teilchenphysik vom feinsten und wer jetzt noch weiterlesen will, erlebt eine wahrlich unglaubliche Geschichte. Man möge sich überlegen, rein theoretisch, man simuliert unseren Ursprung des Seins, den Urknall. Würde man das gleiche Universum vorfinden in dem wir uns befinden? Nein! Denn es hängt von unendlich vielen Faktoren ab, wie es sich und sein Inhalt entwickelt. Egal wie viele Sätze ich jetzt schreibe, in euren Köpfen hat die Vorstellung schon längst angefangen. Genau mit diesem Prinzip spielt auch der Autor. Er hat ein gutes Gespür für den Moment zu erklären und in der Geschichte voranzuschreiten.

    Alles möchte ich nicht verraten, nur so viel noch, Bai hat mit seiner Erfindung das Ende der Welt gesehen und selbst wenn wir noch viele Jahre vor uns haben, es ist trostlos. Die Figuren in der Geschichte erscheinen fast belanglos, erleben aber eine unglaubliche Geschichte. Der Hintergrund der chinesischen gesellschaftlichen Ordnung und ein Skandal, welcher sich am Ende selbst auflöst, runden auch das Ende der Menschheit wie wir sie kennen ab. Das Buch enthält außerdem noch eine Leseprobe zu „Der dunkle Wald“ und „Die drei Sonnen“. Als Bonus obendrauf, gibt es ausführliche Anmerkungen zur Übersetzung, Begriffserklärungen und ein Nachwort.

    Fazit:
    Kurz und gut! Eine Novelle mit wenig Worten, welche aber euren Verstand ordentlich zum Nachdenken anregen wird. Die Figuren der Geschichte sind an manchen Stellen wirklich nur Beiwerk, haben aber mit manch kleiner Nebenhandlung etwas Tiefe bekommen. Der eigentliche Star ist der Computer und dessen Programm. Auf das ihr jeden Morgen noch lächelnd in euren Spiegel schauen könnt.

    Matthias Göbel

    Autor: Cixin Liu
    Taschenbuch: 192 Seiten
    Verlag: Heyne Verlag
    Sprache: Deutsch
    Erscheinungsdatum: 09.10.2017
    ISBN: 978-3-453-31912-7

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor einem Jahr
    Warum hab ich Liu nicht schon früher gelesen?

    Um Cixin Liu hatte ich bisher einen Bogen gemacht. Warum, kann ich noch nicht einmal genau sagen. Was ich sagen kann ist, dass ich seine Bücher schon viel früher hätte lesen sollen. „Spiegel“ ist nur eine Novelle, aber die hat es in sich. Für mich 2017 definitiv das philosophischste Buch meines Lesejahres und definitiv wirkliche Wissenschafts-Fiktion. Die Novelle an sich hat nur 106 Seiten, die zweite Hälfe des Büchleins besteht aus Anmerkungen des Autors und einem Nachwort von Sebastian Pirling.


    Ihr wisst ja mittlerweile, dass ich Geschichten liebe, die mit Stereotypen brechen und ihre Handlungsschauplätze und Figuren in anderen Teilen der Welt ansiedeln, nicht immer nur in den USA. Liu nimmt uns mit nach China mit all seinen Restriktionen und Traditionen. Macht und Korruption treffen auf Idealisten treffen auf Opportunisten treffen auf einen einfachen Techniker. Hier wird der Spiegel vorgehalten und offenbart Dinge, die bis dato unerkannt gewesen waren. Und man stellt sich als Leser die Frage: wenn Ehrlichkeit und Gerechtigkeit um jeden Preis siegen sollen, muss das dann um jeden Preis geschehen? Ist die Korruption so schrecklich, wenn doch damit die Gesamtheit funktioniert und den Menschen ein funktionierendes System bietet?


    Von der wissenschaftlichen Seite her, setzt sich Liu auch mit dem Thema Kausalität auseinander, allerdings muss ich hier gestehen, dass mir die wissenschaftlichen Erklärungen im Nachwort einfach zu hoch waren. Physik und Mathematik werden sich nie mit ihr anfreunden. Aber das ist okay. Statt mich platt zu walzen stärkt es nur meine Faszination für diesen Bereich.


    Fazit
    Obwohl die Novelle mit 106 Seiten kurz und schnell gelesen ist, denke ich, dass jede Seite mehr der Geschichte nicht zuträglich gewesen wäre. „Spiegel“ hat es geschafft mich davon zu überzeugen, Lius Bücher doch noch zur Hand zu nehmen und ich freue mich drauf. Klare Lesempfehlung für Fans der Wissenschaft im Scifi-Bereich.

