Claire Hajaj Ismaels Orangen

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Inhaltsangabe zu „Ismaels Orangen“ von Claire Hajaj

Jaffa, April 1948. Der siebenjährige Salim Al-Ismaeli, Sohn eines palästinensischen Orangenzüchters, freut sich darauf, die ersten Früchte des Orangenbaums zu ernten, der zu seiner Geburt gepflanzt wurde. Doch der Krieg bricht aus und treibt die ganze Familie in die Flucht. Von nun an hat Salim nur noch einen Traum: Eines Tages zu seinem Baum zurückzukehren und im Land seiner Väter zu leben. Zur selben Zeit wächst Judith als Tochter von Holocaust-Überlebenden in England auf – und sehnt sich danach, irgendwann ein normales und glückliches Leben führen zu dürfen. Als Salim und Judith sich im London der Sechzigerjahre begegnen und ineinander verlieben, nimmt das Schicksal seinen Lauf und stellt ihre Liebe auf eine harte Probe …

Berührend, traurig, schön - und mit der Frage, warum man manche Entwicklungen nicht verhindern kann, so sehr man es auch versucht.

— once-upon-a-time
once-upon-a-time

Dieses Buch ist wichtig, wertvoll, fantastisch geschrieben und gründlich recherchiert.

— Samtpfote
Samtpfote

Das Buch hat einige Durststrecken, zeigt aber hervorragend den Israeli-Palästinenser Konflikt und die Bedeutung von Herkunft auf.

— milkshakee
milkshakee

War gut zu lesen.

— Linda-Marie
Linda-Marie

Ein Buch das mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird

— Das_Leseleben
Das_Leseleben

Ein wunderbares Buch über eine Liebe, die kulturelle Grenzen überwindet und den Wunsch nach Freiheit und Frieden in sich trägt.

— Lucretia
Lucretia

Eine aufklärende und berührende Familien- und Liebesgeschichte, die zwischen zwei Kulturen und Glaubensrichtungen gefangen ist!

— sommerlese
sommerlese

Neben sehr liebevollen und aussagekräftigen Charakteren konnte mich auch die Handlung in ihren Bann ziehen.

— SharonsBuecherparadies
SharonsBuecherparadies

Ich hätte mir gewünscht das man sich mehr auf ein paar Sachen konzentriert und dafür anderes mehr rauslässt.

— sophiekatrin
sophiekatrin

Ein schönes, melancholisches und nachdenklich stimmendes Lese-Erlebnis

— naninka
naninka

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  • Ismaels Orangen - kann Liebe wachsen, wo Hass gesät wird?

    Ismaels Orangen
    Ninasan86

    Ninasan86

    25. June 2017 um 11:56

    Zum Inhalt: KANN LIEBE WACHSEN, WO HASS GESÄT WIRD?Jaffa, April 1948. Der siebenjährige Salim Al-Ismaeli, Sohn eines palästinensischen Orangenzüchters, freut sich darauf, die ersten Früchte des Orangenbaums zu ernten, der zu seiner Geburt gepflanzt wurde. Doch der Krieg bricht aus und treibt die ganze Familie in die Flucht. Von nun an hat Salim nur noch einen Traum: Eines Tages zu seinem Baum zurückzukehren und im Land seiner Väter zu leben.Zur selben Zeit wächst Judith als Tochter von Holocaust-Überlebenden in England auf – und sehnt sich danach, irgendwann ein normales und glückliches Leben führen zu dürfen. Als Salim und Judith sich im London der Sechzigerjahre begegnen und ineinander verlieben, nimmt das Schicksal seinen Lauf und stellt ihre Liebe auf eine harte Probe …Über die Autorin: Claire Hajaj, 1973 in London geboren, hat ihr bisheriges Leben zwischen zwei Kulturen, der jüdischen und der palästinensischen, verbracht und versucht, sie zu vereinbaren. In ihrer Kindheit lebte sie sowohl im Nahen Osten als auch im ländlichen England. Sie bereiste alle vier Kontinente und arbeitete für die UN in Kriegsgebieten wie Burma oder Bagdad. Sie schrieb Beiträge für den BBC World Service, außerdem veröffentlichte sie Artikel in Time Out und Literary Review. Ihren Master in Klassischer und Englischer Literatur hat sie in Oxford gemacht. Zur Zeit lebt sie mit ihrem Mann und ihrer Tochter in Beirut.Einen genaueren Einblick in ihr Leben und Wirken erfahrt ihr in diesem Interview.Mein Fazit und meine Rezension: Salim Al-Ismael ist sieben Jahre alt und lebt mit seiner Familie in Palästina. Doch die Zeiten ändern sich und im April 1948 ist es dann soweit: seine Familie muss mit dem Jungen aus dem geliebten Heimatland fliehen. Weg von den Orangenbäumen, von der Plantage, die für die Familie ihr ein und alles war und für Ismael den Lebensinhalt bedeutete. Die Juden vertreiben sie aus ihrem eigenen Land und so landet die Familie später in Nazareth. Doch der junge Salim wächst auch dort heran und entwickelt sich zu einem stattlichen Mann, wohlweislich darauf bedacht, woher er stammt. Bei seinem Studium in London lernt er Judit - genannt Jude - kennen und lieben. Doch die Beiden habe es von Anfang an nicht leicht, denn Jude ist Jüdin und gehört zu dem verhassten Volk, das seine Familie einst aus dem geliebten Heimatland vertrieben hat. Schon bald muss sich das junge Paar ihren beiden Familien stellen und all den Konflikten zu trotz entscheiden: ist ihre Liebe stärker als die Vergangenheit? Salims Kindheit ist von Spiel und Spaß geprägt, doch hatte es der Junge auch nicht leicht. Obwohl sein Vater ein Großgrundbesitzer war und einen stattlichen Orangenhain sein Eigentum nennen konnte, hatte er hart zu arbeiten und litt unter den ewigen Hänseleien seiner Klassenkameraden. Doch Salim liebt seine Bäume und fiebert mit Eifer dem Tag entgegen, an dem seine Bäume endlich Früchte tragen. Bereits als kleines Kind erfährt er, was in fernen Ländern geschieht und sieht, wie sich auch alles seinem Dorf nähert. Aus der Sicht des Kindes betrachtet, ist es wirklich zunächst unbegreiflich, doch auch er lernt schnell und sieht, dass er nur aufgrund der Flucht aus seiner Heimat noch am Leben ist. Auch in der neuen Stadt Nazareth hat seine Familie zu kämpfen und leidet unter den Repressalien der Juden. Die Juden. Das Volk, das für alles verantwortlich ist. Das Volk, dass die Familie Al-Ismael aus ihrer geliebten Heimat vertrieben hat, weg von den geliebten Orangen und hin in eine düstere Zukunft. Bei solch einer Vergangenheit ist es klar, dass der junge Salim auch von Seiten seiner Familie aus den Hass miterlebt, den diese den Juden entgegenbringen. Es hätte alles so gut sein können. Doch das Schicksal will es anders. Denn Salim lernt im fernen London Judit kennen. Judit ist Jüdin und wird ebenfalls von so genannten Freundinnen gemobbt - Jude, wird sie genannt. Obwohl sie diese Anrede verletzt, behält sie sie bei, denn man gibt den anderen Menschen nur eine Angriffsfläche, wenn man seine Schwächen offenbart. Auch Judits Familie hat eine düstere Vergangenheit hinter sich. Sie haben einst in Russland gelebt und wurden von Stalin vertrieben, gelandet sind sie in London. Man merkt deutlich: beide Charaktere haben eine negativ beeinflusste Vergangenheit hinter sich - obwohl "hinter sich" falsch gebraucht ist! Denn die Beiden werden täglich damit konfrontiert - sei es in ihren Familien oder aber von Freunden oder Fremden. Da scheint es wirklich Fügung zu sein, dass eben diese beiden jungen Menschen sich in einem fernen Land finden und sich verlieben. Deutlich spürbar ist der Konflikt zwischen ihren Familien und die Angst des jungen Paares, wird hier die Liebe siegen? Ich habe mehrere Male mit dem jungen Paar gelitten und mich oft gefragt, ob man die Vergangenheit nicht irgendwann ruhen lassen kann. Natürlich ist es schlimm, was geschehen ist und es war eine Ungerechtigkeit. Es sind viele schlimme Dinge passiert, doch leider können wir die Vergangenheit nicht ändern. Wir können nur aus ihr lernen. Und das sehen auch Salim und Jude. Zunächst entwickelt sich eine wunderschöne Liebe und die Beiden sind glücklich miteinander, doch irgendwann droht der Nahost-Konflikt auch sie einzuholen und sie werden wieder zurück in die Vergangenheit versetzt: zurück in die Zeit, in der ihnen alles genommen wurde, in der man ihnen alles aberkannt hat, in der man ihnen ihre Würde geraubt hat. Wie viel kann Liebe also vertragen? Claire Hajaj beschreibt in ihrem Roman deutlich den Konflikt zwischen Israel und Palästina und zwar über die beiden Hauptprotagonisten. Wer in diesem Roman eine reine Liebesgeschichte mit Happy End und "Friede, Freude, Eierkuchen" erwartet, der ist wahrlich falsch! Denn hier geht es um so viel mehr. Es geht um die Familie, die Vergangenheit, die Ehre, allen voran aber um die Freiheit - eine Freiheit, die geraubt wurde und die nicht mehr so leicht zurückzuholen ist. Dabei werden beide Seiten beleuchtet und die Autorin schafft es zugleich neutral über das Geschehen zu berichten, ohne sich auf die eine oder die andere Seite zu beziehen. Der Leser erfährt mit dieser Erzählweise eine Darstellung, die ihm nicht vorschreibt, was er zu denken hat, er kann sich selbst ein Bild darüber machen. Auch die Protagonisten sind wirklich sehr gut gewählt! So erhält man einen Einblick in die Denkweise von beiden Seiten, versucht sie zu begreifen, mag sie vielleicht verstehen oder aber auch nicht. Die Autorin selbst ist die Tochter einer jüdischen Mutter und eines palästinensischen Vaters, weiß also, wovon sie schreibt und versteht beide Seite, da sie beide Seiten der Geschichte ebenfalls kennt. Sie erzählt uns somit nicht eine frei erfundene Geschichte, sondern gibt uns einen Einblick in ihr eigenes Leben, in ihre eigenen Ängste, Wünsche und Hoffnungen. KANN LIEBE WACHSEN, WO HASS GESÄT WIRD?Geht doch selbst dieser Frage nach und lest, was Claire Hajaj euch zu erzählen hat! Ich kann dieses Buch einfach nur weiter empfehlen!

