Die geliehene Schuld

von Claire Winter 
4,8 Sterne bei77 Bewertungen
Die geliehene Schuld
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Fantastisch!

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Mitreisend, unvorhersehbar, liebenswerte Charaktere

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Inhaltsangabe zu "Die geliehene Schuld"

Berlin, Sommer 1949: Die Redakteurin Vera Lessing hat während des Zweiten Weltkrieges ihre Eltern und ihren Mann verloren. Sie will vor allem eines – die traumatischen Erlebnisse für immer hinter sich lassen. Doch als ihr Jugendfreund und Kollege Jonathan auf mysteriöse Weise ums Leben kommt, wird sie unweigerlich in seine Arbeit hineingezogen. Jonathan hat Recherchen über ehemalige Kriegsverbrecher betrieben. Gleichzeitig stand er im persönlichen Kontakt mit einer jungen Frau namens Marie Weißenburg, eine Sekretärin im Stab Konrad Adenauers. Vera geht den Spuren nach, die sie bis in die mächtigen Kreise der Geheimdienste führen.
Inklusive aufklappbarem Lesezeichen mit Personenverzeichnis

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783453291942
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:576 Seiten
Verlag:Diana
Erscheinungsdatum:05.03.2018

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Rezensionen und Bewertungen

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    Eliza08s avatar
    Eliza08vor einem Monat
    Kurzmeinung: Fantastisch!
    Ein spanndes und aufwühlendes Buch!

    Claire Winter konnte mich auch mit ihrem dritten Roman wieder vollends überzeugen. Sie gehört definitiv zu den Autorinnen und Autoren, die es schaffen mich von der ersten Seite an zu fesseln.

    Das Cover des Romans mag ich sehr, eine Mischung aus Schwarz-Weiß-Fotografie und Fotomontage. Irgendwie spricht mich der türkise Farbton an. Der Klappentext bzw. die Kurzbeschreibung machen direkt Lust auf mehr. Es ist vom ersten Augenblick an klar, dass es um die Schatten des zweiten Weltkrieges geht bzw. um den Wiederaufbau in den verschiedenen Besatzungszonen.

    Im Fokus stehen vier junge Menschen, Vera und Jonathan sind Journalisten. Kurz bevor Jonathan stirbt schafft er es seine Notizen an seine gute Freundin und Kollegin Vera zu schicken. Sie interessiert sich natürlich für das, an was ihr Freund und Kollege zuletzt gearbeitet hatte, bevor er umgebracht worden ist. Marie ist eine junge Sekretärin, die im Stab Adenauers arbeitet, sie beschäftigt die Vergangenheit ihres Vaters. Sie möchte wissen, welche Rolle ihr Vater in der NS-Zeit gespielt hat, doch sie hat das Gefühl, dass ihre Familie ihr etwas verschweigt und damit liegt sie richtig. Sie tritt eine Lawine los, die nicht nur ihr Leben für immer verändern wird. Lina ist eine Jüdin, die als Kind rechtzeitig außer Landes geschafft worden ist, sie wohnt den Prozessen in Nürnberg bei, um zu erfahren, was mit den Menschen passiert, die größtenteils ihre Familie ausgerottet haben.

    Es geht in diesem Roman um Wahrheit und Lüge, um Schuld und Vergebung, sowie um die Schatten der Vergangenheit bzw. den Mut einen Neuanfang zu starten. Doch die Suche nach der Wahrheit gestaltet sich schwierig, es gibt zu viele, die einfach nur vergessen wollen. Zuerst mag der Roman etwas verwirrend erscheinen, doch dies legt sich schnell. Man bekommt ein Gefühl für die vielen unterschiedlichen Personen, sie nehmen uns mit in ihre Perspektive und geben uns so einen Einblick in ihre Gefühlswelt. Ein besonderes Augenmerk liegt auf den verschiedenen Geheimdiensten. Der Schreibstil ist rasant, die vielen kurzen Kapitel und Szenenwechsel tragen zu einem sehr hohen Tempo bei. Es macht einfach unglaublich viel Spaß sich mit Vera und Marie auf die Suche nach der Wahrheit zu machen. Doch es gibt auch die Szenen die beklemmend sind, die unter die Haut gehen. Ich musste dann den Roman kurz zur Seite legen, um über das Gelesene nachzudenken.

