Claas-Hinrich Lammers

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Lebenslauf

Claas-Hinrich Lammers, Prof. Dr. med. Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie. Seit 2006 Ärztlicher Direktor und Chefarzt der 1. und 3. psychiatrisch psychotherapeutischen Klinik (Affektive Erkrankungen, Akutpsychiatrie und Psychose) an der Asklepios Klinik Nord, Ochsenzoll in Hamburg.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Claas-Hinrich Lammers

Neue Rezensionen zu Claas-Hinrich Lammers

‚Narzissmus ist zwar ein sehr prominentes Thema [...]'

‚Narzissmus ist zwar ein sehr prominentes Thema, sowohl in der Öffentlichkeit als auch im klinisch‑therapeutischen Alltag, doch findet sich in populärwissenschaftlichen Veröffentlichungen oftmals eine einseitig negative Darstellung sogenannter ‚Narzissen‘. Auch gibt es viele Therapeut:innen, die Vorbehalte gegenüber narzisstischen Patient:innen hegen, die therapeutische Arbeit mit diesen als belastend empfinden oder sie sich schlichtweg nicht zutrauen. So sind es nur wenige Therapeut:innen, die gerne mit narzisstischen Menschen arbeiten und diese mit offenen Armen empfangen.‘ (Seite 9)

Claas-Hinrich Lammers und Gunnar Eismann setzen sich in ihren ‚Therapie-Tools Narzissmus‘ initial mit einer Einführung zum Thema auseinander, wo man zum Beispiel häufige Fehler in der Therapie narzisstischer Patient:innen findet, wo Basisstrategien zur Krisenintervention geboten und ein Notfallplan für narzisstische Krisen vorgestellt werden sowie der vulnerable Narzissmus näher erläutert wird.

Im zweiten Kapitel gehen Lammers und Eismann näher auf die therapeutische Beziehungsgestaltung ein, danach unterstützen sie bei der Erarbeitung eines Störungsmodells und schließlich beleuchten sie die Arbeit am grandiosen Selbst und am vulnerablen Selbst. Das letzte Kapitel setzt sich mit der Verbesserung sozialer Interaktion auseinander.

Ich arbeite sehr gerne psychotherapeutisch mit Menschen mit Narzissmus, habe aktuell aber eher selten Berührungspunkte. Diese Therapie-Tools empfand ich als sehr verständlich und hilfreich. Die Inhalte wurden gut und kompakt zusammengefasst, die Arbeits- und Infoblätter sind praxisnah und sofort einsetzbar. Sie eignen sich sehr gut für die Arbeit mit Betroffenen, lassen sich aber auch für andere Problemfelder verwenden.

Dies ist ein wirklich großartiges Buch. Die beiden Autoren machen große Lust auf die Arbeit mit Menschen mit narzisstischer Akzentuierung oder Persönlichkeitsstörung, und das Buch gibt viele Impulse, die sich auch bei anderen Betroffenen anwenden lassen.

Ich habe hier sehr viel mitgenommen und freue mich schon auf die nächste Psychotherapie mit einem Betroffenen mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung.

'werden von nicht wenigen Therapeut:innen offen oder verdeckt abgelehnt'

‚Patient:innen mit einer narzisstischen Störung gelten nicht zu Unrecht als schwer therapierbar und werden von nicht wenigen Therapeut:innen offen oder verdeckt abgelehnt. Dies ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass typische narzisstische Persönlichkeitseigenschaften (das sogenannte grandiose Selbst) wie Arroganz, Selbstidealisierung, konkurrierendes Verhalten, Streben nach Dominanz sowie Empathiearmut, kaum Sympathie und Mitgefühl wachrufen. Wenn man sich jedoch auf narzisstische Patient:innen einlässt, wird man eine ganz andere Seite von ihnen kennenlernen, eine verletzliche, unsichere und bedürftige Seite, welche auch als vulnerables Selbst bezeichnet wird.‘ (Seite 1)

Claas-Hinrich Lammers setzt sich initial mit den Grundlagen der narzisstischen Persönlichkeitsstörung auseinander: historische Entwicklung, typische Begleitemotionen, grandioser, vulnerabler und maligner Narzissmus, Epidemiologie, Verlauf und Prognose, Differenzialdiagnosen und Komorbidität.