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  • Challenge: Literarische Weltreise 2016

    Euphoria
    Ginevra

    Ginevra

        Liebe Lovelybookerinnen und –booker, habt Ihr Lust, im Jahr 2016 auf Weltreise zu gehen – literarisch gesehen? Dann begleitet mich durch 20 verschiedene Lese- Regionen! Die Aufgabe besteht darin... -  12 Bücher in einem Jahr zu lesen;-   Mindestens 10 verschiedene Regionen auszuwählen (zwei Regionen dürfen also doppelt vorkommen);-   Autor und/oder Schauplatz und/oder eine bzw. mehrere der Hauptfiguren müssen zu dieser Region passen.-   Bitte postet Eure Rezensionen und Beiträge bei den passenden Regionen;-   Auch Buchtipps ohne Rezension sind jederzeit willkommen;-   Am Ende des Jahres zählen Eure 12 Rezensionen - bis zu zwei Kurzmeinungen sind erlaubt!-   Eure Beiträge werde ich verlinken;-   Einstieg und Ausstieg sind natürlich jederzeit möglich;-   Genre und Erscheinungsjahr sind egal:-   Hörbücher, Graphic Novels, Biographien, Krimis, Literatur – bei dieser Challenge ist alles erlaubt!Gut geeignet sind z.B. die Bücher verschiedener Literaturpreise oder Empfehlungslisten (Booker- Preis, Preis des Nordischen Rats, ZEIT- Liste zur Neuen Weltliteratur, usw.).Diese Challenge eignet sich also auch hervorragend dazu, den SuB abzubauen, oder um andere Challenges damit zu kombinieren.Unter den TeilnehmerInnen, die die Challenge erfolgreich beenden, verlose ich am Ende des Jahres drei Bücher aus meinen Beständen - natürlich passend zum Thema!Ich freue mich sehr auf Eure Beiträge und werde zu jeder Region ein Unterthema erstellen, so dass es etwas übersichtlicher wird. Einige Tipps und Empfehlungen werde ich schon mal vorab anhängen - Ihr müsst davon natürlich nichts lesen. Dann wünsche ich uns allen...Bon voyage – Buon viaggio - Have a nice trip - Tenha uma boa viagem - Приятной поездкиСчастливого пути - ¡Qué tengas un buen viaje! -旅途愉快!- すばらしい旅行をなさって下さい。-Gute Reise! TeilnehmerInnen:abaAberRushAmayaRoseAriettaArizonaarunban-aislingeachBellastellaBellisPerennisBibliomaniablack_horseBonniereadsbooksBuchraettinBücherwurmBuchinaCaroasCode-between-linesConnyMc CorsicanaCosmoKramerDaniB83DieBertaDunkelblauElkeelmidiGelindeGinevraGingkoGruenentegstGwendolinahannelore259hexepankiInsider2199IraWirajasbrjeanne1302kopikrimielseKruemelGizmoleiraseleneleseratteneuleseleaLeonoraVonToffiefeelesebiene27leucoryxLexi216189lieberlesen21LibriHollylittleowllouella2209MaritaGrimkeMinnaMminorimiss_mesmerizedmozireadnaninkaNightflowerOannikiOrishapardenPetrisPMelittaMPostboteRyffysameaSchlehenfeeschokolokoserendipity3012Sikalsnowi81StefanieFreigerichtstefanie_skysursulapitschiSvanvitheTalathielTanyBeeTatjana89Thaliomeevielleser18wandablueWanderdueneWedmawerderanerWollywunderfitz

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    • 1702
  • Der LovelyBooks Lesesommer 2016

    Lesesommer
    Marina_Nordbreze

    Marina_Nordbreze

    In guter alter Tradition starten wir auch in diesem Jahr wieder in die sommerliche Jahreszeit mit unserem großen LovelyBooks Lesesommer! Ihr dürft euch dieses Mal wieder auf spannende Aufgaben und viele tolle Buchtipps freuen. Jede Woche findet ihr auf unserer Aktionsseite eine neue Verlosung mit großartigen Büchern für die Sommerzeit.Erneut möchten wir mit euch 10 Wochen lang über fesselnde Sommerlektüren diskutieren, Fotos austauschen und neue Bücher entdecken. Wir werden euch im Laufe des Lesesommers verschiedene Aufgaben stellen, die ihr bis zum 7. August in beliebiger Reihenfolge bearbeiten könnt. Für jede Aufgabe könnt ihr Punkte sammeln – bei einigen Aufgaben gibt es auch Extra-Punkte zu ergattern. Auf unserer Übersichtsseite findet ihr außerdem jede Woche neue Buchtipps und könnt sommerliche Buchpakete gewinnen!Wer bis zum Ende des Lesesommers am 7. August die meisten Punkte gesammelt hat, der gewinnt eine literarische Wochenendreise nach Verona (Anreise und 2x Übernachtung inkl. Frühstück)! Dort könnt ihr auf den literarischen Spuren von Romeo und Julia wandeln!Außerdem gibt es für die Plätze 2 - 5 je ein schönes Buchpaket mit neuem Lesestoff. Zusätzlich verlosen wir noch unter allen Teilnehmern 5 weitere Buchpakete unabhängig von der erreichten Punktezahl.Wenn ihr teilnehmen möchtet, dann meldet euch gleich hier im Thema "Ich bin dabei!" an und stellt euch gerne ein bisschen vor. Wer noch überlegt, ob er mitmachen möchte, der kann gern auch später noch einsteigen!Wenn ihr über Twitter, Instagram oder Facebook über den Lesesommer berichtet, darüber plaudert oder Fotos teilt, freuen wir uns, wenn ihr den Hashtag #LBlesesommer verwendet!Wir freuen uns auf viele sommerliche Buchtipps, sonnige Lesestunden – egal ob im Urlaub am Strand oder daheim auf dem Balkon – und natürlich aufs Lesen wundervoller Bücher!P.S.: Alle Blogger unter euch dürfen sehr gern die Grafik, die ihr hier oben im Thema findet, in ihrem Blog verwenden, falls ihr zur Aktion einen Blogbeitrag schreiben möchtet!

