Claire-Louise Bennett

 4 Sterne bei 5 Bewertungen
Autorin von Teich.
Claire-Louise Bennett

Lebenslauf von Claire-Louise Bennett

Vom Geheimtipp zum internationalen Erfolg: Die britische Autorin Claire-Louise Bennett hat Literatur und Theaterwissenschaften an der Universität Roehampton studiert. Ihre Kurzgeschichten und Essays wurden in „The Stinging Fly“, „The Penny Dreadful“, „The Moth“, „Colony“, „The Irish Times“, „The White Review“ und „Gorse“ veröffentlicht. 2015 erschien ihr Debütroman „Pond“, der 2018 ins Deutsche übersetzt wurde. „Teich“ erzählt die Geschichte einer Frau, die ihr gesamtes Leben hinter sich gelassen hat, um in ein hundert Jahre altes Steincottage in einem kleinen irischen Küstendorf zu ziehen und fernab von allen Zwängen der Gesellschaft ihre Wahrnehmung zu schärfen und den kleinen Dingen des Lebens Beachtung zu schenken. Die Autorin selbst lebt ebenfalls an einer Küste Irlands, und zwar in Galway.

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Claire-Louise BennettTeich
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Teich
Teich
 (5)
Erschienen am 23.04.2018

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Rezension zu "Teich" von Claire-Louise Bennett

Teich - ein Gedankenstrom
JoBerlinvor einem Monat

Mit ihrem ersten Roman „Teich“ ist Claire-Louise Bennett ein großer internationaler Erfolg gelungen, das kommt nicht so häufig vor, das wird gefeiert und alle wichtigen book reviews von New York bis Paris sind sich hier einig: „a fine literary talent“, „une l’orinalité surprenante“ .

Worum geht es in diesem außergewöhnlichen Buch? Eine junge Frau mietet ein Cottage und berichtet von ihrem neuen Leben in einem irischen Dorf. 

Hier erwarten uns nun keine Tipps zur Gartengestaltung oder verklärende Naturschilderungen. Wir erfahren vielmehr von den technischen Tücken eines alten Herdes, der Gerümpelansammlung im Schuppen , den Nachbarn, der Vermieterin. Diesen Alltäglichkeiten wird nun durch eine Art assoziativem Gedankenfluss die Banalität genommen, sie erscheinen – real-träumerisch versponnen - in einem ganz neuen Gewand. Stilistisch ist das toll und wirkt sehr jung, sehr anders und Herzen fliegen , man spürt das förmlich , dieser charmant-intelligenten Autorin nur so zu. 

Liest man das Buch jedoch in einem Stück - ich rate davon ab – scheint durch das Junge, Frische, ganz leicht und nur ein bißchen, eine recht wohlbekannte kokett-naive Mädchenmasche.

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Rezension zu "Teich" von Claire-Louise Bennett

Einfach nur ein großartig anderes Debüt
buchstabensammlerinvor 4 Monaten


Rund ums Buch:
Titel: Teich
Autorin: Claire-Louise Bennett
Seiten: 217
Verlag: Luchterhand
Buch: Gebundenes Buch
Erscheinungstag: 23.04.2018
ISBN: 978-3-630-87556-9
Preis: 20,00 €

Cover/Titel:
Was für ein schönes, schlichtes Cover in gelb und blau.
Ein Stuhl, Schatten... nicht wirklich erkennbar. Aber ansprechend und doch so unbedeutend, da nichts aussagend.

Inhalt:
Der Alltag einer jungen Frau, die allein in einem Cottage an Irlands Westküste lebt, wird in diesem Buch in 20 unabhängig voneinander lebenden Geschichten dargestellt

