Claire Hajaj

 4.1 Sterne bei 102 Bewertungen
Autorin von Ismaels Orangen, Ismaels Orangen, 6 Audio-CDs und weiteren Büchern.
Claire Hajaj

Lebenslauf von Claire Hajaj

Claire Hajaj wurde 1973 in London geboren und fühlt sich zwei Kulturen zugehörig, der jüdischen und der palästinensischen, die sie versucht zu vereinbaren. In ihrer Kindheit lebte sie im Nahen Osten und in England. Sie studierte Klassische und Englische Literatur in Oxford. Für die UN arbeitete Claire Hajaj in Krisengebieten wie Burma oder Baghhdad und bereiste vier Kontinente. Für den BBC World Service verfasst sie Beiträge und veröffentlichte Artikel in der „Time out“ und „Literary Review“. Momentan lebt sie mit ihrem Mann und ihrer Tochter in Beirut.

Alle Bücher von Claire Hajaj

Ismaels Orangen

Ismaels Orangen

 (71)
Erschienen am 16.03.2015
Der Duft von bitteren Orangen

Der Duft von bitteren Orangen

 (10)
Erschienen am 19.12.2016
Der Wasserdieb

Der Wasserdieb

 (5)
Erschienen am 16.10.2017
Der Wasserdieb

Der Wasserdieb

 (0)
Erschienen am 15.07.2019
Ismaels Orangen, 6 Audio-CDs

Ismaels Orangen, 6 Audio-CDs

 (15)
Erschienen am 16.03.2015
Ishmael's Oranges

Ishmael's Oranges

 (1)
Erschienen am 17.03.2015

Neue Rezensionen zu Claire Hajaj

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engineerwifes avatar

Rezension zu "Ismaels Orangen, 6 Audio-CDs" von Claire Hajaj

Keine Hoffnung für ein Ende des Nahostkonflikts in Sicht ...
engineerwifevor 4 Monaten

Ein sehr tragisches und vor allem nie enden wollendes Thema wird in diesem aufrüttelnden Roman verarbeitet – der Konflikt zwischen Israel und Palästina. Mich erinnert es in trauriger Weise immer an die Frage: „Wer war zuerst da – das Huhn oder das Ei?“ Welches Volk hat mehr, bzw. ältere Rechte – die Israelis oder die Palästinenser? Judith und Salim setzen sich darüber hinweg, indem sie aus Liebe heiraten. Sie sind jung und wollen nicht darüber nachdenken. „Love will find a way!“ Doch schon bei der Kindererziehung fängt ihre Zuversicht gefährlich an zu bröckeln. Was sollen sie ihnen vermitteln, woran sollen diese glauben? Eine Trennung scheint irgendwann unweigerlich vorprogrammiert, denn auch ihre Familien tragen nicht zur Schlichtung bei …
Ich habe schon einige Bücher zu dieser Thematik gelesen und immer wieder läuft es auf Gewalt unter den Völkern hinaus. Kann es hier je Frieden geben? Und wird Salim seinen geliebten Orangenbaum wieder besuchen können? Von mir eine Empfehlung, wenn es meiner Meinung nach auch nicht ganz an den wunderbaren Roman „Während die Welt schlief“ von Susan Abulhawa heranreicht.  

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Rezension zu "Ismaels Orangen" von Claire Hajaj

Toller Anfang, gen Ende immer schwächer
Aoibheannvor 6 Monaten

Vor einigen Stunden habe ich die letzte Seites dieses Buches gelesen und habe wirklich etwas Zeit gebraucht um meine Gedanken dazu zu sammeln. Denn selten hat mich ein Buch in einen solchen Zwiespalt versetzt. Ich muss auch wirklich gestehen, dass ich mir anhand des Klappentextes eine völlig andere Geschichte vorgestellt habe. Der Klappentext ist ansprechend, keine Frage. Denn sonst hätte ich das Buch auch nicht gekauft. ;-)

Im ersten Teil des Buches war ich fasziniert von der Geschichte der beiden Kinder. Die unterschiedlichen Welten, in denen sowohl Judit als auch Salim aufwachsen.
Die Unbeständigkeit in Salims Kindheit, die Ungewissheit und auch Angst, was der Zukunft bringen wird. Gerade für ein Kind, das vieles in seinem bisher noch jungen Leben als selbstverständlich und gegeben ansieht, ist der Verlust des Bekannten ein großer Schock. Das Salim im Verlauf seiner Jugend auch noch seine Mutter verliert, war für mich besonders tragisch.
Dagegen steht Judits Kindheit in England. Zwar behütet, aber doch auch sehr von der Vergangenheit geprägt. Was kein Wunder ist, denn hier trit das erste Mal ein Generationenkonflikt zu Tage. Während für die einen der Geschehnisse des Holocaust noch greifbar sind, sind es für die junge Judit nur Erzählungen ihrer Familie, zu denen sie keinen rechten Bezug finden kann.
Beiden Kindern ist jedoch eines gemein und das ist eine schon fast erdrückende und von den Eltern aufgedrückte Haltung zu ihrer jeweiligen Vergangenheit. Das wird gerade bei Salims Gesprächen mit seinem Jugendfreund deutlich: eine Mischung aus Hörensagen, Nachplappern der Erwachsenen und - in Salims Fall - auch ein bisschen eigenes Wissen, denn er ist immerhin mit einem jüdischen Jungen befreundet. In Judits Fall gipfelt es in einem Streit, weil das Mädchen die Klöße an einem Feiertag nicht essen möchte in einer Diskussion darüber, das andere sehr wohl glücklich wären etwas zu essen zu haben und welche Opfer dafür in der Vergangenheit bringen mussten.