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  • Berührend und eindringlich

    Ismaels Orangen
    Samtpfote

    Samtpfote

    23. April 2016 um 00:33

    Meine Meinung: Dieses Buch wollte ich eigentlich sofort nach seinem Eintreffen bei mir lesen. Nur ist irgendwie immer etwas von meinem SuB dazwischen gekommen :-) Ich war total gespannt auf das Buch und hoffte, durch diese Lektüre ein wenig mehr über den Nahostkonflikt zu erfahren, den ich zwar fast täglich in den Medien mitkriege, dessen Hintergründe ich aber viel zu wenig kenne. Da ich aber der Meinung bin, dass auch diese Konflikte, die nicht direkt vor unserer Haustür stattfinden, uns alle angehen und da ich mich als Kunstschaffende beauftragt fühle, mir alle möglichen Informationen zu aktuellen Themen zu beschaffen, war klar, dass ich dieses Buch unbedingt lesen musste. Und es hat mich nicht enttäuscht, sondern einfach nur begeistert. Die Autorin, selber ein Kind einer jüdischen Mutter und einem muslimischen Vater aus Palästina, weiss, wovon sie spricht und sie schafft es nicht nur, ein differenziertes Bild beider Kulturen und des vorherrschenden Konfliktes zu zeichnen, sie vergisst dabei auch nicht, die Schönheit und Vielfalt der beschriebenen Länder in schillernden Farben zu zeichnen. Dies geht ja leider im ganzen Kriegsgeschehen und in den Berichterstattungen darum immer wieder unter. Im Zentrum des Buches stehen die Liebesgeschichte um Judith und Salim und die Lebensgeschichten ihrer Familien. Diese reagieren gar nicht begeistert, als sie von der jungen Liebe zwischen Judith und Salim erfahren und halten mit ihrer Kritik nicht zurück. Bald zeigt sich, dass der Grat zwischen Freund und Feind sehr schmal sein kann und dass es nicht immer einfach ist, Hilfe zu finden, ohne gleich zu Gegenleistungen angehalten zu werden. So sind die beiden immer mehr gezwungen, sich von ihrem gewohnten Umfeld zu distanzieren und sich eine eigene Wirklichkeit und ein eigenes Leben aufzubauen. Nur ist da immer noch dieser andauernde Krieg und immer mal wieder überschatten die Geister der Vergangenheit ihr zerbrechliches Glück. Schreibstil und Handlung: Claire Hajajs Schreistil hat mich sofort in seinen Bann gezogen und nicht mehr losgelassen. Er ist vielfältig, bunt, detailliert und sehr feinsinnig und die Autorin schafft es immer wieder, die Gefühlswelt einer Person oder eine Situationsbeschreibung mit wenigen Worten ganz genau auf den Punkt zu bringen. Sie schreckt auch vor tragischen Ereignissen und dramatischen Wendungen nicht zurück und zeigt ihre eigene Trauer über die vorherrschende Situation nicht mit grossem Pathos, sondern mit einer leisen Eindringlichkeit, die mich erschütterte. In der Beziehung zwischen Judith und Salim sehen wir unendlich viel Zerrissenheit, Nähe, Verletzlichkeit, Liebe und auch ganz viele Missverständnisse und was sie als Paar erleben, erleben auch ihr Heimatland und ihre Kulturen in noch viel grösserem Ausmass und was immer wieder unter der Flagge des - leider falschen - Stolzes und der Ehre, des Besitzanspruches und der Vergangenheit ausgetragen wird, wiederholt sich doch immer und immer wieder und erzeugt einen Strudel von Gewalt, Hass und Zerstörung. Was wir in diesem Buch nicht erfahren, ist eine eindeutige Schuldzuweisung, die so wohl auch gar nicht möglich und für die Handlung sicher nicht notwendig ist. Wir befinden uns als Leserinnen und Leser aber immer wieder ganz nahe an der selben Ohnmacht, die alle Beteiligten zuweilen erfasst, lähmt und zu absurden Reaktionen zwingt. Die wunderbar geschichtlich orientierte Handlung, die klar gezeichneten Charaktere und die traumhaft schönen aber blutbefleckten Schauplätze vereinen sich in diesem zwingend lesenswerten Buch zu einem überwältigenden Ganzen und machen aufmerksam auf einen der grössten und am längsten andauernden Konflikt in unserer heutigen Zeit und seine Auswirkungen, die sich nicht nur in Israel und Palästina selber, sondern auf der ganzen Welt abzeichnen. Meine Empfehlung: Bitte lest dieses Buch, verschliesst euch nicht vor dem, was hier beschrieben wird, erkundigt euch, recherchiert, bildet euch eine eigene Meinung und vor allem: prüft euer eigenes Leben und Empfinden auf unverrückbare Vorurteile, auf ungelöste Probleme und auf Situationen, in denen ihr es versäumt habt, um Verzeihung zu bitten und tragt die Saat der Liebe und des Friedens, die ihr bei Judith und Salim findet, immer wieder weit in die Welt hinaus und lasst sie ihre Wurzeln in eurem Herzen schlagen. Zusätzliche Infos: Titel: Ismaels Orangen Originaltitel: Ishmael's Oranges Autorin: Claire Hajaj Gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag und Lesebändchen: 448 Seiten Sprache: Deutsch Originalsprache: Englisch Übersetzt von: Karin Dufner Verlag: Blanvalet Erscheinungstermin: 16. März 2015 ISBN: 978-3-7645-0516-5

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  • Ismaels Orangen (Claire Hajaj)

    Ismaels Orangen
    PoldisHoerspielseite

    PoldisHoerspielseite

    10. April 2016 um 13:20

    Der siebenjährige Ismael freut sich schon darauf, die ersten Orangen des Baumes zu ernten, der zu Ehren seiner Geburt gepflanzt wurde. Doch 1948 bricht der Krieg in Palästina aus, und die Familie muss fliehen. Nach dem Tod des Vaters verlässt wird Ismael auch von seiner Mutter verlassen und hofft, in London ein neues Leben beginnen zu können. Dort lernt er die jüdische Judith kennen, die den Holocoust überlebt hat und sich nach einem ruhigen und normalen Leben sehnt...Claire Hajaj hat in ihrem Debutroman zwar nicht die Geschichte ihrer Eltern nacherzählt, doch „Ismaels Orangen“ ist unverkennbar von ihrem palästinensichen Vater und ihrer jüdischen Mutter inspiriert. Und so erzählt sehr feinfühlig von zwei getriebenen Seelen, von Flucht und Verlust, aber auch von Liebe und dem Willen, trotz aller Widerstände zusammenzustehen. Dabei zeichnet sie ein sehr genaues Bild von den beiden Hauptcharakteren Ismael und Judith, geht zurück bis in deren Kindheit, um dem Leser dessen Gefühlswelt sehr nahe zu bringen. Und es funktioniert, schnell meint man, besonders Ismael zu kennen und fiebert mit, seine rastlose Seele wird sehr offenbar. Auch Judith, deren Wunsch nach Geborgenheit und Liebe größer ist als die Traditionen, die sie von ihren Eltern mitbekommen hat, die zurücksteckt und der ruhende Pol in der Beziehung ist, ist ein wunderbarer Charakter, wirkt sehr warm und liebevoll. Die Handlung konzentriert sich dabei recht schnell auf die Beziehung der beiden, sie ist der rote Faden. So entwickelt sich die Handlung eher langsam weiter, wirkt aber dafür umso intensiver und gefühlsbetonter. Die Konflikte, die zwischen den Familien der Protagonisten entstehen, sind sehr sinnbildlich für den immer noch schwelenden Konflikt zwischen den beiden Religionen. Und auch das ist eine Stärke des Romans, denn in die Liebesgeschichte fließen auch immer wieder politische und historische Momente mit ein.Bis die Geschichte wirklich in Fluss kommt, dauert es ein paar Seiten, doch das Durchhaltevermögen lohnt sich. Denn die in die Handlung eingebauten arabischen Begriffe, die im Anhang erklärt sind, die sich aber auch oft aus dem Kontext ergeben, bringen eine sehr reizvolle Note mit ein. Und auch ansonsten schafft die Autorin sehr klare und lebendige Szenen, die bildhafte Sprache führt zu einem sehr flüssigen Verlauf.„Ismaels Orangen“ ist ein sehr gefühlvoller Roman um zwei Menschen aus ganz unterschiedlichen Kulturen, die jedoch beide Vertreibung und Krieg erlebt haben. Trotz aller Widerstände finden sie zusammen, müssen aber immer wieder um ihre Beziehung kämpfen, was sehr liebevoll und eindringlich wurde. Dass dabei historische Gegebenheiten eingebaut sind, rundet den Roman sehr gelungen ab.

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  • Ein Buch das mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird

    Ismaels Orangen
    Das_Leseleben

    Das_Leseleben

    04. August 2015 um 17:24

    "Ismaels Orangen" von Claire Hajaj konnte mich schon im Rahmen der Lesung im Jüdischen Museum Berlin von sich gefangen nehmen. Von meiner allerersten Lesung habe ich euch bereits berichtet. Erschienen ist der Roman bei Blanvalet und er hat 448 Seiten. Inhalt: Salim Al-Ismaeli ist der Sohn eines palästinenschen Orangenzüchters, der bis April 1948 in Jaffa aufwuchs. Er träumte davon die Zucht zu übernehmen und die Früchte seines Orangenbaums zu pflücken, bis seine Familie zur Flucht gezwungen wird und Salim seine Träume zurück lassen muss. Fern ab zur gleichen Zeit wächst in England die Jüdin Judit auf. Sie ist das Kind Holocaustüberlebener, sie bleibt fast unberührt von dem Krieg in Palästina/Israel. Als sich Judit und Salim begegnen und in einander verlieben, stellt sich die Frage kann Liebe Hass besiegen? Meine Meinung: "Ismaels Orangen" ist ein Roman, der mich von der ersten bis zu letzten Seite absolut von sie begeistern konnte ohne, das ein Volk dabei im Vordegrund steht. Feinfühlig wird der Leser in die Lebenssituation beider Völker eingeführt. Da wir Salim und Judit, später Jude, schon als Kinder beginnen kennen zu lernen, erfahren wir was es für Salim bedeutet in Palästina zu leben und was es heißt als Kind entwurzelt zu werden. Jude wächst in einer Familie auf, die noch mit den Folgen eines anderen Krieges kämpft und nun alte Tradition versucht neu aufleben zu lassen. Der Roman wechselt die ganze Zeit zwischen Jude und Salim, wobei Salims Geschichte mehr Raum einnimmt. Da aus der Sicht eines allwissenden Erzählers berichtet wird fällt dies nicht zu sehr auf, den Jude spielt in dem Handeln von Salim eine sehr große Rolle. Sowohl Jude als auch Salim, sind verständig handelnde Personen. Wobei ich zu geben muss, dass ich von Judes Menschlichkeit tief beeindruckt bin. Wahrscheinlich würde ich mit Salims Vergangenheit, ähnlich handeln. Keiner der beiden Hauptcharaktere kann die typisch Gut-Karte zu geschoben werden, oder die Gegenteilige. Der komplette Roman hat Figuren mit Ecken und Kanten, genau wie der Konflikt um das Land zwischen Jordan und dem Mittelmeer. Das Original findet ihr auf meinem Blog: das-leseleben.webnode.com

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  • Die LovelyBooks Themenchallenge 2015

    Das Schloss der Träumenden Bücher
    Daniliesing

    Daniliesing

    Ihr lest gern Bücher aus den verschiedensten Genres? Ihr sucht nach einer Leseherausforderung für 2015? Dann seid ihr hier genau richtig! Der Ablauf ist ganz einfach: Bei der Themen-Challenge geht es darum, passend zu 40 vorgegebenen Themen mindestens 20, 30 oder 40 Bücher aus 20, 30 oder 40 unterschiedlichen Themen zu lesen. Ihr könnt euch selbst als Ziel stecken, ob es 20, 30 oder 40 Bücher werden sollen. Bitte gebt dieses Ziel bei der Anmeldung mit an. Bitte sammelt alle eure gelesenen Bücher mit den passenden Themen in einem einzelnen Beitrag, den ich oben in einer Teilnehmerliste bei eurem Namen verlinken werde. Schickt mir dazu eine Nachricht mit dem Link zu eurem Sammelbeitrag! Wenn ihr ein Thema erfüllt habt, schreibt in diesem Sammelbeitrag, mit welchem Buch ihr das geschafft habt und postet einen Link zu eurer Rezension oder aber verfasst eine Kurzmeinung auf der Buchseite und teilt dann den Link zur Lesestatus-Seite, auf der auch die Kurzmeinung zu finden ist, mit uns. Diese Challenge läuft vom 1.1.2015 bis 31.12.2015. Alle Bücher, die in diesem Zeitraum und passend zu den Themen gelesen wurden, zählen. Es zählen Bücher aus allen Genres und mit allen Erscheinungsjahren, sofern sie die Themen erfüllen. Sie dürfen gern vom SuB (= Stapel ungelesener Bücher) oder neu gekauft, geschenkt bekommen oder geliehen sein. Man kann jederzeit noch in die Challenge einsteigen und auch passende Bücher zählen, die man zuvor im Jahr 2015 gelesen hat. Zu diesen Themen wollen wir passende Bücher lesen: Für jedes Thema gibt es ein extra Unterthema, in dem ihr euch über eure gelesenen oder eventuell dazu geplanten Bücher austauschen könnt. Ein Buch, in dem es um Bücher, Literatur und / oder das Lesen geht. Ein Buch, dessen Cover hauptsächlich (am besten ausschließlich) Schwarz und Weiß ist. Ein Buch, dessen Titel aus genau 2 Wörtern besteht. Ein Buch mit einer durchschnittlichen Bewertung von 3 oder weniger Sternen auf LovelyBooks. (Das Buch muss mindestens 3 Bewertungen haben, es gilt der Zeitpunkt, zu dem du zu lesen beginnst.) Ein Buch von einem Bestsellerautor, von dem du selbst noch nie etwas gelesen hast. Ein Buch, das gedruckt bisher ausschließlich als Hardcover erschienen ist. Ein Buch, das in Asien, Südamerika oder Afrika spielt. Ein Buch mit mehr als 650 Seiten. Ein Buch mit einer jungen und einer älteren Hauptfigur, mindestens 40 Jahre Altersunterschied. Ein Buch, zu dem es auf LovelyBooks noch keine Rezension sowie keine Kurzmeinung gibt. (Es zählt der Zeitpunkt des Lesebeginns.) Ein Buch mit einen elektrischen Gegenstand auf dem Cover. Ein Buch, in dessen Buchtitel gegenteilige Wörter / Dinge genannt werden. Ein Buch von einem Autor, der bisher ausschließlich dieses eine Buch veröffentlicht hat. Ein Buch, das durch seinen Titel & sein Cover auf eine ganz bestimmte Jahreszeit hindeutet. Ein Buch, in dem mindestens 3 unterschiedliche fantastische Wesen vorkommen. Ein Buch das, egal ob im Original oder in der Übersetzung, einen Literaturpreis gewonnen hat. (Bitte den Namen des Preises mit angeben.) Ein kunterbuntes Buch. Ein Buch, dessen Buchtitel eine Aufforderung ist. Ein Buch, bei dem die Initialen des Autors 2 aufeinanderfolgenden Buchstaben im Alphabet entsprechen. Ein Buch, das erstmalig 2015 in dieser Sprache erschienen ist. Ein Buch, das du geschenkt bekommen hast. (Bitte verrate auch von wem und zu welchem Anlass.) Ein Buch, in dem ein Tier von großer Bedeutung ist. Ein Buch mit Streifen auf dem Cover. Ein Buch, das eine Buchreihe abschließt. Ein Buch, das kein Roman ist. Ein Buch, das in einem Verlag erschienen ist, dessen Verlagsname mit dem selben Buchstaben beginnt oder endet wie dein Vor- oder Nickname. Bitte den Vornamen ggf. mit angeben ;) Ein Buch, in dessen Titel das Wort "Liebe" vorkommt. Eines der 5 Bücher, die schon am längsten ungelesen in deinem Regal stehen. (Falls du es weißt, verrate doch, wie lange du es schon besitzt.) Ein Buch, das für dich ein außergewöhnlich schönes Buchcover hat. Ein Buch, das verfilmt wurde oder sicher verfilmt wird. Ein illustriertes Buch. Es sollten richtige Zeichnungen und nicht nur Verzierungen am Seitenrand sein. Ein Buch, das zuerst auf Deutsch erschienen ist und ins Englische übersetzt wurde. Ein Buch, dessen Autor bereits verstorben ist. Ein Buch, das einen Monat im Buchtitel hat. Bitte lies das Buch auch in dem Monat, der im Titel vorkommt. Ein Buch, in dem es um Musik geht. Ein Buch, von dem du dachtest, du würdest es niemals lesen, weil es z.B. nicht deinen Lieblingsgenres entspricht. Ein Buch mit Blumen / Blüten auf dem Cover. Ein Buch, das eine Krankheit oder Behinderung thematisiert. (Bitte gab auch an welche!) Ein blutiges Buch. Ein Buch, in dessen Titel mindestens ein Wort aus einer anderen Sprache vorkommt. (Es darf nicht im deutschen Duden stehen.) Ich wünsche uns allen ganz viel Spaß & ich bin gespannt, welche Themen sich am leichtesten und welche als am schwierigsten heraustellen! Wer ist dabei? Ein paar zusätzliche Informationen: * Bezieht euch bei der Zuordnung des Buches zu einem der Themen immer auf die Ausgabe des Buches, die ihr selbst besitzt! * Sprache, Format etc. sind egal - auch Hörbücher gelten, außer es ist für das Thema von Bedeutung * Man kann diese Challenge mit anderen kombinieren, also auch Bücher hierfür und gleichzeitig für andere Challenges zählen. * Die Zuordnung der Bücher zu bestimmten Themen kann auch nachträglich noch geändert werden. * Wichtig ist, dass man das Buch 2015 beendet. Wann man es angefangen hat, ist egal. * Falls Bücher, die eine ISBN haben, noch bei LovelyBooks fehlen, geht in eure Bibliothek und sucht es oben unter "Bücher hinzufügen". Dort wählt ihr für deutschsprachige Bücher die Suche bei Amazon.de aus, für fremdsprachige alternativ Amazon.co.uk oder .com Die Challenge wird im Januar 2016 ausgewertet! Wer vorher sein Jahresziel erreicht hat, kann mir eine kurze Nachricht schreiben. Teilnehmer: 0VELVETVOICE0 19angelika63 (1/40) 78sunny (40 / 40) AberRush (30 / 30) Aduja 1(2/20) Aglaya (40 / 40) Agnes13 (40/40) Ajana (14/20) Alchemilla (1/40) Aleida (30 / 30) allegra (20 / 20) Alondria (22 / 20) Amaryllion (13/20) Amelien (19/20) ANATAL (31/30) andymichihelli (40/40) angi_stumpf (40 / 40) Aniday (36 / 30) Annilane (0/30) Anniu (16/30) anra1993 (33/40) Anruba (33/40) anybody (13/40) apfel94 (0/40) Arachn0phobiA (40 / 40) Aria_Buecher (15/40) Arizona (22/20) Ascheflocken (12/40) AuroraBorealis (14/20) Ayda (3/20) baans (8/30) Backfish (7/20) Bambi-Nini (25/20) ban-aislingeach Belicha (2/20) Bella233 (40 / 40) Bellis-Perennis (40 / 40) BethDolores (0/40) BiancaWoe (8/20) Bibliomania (32 / 30) Birgit1985 (20 / 20) black_horse (40 / 40) blauerklaus (24/20) Bluebell2004 (35/20) BlueSunset (36/30) bookgirl (30/40) Bookling (0/20) bookscout (33/30) Bookwormy (3/20) Bosni (21/20) buchfeemelanie (18/30) Buchgeborene (1/40) Buchgespenst (30 / 30) 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    • 8480
  • Kann Liebe dort wachsen, wo Hass gesät wird?

