Claire Fuller

 4 Sterne bei 65 Bewertungen
Autorin von Eine englische Ehe, Eine englische Ehe und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Claire Fuller

Szenen einer (englischen) Ehe: Die englische Autorin Claire Fuller wurde 1967 in Oxfordshire geboren und studierte Kunst an der Winchester School of Art. Erst mit 40 Jahren wandte sie sich der Schriftstellerei zu und schloss ein Studium an der University of Winchester ab. Ihr Debütroman „Our Endless Numbered Days“ wurde 2015 auf Anhieb mit dem renommierten Desmond Elliot Prize ausgezeichnet und war für viele andere Literaturpreise nominiert. Sie erzählt darin die Geschichte der achtjährigen Peggy Hillcoat, die 1976 von ihrem Vater entführt wird. Neun Jahre lang lebt sie mit ihm völlig abgeschieden im Wald und glaubt, dass der Rest der Welt verschwunden sei. Szenen einer englischen Ehe: 2017 ließ Claire Fuller ihren zweiten Roman „Swimming Lessons“ folgen, der im gleichen Jahr auch in Deutschland unter dem Titel „Eine englische Ehe“ veröffentlicht wurde. Darin steht die junge Flora im Mittelpunkt, die anhand von Briefen ihrer vor 12 Jahren verschwundenen Mutter versucht, das Rätsel um die gescheiterte Ehe ihrer Eltern zu lösen. Mit „Bitter Orange“ (Bittere Orangen) legte Claire Fuller 2018 ihren dritten Roman vor, der in mehreren Ländern gleichzeitig erschien. Sie lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern im südenglischen Winchester.

Neue Bücher

Bittere Orangen
Neu erschienen am 04.09.2018 als Hardcover bei Piper.

Alle Bücher von Claire Fuller

Claire FullerEine englische Ehe
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Eine englische Ehe
Eine englische Ehe
 (41)
Erschienen am 03.07.2018
Claire FullerBittere Orangen
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Bittere Orangen
Bittere Orangen
 (0)
Erschienen am 04.09.2018
Claire FullerEine englische Ehe
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Eine englische Ehe
Eine englische Ehe
 (12)
Erschienen am 20.03.2017
Claire FullerSwimming Lessons
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Swimming Lessons
Swimming Lessons
 (7)
Erschienen am 26.01.2017
Claire FullerOur Endless Numbered Days
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Our Endless Numbered Days
Our Endless Numbered Days
 (5)
Erschienen am 01.01.1773

Neue Rezensionen zu Claire Fuller

Neu
ulrikerabes avatar

Rezension zu "Eine englische Ehe" von Claire Fuller

Eine ärgerliche Ehe
ulrikerabevor 6 Monaten

London in den 70ern, die norwegische Studentin Ingrid hat Pläne, einen Studienabschluss will sie, die Welt sehen und ein selbstbestimmtes Leben führen. Bis sie sich in ihren wesentlich älteren Professor Gil Coleman verliebt und schwanger wird. Beide werden von der Uni geworfen und verbringen ihr Leben in einem Haus am Meer irgendwo im englischen Nirgendwo. Doch von einer glücklichen Zeit kann nicht die Rede sein. Gil ist Trinker, Messie, er unterwirft Ingrid sexuell, schert sich weder um Frau noch Töchter. Bis Ingrid eines Tages verschwindet.

Das Buch handelt in drei Zeitebenen. Der Leser erfährt Ingrid und Gils Geschichte aus zahlreichen Briefen, die Ingrid  im Sommer 1992 an Gil schreibt, während dieser monatelang nicht heimgekommen war. Heute ist Gil ein alter gebrochener Mann, dement und schwer krank. Er bildet sich immer wieder ein, Ingrid gesehen zu haben. Seine letzten Tage verbringt er mit den Töchtern Nan und Flora, die durch ihre komplizierte  Kindheit geprägt sind.

Freilich ist das Thema junge Studentin – älterer Professor kein Neues und bedient schon viele belegte Schubladen.  Und doch lässt die Autorin kein Klischee aus: Affären, ungewollte Schwangerschaften, uneheliche Kinder.

Die Betrachtungen zu Büchern und deren Lesern zum Anfang des Buches hat mich noch für das Buch eingenommen, doch mit der Zeit und vor allem gegen Schluss, wollte ich nur mehr, dass mir keine der handelnden Personen wieder begegnet.

