Clara Asscher-Pinkhof
Lebenslauf
Alle Bücher von Clara Asscher-Pinkhof
Sternkinder
Neue Rezensionen zu Clara Asscher-Pinkhof
Man könnte es vom Titel her denken, aber dieses Buch ist alles andere als ein Märchenbuch --- es war bittere Realität.
Es handelt von jüdischen Kindern in Holland -und ist in 4 Kapitel gegliedert.
In Sternstadt geht es um die Kinder im Ghetto, noch dürfen sie mit ihren Familien im jüdischen Stadtteil bleiben - aber mit Judenstern und vielen vielen Verboten......
In Sternhaus gehts schon einen Schritt weiter. Jüdische Familien sind einem ehemaligen Kino zusammen gepfercht - bevor es weiter geht ins Lager....
In Sternwüste und Sternhölle geht es um das Lagerleben.... Männlein und Weiblein streng getrennt in den Baracken...
Beim Lesen bekommt eine Gänsehaut...
Dieses Buch sollte jeder Jugendliche und jeder Erwachsene gelesen haben, um zu verstehen, welches Unrecht damals geschen ist...
Trotz alledem haben sich KInder oft ein Stück Kindheit bewahrt, doch man spürt auch die Verzweiflung.... die Ängste und Sorgen, die kein haben sollte.
5 Sterne für dieses Buch dassschon 1961 erschienen ist und immer noch aktuell ist.
Auch mein Buch ist schon über 40 Jahre alt und ich habe es das erste Mal als Jugendliche gelesen.
Wir schreiben 1941 in Amsterdam. Ein 6jähriges Mädchen freut sich. An ihr Kleid wird ein Stern genäht. Ihre kleine Schwester bekommt noch keinen, denn sie ist nicht alt genug. Doch als sie aus der Schule zurückkehrt, weiß sie, dass der Stern keine Freude bedeutet.
Das ist nur eine der Episoden, die die Autorin in ihrem Buch schildert. Das Buch ist in vier Abschnitten gegliedert. Die Sternstadt ist das Judenviertel in Amsterdam. Das Sternhaus ist die Schowwburg, die erste Station auf den Weg zur Deportation. Die Sternwüste ist das Durchgangslager Westerborg. Die Sternhölle ist das Konzentrationslager Bergen-Belsen. Die Namen sind bewusst gewählt, denn mit jeder Station nimmt die Menschlichkeit ab und die Grausamkeit zu.
Die Autorin schildert Einzelschicksale, in jeder Station andere. Im Mittelpunkt stehen die Kinder. Ihre Gefühle und Gedanken bilden den Kern des Buches. Immer wieder gibt es Zeichen der Hoffnung, auch wenn nichts zu hoffen ist. Die Kinder können Leid, Elend und Angst verdrängen. Sie finden sich zu ihren Spielen. Doch dann kommen die bitteren Momente, wo die Realität in das Leben eingreift. Kleine Gesten der Barmherzigkeit, Hilfe von Niederländern und unerwartete Entscheidungen zeugen davon, dass nicht nur Härte und Grausamkeit reagiert, sondern sich mancher seine Menschlichkeit bewahrt hat.
Die Berichte lesen sich sehr sachlich. Gerade dadurch wirken sie bedrückend. Kurz und prägnant wird die jeweilige Geschichte erzählt. Es geht nicht nur um eigene Erlebnisse. Es geht auch darum, dass die Kinder Dinge sehen, die sie nicht begreifen oder nicht verkraften können. Verlust ist gegenwärtig, Verlust von Familienmitgliedern, Freunden, Nachbarn. Das Buch zwingt mich als Leser zur Auseinandersetzung mit dem Thema und mit der Vergangenheit. Es ist ein Buch gegen das Vergessen. Die Geschichten haben mich tief berührt. Besonders betroffen machen die Szenen, wo in verschiedenen Situationen die jüdischen Feiertage, oft im Geheimen, begangen werden. Für die Kinder sind die dabei erzählten Geschichten plötzlich Gegenwart, nur ist keine Königin Ester in Sicht, die in die Dunkelheit wieder das Licht bringt.
Die Autorin gehört zu den Betroffenen. Es ist in jeder Zeile spürbar, dass sie erlebt hat, was sie beschreibt.
Das Cover in dunklen Farben mit den ernsten Kinderaugen und dem eher blassen Stern passt ausgezeichnet.
Das Buch kann ich nur weiterempfehlen. Es sollte zur Pflichtlektüre im Unterricht werden. Nie wieder sollen Kinder in Angst und Hoffnungslosigkeit aufwachsen müssen.
Gespräche aus der Community
Welche Genres erwarten dich?
Community-Statistik
42 Bibliotheken
5 Merkzettel