    Ismaels Orangen
    Lucretia

    Lucretia

    26. July 2015 um 15:21

    Meine Meinung: “Kann Liebe wachsen, wo Hass gesät wird?” Diese Frage stellt man sich unweigerlich, wenn man sich mit dem Roman “Ismaels Orangen” von Claire Hajaj beschäftigt. Wenn man zunächst das blassgelbe Buchcover betrachtet, sieht man darauf in der Mitte einen leuchtenden Orangenbaum, der inmitten einer von Hitze gekennzeichneten Landschaft wächst und zahlreiche Früchte trägt. In der Nähe des Baumes sieht man einen Jungen, der davonrennt  und/oder eine andere Richtung einschlägt. Das Cover symbolisiert etwas von “zurücklassen” bzw. “seine Heimat zu verlassen” und der Baum in der Mitte steht für “Fruchtbarkeit” und “Wachstum”. Bildlich passt das Buchcover hervorragend zum Inhalt des Buches und wurde meiner Meinung nach, sehr gut ausgewählt. Thematisch beschäftigt sich die Geschichte mit dem Konflikt zwischen Israelis und  Palästinensern und das Land Israel, ein Land mit zwei Völkern, die sich tagtäglich, zahlreiche und sehr blutige Auseinandersetzungen liefern. Die Geschichte beginnt im Jahr 1948 und handelt von dem siebenjährigen Salim, Sohn eines palästinensischen Orangenzüchters, der in der Hafenstadt Jaffa aufwächst. Salim träumt davon, die ersten Früchte seines Orangenbaums ernten zu können, den seine Eltern zu seiner Geburt für ihn gepflanzt haben. Das Schicksal jedoch meint es anders mit ihm, denn schon sehr bald, muss seine Familie das Land und ihr Anwesen verlassen, da ihr Heimatland von Israelischen Truppen eingenommen wird. Die Familie flieht nach Nazareth und zerbricht dabei. Salim geht später nach England um dort zu studieren und ein besseres Leben zu führen. In London schlägt das Schicksal erneut zu, doch diesmal erfreulicher und schöner, denn dort lernt Salim die Jüdin Judith kennen. Salim und Judith verlieben sich schließlich ineinander und zeigen ihrer Umgebung, dass ihre Liebe stärker ist als jeder kultureller Konflikt. Sie heiraten und bekommen zwei Kinder, doch das Leben geht oft andere Wege als gewünscht und das Schicksal nimmt erneut seinen Lauf und ändert ihr Leben auf dramatische Art und Weise, denn dort wo Liebe wächst, ist Hass, der Verlust mit sich bringt, nicht sehr weit entfernt. Mir hat der Roman “Ismaels Orangen” ausgesprochen gut gefallen, da die Geschichte mich inhaltlich sehr mitgerissen hat und die Thematik des Nahostkonfliks sehr gut in die Familiengeschichte mit eingebunden wurde. Durch die Verknüpfung der Thematik mit der Familiengeschichte, wirkt der Inhalt keineswegs künstlich oder abstrakt, sondern sehr realistisch und lebensnah. Claire Hajaj erschafft Bilder und erweckt sie in ihrem Werk zum Leben, so spürt man jeden noch so kleinen, raschelnden Grashalm unter seinen Füßen, oder sieht den leuchtenden Orangenhain mit seinen saftigen Früchten förmlich vor sich stehen. Der Erzählstil hat mir gut gefallen, jedoch war dieser an einigen Stellen etwas zu langatmig. Die Botschaft dieser Geschichte ist indes einmalig schön und mit dem Wunsch von Frieden ohne Grenzen gekennzeichnet. Fazit: Ein wunderbares Buch über eine Liebe, die kulturelle Grenzen überwindet und den Wunsch nach Freiheit und Frieden in sich trägt.

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  • Gefangen zwischen den Kulturen

    Ismaels Orangen
    sommerlese

    sommerlese

    20. July 2015 um 15:29

    Autorin "*Claire Hajaj*" thematisiert in ihrem Roman "*Ismaels Orangen*" den Nahostkonflikt. Das Buch erscheint 2015 im "*Blanvalet Verlag*". Jaffa im Britischen Mandatsgebiet Palästina, 1948: Der siebenjährige Salim Al-Ismaeli lebt auf einer Orangenbaumplantage und hat eine unbeschwerte Kindheit. Erst der Einmarsch jüdischer Truppen vertreibt die Familie von ihrem Besitz. Sie fliehen nach Nazareth zu Salims Verwandtschaft. Sein eigener Orangenbaum wird von nun ab Salims Traumbild seiner Heimat.  Er studiert in London und lernt Jude (Judit) kennen, die Jüdin ist und deren Großeltern Holocaust-Vertriebene sind.     Eine Liebesgeschichte zwischen einer Jüdin und einem Palästinenser bringt uns die Autorin Claire Hajaj hier nahe und erzählt dabei auch ein Stück weit ihre eigene Geschichte. Jude und Salim verlieben sich in England, beide sehnen sich nach einem normalen und glücklichen Leben. Kulturelle Unterschiede wollen sie nicht zulassen, stellen ihre Liebe über alles. Sie halten gegen familiäre Anfechtungen und Widerstände zusammen und bekommen Zwillinge. Doch die Idylle hat nicht lange Bestand. Durch berufliche Hindernisse und das Auftauchen von Salims radikalem Bruder, der die PLO unterstützt, kommt es langsam schwelend zum Bruch. Salim verliert sich mehr und mehr in seinen Selbstzweifeln, seiner Wut und seinen Träumen und merkt nicht, wie er sich von seiner Familie immer weiter distanziert. Er erwartet von seinen Kindern die Hingabe zu ihrer arabischen Herkunft und von seiner Frau die Aufgabe ihres Glaubens. Der Orangenbaum ist für Salim symbolträchtig und steht für sein Stück Heimat, das er schützen und bewahren will. Das erlittene Unrecht frisst an seiner Seele. Er versucht, das Haus und Land seiner Vorfahren von den Israelis mit gerichtlichen Schritten zurück zu gewinnen. Jude ist eine willensstarke Person, die sich voll und ganz auf ihren Mann und  Kinder einlässt und ihnen den Zugang zu beiden Kulturen ermöglichen will. Ihre Liebe ist ihre Macht gegen Salims Zerrissenheit, wird sie damit Erfolg haben. Mit einem hervorragenden Schreibstil führt die Autorin durch die Geschichte und zeigt die Konflikte der fanatischen Seiten der jüdischen und der arabischen Kultur auf. Aber sie gibt auch Hoffnung mit ihrer wunderschön erzählten Liebesgeschichte, die einen gefangen nimmt.  Ismaels Orangen hat mich sehr bewegt. Dieser Roman zeigt eine junge Liebe, die sich durch ihre familiäre Prägung auf verschiedene Herkunft selbst den Weg verbaut. Jeder ist gefangen in seiner Kultur, die er von Kindesbeinen an kennt und lebt. Auch wenn ein Partner tolerant ist, und den Schutz der Kinder vor Augen hat, so kann die Liebe nicht weiter bestehen, wenn der andere von Zweifeln, Hass und Wunschdenken erfüllt ist. Was wird aus den Kindern, die zwischen den Fronten sitzen und für welche Kultur sollen sie sich entscheiden. In der heutigen Zeit eine allgegenwärtige Situation, die nicht einfach ist.  Die Schilderung des Lebens in Palästina / Israel und die geschichtliche Entwicklung in dieser Region bestimmt die Handlung in großem Maße. Die Sicht auf die Vertreibung, die Gewalt und der gegenseitige Hass wird durch einen Blick auf einzelne Schicksale gut erklärt und dem Leser die Problematik dieser Gegend deutlich bewusst gemacht. Doch die Hoffnung auf Frieden macht sich in den Herzen breit. Nur die Liebe der Menschen untereinander kann ein Machtwort gegen Konflikte und Kriege sprechen.  