Natürlich ist mir bewusst, dass Ingrid, eine fiktive Person ist, von der Autorin erfunden. Ich sollte mit keine Gedanken darüber machen, dass fast alles, was Ingrid macht, für mich nicht nachvollziehbar ist. Doch hat mich letztlich nur mehr frustriert, dass die Autorin ihrer Protagonistin so überhaupt keine Möglichkeiten bot, außer zu verschwinden.

Der Originaltitel Swimming Lessons passt auch wesentlich besser zu dieser englischen (ärgerlichen) Ehe. Im Meer; im Wasser ist Ingrid in ihrem Element, in ihrer Ehe säuft sie kläglich ab.

Kommentare: 1
20
Teilen
StefanieFreigerichts avatar

Rezension zu "Eine englische Ehe" von Claire Fuller

Genau so stark begonnen, wie es zum Ende hin nachgelassen hat, leider
StefanieFreigerichtvor 6 Monaten

Erster Satz: „Gil Coleman blickte aus dem Fenster der Buchhandlung im ersten Stock und sah seine tote Frau unten auf dem Gehweg.“ S. 5
Ich zitiere sonst keine ersten Sätze, aber hier geht es sogar auf dieser Seite weiter: „Wenn er eine umgeknickte Ecke oder ein paar unterstrichene Zeilen entdeckte, hielt er einen Moment inne und blätterte dann weiter, als wollte er die Seiten ermuntern, ihm das zu offenbaren, was sich möglicherweise zwischen ihnen verbarg.“

Der Hintergrund? Ingrid studiert, und wie ihre beste Freundin und Mitbewohnerin Louise will sie vor allem nicht so werden wie ihre Mütter, sondern reisen, freier sein, Karriere machen, sich nicht opfern für Kinder, Küche, Kirche. Dann entbrennt Ingrid für ihren Dozentin Gil.

Die Handlung ist eine Mischung aus Briefroman und der Erzählebene in der Gegenwart. Die Briefe wechseln zwischen zwei weiteren Zeitebenen und sind ausschließlich von Ingrid geschrieben – schrittweise erzählt sie über den Beginn mit Gil sowie über das, was zum Ende der Beziehung geschah, denn Ingrid ist nicht mehr da. Sie verschwand, als die gemeinsamen Töchter 10 und 15 Jahre alt waren. Doch Ingrid hat die Briefe nie abgesendet, stattdessen benutzte sie die vielen Bücher im Hause als eine Art „tote Briefkästen“.

Es gibt so vieles, was mich im Einstieg faszinierte: etliche Sätze zum Herausschreiben, besonders zu Buch- und Beziehungsthemen, das Konzept des „gemischten“ Briefromans, bei dem man gar nicht bemerkt, dass es einer ist, verschiedene Motive wie das Schwimmen von Tochter Flora und Ingrid, die Geschwisterbeziehung, die verstreuten Zähne, die Briefe passend zu den Buchverstecks-Titeln, die wiederholte Frage „was ist das Schlimmste, das passieren könnte“, Gils Idee von Familie und die Realität. Das trug etwa vier Fünftel des Buches ganz gut. Ganz gut? Es war etwas viel, denn dazu kamen noch diverse Hausfreunde, nackt zu schwimmen um jeden Preis oder synästhetische Beschreibungen zu Flora (S. 209 „Zeichnen war für sie der Geruch von Sahne, ein klumpiges, buttriges Gelb.“) Endgültig überzogen wurde es mir dann mit dem Schluss, der unbedingt einen letzten Auftritt (fast?) aller beinhalten musste, einen seltsamen Abgang (wer präferiert Feuer außer Gestörten?), Friede-Freude-Eierkuchen im Schreibhaus, ein Versanden der genannten Motive (was ist denn nun das Schlimmste, was passieren kann; wozu die Synästhetik, weshalb Nans angedeutete sexuelle Orientierung, usw.) sowie die Frage, um was es denn nun wirklich gehen sollte im Buch: war Ingrid nun depressiv oder naiv oder egoistisch oder (spät) entschlossen oder… und so geht es nun dummerweise zu jeder anderen aufgeworfenen Frage im Buch.

