Clara Bensen

 2.9 Sterne bei 9 Bewertungen

Alle Bücher von Clara Bensen

No Baggage

No Baggage

 (7)
Erschienen am 14.01.2016
No Baggage: A Tale of Love and Wandering

No Baggage: A Tale of Love and Wandering

 (1)
Erschienen am 05.01.2016

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Rezension zu "No Baggage: A Minimalist Tale of Love and Wandering" von Clara Bensen

No baggage - really???
ichundelainevor 2 Jahren

Stellen Sie sich vor, Sie sind gerade einer handfesten Depression mit akuter Angststörung entkommen und Sie lernen einen eher unkonventionellen Typen über's Internet kennen. Nach vier Wochen des Datens schlägt Ihnen besagter Kerl vor, mit ihm nach Europa zu reisen, für drei Wochen, aber OHNE GEPÄCK. Was würden Sie tun?

Anstatt ihn postwendend aus der Wohnung zu treten, entscheidet sich Clara Bensen für den Sprung ins kalte Wasser und sagt trotz allem JA. Herausgekommen ist bei dieser Reise ein wundervolles Buch mit schönen Bildern von zwei Menschen, die nicht nur einen Teil Europas, sondern auch sich in drei Wochen besser kennenlernen. Bensen schildert das irre Gefühl des ungewissen Reisens ohne Gepäck, eine Freiheit die einen fast verrückt macht. Sie berichtet über Couchsurfing sowie der logistischen Herausforderung das einzige Outfit jeden Abend zu waschen und auch zu trocken zu bekommen. Als sie dann unterwegs auch noch ihre Tage bekommt, ist das Chaos erst recht perfekt.

Dieses Buch zeigt, dass man auch mit wenig viel Spass haben kann und das Begegnungen, Entdeckungen und viele kleine Dinge das Reisen um so viel wieder besonderer machen. Bensen nimmt diesen minimalistischen Grundgedanken sogar wieder mit nach Hause, da er ja auch keinen Platz in ihrer kleinen Handtasche einnimmt.

Ich muss gestehen, dass diese Art des Reisens für einen absoluten Kontrollfreak wie mich eine absolute Horrorvorstellung ist, allerdings bewundere ich Menschen wie Carla und Jeff, die das drei ganze Wochen durchziehen.

Besonders gefallen hat mir Carlas Auseinandersetzung mit ihrem psychischen Zusammenbruch und den zwei Jahren, die sie dazu gebraucht hat. Ihr Hunger auf Leben udn Abenteuer ist richtig ansteckend.

Einziger Abzug: Jeff! Der Typ hat einen Hackenschuss und ist ein Bindungsphobiker der übelsten Sorte! Frisch-geschieden datet er erst mal wild in der Gegend rum und scheut vor dem Commitment wie eine Nonne vor dem Ehebett! Die beiden tanzen meines Erachtens etwas zu verkrampft um das ganze Beziehungsthema rum und diese "alles kann nichts muss"-Attitüdeist stellvertretend für eine Generation, die sich nicht festlegen kann. Zum Glück nehmen die gefühlstechnischen Exkurse im Buch nur einen kleinen Platz ein.

Schönes Reise Tagebuch mit tollen Bildern, kein Minimalismus-MANIFEST, definitive Leseempfehlung!!!


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Jisbons avatar

Rezension zu "No Baggage" von Clara Bensen

Nicht ganz, was ich erwartet hatte
Jisbonvor 3 Jahren

Auf "No Baggage" bin ich hauptsächlich durch den Untertitel aufmerksam geworden - "Ein Date, drei Wochen, acht Länder - und kein Gepäck" klang nach einer interessanten, außergewöhnlichen Geschichte. Zuerst dachte ich, dass es sich um einen Roman handelt, doch als ich erkannte, dass Clara Bensen ihre eigenen Erlebnisse niedergeschrieben hat, stieg meine Neugierde. Ich konnte mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, drei Wochen lang ohne Gepäck zu verreisen, und war gespannt darauf, ob das wirklich funktionieren würde - vor allem, da die Autorin und ihr Freund erst seit kurzer Zeit zusammen waren. Ich erwartete einen Bericht über die Schwierigkeiten und Erfolge dieser ungewöhnlichen Reise... und teilweise habe ich das auch bekommen.

Bensens Schilderung der Reisen ohne Gepäck war überraschend positiv. Laut ihrer Darstellung hatten sie und Jeff kaum Probleme, ohne Besitztümer oder auch eine feste Unterkunft auszukommen; sie haben außer ihren Klamotten und einer handvoll Kleinigkeiten nichts materielles bei sich und kommen bei Fremden unter (sogenanntes Couchsurfing) oder buchen spontan Hotelzimmer. Die Autorin stellt schnell fest, dass sie dieser Art des Reisens einiges abgewinnen kann, sodass das Buch eine sehr positive Darstellung ist. Ich kann nicht beurteilen, ob wirklich alles so vergleichsweise reibungslos abgelaufen ist, aber ich hatte mehr Unannehmlichkeiten und auch Zweifel erwartet. Beides tritt aber nur vereinzelt und hauptsächlich zu Beginn auf. Beispielsweise werden hygienische Probleme erwähnt, doch sie scheinen nicht wirklich von Bedeutung zu sein.
Zwischendurch geht die Autorin durchaus auf persönliche Spannungen ein, die sie und ihr Freund haben, doch dies wird auch nur recht kurz behandelt.