    Der Roman ist sowohl für Frauen und Männer geschrieben worden, man sollte allerdings ein Interesse an der unmittelbaren Nachkriegszeit haben und sich ein klein wenig auskennen, um die verschiedenen Verbindungen herstellen zu können.

    Ein wahrlich hochspannender, dramatischer und emotionaler Roman, der soweit ich es beurteilen kann auch gut recherchiert ist. Eine Karte, ein Personenverzeichnis, so wie ein ausführliches Nachwort zu Wahrheit und Fiktion runden dieses Buch ab,

    Ich bedanke mich sehr bei Claire Winter und dem Diana Verlag in der Verlagsgruppe Random House für die Bereitstellung des Rezensions- und Leseexemplars.


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    ElkeKs avatar
    ElkeKvor einem Monat
    Rezension zu "Die geliehene Schuld"

    Inhaltsangabe:

    Nachkriegsdeutschland, 1949: Jonathan Jacobs, Journalist aus Berlin, wird in Köln Opfer eines vermeintlichen Unfalls. Seine Kollegin Vera Lessing ist bestürzt über den plötzlichen Tod ihres Freundes.

    Doch dann bekommt sie einen Umschlag, offenbar kurz vor Jonathans Tod aus Köln losgeschickt. Der Umschlag enthält seine Unterlagen und Notizen zu einer Recherche, über die er sich bislang bedeckt gehalten hat. Aber sie scheinen eine gewisse Brisanz zu haben, denn plötzlich wird Vera bedroht und sie bekommt das Gefühl, niemanden mehr vertrauen zu können.

    Unter einem falschen Vorwand begibt sich Vera auf die Suche nach den Gründen, weshalb Jonathan sterben musste. Denn soviel steht inzwischen fest: sein Tod ist nicht zufällig geschehen und sehr viele Menschen haben ein großes Interesse daran, dass auch Vera nicht die Wahrheit herausfindet. Doch sie erhält Unterstützung von unerwarteter Seite und nur langsam wird ihr das Ausmaß der Brisanz der Geschichte bewusst.

    Mein Fazit:

    Da ich über dieses Buch einige sehr positive Rezensionen gelesen habe, ging ich mit einer gewissen Erwartungshaltung heran. Schließlich wird nicht sehr oft auf die Zeit nach dem Krieg eingegangen.

    Die Autorin hat vor meinem inneren Auge die zerbombte Landschaft in den Großstädten sehr gut beschrieben und eine beklemmende Atmosphäre herauf beschworen. Vieles funktionierte noch nicht und es gab noch immer nicht alles, was der Mensch brauchte. Dennoch begann sich die Politik im Land wieder zu regen, das Grundgesetz wurde ausgearbeitet, die Entnazifizierung ging weiter voran und die Menschen schöpften wieder Mut und Hoffnung nach dem ganzen Elend des Krieges.

    In dieser Zeit agierten die Journalisten Vera und Jonathan. Verbunden durch eine innige Freundschaft und der Überwindung von tiefen traumatischen Erlebnissen versuchten sie –jeder auf eigene Weise – den Krieg hinter sich zu lassen. Während Vera das Thema Krieg am liebsten vergessen möchte, drängt Jonathan auf schonungslose Aufarbeitung, was ihm letztendlich zum Verhängnis wird.

    Die Erzählung der Geschichte wechselt sehr häufig. Im Grunde habe ich kein Problem damit, aber bei diesem Roman hat es mich manchmal gestört. Einerseits wird Veras abenteuerliche und zum Teil gefährliche Recherche-Reise erzählt. In Rückblicken kommt Jonathan zum Vorschein, wie er seine große Liebe kennen lernt und gleichzeitig bei verschiedenen Menschen unangenehme Fragen stellt. Ich hätte mir da an der einen oder anderen Stelle eine andere Erzählweise gewünscht, ich bin da einfach ein bisschen gestolpert.

    Die Dramatik der ganzen Geschichte wird erst zum Ende wirklich deutlich, denn die Autorin hat eine historische Person geschickt in ihre fiktive Geschichte eingebaut. Das finde ich sehr gelungen. Die Autorin hat alle Figuren sehr gut ausgearbeitet und genügend Raum gegeben, so dass ich sie gut kennen lernen konnte.

    Insgesamt ist es jedoch ein sehr spannender Roman, der mir verdeutlicht hat, dass es den Menschen nach dem Krieg noch lange nicht gut ging. Vier Sterne vergebe ich gerne und spreche eine Leseempfehlung aus.