Dazu hatten Lektorat und/oder Übersetzung geschlampt, einige Aussagen passten nicht zueinander, zum Beispiel der Termin der Geburt der älteren Tochter, Nan: S 180: es ist der 4. August 1977 und Nan ist 3 Monate und 4 Tage; ich errechne daraus den 1. April. Jedoch steht auf S. 153 es ist 29. April 1977 weiter am gleichen Tag, S. 158, das Baby soll übernächste Woche kommen. Dann S. 168 12. Juni, das Baby kommt (das hat auf die Handlung keine Konsequenzen, es ist nur irgendwie ohne Respekt gegenüber dem Leser).


Als hätte ich Zuckerwatte gegessen: groß und verlockend und verworren, dann jedoch viel Luft dabei, vieles Künstliches und zum Schluss ist man nicht satt geworden, aber mag nicht mehr und fragt sich, warum.

Im Original "Swimming Lessons" oder "Von Leuten, die sich nie freischwimmen" - meine Omma hätte gesagt "die nie in die Pötte kommen"

gute 4 Sterne für den Beginn, Totalabsturz dann: 3 Sterne.

Kommentieren0
26
Teilen
abas avatar

Rezension zu "Eine englische Ehe" von Claire Fuller

Rezension zu "Eine englische Ehe" von Claire Fuller
abavor 6 Monaten

Keine englische Ehe

Manchmal ist meine Manie, Bücher, die ich angefangen habe, unbedingt zu Ende zu lesen, ein großes Ärgernis.
Das spürte ich neulich bei der Lektüre von "Eine englische Ehe" (englischer Originaltitel "Swimming Lessons") von Claire Fuller. Als ich die letzte Seite erreicht habe, war ich erleichtert und gleichzeitig wütend.

Eine englische Ehe, die es das nicht ist, denn die Ehefrau ist Halbnorwegerin, eine junge Studentin mit großen Plänen und ihr Ehemann ein irischer Schriftsteller. Der Originaltitel "Swimming Lessons" passt aber sehr gut zu der Handlung und zu dem Charakter der Hauptfiguren. Die Mutter und ihre Tochter schwimmen leidenschaftlich gern, so sehr, dass ich den Eindruck hatte, dass es in ihrem Leben fast nur darum geht. Kein Wunder, sie leben in einem originellem Haus (ein Gebäude, das früher Umkleidekabinen beherbergte) direkt am Strand. Idyllisch. Alles andere als idyllisch aber ist das Leben der Bewohner des Hauses am Strand. Darin findet nämlich die sogenannte "englische Ehe" statt. Ein Alptraum ohne Ende.

Ich habe mich so auf diesen Roman gefreut. Der Titel "Eine englische Ehe" weckte hohe Erwartungen in mir. Aber leider wurde ich enttäuscht. Dieser Roman über eine in ihrer Ehe unglückliche Frau ist nichts anderes als eine Aneinanderreihung von masochistischen Episoden. Natürlich muss man solch ein Verhalten nicht verstehen, aber wenigstens nachvollziehen, warum der Schriftsteller diese Faszination auf die Studentin ausgeübt hat, wollte ich. Das ist der Autorin aus meiner Sicht nicht gelungen.
Auch der Schreibstil hat es nicht geschafft, mich über die Handlung hinwegsehen zu lassen. Claire Fuller hat einfach nur eine melodramatische Liebesgeschichte geschrieben. Das war es für mich, nicht mehr und nicht weniger.

Ich denke aber, dass viele Frauen ihren Spaß mit diesem Buch haben werden. Für alles gibt es ein dankbares Publikum.

Kommentieren0
73
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu
abas avatar
Herzlich willkommen in eine neue Leserunde im Rahmen von Buchraettins "Die literarische Runde 2018 - SuB-Aufbau mit Niveau".

Mit großer Verspätung lesen wir zusammen "Eine englische Ehe".

Jeder darf mitmachen!


Ich wünsche uns viel Spaß!
abas avatar
Letzter Beitrag von  abavor 6 Monaten
Fand ich auch genial!
Zur Leserunde

Zusätzliche Informationen

Claire Fuller im Netz:

Community-Statistik

in 106 Bibliotheken

auf 18 Wunschlisten

von 3 Lesern aktuell gelesen

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks