Claire-Louise Bennett

 3,4 Sterne bei 23 Bewertungen
Autorin von Teich und Kasse 19.
Autorenbild von Claire-Louise Bennett (©Conor Hogan)

Lebenslauf

Vom Geheimtipp zum internationalen Erfolg: Die britische Autorin Claire-Louise Bennett hat Literatur und Theaterwissenschaften an der Universität Roehampton studiert. Ihre Kurzgeschichten und Essays wurden in „The Stinging Fly“, „The Penny Dreadful“, „The Moth“, „Colony“, „The Irish Times“, „The White Review“ und „Gorse“ veröffentlicht. 2015 erschien ihr Debütroman „Pond“, der 2018 ins Deutsche übersetzt wurde. „Teich“ erzählt die Geschichte einer Frau, die ihr gesamtes Leben hinter sich gelassen hat, um in ein hundert Jahre altes Steincottage in einem kleinen irischen Küstendorf zu ziehen und fernab von allen Zwängen der Gesellschaft ihre Wahrnehmung zu schärfen und den kleinen Dingen des Lebens Beachtung zu schenken. Die Autorin selbst lebt ebenfalls an einer Küste Irlands, und zwar in Galway.

Alle Bücher von Claire-Louise Bennett

Cover des Buches Teich (ISBN: 9783442772254)

Teich

 (17)
Erschienen am 10.07.2022
Cover des Buches Kasse 19 (ISBN: 9783630877112)

Kasse 19

 (6)
Erschienen am 14.03.2023

Neue Rezensionen zu Claire-Louise Bennett

Cover des Buches Kasse 19 (ISBN: 9783630877112)
Rabiatas avatar

Rezension zu "Kasse 19" von Claire-Louise Bennett

ungewohnter, aber fesselnder Schreibstil
Rabiatavor 3 Monaten

Ich habe das Buch beim Stöbern im Bloggerportal entdeckt und die Beschreibung hat mich direkt fasziniert, so dass ich es angefragt habe. Meine Meinung beeinflusst die Bereitstellung des Rezensionsexemplares nicht.

Anhand des Klappentextes auf dem Buch hatte ich allerdings etwas andere Erwartungen an den Inhalt.

Irgendwie hatte ich mehr Anekdoten über Menschen, denen die Autorin an der genannten Kasse 19 begegnet, erwartet. Auch dachte ich, dass die Titelgebende Kasse eventuell mehr Raum in dem Buch einnehmen würde.

Beim Lesen stellte ich dann fest, dass dies nicht der Fall ist und die Kasse nur wenige Male vorkommt.

Das Buch besteht aus Erzählungen in loser Folge über Erlebnisse, Erfahrungen und Fantasien der Autorin, die fließend ineinander über gehen und nur durch wenige Kapitel strukturiert sind. Der Schreibstil ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig und fordert den Lesenden durch teilweise fehlende Kommasetzung in Aufzählungen oder Sätzen heraus, sich zu konzentrieren. Wenn man sich aber auf das Buch einlässt, dann erwartet einen ein besonderes Lesevergnügen, dass nicht immer nur vergnüglich ist.

Hauptsächlich schreibt die Autorin über ihre Kindheit, insbesondere ihre Schulzeit und ihre Zeit als Studentin. Dabei lässt sie den Lesenden ganz tief in ihre Gefühls- und Gedankenwelt eintauchen und schreckt auch nicht vor pikanten Details zurück, so dass man der Autorin ganz nah zu kommen glaubt.

Ich habe das Buch sehr gerne gelesen. Trotz oder gerade wegen des ungewohnten Schreibstils war ich schnell gefesselt und konnte mich teilweise in den Gedanken der Autorin wiederfinden.

Die Geschichte von Tarquin Superbus hat mich ebenso in ihren Bann gezogen. Davon würde ich gerne mehr lesen. Es ist eine Geschichte, die die Autorin in ihrer Jugend geschrieben hat und jetzt nacherzählt und noch Teile hinzufügt. Ein düsterer und faszinierender Charakter.

Von mir gibt es also eine klare Leseempfehlung.