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    SophieNdms avatar
    SophieNdmvor einem Monat
    Die geliehene Schuld

    Inhalt
    Berlin, Sommer 1949:

    Die Redakteurin Vera Lessing hat während des Zweiten Weltkrieges ihre Eltern und ihren Mann verloren.

    Sie will vor allem eines – die traumatischen Erlebnisse für immer hinter sich lassen.

    Doch als ihr Jugendfreund und Kollege Jonathan auf mysteriöse Weise ums Leben kommt, wird sie unweigerlich in seine Arbeit hineingezogen.

    Jonathan hat Recherchen über ehemalige Kriegsverbrecher betrieben.

    Gleichzeitig stand er im persönlichen Kontakt mit einer jungen Frau namens Marie Weißenburg, eine Sekretärin im Stab Konrad Adenauers.

    Vera geht den Spuren nach, die sie bis in die mächtigen Kreise der Geheimdienste führen.


    Meine Meinung

    Nachdem mir "Die verbotene Zeit" von Claire Winter so unglaublich gut gefallen hat, wollte ich natürlich auch ihr neustes Buch lesen.

    Die Handlung wird hauptsächlich aus den Perspektiven von Marie und Vera erzählt, welche zwischen 1945 und 1949 im Abstand von wenigen Monaten stattfindet.

    Zudem gibt es zwischendrin vereinzelt die Sichtweisen von anderen Charakteren, was ich besonders interessant fand!

    Vera und Ihre Recherchen fand ich sehr interessant und nachvollziehbar aber teilweise auch traurig und schockierend, was sie alles herausfand.

    Maries Perspektive hingegen fand ich noch etwas spannender und reizvoller, vor allem die Einblicke in Ihren Beruf in der nahen Umgebung von Konrad Adenauer und das Aufdecken ihrer eigenen Familiengeschichte. Super aufregende und meist unvorhersehbare Verstrickungen haben den Spannungsbogen stets aufrecht erhalten.

    Der Wechsel und die kurzen Kapitel haben den Schreibstil aufgelockert und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.

    Den Schreibstil von Claire Winter fand ich nach wie vor super flüssig und authentisch. Ich habe das zerstörte Nachkriegs-Berlin richtig anschaulich vor mir gesehen.

    Fazit
    Ein unglaublich spannender Roman über die Zeit während und nach des zweiten Weltkriegs. Schockierend, echt und unglaublich spannend!

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    Blausterns avatar
    Blausternvor einem Monat
    Die geliehene Schuld

    Berlin im Jahre 1948-1949: Deutschland in den Nachkriegsjahren. Die Trauer ist groß, alle sind gezeichnet vom Krieg und den Folgen, viele haben ihre Angehörigen verloren. So auch Vera Lessing. Ihr Mann und ihre Eltern sind tot. Langsam muss man wieder aufstehen. Geblieben ist ihr zum Glück ihr Freund und Kollege Jonathan Jacobsen. Doch als der plötzlich auf ganz mysteriöse Weise ums Leben kommt, beginnt Vera nachzuforschen. Er war an einem Thema dran, dass ehemalige Kriegsverbrecher, Nazis, entlarvt und aufspürt, die selbst von den höchsten Stellen geschützt werden und in dessen Ämtern auch selbst sitzen. Für Vera wird es äußerst gefährlich, denn selbst der Geheimdienst ist hinter ihr her.
    Eine Geschichte, die einen sofort in die Seiten hineinzieht und bis zum Ende fesselt, sei es der Krimiteil oder das sehr gut recherchierte Leben während und nach dem Krieg. Man kann sehr gut nachempfinden, wie es einem jeden in dieser Zeit ergangen ist, den Soldaten und auch den Hungerleidenden und frierenden Obdachlosen, Flüchtlingen. Um so schlimmer zu erfahren, wie sich die Nazis davongemacht haben, wie sie der Strafe entgingen, ins Ausland verschwanden und mit neuer Identität zurückkommen konnten, hohe Positionen belegten und wieder an der Macht waren, selbst von der Kirche geschützt wurden. Sehr real und emotional wird alles erzählt, mal aus Sicht von Jonathan, wie er mit seinen Recherchen vorankommt, was er alles aufdeckt, dabei auf Marie Weißenfels getroffen ist, die bei Adenauer als Sekretärin arbeitet. Jonathan ist ebenso mutig wie Vera später, die sein Erbe fortsetzen will und sich dabei ebenfalls in höchste Gefahr begibt.