Meine Meinung:
Eine großartige Sprache hat mich sofort in den Bann dieses Buches gezogen. Obwohl man nicht wirklich weiß, ob die Autorin ihre eigene Geschichte erzählt oder Fiktion auf Papier bringt, so wird der Leser sofort durch die ausschweifend dargestellten und umfassend beschriebenen Kleinigkeiten der einzelnen Geschichten abgeholt. Es ist erstaunlich, wie intensiv diese Frau, fern ab der Zivilisation lebt und somit das Gefühl für das Wesentliche entwickelt und sich auch mal auf einer Seite über Tomatenmark auslässt.
Die Beschreibungen der Sinne machen das Buch so ansprechend und es fällt auf, dass die Autorin ein Naturmensch sein muss. Beispielsweise, wenn sie sich unter einen Baum legt und einfach lauscht. Dies ist so intensiv geschrieben:
„Ich hörte den Käfer, der mir über die Stirn kroch, immer am Haaransatz entlang. Ich hörte eine Spinne, die sich durchs Gras der Decke näherte. Ich hörte zwei zankende Blaumeisen, die oben in den Zweigen schaukelten. Ich hörte eine Ringeltaube, deren Flügel auf die Äste der in Efeu gehüllten Birke eindroschen, und Stare auf den hohen Stromleitungen, und noch weiter drüben hörte ich Möwen und Mauersegler. Und jedes Geräusch war eine Sprosse einer Leiter, auf der ich immer weiter aufwärts stieg. Auf diese Weise gelangte ich in große Höhen, ich kletterte an den Wolken vorbei einer vogelhaften Ausgelassenheit entgegen, und dann gab es nichts mehr als Fortwährendes Licht und blaue Weiten.“ Seite 35

Die Einsamkeit macht die junge Frau zu einer einfühlsamen und doch verletzlichen Person, die sich trotz alledem nach Menschen sehnt, denn immer mal wieder besucht sie ihre Nachbarn oder macht ein Gartenfest... und gleichzeitig überlegt sie, beispielsweise im Kapitel „Kontrollknöpfe“, ob ihr defekter Herd dazu geeignet ist, sich umzubringen. Nur leider ist es ein Elektroherd...

Fazit:
Das Buch ist keine in sich geschlossene Geschichte, es ist vielmehr ein Gedankenkarussell einer nicht einzuordnenden Protagonistin, die einen in Höhen und Tiefen ihrer Gefühlswelt eintauchen lässt und somit auch hin- und her gerissen das Buch bis zum Ende verschlingen lässt. Es ist einfach ein großartiges Debüt. 

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Rezension zu "Teich" von Claire-Louise Bennett

Leben im Konjunktiv
YukBookvor 5 Monaten

Was haben selbst geerntete Kartoffeln und Dicke Bohnen mit einer Liebesaffäre zu tun? Nichts könnte man meinen, doch die Schriftstellerin Claire-Louise Bennett schafft es, eine Verbindung zu schaffen. In ihrem Roman tauchen noch mehr solcher überraschenden Gedankensprünge auf. Ging es gerade noch um die Gartenarbeit in ihrem Cottage an der irischen Westküste, dreht sich das Thema auf einmal um die Brutalität der Liebe in der Literaturgeschichte.

Die Autorin hat sichtlich Spaß daran, mit dem Leser zu spielen und ihn mitunter auf die falsche Fährte zu führen. Man fragt sich ständig, ist das wichtig, was sie gerade erzählt, oder belanglos und keine größere Aufmerksamkeit wert. Bennett scheint es selbst nicht genau zu wissen oder vermittelt zumindest den Eindruck. Sie erzählt vieles im Konjunktiv und weckt den Anschein, dass sie sich gar nicht festlegen möchte. Viele Sätze leitet sie mit „Ehrlich gesagt“ ein, als sei sie bemüht, ihre wahren Gefühle offenzulegen.

So finden viele Episoden nur in ihrem Kopf statt, manche darunter durchaus humorvoll: Sie stellt sich beispielsweise vor, wie sie sich verhalten würde, wenn sie auf ihrer eigenen Party eingeladen wäre. Die Neugier, welcher schräge Gedanke oder welche ungewöhnliche Formulierung als nächstes kommen wird, trieb mich in erster Linie durch die handlungsarme Geschichte. Obwohl mir die Erzählerin bis zum Schluss unsympathisch blieb, hoffte ich doch in jedem Kapitel, etwas mehr über ihr Leben und ihr Wesen zu erfahren.

Dieser Roman zählt zu jenen, die weniger durch die Handlung als vielmehr durch die unkonventionelle Erzählweise faszinieren, doch diese Faszination ließ bei mir zum Ende hin nach. Zurück blieb ein bitterer Nachgeschmack und die verstörende Erkenntnis, was die selbst gewählte Einsamkeit mit einem Menschen anstellen kann.

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