Um ehrlich zu sein hatte ich erwartet, dass die Reise an sich ausführlicher geschildert werden würde, dass die Autorin auf die Menschen, bei denen sie unterkommen und die sie treffen, mehr eingeht und außergewöhnliche Erlebnisse darstellt. Es gibt durchaus solche Szenen, doch hauptsächlich schildert Bensen ihre Eindrücke und Stimmungen. Zudem befasst sich ein großer Teil der Geschichte mit den persönlichen Problemen in ihrer Vergangenheit und den Auswirkungen auf die Gegenwart und ihre Beziehung zu Jeff. Schnell wird so klar, dass die beiden zwar ohne materielle Güter, dafür aber mit emotionalem Gepäck unterwegs sind; gerade Clara hat ein Päckchen zu tragen. Sie geht recht ausführlich auf ihre psychischen Probleme, ihre eher konservative Erziehung sowie die Versuche, sich davon zu lösen, ein. Auch das Entwickeln ihrer romantischen Beziehung wird geschildert. Das hat mich nicht wirklich gestört, aber es war nicht das, was ich erwartet hatte und ich kann mir vorstellen, dass es andere stören könnte, die einen reinen Reisebericht erwarten. Die Reise steht zwar im Mittelpunkt, aber die 'Altlasten' der Reisenden spielen ebenfalls eine wichtige Rolle.
Das Buch ist außerdem teilweise recht philosophisch angehaucht und Bensen verarbeitet viele Zitate von bekannten Persönlichkeiten, mit denen sie sich wohl identifiziert. Die Autorin präsentiert ihre Sicht der Dinge auf eine recht persönliche Art und schreibt auch viel über ihre intimsten Gefühle, sodass man nach der Lektüre von "No Baggage" durchaus das Gefühl hat, man würde einiges über sie wissen. Dennoch konnte ich mich nicht wirklich mit ihr (oder ihrem Freund) identifizieren. Eine Reise, wie die beiden sie unternehmen, oder generell dieses "ungeplante" Leben, wären nichts für mich - ich fand den Bericht aber durchaus interessant.

Fazit
"No Baggage" war nicht, was ich erwartet hatte, ist aber dennoch lesenswert. Ich hätte mir gewünscht, dass die besondere Art der Reise mehr im Vordergrund gestanden hätte, doch das Buch ist gut geschrieben und interessant zu lesen. Es ist auf jeden Fall ein sehr persönlicher Erlebnisbericht, bei dem man als Leser einige schöne Einblicke in eine Reise durch Europa bekommt, wie ich sie zuvor noch nicht gesehen hatte.
3,5/5 Sternen

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Buchstabenliebhaberins avatar

Rezension zu "No Baggage" von Clara Bensen

Unverbindlichkeit und kein Gepäck
Buchstabenliebhaberinvor 3 Jahren

Ist dieses Buch eine Anleitung für minimalistisches Reisen oder ist es eher die aufregende Geschichte von Clara, die sich nach einem Zusammenbruch wieder aufrappelt, beim Online-Dating den überaus extrovertierten Jeff kennenlernt und mit ihm durch die Weltgeschichte reist? Der Plan ist: Ohne Koffer oder großen Rucksack reisen, nicht in Hotels übernachten, minimales Budget. Klingt wild, ist aber mit Hilfe einer Kreditkarte und des Internets durchaus machbar, Couchsurfing heißt die Lösung.

Eigentlich geht es in dem Buch auch eher um die schlimme Lebenskrise von Clara, und wie sie einen Weg heraus findet. Wie sie sich auf Jeffs Experiment einlässt, voller Furcht, aber letztendlich mit doppeltem Boden - sie haben genug Geld dabei, um im Notfall doch ein Hotel zu nehmen, und Jeff ist erfahrener Reisender, der überall Freunde hat. So lässt sich bequem die Waschmaschine vor Ort benutzen und lustige Leihklamotten und Insiderpartys gibt es gratis on top. Clara entspannt sich im Lauf der Reise, es dreht sich viel um die Unverbindlichkeit der beiden, diese moderne Art der Nicht-Beziehung, alles Kann, nichts Muss. Doch letztendlich funktioniert es wohl bis heute.

Doch ich bin überzeugt, Clara alleine wäre an diesem Wagnis gescheitert, die Reise stand und fiel mit Jeff und seiner Art zu leben. Wo würde Clara heute stehen, ohne Jeff?

Und: So neu ist die Idee nicht, ungeplante Trips ins Blaue, per Anhalter, per Interrail, mit einem Schlafsack im Gepäck und Nächten im Freien, gab es früher auch, die Welt besteht nicht nur aus Pauschalreisen und Luxusressorts. Letztendlich ist es eine Typ-Frage: Wer gerne neue Leute kennenlernt, keine Berührungsängste hat und keinen Rückzugsraum braucht, für den mag diese Art zu reisen etwas wunderbares sein. Und ja, dazu gehört auch ungenießbares Essen, Katzenhaare und blöde Bekanntschaften.

Doch das Buch liest sich nett weg, die Fotos der beiden machen Spaß, und es ist spannend zu lesen, wie Clara aus ihrer Krise fand. Das Buch ist originell geschrieben und ich hoffe sehr, das die beiden noch viele Abenteuer erleben. 
 
Von mir 3,5 Sterne, weil ich mir mehr unter "No Baggage" vorgestellt hatte. Keine Route? Doch sie hatten sehr wohl einen genauen Plan, wann sie wo sein wollten. Durch die einzelnen Städte ließen sie sich treiben. Das kann ich auch. :-)


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