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    Zsadistas avatar
    Zsadistavor einem Jahr
    Rezension zu "Spiegel"

    Song Cheng stößt auf einen Korruptionsskandal, der weite Wellen schlägt. Aufgemuntert von seinem Chef, will er der Sache nachgehen und sie veröffentlichen.

    Doch plötzlich wird Cheng wegen Mordes ins Gefängnis geworfen. Dort taucht ein mysteriöser Mann auf, der sich als sein Anwalt ausgibt. Was er Cheng veröffentlicht, ist kaum zu fassen.

    Wird das Wissen die Welt verändern?

    „Spiegel“ ist eine Novelle aus der Feder des Autors Cixin Liu.

    Die Geschichte wurde bereits 2004 in China veröffentlicht und mit dem Galaxy Award ausgezeichnet.

    Das Cover selbst sprach mich sofort an. Es ist mit der Farbe und dem Bild schon ein richtiger Hingucker.

    Was ich hier jedoch erwähnen muss ist, dass die eigentliche Geschichte nur 108 von insgesamt 189 Seiten umfasst.

    Nach der eigentlichen Geschichte kommen noch 11 Seiten Anhang, 21 Seiten Nachwort, 2 Seiten Anhang zum Nachwort und dann noch 48 Seiten Leseproben zu den anderen beiden Romanen des Autors.

    Ich selbst habe die Geschichte gelesen und den Anhang dazu. Bei dem Nachwort habe ich irgendwann aufgehört, weil es mich nicht interessierte. Den Rest habe ich auch weg gelassen. Ich finde daher die Preis Leistung des Buches ziemlich schwach. Leseproben zu den Büchern gibt es mehrfach im Internet zu finden, dafür muss ich wirklich nicht unbedingt Geld bezahlen.

    Die Geschichte fand ich nun mäßig interessant. Spannend war sie auch nicht wirklich. Sie war eher recht vorausschauend, zumindest für mich gesehen. Auch der Ausgang der Story ist linear und muss ganz klar so kommen.

    Der Schreibstil war, trotz der vielen Fachausdrücken und Ausführungen, recht flüssig und gut zu lesen. Dies fand ich sehr angenehm. Ich musste auch nicht den Lesefluss durch das Nachlesen im Anhang unterbrechen.

    Die Story selbst fand ich teilweise recht langatmig. Gerade der komplette Zwischenteil, in dem der Fremde alles erklärt, fand ich recht ausschweifend. Wenn man da allerdings noch etwas weg gekürzt hätte, dann wäre das eigentliche Buch in kompletten Buch ja regelrecht unter gegangen.

    Ich finde, die Idee und den Hintergrund der Geschichte wirklich faszinierend. Die Tiefgründige Aussage des Buches gestaltet sich auch sehr spannend. Allerdings fand ich persönlich die Ausführung jetzt nicht wirklich überragend. Und wenn ich das Gesamtpaket betrachte komme ich auch leider nicht auf mehr als 2 Sterne. Ich finde es einfach ärgerlich, dass fast die Hälfte eines Buches aus Anhang und Leseproben besteht. 

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    killmonotonys avatar
    killmonotonyvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Eine gelungene Novelle, die einzig unter ihrer Kürze leidet. Gerne mehr!
    Rezension: Spiegel