Cover des Buches Kasse 19 (ISBN: 9783630877112)
MarcoLs avatar

Rezension zu "Kasse 19" von Claire-Louise Bennett

Sehr herausfordernd, literarisch hochwertig. Intensiv!
MarcoLvor 10 Monaten

Großbritannien, in der am schnellsten wachsenden Stadt des Landes. Dieser mehrfach prämierte Roman ist eine Herausforderung. Die in Worten gefasste Gedanken der Autorin wirbeln herum, scheinen sich selten zu setzen, werden von neuen Ideen verdrängt, um irgendwann wieder ihre Ursprünglichkeit zu streifen, nur um wieder von Vorne loszulegen. Müde darf man beim Lesen nicht sein, sonst verliert man sich heillos.
Das Erzähltempo ist rasant, man bekommt das Gefühl, in einem Blitzgewitter von Eindrücken zu stehen, und dennoch verharrt der Text oft Seitenweise bei einem einzigen Thema.
Es ist mir auch passiert, dass ich manchmal nicht mehr wusste, ob die Ich-Erzählerin von sich berichtet, oder aus der Sicht ihrer fiktiven Protagonistin – manchmal etwas verwirrend, zugegebenermaßen (kann aber auch rein meiner Unaufmerksamkeit geschuldet sein).
Die Erzählerin erfindet Geschichten. Zuerst hat sie diese auf die letzten Seiten eines Schulheftes geschrieben. Mit dem Älterwerden, Studium, Job im Supermarkt an Kasse 19, beginnt sie, sich in ihren Geschichten zu verlieren – und reißt die Leser:Innen mit in ihren Gedankenstrudel. Es folgen brillante Verknüpfungen zu Büchern der Weltliteratur – allein dafür ist dieser Roman schon ein Muss.
Im Prinzip ist es ein Buch-Buch, denn es dreht sich immer um Bücher. Darum, was sie einem sagen wollen, sagen sollten, und ein wichtiger Bestandteil des ganzen Lebens sind.

S.9: Später hatten wir dann oft ein Buch dabei … Als wir endlich ein bisschen größer waren [...] nahmen wir immer Bücher mit. Sehr viele Bücher! Und setzten uns damit ins Gras unter dem Baum.

Reale Personen, vornehmlich Männer, welche sich durch den Supermarkt quälen, sind Inspiration für die erfundenen Charaktere. So zum Beispiel die Geschichte von Tarquin Superbus. Zusammen mit seinem Doktor und die Ereignisse rund um seine Bibliothek, ist sie auf ihre Art und Weise spannend, und taucht im Buch immer wieder mal auf.
Für mich übt der Roman eine besondere Faszination aus, trotz des vergeblichen Suchens nach einem Handlungsstrang oder geordneter Struktur.

Cover des Buches Kasse 19 (ISBN: 9783630877112)
Booklove91s avatar

Rezension zu "Kasse 19" von Claire-Louise Bennett

Liebe zur Literatur
Booklove91vor einem Jahr

Meine Meinung und Inhalt

""Und fast imer sind wir überrascht, wie viele augenfällige Details in den letzten Zeilen der vorherigen rechten Seite untergebracht sind, und noch überraschender finden wir den unpassenden, von wer weiß woher stammenden Gedanken, dass der Setzer des Buches wirklich keinerlei Verantwortungsgefühl besitzt, hat er doch zugelassen, dass am Ende einer rechten Seite so wichtige Sätze stehen." (ZITAT)


"Kasse 19" hat mir sehr gut gefallen, der Schreibstil war teilweise etwas anstrengend und schwer zu lesen, die Handlung jedoch wirklich besonders. Das Buch bietet wirklich tolle Verweise auf Literaturklassiker und Bennett umschreibt diese so gut, als hätte man sie beinahe selbst gelesen.

Die Liebe zur Literatur ist absolut schön zu lesen und nachvollziehbar. Eine wirklich schöne und einzigartige Geschichte.


In dem Buch geht es um die Geschichte einer jungen Frau - vom Entdecken des eigenen Körpers, vom Beharren auf Unabhängigkeit und von der grenzenlosen Liebe zur Literatur. 

In einer Arbeiterstadt einer Grafschaft westlich von London kritzelt ein junges Mädchen Geschichten auf die letzten Seiten ihres Schulheftes, berauscht von den ersten Funken ihrer Fantasie. 

Als sie heranwächst, werden alles und jeder, dem sie begegnet, zum Brennstoff für ihr Talent: der russische Mann mit dem alten kastanienbraunen Auto, der in dem Supermarkt, in dem sie an Kasse 19 sitzt, einkauft und ihr ein Exemplar von Nietzsches »Jenseits von Gut und Böse« zusteckt. 

Der immer größer werdende Stapel an Büchern, in denen sie sich verliert - und wiederfindet. 


"Mehr als einmal hatte ich versucht zu erklären, wie das Ganze funktionieren könnte, aber sobald ich meine Überlegungen laut aussprach, ergaben sie offenbar keinen Sinn mehr, ich erinnere mich sogar an ein bestimmtes Mädchen, das mich, während ich versuchte, meine Gedanken in Worte zu fassen, hasserfüllt ansah, was meiner Idee nicht gerade förderlich war." (ZITAT)



Die britische Autorin Claire-Louise Bennett hat Literatur und Theaterwissenschaften an der Universität Roehampton studiert. Ihre Kurzgeschichten und Essays wurden in „The Stinging Fly“, „The Penny Dreadful“, „The Moth“, „Colony“, „The Irish Times“, „The White Review“ und „Gorse“ veröffentlicht. 2015 erschien ihr Debütroman „Pond“, der 2018 ins Deutsche übersetzt wurde. „Teich“ erzählt die Geschichte einer Frau, die ihr gesamtes Leben hinter sich gelassen hat, um in ein hundert Jahre altes Steincottage in einem kleinen irischen Küstendorf zu ziehen und fernab von allen Zwängen der Gesellschaft ihre Wahrnehmung zu schärfen und den kleinen Dingen des Lebens Beachtung zu schenken. Die Autorin selbst lebt ebenfalls an einer Küste Irlands, und zwar in Galway.


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