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    MotteEnnas avatar
    MotteEnnavor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Mitreisend, unvorhersehbar, liebenswerte Charaktere
    Das Erbe der Eltern

    http://buecherregalschaetze.blogspot.com/2018/08/die-geliehene-schuld-claire-winter.html

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    tootsy3000s avatar
    tootsy3000vor 4 Monaten
    Spannende Nachkriegsrealitäten

    Der Autorin ist wieder ein sehr interessanter Roman gelungen, dessen Nazihintergrund für Spannung sorgt. Viele der Täter konnten sich nach dem Krieg absetzen, flüchten, untertauchen oder sich ein Leben unter falschem Namen aufbauen. Die Grauen, die diese Teufel in Uniform verbreitet haben, ist zwischen den Zeilen noch spürbar. Auch wie der nazionalsozialistische Gedanke, gerade bei den Angehörigen aktiver Nazis verankert ist, passt sich gut der Handlung an. Die Protagonisten sind generell alle gut durchdacht und passen in das Bild der Handlung. Gekonnt gesetzte Twist, Rückblicke, Persepktivwechsel und unterschwellige Spannung sorgen für Abwechslung. Dem Lesefluss schadet dies nicht, dafür sorgt der flüssige Schreibstil.
     
    Nicht ganz im Reinen war ich am Ende mit dem Prolog. Was diese Handlung mit der eigentlichen Geschichte zu tun hat, ist mir nicht ganz klar.
     
    Das Titelblatt finde ich sehr schön gestaltet. Zwei Personen im Vordergrund heben sich von den farblos gehaltenen restlichen Menschen durch eine dezente Farbgebung ab. Auf dem vorderen und hinteren Vorsatz des Buches ist jeweils die Europakarte in den Nachkriegsjahren abgebildet. Die Einteilung Deutschlands mit den Besatzungszohnen und den wichtigen Städten auch farbig hervorgehoben. So kann man zwischendurch auch mal den Wegen folgen, welche die Protagonisten währen ihrer Nachforschungen gegangen sind.
     

    Mein Fazit:

    Der geschichtliche Hintergrund hat mir sehr gefallen. Auch wenn die Handlung frei erfunden ist, enspringt sie doch guter Recherchearbeit. Nicht jeder Nazi wurde von den Alliierten gefangen oder verurteilt. Vielen gelangt die Flucht, oder sie wurden von den Spionagediensten der Befreier angeworben. Verwicklungen der Nachkriegszeit, die wohl viele nicht kannten, ich auch nicht.
     
    Ein spannendes Drama, das Clair Winter hier zu Papier gebracht hat. Ich mag ihren Stil und die Zeit, in denen sie ihre Romane ansiedelt. Ihre Protagonisten, die den Mut besitzten sich gegen das Unrecht zu stellen und mit aller Macht, die ihnen zur Vefügung steht, versuchen dieses aufzudecken. Besonders mag ich, dass ihre weiblichen Heldinnen ganz normale Menschen sind, die sich trauen, tief zu bohren und auch weitermachen, wenn die Angst sie schier zu verschlingen droht.

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    nicigirl85s avatar
    nicigirl85vor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Grandios, so spannend, dass man es nicht mehr aus der Hand legen kann...
    Wenn man Schuld auf sich geladen hat, was dann?

    Über die Romane von Claire Winter habe ich schon so viel Gutes gehört, dass ich mir selbst ein Bild machen wollte und gespannt mit der Lektüre begann, doch was ich geboten bekam war so viel mehr als ich je erwartet habe. Ganz klar ein Lesehighlight 2018 für mich.

    Wir befinden uns in Deutschland im Jahr 1949, kurz nach dem Krieg und Vera Lessing will einfach nur vergessen, hat sie doch im Krieg sowohl ihren Mann als auch ihre Eltern verloren. Doch dann kommt ihr Jugendfreund Jonathan auf seltsame Weise ums Leben und sie beginnt selbst zu recherchieren. Als ihr immer mehr mysteriöse Gestalten auf den Fersen sind, beginnt sie zu ahnen, dass sie an etwas dran ist, dass vielleicht eine Nummer zu groß für sie ist. Wird sie das Geheimnis lüften können?