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  • Eine klare Leseempfehlung!

    Ismaels Orangen
    SharonsBuecherparadies

    SharonsBuecherparadies

    19. July 2015 um 14:26

    Worum gehts? Salim ist sieben Jahre alt, als der mit seiner Familie zusammen das Land verlassen muss. Zurück lässt er seine geliebten Orangenbäume. Zeitgleich wächst Judit in England auf, bei jüdischen Eltern. Doch sie ist eine Außenseiterin. Irgendwann kommt auch Salim nach England und lernt Judit kennen. Eine Lovestory beginnt.... Was halte ich von dem Buch?Der Einstieg in das Buch war für mich leider nicht so einfach, wie gedacht. Es tauchen viele arabische Wörter auf, die man im Buch weiter hinten nachschlagen musste. Dies verzögerte den Lesefluss und machte es mir anfangs leider weniger leicht. Dennoch ging es um ein besonderes Thema. Es geht hier um ein tragisches Schicksal von Familien im Nahostkonflikt, es geht um zwei Hauptcharaktere, die völlig verschieden waren. Ich mochte Beide sehr. Sie wurden von der Autorin mit viel Liebe und Detail beschrieben. Man bemerkte auch gleich zu Beginn, dass es beide nicht wirklich leicht hatten. Es wurde aus beiden Perspektiven geschrieben, so konnte man auch in deren Gefühlswelt eintauchen und sich ein genaues Bild beider Charaktere machen. Die Story war abwechslungsreich und real und auch die Liebe, die sich zwischen Judit und Salim nach und nach sehr zart entwickelte, wurde nicht zu dick aufgetragen und am Rande weiter behandelt. Der Schreibstil des Buches war sehr flüssig und so ließ sich das Buch recht gut weg lesen. Auch die Spannung wurde nach und nach aufgebaut. So wurde es an keiner Stelle langweilig.  Das Cover des Buches gefällt mir im englischen Original etwas besser, da es farblich schöner gestaltet wurde. Auf dem deutschen Cover sehen wir Ismaels Orangenbaum, da dem er sehr hing. Sein Traum war es, zu diesem Ort einst zurückzukehren. Ebenso sehen wir eine Person, die vermutlich Salim darstellen soll. Trotz des etwas schwierigerem Einstiegs, konnte mich da Buch begeistern. Neben sehr liebevollen und aussagekräftigen Charakteren konnte mich auch die Handlung in ihren Bann ziehen. Für mich eine klare Leseempfehlung! - Cover: 3/5- Story: 5/5- Schreibstil: 4/5- Charaktere: 5/5- Emotionen: 4/5Gesamt: 4/5 Palmen

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  • Der LovelyBooks Lesesommer 2015

    Lesesommer
    Daniliesing

    Daniliesing

    Im letzten Jahr hat uns der Lesesommer mit euch so viel Spaß gemacht, dass wir auch 2015 passend zu den Sommerferien wieder durchstarten. Die sommerlichen Temperaturen sind schon da, deshalb wollen wir nun auch schnell mit unserem LovelyBooks Lesesommer beginnen. Ihr dürft euch dieses Mal wieder auf spannende Aufgaben & zusätzliche Specials freuen. Auf unserer Aktionsseite stellen wir euch außerdem tolle Lesetipps für den Sommer vor und ihr findet dort zusätzlich jede Woche eine Verlosung, bei der ihr weitere Punkte sammeln könnt. Selbstverständlich sind auch all jene herzlich willkommen, die im letzten Jahr noch nicht dabei waren. Erneut möchten wir mit euch 10 Wochen lang über fesselnde Sommerlektüre diskutieren, Fotos austauschen und neue Bücher entdecken. Wir werden euch im Laufe des Lesesommers verschiedene Aufgaben stellen, die ihr bis zum 13. September in beliebiger Reihenfolge bearbeiten könnt. Für jede Aufgabe könnt ihr Punkte sammeln - bei einigen Aufgaben gibt es auch Extra-Punkte zu ergattern. Zusätzlich zu diesen Aufgaben, gibt es jede Woche ein Verlosungsspecial, an dem ihr eine Woche lang teilnehmen und so weitere Punkte sammeln könnt. Schaut dazu am besten immer am Montag auf unserer Aktionsseite zum Lesesommer vorbei, wenn dort das neue Special vorgestellt wird. Bitte beachtet, dass ihr hier immer nur eine Woche lang - von Montag bis Sonntag - teilnehmen & so Punkte sammeln könnt! Wer bis zum Ende des Lesesommers am 13. September die meisten Punkte gesammelt hat, der gewinnt eine literarische Wochenendreise nach Lissabon (Anreise und 2x Übernachtung inkl. Frühstück). Außerdem gibt es für die Plätze 2-5 je ein schönes Buchpaket mit neuem Lesestoff. Zusätzlich verlosen wir unter allen Teilnehmern 5 weitere Buchpakete, egal wie viele Punkte man sammeln konnte. Wenn ihr teilnehmen möchtet, dann meldet euch gleich hier im Thema an und stellt euch gerne ein bisschen vor. Wer noch überlegt, ob er mitmachen möchte, der kann gern auch später noch einsteigen! Wenn ihr über Twitter, Instagram und/oder Facebook über den Lesesommer berichtet, darüber plaudert oder Fotos teilt, freuen wir uns, wenn ihr den Hashtag #LBlesesommer verwendet! Wir freuen uns auf viele sommerliche Buchtipps, sonnige Lesestunden - egal ob im Urlaub am Strand oder daheim auf dem Balkon - und natürlich aufs Lesen wundervoller Bücher! P.S.: Alle Blogger unter euch dürfen sehr gern die Grafik, die ihr hier oben im Thema findet, in ihrem Blog verwenden, falls ihr zur Aktion einen Blogbeitrag schreiben möchtet!