Danach geht Lammers auf Störungstheorien und Entstehungsmodelle ein, gibt Einblicke in die Diagnostik, bevor er sich mit der psychotherapeutischen Behandlung befasst.

Am Ende des Buches fasst Lammers die wichtigsten Aspekte von Effektivität und Prognose zusammen, erwähnt mögliche Probleme in der Behandlung, gibt Literaturtipps und stellt Lernkontrollfragen.

Ich arbeite sehr gerne psychotherapeutisch mit Menschen mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung, und das Thema interessiert mich so sehr, dass ich schon einiges darüber gelesen habe, ich aber auch immer mehr darüber wissen möchte.

In diesem Buch bin ich auf sehr viel Bekanntes gestoßen, so dass das Buch oft eine gute Wiederholung für mich war. Ich habe aber auch viel dazugelernt, vor allem aufgrund des schematherapeutischen Fokus’.

Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie viel Wissen in den ‚Fortschritte der Psychotherapie‘-Bänden steckt, wie komprimiert dieses ist und wie verständlich die Inhalte trotzdem sind. Das ist auch bei diesem Band der Fall, so dass ich das Buch vor allem denjenigen ans Herz lege möchte, die sich noch nicht intensiver mit der narzisstischen Persönlichkeitsstörung befasst haben und/oder die Ängste bzgl. der psychotherapeutischen Behandlung von Menschen mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung haben. Ich finde, dieses Buch kann viele Ängste und Unsicherheiten nehmen, falls man diese im Umgang mit Betroffenen hat.

Ich habe hier sehr viele Impulse für meine eigene psychotherapeutische Arbeit mit Menschen mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung bekommen - ein rundum hilfreiches, relevantes, praxisnahes und spannendes Fachbuch!

'die Bedeutung der therapeutischen Beziehung'

»Es ist [...] die Balance zwischen einer Aktivierung der Probleme und einer Aktivierung der Ressourcen und positiven Emotionen des Patienten, welche für den Erfolg einer Therapie entscheidend ist [...]. Hierbei ist die Bedeutung der therapeutischen Beziehung nicht zu unterschätzen [...]. Klaus Grawe hat hierzu geschrieben: ‚Ressourcenaktivierung geschieht zu einem großen Teil in der Therapiebeziehung, durch die Therapiebeziehung und für die Therapiebeziehung, ganz abgesehen davon, dass eine gute Therapiebeziehung als Folge einer gelungenen Ressourcenaktivierung angesehen werden kann und selbst eine wichtige Ressource des Patienten darstellt.‘« (Seite 139)

Claas-Hinrich Lammers fasst in seinem Buch initial Grundlagen der Emotionspsychologie und Emotionsregulation zusammen, erwähnt Indikationen und Kontraindikationen einer emotionsfokussierten Therapie, beschreibt Behandlungsaufbau und Vorbereitung.

Danach setzt er sich mit konkreten Techniken der emotionsfokussierten Arbeit auseinander, z.B. Emotionsanalyse, metaemotionale Arbeit, Bedürfnisanalyse von Emotionen, emotionsfokussierte Gesprächsführung, Imagination, Exposition, Ressourcenaktivierung, Stuhltechniken und expressives Schreiben.

Ich interessiere mich aktuell sehr für emotionsfokussierte Techniken, und ich finde, Lammers’ Buch ist das beste, das ich bisher zum Thema gelesen habe.

Lammers bietet einen sehr guten Überblick über emotionsfokussierte Arbeit, schreibt verständlich und klar, hat mich für meine eigene therapeutische Tätigkeit im Bereich der Psychosenpsychotherapie inspiriert, mich neugierig auf emotionsfokussierte Techniken gemacht und mich zu weiterer Beschäftigung mit dem Thema motiviert.

Sein Buch ist nicht nur ein wahres Füllhorn an Informationen, sondern auch übersichtlich aufgebaut und durch die vielen Fallbeispiele und die konkreten Anleitungen sehr praxisnah.

Ein richtig gutes Buch!


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