    Es ist gar nicht einfach zu beschreiben wie der Roman aufgebaut ist und genau dieser Aufbau ist wohl einer seiner Besonderheiten. Die Handlung wird uns über einen beobachtenden Erzähler nahe gebracht, der mal die Guten und mal die Bösen begleitet. Der komplette Roman spielt ausschließlich in den Jahren 1948 und 1949 und die Autorin springt in den Monaten mal vor und zurück, sprich mal erleben wir Jonathan bei seinen Recherchen genauso wie die Handlung rund um Marie und ihre Familie, und mal bewegen wir uns in den Monaten nach Jonathans Ableben.

    Die dargestellten Figuren sind dabei sehr vielschichtig und detailiert beschrieben ohne dabei jeweils zu langweilen. Als Leser baut man zu den unterschiedlichsten Figuren Sympathien auf.

    Gerade Vera mit ihrer Neugier und ihrem Mut hat es mir besonders angetan. Egal was auch um sie herum geschieht und was sie alles aufdeckt, sie bleibt am Ball und lässt sich von nichts abschrecken. Was ihr während des Krieges zugestoßen ist, das ist unbeschreiblich und ich fand es gut, dass uns Claire Winter daran teilhaben ließ. Immer wieder wird deutlich wie sehr sich die Menschen während des Krieges verändert haben.

    Familie Weißenburg ist ebenfalls sehr gut dargestellt. Durch sie erleben wir sehr genau wie unterschiedlich die Menschen den Krieg erlebt haben. Während die ehemaligen Soldaten von ihren Kreigserlebnissen gezeichnet sind, herrscht bei den Frauen die Erinnerung an Hunger und Not vor, aber sie können nur erahnen, was die Männer auf dem Feld erlebt haben.

    Auch wenn ich für die Schergen nur wenig übrig habe, so sind deren Motive doch mehr als nur verständlich. Mir war vor der Lektüre dieses Romans gar nicht bewusst wieviele NS- Verbrecher tatsächlich nach dem Krieg fliehen konnten.

    Das komplette Buch liest sich wie ein ungemein spannender Kriminalroman mit geschichtlichem Hintergrund, der einem eine Gänsehaut verschafft. Man mag mit dem Lesen gar nicht mehr aufhören, so fesselnd sind die Schilderungen.

    Fazit: Ein Roman der seinesgleichen sucht. Wer etwas für Geschichte übrig hat, der wird diesen regelrecht verschlingen. Ich kann nur eine unbedingte Kauf- und Leseempfehlung aussprechen. Klasse und vor allem atemraubend! Mein Lesehighlight 2018.

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    buecherwurm1310s avatar
    buecherwurm1310vor 5 Monaten
    Nachkriegsdeutschland

    Berlin, Sommer 1949: Vera Lessing hat im Krieg ihren Mann und ihre Eltern verloren. Sie will die traumatischen Erlebnisse für immer hinter sich lassen. Doch dann stirbt ihr Freund und Kollege Jonathan Jacobsen. Die Umstände seines Todes sind mysteriös. Als ihr dann seine letzten Recherchen in die Finger kommen, fühlt sie sich verpflichtet, seine Arbeit weiterzuführen. Er hat über ehemalige Kriegsverbrecher recherchiert und Spuren bis zu einem Gefangenenlager in Italien verfolgt. Sie erfährt, dass Jonathan mit einer Marie Weißenburg in Kontakt stand und versucht, diese Frau zu finden. Allerdings ahnt sie nicht, dass die ganze Sache in die höchsten Kreise reicht und dass der Geheimdienst ein Interesse daran hat, das alles unter der Decke zu halten. Es wird gefährlich für Vera.

    Dies ist mein erster Roman von Claire Winter. Die Geschichte hat mich von Anfang an gepackt, denn der Autorin ist es grandios gelungen, historische Fakten mit einer fiktiven Geschichte zu verknüpfen.

    Es geht um ein dunkles Kapitel deutscher Nachkriegsgeschichte. Ehemaligen Kriegsverbrechern gelang die Flucht über die Rattenlinien mit Unterstützung von höchsten Stellen. Selbst die Alliierten und die katholische Kirche unterstützen dies stillschweigend. Um der strafrechtlichen Verfolgung zu entgehen, gingen diese Flüchtigen entweder nach Südamerika oder sie tauchten mit gefälschten Papieren und unbelasteter Identität wieder in Deutschland auf. Es ist bekannt, dass nach dem Krieg viele der Leute, die während der Nazi-Herrschaft das Ruder in der Hand hatten, auch nach dem Krieg wieder in verantwortungsvolle Posten gelangt sind. Sogar Adenauer hatte wenig Bedenken, als er eine Regierung bildete.