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    • 2823
  • *+* Ritt auf der rsierklinge zwischen Vergangenheit und Zukunft *+*

    Ismaels Orangen
    Irve

    Irve

    *+* Die Originalrezension ist auf meinem Blog erschienen*+* Liebe Lesefreunde, Salim musste im Kindesalter sein Heim in Palästina verlassen. Dies ist besonders tragisch für ihn, da er deshalb seinen sehnlichsten Wunsch begraben muss, endlich die Orangen an dem zu seiner Geburt gepflanzten Baum zu ernten. Der Junge tat mir aufrichtig leid, jedoch war es wegen der politischen Lage unabdingbar – wir schrieben in dieser Phase des Buches 1948 -, die Heimat zu verlassen. Zunächst kommt Salim mit seiner Famile bei der älteren Schwester unter. Später wird er in Großbritannien heimisch, wo er studiert und die Liebe seines Lebens kennenlernt, Judit. Judit und ihre Familie sind Juden und vor dem Holocaust nach Großbritannien geflohen. Auch sie musste die geliebte Heimat verlassen und tat sich – vor allem wegen ihres Glaubens – schwer, in dem fremden Land Fuß zu fassen und wahre, ehrliche Freunde zu finden. Auch ihr Schicksal berührte mich sehr. Es muss schlimm sein, sein gewohntes, gutes und sicheres Leben aufzugeben, nur um anschließend ständig die Steine aus dem Weg zu räumen, die einem vor die Füße gelegt werden. Auf der Suche nach einem Seelenverwandten, der Nähe und Sicherheit schenkt, trafen Salim und Judit aufeinander. Die Wirkung auf den jeweils anderen war enorm und so wunderte es mich nicht , dass die Liebe ihre Saat in die beiden legte. Das gemeinsame, tiefe Glück währte jedoch nur kurz, denn schon bald begann der Spießrutenlauf. Sie – Jüdin -, er – Araber – das konnte doch nicht gutgehen, oder? Überall waren Rechtfertigungen vonnöten und als die beiden sich endlich über dem Berg im sicheren Hafen von Liebe und Geborgenheit wähnten, traten Probleme von ganz anderer Seite auf. Zunehmend fand sich Salim in dem Konflikt zwischen seinen Welten wieder. Auf der einen Seite seine Eltern und Geschwister, seine Herkunft, sein Glaube, seine Überzeugungen. Dazu der immer übermächtiger werdende Wunsch aus der Kindheit: Endlich die Orangen seines Baumes zu ernten. Leider war es fast unmöglich, den alten Besitz zurück in seine Hände zu bekommen. Auf der anderen Seite seine Familie. Seine Frau, die er einst so geliebt und die seine Ideale mit ihr geteilt hatte sowie die gemeinsamen Zwillinge, die sich leider nicht immer in seinem Sinne entwickelten. Beeindruckend und facettenreich wird der Konflikt Palästinas mit Israel von 1948 bis hinein in die 8oer-Jahre gezeichnet. Teilweise sehr in die Tiefe gehend, was die Auswirkungen auf die Bevölkerung und vor allem die Flüchtinge bedeutete. Dieses sehr komplexe Thema wird gut in die Geschichte eingewoben, jedoch war es mir an einigen Stellen zu viel des Guten, was die politischen Hintergründe und vielen Details betraf. Dennoch waren diese Informationen notwendig, um Salims Dasein und weiteren Weg in der Erzählung zu ebnen. Denn Salim durchläuft innerhalb der betrachteten Zeitspanne eine große Entwicklung – leider nicht zum Guten. Seine Liebe zu Judit und den gemeinsamen Kindern – einst brodelnd und brennend wie ein Vulkan – erkaltete zunehmend wie die Lava, die zudem all ihre Farbe verlor und erstarb. Ich verstand den Mann, dessen Romanfigur mich zunächst sehr begeisterte und faszinierte, immer weniger. Seinen Beweggründen hätte mehr Beachtung zu mehr Verständnis verholfen. Ich konnte zwar nachvollziehen, warum er so handelte, wie er es tat, seine Beweggründe für die Entscheidung seines Ziels waren mir jedoch unverständlich. Da hätten mir mehr Einblicke in seine Seele und Gedanken gut gefallen. So wurde Salim leider immer undurchschaubarer, unsympathischer und fremder für mich. Am Anfang tat ich mich etwas schwer, um in den Roman hineinzufinden, aber nachdem die Protagonisten alle ihren Platz gefunden hatten, gab es kein Halten mehr. Claire Hajaj hat einen sehr flüssigen Schreibstil, der mich zunehmend durch das Buch fliegen ließ. Zudem brannten mir immer mehr die Fragen unter den Nägeln: Vergangenheit oder Zukunft? Seine Herkunft oder seine Familie? Wofür würde Salim sich wohl entscheiden? Inhalt: Jaffa, April 1948. Der siebenjährige Salim Al-Ismaeli, Sohn eines palästinensischen Orangenzüchters, freut sich darauf, die ersten Früchte des Orangenbaums zu ernten, der zu seiner Geburt gepflanzt wurde. Doch der Krieg bricht aus und treibt die ganze Familie in die Flucht. Von nun an hat Salim nur noch einen Traum: Eines Tages zu seinem Baum zurückzukehren und im Land seiner Väter zu leben. Zur selben Zeit wächst Judith als Tochter von Holocaust-Überlebenden in England auf – und sehnt sich danach, irgendwann ein normales und glückliches Leben führen zu dürfen. Als Salim und Judith sich im London der Sechzigerjahre begegnen und ineinander verlieben, nimmt das Schicksal seinen Lauf und stellt ihre Liebe auf eine harte Probe … Zum Buch: „Ismaels Orangen“ von Claire Hajaj ist im März 2015 unter der ISBN-Nr. 978-3-7645-0516-5 im Blanvet Verlag erschienen. Der Roman umfasst 448 Seiten und ist auch als Ebook, Audio-CD und Hörbuch-Download erhältlich. Autorin: Claire Hajaj, 1973 in London geboren, hat ihr bisheriges Leben zwischen zwei Kulturen, der jüdischen und der palästinensischen, verbracht und versucht, sie zu vereinbaren. In ihrer Kindheit lebte sie sowohl im Nahen Osten als auch im ländlichen England. Sie bereiste alle vier Kontinente und arbeitete für die UN in Kriegsgebieten wie Burma oder Baghdad. Sie schrieb Beiträge für den BBC World Service, außerdem veröffentlichte sie Artikel in Time Out und Literary Review. Ihren Master in Klassischer und Englischer Literatur hat sie in Oxford gemacht. Zur Zeit lebt sie mit ihrem Mann und ihrer Tochter in Beirut. Quelle: Randomhouse

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  • Eine Liebe zwischen den Fronten des Nahostkonflikts

    Ismaels Orangen
    Schlehenfee

    Schlehenfee

    30. June 2015 um 19:29

    Jaffa im Britischen Mandatsgebiet Palästina, 1948: Für den siebenjährigen Salim Al-Ismaeli dreht sich alles um seinen Orangenbaum auf der Familienplantage, Fußball und Freunde. Seine unbeschwerte Kindheit endet mit dem Einmarsch der jüdischen Truppen und der Flucht der Familie zu Salims Schwester nach Nazareth. Als später auch seine Mutter mit dem jüngeren Bruder die Familie verlässt, sehnt sich Salim mit jeder Faser seines Seins danach, den Orangenhain und das Haus wieder in seinen Besitz zu nehmen. Doch zunächst geht er zum Studium nach London. Es sind die Swinging Sixties und Salim distanziert sich von seiner Heimat. Er lernt Jude (Judit) kennen, deren Großeltern ebenfalls Flucht und Verteibung kennen: Erst die Flucht vor Pogromen, dann vor dem Holocaust. Trotz aller Hindernisse verlieben sich Jude und Salim und schwören sich, dass die Konflikte ihrer Herkunftsnationen ihnen nichts anhaben können. Salim wird das Orangenhaus jedoch niemals loslassen können.... Eine Liebesgeschichte, bei der sowohl Juden als auch Palästinenser zu Wort kommen, ihre Sicht der Dinge haben und es kein wirkliches Gut und Böse gibt, mit dem historischen Hintergrund des Nahostkonfliktes? Die Autorin Claire Hajaj hat sich viel vorgenommen, hat aber eine ähnliche Familiengeschichte und setzt beide Positionen meist gut um. Sie zeigt, dass es auf beiden Seiten Fanatiker gibt (Hassans Bruder und Judits Onkel, der glaubt: „Frieden ist die Seite der Verlierer“) und entscheidet sich nicht für eine Seite. Mit zunehmender Dauer der Handlung klang es für mich  unterschwellig so, dass Claire Hajaj etwas mehr zur Palästinenser-Seite tendiert, auch wenn Salim einige negative Seiten entwickelt. Damit konnte ich gut leben. Salim ist ein widersprüchlicher Charakter, der im späteren Leben auch seine fiesen Seiten zeigt: Er hat den Verlust der Heimat nie ganz verwunden, sieht in jedem beruflichen Rückschlag Ressentiments gegen sich als Person (weil er nicht aus dem Westen ist) und hat diese unterschwelligen Minderwertigkeitsgefühle gegenüber den Juden/Europäern und kommt überhaupt nicht mit seinem Sohn klar. Marc ist für ihn ein Schwächling, widerspricht seinem „arabischen“ Mannesbild. Das alles ist sehr menschlich und gut geschildert, machte es aber oft schwer für mich, mich mit Salim zu identifizieren. Jude kommt zu Beginn als sehr starker Charakter daher. Sie wird in der jüdischen Tradition erzogen und auch sie kann ihren Glauben nie ganz abschütteln, aber mehr als Salim. Mit zunehmendem Fortschreiten der Handlung kam mir Jude aber mehr und mehr wie eine Nebenfigur vor, sie wirkte sehr passiv. Ein weiterer kleiner Kritikpunkt ist die Veränderung von Marc. Seine psychischen Probleme kamen irgendwie aus dem Nichts und wirkten konstruiert auf mich. Alles in allem ein guter Roman: wer etwas über das Leben in Palästina bzw. Israel und die Geschichte der Region erfahren möchte, über das Schicksal der vertriebenen Palästinenser und wer hinter die Kulissen schauen möchte, dem kann ich den Roman trotz kleiner Schwächen empfehlen. Auch die Liebesgeschichte zwischen Salim und Jude konnte mich für sich gewinnen.