Auch das Kennenlernen der beiden emfpand ich ganz toll beschrieben. Vorsichtig herantastend und sehr gefühlvoll beschreibt Claire Hajaj die beiden jungen Leute. Sprachlich ist es ebenso schön gehalten. Sehr bildhaft, ohne dabei überladen zu sein. Die anstehenden Konflikte mit beiden Familien zeichnen sich bereits im Hintergrund ab und haben in mir ein eher trauriges Gefühl ausgelöst. Denn diese beiden Kinder können es ihrer Elterngeneration nicht recht machen. Die Erwartungen an die jeweils einzuschlagenden Lebenswege sind einfach zu hoch. Da ist eine multikulturelle Ehe vermutlich nur das i-Tüpfelchen. Dennoch wünscht man diesen beiden jungen Leuten einfach nur das Beste und hofft mit ihnen, dass ihre Liebesgeschichte alle Widrigkeiten überstehen kann.

Und dann tut die Autorin etwas, dass ich bis zum Ende des Buches nicht verstanden habe. Sie kürzt die Geschichte ganz stark ein und unternimmt große Zeitsprünge. Im einen Moment liegen beide sich in den Armen weil sie erkennen, dass sie sich lieben und im nächsten Moment sind sie verheiratet, haben Kinder und leben in einem völlig anderen Land. Wo ist die Zwischenzeit geblieben? Die Zeit vor der Hochzeit wird nur kurz eingestreut und nicht weiter erwähnt. Und dann beginnt das Buch für mich nachzulassen. Den zweiten Teil habe ich nicht mehr als so toll empfunden.
Salim, den man als Leser als sensiblen und überlegten jungen Mann kennengelernt hat, driftet im Verlauf der Geschichte in wohl fast jedes Klischee ab, welches der Westen von der arabischen Kultur hat. Seine Figur ist plötzlich eindimensional und seine Handlungen nicht nachvollziehbar. Mir fehlen hier einfach die Momente, in denen auf mehr eingegangen wird als seine permanente Enttäuschung und gefühlte Zurückweisung. So bleibt am Ende nur das Bild eines Mannes, der mit dem an ihm gestellten Druck nicht umgehen kann und sich in blinden Aktionismus flüchtet. Auf Kosten seiner eigenen Familie. Denn Salim fordert zwar viel von seiner Frau und seinen Kindern, aber er erklärt seine Beweggründe nur äußerst selten. Und wenn, dann nur knapp und nicht so ausreichend, dass man diese als Leser für seine weiteren Handlungen nachvollziehen kann.

Und das Ende - tut mir leid, aber das war für mich vollkommen an den Haaren herbeigezogen.
Salim hat durch sein Verhalten einen riesengroßen Anteil am Tod seines Sohnes. Das sich die Familie zur Pflanzung eines Baumes für Marc trifft, finde ich eine schöne Geste. Dass Judit nach allen Geschehnissen ihm aber eine zweite Chance gibt, und unbefangen wie ein Backfisch mit ihm durch Jaffa spaziert - das setzt für mein Empfinden allem die Krone auf. Gibt es wirklich ein Elternteil, dass nach allen Geschehnissen so viel Altruismus walten lassen kann? Ich möchte es stark bezweifeln.

Am Ende bleiben für mich daher 3 Sterne für "Ismaels Organgen", die sich das Buch fast ausschließlich durch seinen wunderbaren ersten Teil verdient hat.

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Rezension zu "Der Duft von bitteren Orangen" von Claire Hajaj

„Geschichten haben weder Anfang noch Ende. Sie gehen einfach immer weiter.“
ninaliestvor 7 Monaten

„Geschichten haben weder Anfang noch Ende. Sie gehen einfach immer weiter.“

Als in Jaffa 1948 der Krieg ausbricht, flieht der siebenjährige Salim mit seiner Familie aus dem geliebten Haus inmitten einer Orangenplantage – seinem Paradies. Die Familie wusste nicht, dass sie damit alle Besitzansprüche verliert. Jahre später lernt Salim in London die junge Jüdin Judith kennen. Die beiden verlieben sich gegen alle Widrigkeiten und gründen eine Familie.
Sein Leben lang wird Salim versuchen den verlorenen Besitz in Jaffa zurück zu gewinnen und merkt zu spät, dass er dabei sein eigenes Leben verliert.

Letztendlich ist es die Geschichte eines Flüchtlings. Salim gehört in England nie richtig dazu und fühlt sich weder in seinem Beruf noch in seiner eigenen Familie richtig zu Hause. Um wieder das Gefühl von Heimat zu spüren, kämpft er unerbittlich darum, wieder das Haus in Jaffa zu besitzen. Durch diesen recht aussichtslosen, jahrelangen Kampf, ist er nie richtig für seine Familie anwesend und merkt dabei nicht wie seine eigene Geschichte das Leben seiner Kinder beeinflusst.

Die Charaktere werden nicht schwarz-weiß beschrieben, dadurch versteht man sowohl Salim als auch seine Familie so gut. Die Tragik von Salims Geschichte berührt unheimlich. Ein Buch, das man gerade während der jetzigen Flüchtlingsproblematik gelesen haben muss, um die Zerrissenheit und tiefe Trauer um die verlorene Heimat der Geflüchteten nachzuvollziehen.

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