    Jonathan ist ein guter Journalist, der sich in eine Sache verbeißen kann und sogar dranbleibt, wenn es gefährlich wird. Vera ist eine mutige junge Frau, die trotz der Gefahren, die Recherchen ihres Freundes weiter betreibt. Marie Weißenburg arbeitet in Bonn als Sekretärin im Parlamentarischen Rat unter Adenauer und ein Zeitungsartikel bringt sie dazu, sich für Politik und die Vergangenheit zu interessieren. Dabei stellt sie sogar die Tätigkeit ihres im Krieg gefallenen Vaters in Frage. Aber in ihrer Familie wird darüber nicht gesprochen. Die Charaktere sind sehr gut und authentisch ausgearbeitet.

    Wenn man sich für Geschichte interessiert, sind einem die Fakten bekannt und doch macht es betroffen und wütend, wenn man dieses Buch liest und einem bewusst wird, wie leicht die Schuldigen davongekommen sind.

    Dieses Buch ist spannend und ist fesselnd wie ein Thriller.

     

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    Haverss avatar
    Haversvor 5 Monaten
    Deutschland nach dem Krieg

    In ihrem dritten Roman „Die geliehene Schuld“ nimmt die Autorin Claire Winter ihre Leserinnen mit auf eine Reise zurück in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Vera Lessing, Kulturredakteurin bei einer Berliner Zeitung, hat sowohl ihre Eltern als auch ihren Mann verloren. Lediglich Jonathan, ein Freund, den sie seit Jugendtagen kennt, ist ihr geblieben. Als dieser unter verdächtigen Umständen ums Leben kommt, und sie daraufhin ein Paket mit seinen Unterlagen erhält, beschleicht sie der Verdacht, dass sein überraschender Tod mit den Recherchen zusammenhängen könnte, die er zum Thema Kriegsverbrecher durchgeführt hat. Sie fühlt sich in seiner Schuld und vertieft sich deshalb in die Materialien, die er bisher gesammelt hat. Viele Ungereimtheiten erfordern Nachfragen an den entsprechenden Stellen, wie in Konrad Adenauers Umfeld und im Wirkungsbereich der Geheimdienste.

    Soweit der historische Hintergrund, den die Autorin gut recherchiert hat. Mittlerweile dürfte es hinreichend bekannt sein, dass ehemalige Nationalsozialisten, wenn sie sich nicht über die Rattenlinien gen Süden oder per Schiff nach Lateinamerika abgesetzt hatten, mit Persilscheinen ausgestattet wurden und fast umgehend nicht nur Pöstchen in kommunalen Einrichtungen sondern beispielsweise auch in der BND-Vorgängerorganisation erhielten. Alles natürlich mit der Unterstützung durch den amerikanischen Geheimdienst.

    Die persönliche Komponente des Romans speist sich aus der Beziehung zwischen Jonathan und Marie, die für Adenauer arbeitet und anfangs dem Journalisten als Quelle dient, sich später dann in ihn verliebt. Und darauf hätte man meiner Meinung nach auch verzichten können. Die Thematik ist so brisant, speziell wenn es um die Verflechtungen von Familienmitgliedern in nationalsozialistischen Organisationen geht, dass hier eine Lovestory, die nur als Konzession an die weibliche Leserschaft dienen kann, völlig überflüssig ist.

    Zwei unterschiedliche Zeitebenen und verschiedene Erzählperspektiven lockern den Roman auf und bringen Abwechslung in die Geschichte, die doch hin und wieder Längen aufweist und stellenweise sehr emotionslos erzählt ist. Und dennoch: vielleicht nimmt die eine oder andere Leserin diesen Roman zum Anlass, sich über die belletristische Schiene hinaus vertiefend mit dieser Thematik zu beschäftigen. Es bleibt zu hoffen!