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  • Ismaels Orangen - eine schier unmögliche Liebesgeschichte

    Ismaels Orangen
    naninka

    naninka

    21. June 2015 um 16:59

    "Ismaels Orangen" erzählt die Geschichte einer schier unmöglichen Liebe zwischen einer Jüdin und einem Palästinenser. Vorurteile, Erinnerungen und Verpflichtungen gegenüber der eigenen Familie prägen diese Liebe. Judith (Jude) wie auch Salim (Sal) werden immer wieder mit ihrer eigenen Geschichte und ihrem Gewissen gegenüber ihrem kulturellen Familienerbe konfrontiert. Salim ist der Sohn eines Orangenbaumzüchters in Jaffa. Der Vater verliert alles - auch sein zu Hause mit den Orangenbäumen. (Bereits dies als starke Metapher - die bekannten Jaffa-Orangen aus Israel...) Der Sohn landet erst bei seiner Schwester in Nazareth und dann in London, wo er als erster in seiner Familie ein Studium absolviert. Seine Sehnsucht nach Heimat verlässt ihn nie. Jude kommst aus einer traditionellen jüdischen Familie mit einem russischen Ursprung und hat eine sehr enge Beziehung zu ihrer Grossmutter Rebbecca. Sie hat es als Jüdin nicht einfach in ihrer Umgebung und flüchtet sich in den Sport. Für sie ist der kulturelle Hintergrund manchmal etwas abstrakter. Die beiden "Aussenseiter" - jeder auf seine Art - verlieben sich im London der 60er Jahre Hals über Kopf in einander. Und obwohl der Weg steinig und schwierig ist, heiraten die beiden und bekommen Zwillinge. Der Sohn ist blond wie die Mama und die Tochter dunkel wie der Vater. Salim kommt nicht darüber hinweg, dass sein Vater damals enteignet wurde und ihm damals als Kind sein geliebtes zu Hause entrissen wurde. Jude ist zwar sehr liberal denkend und trotzdem ist ihr ihre Kultur sehr wichtig. Auch ihre Familie hat als Holocaustüberlebenden eine Geschichte der Verfolgung hinter sich, die sie prägt. Salim ist - im Gegensatz zu Jude - der Überzeugung, dass man nicht zwei Kulturen in sich tragen kann und so nehmen die tragischen Ereignisse ihren Lauf... Ob das Buch mit einem Happy End endet oder nicht, ist nicht einmal so wichtig, obwohl man es natürlich innig hofft. Spannend am Buch ist der Kampf, den Salim mit sich selber austrägt und den Stolz auf seine Herkunft, der ihm immer wieder im Weg steht. Schafft er es die Vergangenheit hinter sich zu lassen zu Gunsten von einer hoffnungsvollen Zukunft? Was mich fasziniert und dem Buch Tiefgang gibt, ist, dass es ein autobiografischer Roman ist. Claire Hajaj stammt tatsächlich aus einer jüdisch-palästinensischen Familie; ihr Vater ist Palästinenser und die Mutter eine europäische Jüdin. Das hätte ich beim Lesen nicht gedacht... Ich hab mich immer wieder gefragt, ob dieser Roman nur so von Clichés trieft oder tatsächlich authentisch ist und hab mich natürlich für zweites entschieden. Fazit: Ein wunderschönes, melancholisches Lese-Erlebnis, das unter die Haut geht und zum Nachdenken anregt. Ein must-read für Menschen, die mit der einen oder anderen Kultur oder allenfalls mit beiden Kulturen Berührungspunkte haben. Aber auch sonst ein spannendes und berührendes Buch, welches Einblick gibt in beide Kulturen des Nahostkonfliktes.

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  • Eine Liebe gegen jede Regel

    Ismaels Orangen
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Salim wächst in Jaffa auf. Seine Kindheit ist geprägt von ersten Anschlägen und schon bald muss seine Familie vor den herannahenden Truppen Israels fliehen. Sie kommen bei der ältesten Tochter ihres Vaters unter und müssen mit ansehen, wie ihr Hab und Gut verloren geht. Judith wächst als Tochter einer jüdischen Familie in England auf und kämpft täglich darum, nicht als Mädchen jüdischen Glaubens, sondern einfach als eigenständige Person wahrgenommen zu werden. Und obwohl England sich rühmt, weltoffen zu sein, sieht sich das junge Mädchen täglich neuen Vorurteilen ausgesetzt. Wird das Schicksal diesen beiden Kindern, die Leid, Missgunst und Gewalt erlebt haben, gnädig sein? "Ismaels Orangen" ist das Debüt von Claire Hajaj und hat mir recht gut gefallen. Die Autorin, die selbst eine jüdische Mutter und einen palästinensischen Vater hat, versucht in ihrem Roman das zu erklären, was kaum zu erklären ist: der Konflikt zwischen Arabern und Juden und der Versuch zweier Menschen, sich einfach nur zu lieben. Die Geschichte wird aus Erzählerperspektive wiedergegeben. Dabei folgt man mal Judith und mal Salim. Beide Erzählstränge beginnen in der frühsten Kindheit der Figuren und als Leser darf man sie bis ins Erwachsenenalter hinein begleiten. Das hat mir sehr gut gefallen, da ich so beide Seiten, die arabische wie die jüdische, kennenlernen durfte. Und es hat mir geholfen, für beide so etwas wie Verständnis aufzubringen. Ich finde es toll, dass sich die Autorin bei ihren Erzählungen in Palästina (später Israel) für die Sicht der Araber "entschieden" hat. Denn so lernte ich die Geburt Israels aus einer anderen Perspektive kennen. Claire Hajaj nimmt dabei aber keineswegs die Meinung der einen oder anderen Seite an, sondern berichtet einfühlsam von dem Schicksal zweier Familien. Das hat mir sehr gut gefallen, denn ich hatte zu Beginn die Befürchtung, dass in diesem Roman mächtig die Moralkeule geschwungen wird. Doch das war nicht der Fall. Konnte mich das Buch bis über die Hälfte begeistern und einnehmen, so ließ meine Begeisterung zum Ende hin merklich nach. Das lag vor allem daran, dass es in der Beziehung von Judith und Salim immer wieder größere Zeitsprünge gab. Ihre Liebe zueinander konnte kaum richtig für mich erblühen, da war sie auch schon so weit fortgeschritten, dass ich mir verwundert die Augen rieb. Doch nicht nur ihre Liebe blieb mir dadurch fremd. Auch das gesamte Familienleben und die folgenschweren Entscheidungen Salims konnte ich ab einem gewissen Punkt nicht mehr nachvollziehen. Hier hat sich Claire Hajaj in meinen Augen einfach nicht genug Zeit genommen um gemeinsam mit dem Leser die Beweggründe von Salim, seinem Bruder Rafan und anderen Figuren zu beleuchten. Die Zerrissenheit, die ich noch in der ersten Hälfte bei Salim sehr deutlich spüren konnte, war zum Ende hin nicht mehr fühlbar. Salim wurde für mich zu einer flachen Figur, die leider auch so manches Vorurteil bestätigt, was die westliche Welt gegenüber Arabern hat. In meinen Augen hätte die Autorin hier die Chance nutzen sollen, Salim entweder mehr Zeit oder zumindest mehr Gedankengänge zu geben, damit auch für Außenstehende klar wird, warum er seine Entscheidungen so fällt, wie er es getan hat. Zusammenfassend kann ich daher nur sagen: Schade! Ich hatte mich auf das Buch sehr gefreut und war auch wirklich zu Beginn begeistert, berührt und wehmütig. Doch in der zweiten Hälfte, gerade da, wo die Gründe wichtig werden, verlässt Claire Hajaj die Inspiration oder der Mut. Der Stil der Autorin ist sehr gut zu lesen. Ihre Erzählweise ist poetisch, einfühlsam und voller Gefühl. Dadurch konnte ich mit den Figuren mitfühlen und mich in sie bis zum besagten Punkt hineindenken. Fazit: "Ismaels Orangen" hätte eines meiner Lesehighlights werden können. Leider vergibt die Autorin hier jedoch zu viel. Schade!

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