    Eine gelungene Novelle, die einzig unter ihrer Kürze leidet. Gerne mehr!
    Nachdem ich nur Positives über die Bücher von Cixin Liu gehört hatte, habe ich mich mal seinem letzten in Deutschland erschienenen Werk, der Novelle „Spiegel“, angenommen. Zunächst war ich etwas überrascht, denn das Buch hat fast 190 Seiten, von denen allerdings knappe 80 mit Nachbemerkungen, Erläuterungen und zwei Leseproben gefüllt sind. Innerer Monolog Tina: „Na gut, ob bei 109 Seiten Länge ein guter Inhalt erzählt werden kann? Versuchen wir es mal.“ Die Handlung ist tatsächlich etwas konfus, der Leser wird mitten hinein geworfen, und viele Dinge bleiben auch unklar. Im Grunde geht es um einen Korruptionsskandal in China, der durch einen der neuerdings eingestellten Akademiker aufgedeckt wird. Dieser gerät in Bedrängnis durch Angestellte der betroffenen Firmen und selbst sein Chef rät ihm zur Vorsicht. Als „Vorsichtsmaßnahme“ wird Song Cheng ein Mord untergejubelt und er landet im Gefängnis, damit er sein Wissen nicht ausplaudern kann. Dort bekommt er eines Tages von einem jungen Mann namens Bei. Dieser junge Mann scheint alles zu wissen und hat dieses Wissen im Vorgeplänkel der Geschichte auch schon des Öfteren unter Beweis gestellt. Er weiß, was eine bestimmte Wache in der Hosentasche hat und was ein anderer Wachmann gefrühstückt hat. Der mysteriöse Mann beginnt, dem Gefangenen zu rekapitulieren, was dieser in den letzten Wochen getan hat, und kann auch Gespräche komplett nacherzählen, als hätte er mitgehört. Doch wie ist ihm das möglich? Woher hat er all dieses Wissen? Die Antwort ist ebenso hochspannend wie gefährlich, wird Bei doch schon seit einiger Zeit dafür vom Kommandant eines Großkonzerns verfolgt…
    Fazit: Cixin Liu weiß auf alle aufkommenden Fragen des Lesers die Antwort, allerdings ist in einem 100-Seiten-Roman doch leider nicht sehr viel Platz, um diese befriedigend zu klären. Ich hätte mir gewünscht, dass dieses doch sehr spannende Gedankenexperiment doch zu einem ganzen Roman ausgebaut worden wäre, hat mir doch der Schreibstil sehr gut gefallen: nüchtern, schlicht und ganz im Stile der Hard Science Fiction. Die grundlegende Idee ist klasse und ich hätte gerne so viel mehr erfahren. „Spiegel“ ist nichtsdestotrotz eine gelungene Novelle, über die der Leser nach der Lektüre doch ein wenig grübelt.
    Die vollständige Rezension findet ihr auf meinem Blog: http://killmonotony.de

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    Tasmetus avatar
    Tasmetuvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Selbst in einer Novelle gelingt es Cixin Liu, am eignen Weltbild zu rütteln
    Selbst in einer Novelle gelingt es Cixin Liu, am eignen Weltbild zu rütteln

    Original Rezension auf tasmetu.de


    Nach dem ich von „Die drei Sonnen“ so begeistert war, konnte ich natürlich nicht widerstehen und musste diese kurze und ebenfalls mit dem Galaxy Award ausgezeichnete Novelle von Cixin Liu ebenfalls lesen. Allerdings war auch skeptisch, da ich Novellen nicht so gerne lese und ich mir nicht sicher war, in wie weit eine SciFi Geschichte in so wenige Seiten passen sollte.
    Tatsächlich hat sie nämlich nur etwas mehr als 100 Seiten (der Rest des Buches ist Anhang). Wie wollte er da komplexe Ideen hineinpacken? Alles verständlich halten, Spannung aufbauen und alles zu einem guten Schluss führen? Ich konnte es mir nicht wirklich vorstellen.
    Doch Cixin Liu hat es natürlich doch geschafft. Ich muss zugeben, dass der Plot ein bisschen nachlässig aufgebaut war (die Beziehungen der Charaktere zueinander wurden mir zB nie ganz klar) und auch die Hintergründe und Charakterprofile ließen zu wünschen übrig. Allerdings vermute ich, dass das tatsächlich so gewollt war. Denn es lässt mehr Raum für die Gedankenspiele, die aus dem großen Konflikt dieser Geschichte erwachsen. Ich möchte hier nicht spoilern, weshalb ich darauf nicht viel eingehen werde, aber ich sage so viel: Es mal wieder komplex und wissenschaftlich, aber vor allem beängstigend. Ich hatte Gänsehaut beim Lesen des letzten Kapitels.
    Der Autor spielt wieder einmal mit Möglichkeiten, die zwar unrealistisch erscheinen, aber doch nicht ganz abseits der Realität liegen. Eine Gradwanderung, die ich bewundere und die mich ehrfürchtig den Buchdeckel schließen lässt. Wie Cixin Liu auf diese Ideen kommt und wie wunderbar feinfühlig er sie dann in eine fiktive Geschichte einbaut, finde ich faszinierend. Sein Schreibstil mag ein klein wenig gewöhnungsbedürftig sein und Plot und Charaktere waren - wie gesagt - keine Glanzleistung (außerdem gab es keine einzige Frau in diesem Buch, was zwar im Setting Sinn gemacht hat, ich aber trotzdem unangenehm fand), aber er hat es wieder einmal geschafft, mich schwer zu beeindrucken.

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