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    AnjaArvor 5 Monaten
    Bewegend

    Ein packender und spannender Roman aus der Nachkriegszeit. Jonathan, Marie, Vera verbindet eine Sache, der Krieg. Jeder von Ihnen hat seine eigene Geschichte, die sehr ergreifend erzählt wird.
    Wie es zu den Kontakten und den Geschehnissen rund um den Geheimdienst kam, fand ich sehr interessant.
    Stellenweise sehr mysteriös und nicht leicht zu durchschauen. Bis zum Schluß lag ich mit meinem Tipp wie alles zusammenläuft daneben, also Überraschung vorporgrammiert für mich.
    Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.
    Ein ganz tolles Werk.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Diana_Verlags avatar
    Liebe LB-Leserinnen und LB-Leser, die gerne in fundiert recherchierte Romane aus der jüngsten Zeitgeschichte abtauchen,
    heute haben wir wirklich etwas ganz, ganz Besonderes für Euch! Einige von Euch kennen ja bereits die SPIEGEL-Bestsellerautorin Claire Winter: Ihr neuester Roman , "Die geliehene Schuld", wird am 05. März im Diana Hardcover erscheinen! Und die sympathische Autorin startet vorab dazu eine Leserunde mit Euch! D.h. Ihr könnt bereits vor Erscheinen einen Blick in diesen außergewöhnlichen Roman werfen, der unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg spielt - und auf wahren Begebenheiten fußt.

    Und darum geht's: Bestsellerautorin Claire Winter erzählt eine dramatische Geschichte, die historisch fundiert recherchiert ist - Morde, große Geheimnisse und vertuschte Kriegsverbrechen.Bonn, September 1948: Die zwanzigjährige Marie Weißenburg hat im Stab von Konrad Adenauer eine Stelle als Sekretärin angetreten und lernt bei einem Festakt den Berliner Journalisten Jonathan Jacobsen kennen. Es ist die Zeit der Nürnberger Prozesse. Hier trifft sie Jonathan wieder und lernt Lina Löwy kennen, eine junge Frau, deren Familie durch die Nazis umgekommen ist.

    Berlin, Sommer 1949: Die siebenundzwanzigjährige Journalistin Vera Lessing, die während des Krieges ihre Eltern und ihren Mann verloren hat, will diese furchtbare Zeit endlich hinter sich lassen. Doch als ihr Jugendfreund auf mysteriöse Weise bei einem Unfall ums Leben kommt, holt sie die Vergangenheit wieder ein. Kurz vor seinem Tod hat der Freund ein Päckchen mit vertraulichen Rechercheunterlagen an sie gesandt.

    Vier junge Menschen, vom Krieg traumatisiert, sind voller Hoffnungen und Zukunftspläne. Doch die Vergangenheit ist omnipräsent: Anhand von geheimen Papieren und ihren eigenen Nachforschungen gelangen sie nach und nach zu der unfassbaren Erkenntnis, dass sie im Begriff sind, ein Netzwerk der Fluchthilfe für Kriegsverbrecher aufzudecken, in das nicht nur das Internationale Rote Kreuz, sondern sogar die Geheimdienste der Alliierten verwickelt sind. Und ein ehemaliger Wehrmachtsoffizier hält alle Fäden zusammen: Generalmajor Reinhard Gehlen, der spätere Gründungspräsident des BND.

    Claire Winter hat mit nicht nachlassender Intensität und erzählerischer Kraft einen aufwühlenden Roman über ein dunkles Kapitel deutscher Nachkriegsgeschichte (‚Organisation Gehlen‘) geschrieben.

    Und hier geht's zur Leseprobe.

    Neugierig geworden? Wenn Ihr die vier (fiktiven) jungen Menschen auf der Suche nach der Wahrheit begleiten wollt (?), dann bewerbt Euch doch jetzt für die Leserunde mit der Autorin!
    GANZ WICHTIG:
    Bitte bewerbt Euch nur, wenn Ihr ca. ab dem 1. März Zeit für eine sofort startende Leserunde habt und an einem intensiven Austausch interessiert seid. Schließlich liegt uns auch sehr viel daran, Euch die Möglichkeit zu geben, vor dem Erscheinungstermin in diesen außergewöhnlichen Roman hineinlesen zu können - danke Euch!
    Wir drücken Euch die Daumen! Claire Winter freut sich schon auf Euch!

