(Diese Besprechung bezieht sich auf das englische Original: Pond)
Die Icherzählerin ist eine junge Frau, ich denke, so am Ende ihrer Zwanziger, sie kommt aus England und mietet sich im wilden Westen Irlands ein Cottage, reetgedeckt, Teil einer größeren Anlage, die mal landwirtschaftlich genutzt war und jetzt gebäudeweise vermietet wird. Es liegt weitab vom Schuss und alles ist ein wenig heruntergekommen: Der elektrische Durchlauferhitzer fürs warme Wasser tut’s nur sporadisch, und die Drehknöpfe am Elektroherd zerbröseln einer nach dem anderen, so dass sie den verbliebenen heilen wechselweise auf die Stifte für die Herdplatten stecken muss und nun in Sorge ist, was passieren wird, wenn dieser letzte Drehknopf auch noch den Geist aufgibt, zumal der Herd, wie ihre Recherche ergibt, ein südafrikanisches Fabrikat ist …
Derlei Alltagsbegebenheiten berichtet sie uns, sie schildert vom Leben, vom Lesen, von der Umgebung, von Begegnungen, literarische Einstreusel, ein Hauch Autofiktion. Irgendwie wirkt es seltsam, das in einem Buch zu lesen, das ein Verlag korrigiert und lektoriert, gesetzt, gedruckt und gebunden hat. Ich hätte diese Art Text eher in einem Blog erwartet, einem, das zwischen Alltag und literarischem Anspruch schwingt. Würde ich dem Blog folgen? Eher nicht - auch wenn es gut geschrieben ist, kann es mich irgendwie nicht einsaugen und fesseln. Es ist eine Ansammlung netter Gedanken und Beobachtungen, hübsch formuliert, manchmal mogelt sich sogar ein richtig guter Satz mit Wumms darunter, aber im Ganzen bleibt es doch - jedenfalls für mich - belanglos.






