Dieser Roman, der im Dresden der 1920er-Jahren spielt, lässt sich bei einer Schale Tee und Keksen sehr gut lesen. Clara Langenbach erzählt die Geschichte der jungen Henriette „Ennie“ Becker, die um ihren ärmlichen Verhältnissen zu entkommen, Egon, den Sohn einer vermögenden Bankiersfamilie kennenlernt und ihn heiratet. Als sich der vermeintlich fürsorgliche Ehemann zu einem gewalttätigen Tyrannen verwandelt, flieht sie zu ihrer Schwester Lizzy, die am Dresdner Thalia-Theater des Emil Tymian engagiert ist, und hofft auf eine Anstellung als Tänzerin, da sie an der berühmten Mary-Wigman-Tanzschule eine fundierte Ausbildung genossen hat. Ein verletzter Knöchel macht ihr einen Strich durch die Rechnung.
Von Männern hat sie die Nase voll, bis, ja bis, ihr der charismatische Philipp im Theater über den Weg läuft.
Doch so schnell wird sie Egon nicht los, der mit allen, auch unlauteren Mitteln wie Entführung von Lizzy und juristischen Klimmzügen dafür kämpft, dass Ennie wieder zu ihm zurückkehrt. Welche Gründe (außer einem kranken Ego) er dafür hat, müsst ihr schon selbst lesen ....
Meine Meinung:
Clara Langenbach gelingt es seht gut, die Stimmung im Theater einzufangen, die durch den aufgeblasenen Regisseur Cornelius Bergenthal, der die Künstler wie ein Feldwebel herumkommandiert, nicht allzu gut ist.
Die Charaktere sind gut ausgearbeitet. Das betrifft sowohl Egon und seine fürchterliche Familie als auch Ennie und ihre alkoholkranke Schwester Lizzy. Eine interessante Konstellation ist Philipps Familie, die aus zwei Vätern besteht, damals ein strafrechtlich verfolgbarer Tatbestand, denn der § 175 verbietet gleichgeschlechtliche Beziehungen unter Männern.
Einige der Protagonisten spielen auch abseits der Bühne großes Theater.
Fazit:
Mir hat der Ausflug nach Dresden recht gut unterhalten, weshalb der Roman 4 Sterne erhält.






