    Herzliche Grüße,
    Euer Team vom Diana Verlag.
    ClaireWs avatar
    Letzter Beitrag von  ClaireWvor 7 Monaten
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    Daniliesings avatar

    Der neue große Roman von Claire Winter


    "Wieder ein Lesehighlight. Ein epochaler Roman, ein Pageturner den man nicht mehr aus der Hand legen kann. Gelebte Geschichte!" — Gelinde

    "Nachkriegsgeschichte, die von der ersten Seite an begeistert und einen nicht mehr loslässt!" — katikatharinenhof


    Ein hochkarätiger Politthriller - historisch fundiert, mit der Dramatik der NS-Zeit und einer sehr emotionalen Familien- und Liebesgeschichte ❣ — heidi_59


    Möchtest du dich auch mal wieder von einem Roman so begeistern lassen, wie die ersten Leser von "Die geliehene Schuld"? Wir laden dich hier zusammen mit dem Diana Verlag zu einer Buchverlosung ein und mit etwas Glück kannst du bald schon selbst in den packenden Roman eintauchen, der auf einer wahren Begebenheit beruht.

    Mehr zum Inhalt:

    Berlin, Sommer 1949: Die Redakteurin Vera Lessing hat während des Zweiten Weltkrieges ihre Eltern und ihren Mann verloren. Sie will vor allem eines – die traumatischen Erlebnisse für immer hinter sich lassen. Doch als ihr Jugendfreund und Kollege Jonathan auf mysteriöse Weise ums Leben kommt, wird sie unweigerlich in seine Arbeit hineingezogen. Jonathan hat Recherchen über ehemalige Kriegsverbrecher betrieben. Gleichzeitig stand er im persönlichen Kontakt mit einer jungen Frau namens Marie Weißenburg, eine Sekretärin im Stab Konrad Adenauers. Vera geht den Spuren nach, die sie bis in die mächtigen Kreise der Geheimdienste führen.


    Hier könnt ihr gleich in die Leseprobe reinlesen!

    Eine Jagd nach der Wahrheit, eine große Verschwörung und im Mittelpunkt vier junge Menschen, für die die Folgen des Zweiten Weltkriegs zu einer ungeahnten Gefahr werden.

    Neugierig geworden? Dann macht gleich mit und nutzt eure Chance, zu den 10 glücklichen Gewinnern von Claire Winters neuem Roman zu gehören! Beantwortet uns mit Klick auf den blauen "Jetzt bewerben"-Button die folgende Frage bis zum 14. März 2018:

    Habt ihr schon ein anderes Buch von Claire Winter gelesen und was macht euch neugierig auf "Die geliehene Schuld"?

    Ich bin schon sehr gespannt auf eure Antworten!

    Bitte beachtet für eure Bewerbung unsere Richtlinien für Buchverlosungen!
    LEXIs avatar
    Letzter Beitrag von  LEXIvor 7 Monaten
    Nach Beendigung der Lektüre musste ich feststellen, dass dieses Buch meine Erwartungen noch übertroffen hat. "Die geliehene Schuld" ist ein richtiges Highlight meines Lesejahres - und ich möchte mich noch einmal beim Team von Lovelybooks bedanken, dass ich es im Zuge dieser Buchverlosung lesen durfte. Ich kannte bis zum aktuellen Zeitpunkt noch kein Buch dieser Autorin - und ich werde Claire Winter zukünftig nicht mehr aus den Augen verlieren. Nachfolgend meine Rezensionslinks zum Buch: https://www.randomhouse.de/Buch/Die-geliehene-Schuld/Claire-Winter/Diana/e517283.rhd#writeComment https://www.lovelybooks.de/autor/Claire-Winter/Die-geliehene-Schuld-1506157019-w/rezension/1544391409/ https://www.amazon.de/gp/review/R1EOOME7KFR4IU/ref=pdp_new_read_full_review_link?ie=UTF8 https://www.buecher.de/shop/italien/die-geliehene-schuld/winter-claire/products_products/detail/prod_id/49957520/ (aufgrund der Zeichenbeschränkung - gekürzte Fassung veröffentlicht) https://www.thalia.at/shop/home/artikeldetails/die_geliehene_schuld/claire_winter/EAN9783453291942/ID87299532.html https://www.weltbild.at/artikel/buch/die-geliehene-schuld_23825745-1 (aufgrund der Zeichenbeschränkung - gekürzte Fassung veröffentlicht) http://wasliestdu.de/rezension/du-kannst-niemandem-vertrauen https://www.hugendubel.de/de/buch/claire_winter-die_geliehene_schuld-30744433-produkt-details.html https://www.lesejury.de/claire-winter/buecher/die-geliehene-schuld/9783453291942?st=1&tab=reviews&s=2#reviews https://www.ebook.de/de/product/30744433/claire_winter_die_geliehene_schuld.html
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