Clara Malraux

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Als wir zwanzig waren

Als wir zwanzig waren

 (3)
Erschienen am 29.09.2010
Das Geräusch meiner Schritte.

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Erschienen am 01.01.1982

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Rezension zu "Als wir zwanzig waren" von Clara Malraux

Rezension zu "Als wir zwanzig waren" von Clara Malraux
yokovor 8 Jahren

Clara Malraux hat mich an die Hand genommen und mir in den Memoiren „Als wir zwanzig waren – Erinnerungen an Andrè Malraux und die Pariser Bohème“ ihre innige Beziehung zu André Malraux erzählt. Getroffen haben sich die beiden eines Abends bei einer Festtafel. Gleich im ersten Satz schreibt Clara von einem jungen Mann, „der mir lange Jahre mehr bedeuten wird als jeder andere Mensch.“ André tanzt schlecht, aber die junge Clara fühlt sich trotzdem angezogen. Es ist das Geistreiche, dem sie sich nicht entziehen kann. Als sie bei einem weiteren Zusammentreffen von einer geplanten Italienreise berichtet, sagt André ihr sofort seine Begleitung zu. Dem widerspricht Clara nicht, denn „ich wollte ja alles mitnehmen, was die Welt mir bot.“ So begeben sie sich gemeinsam auf eine Reise, die mehr verändern wird, als sie vorher geahnt haben.

Clara hat mich sofort in ihren Bann gezogen. Sie war eine geistreiche und intelligente Frau, die das kulturelle Leben sehr schätzte und dafür mit jedem Atemzug lebte. Sie hatte Kontakt zu großen Persönlichkeiten wie André Breton. Zudem wollte Clara eins: unabhängig bleiben und stark sein. Doch es gab oft Situationen, wo sie nicht mehr ganz sie selbst war. „Denn seit eine anspruchsvolle Gestalt an meiner Seite mich ständig zwang, ihm gewachsen zu sein – das heißt, dem gewachsen zu sein, was mein Gefährte in mir sah und sehen wollte -, hatte ich Hemmungen, mich in Gegenwart Dritter zu äußern.“ Ihr Gefährte – wie sie André die meiste Zeit über in ihren Memoiren nennt – scheint ihr um Längen voraus und überlegener. Er hatte eine starke Präsenz, die sie schrumpfen ließ. Genau das ist es eigentlich, was sie anzieht und an dem sie wächst.

Es ist eine schöne, besondere Geschichte über die Beziehung von zwei Menschen, die von der Tiefe einem Meeresboden ähnelt. Beide sind keine einfachen Gemüter, sehr ehrlich und fordern sich gegenseitig. Sie lieben das Abenteuer und kennen keine Sicherheit. Die Memoiren sind aber auch ein interessantes Dokument der 20er Jahre. Wenngleich ich mir noch ein bisschen mehr Einblicke in das Künstlerleben an der Seine gewünscht hätte. Doch Clara Malraux steht vorrangig im Mittelpunkt. Es bleibt eine beachtenswerte Biographie von einer Frau, die erfrischt und zum Nachdenken anregt. Dieses Buch braucht ein bisschen Zeit, doch wenn man sie ihm gibt, schlägt man am Ende das Werk mit einem glücklichen Seufzer zu und wünscht sich eine Fortsetzung.

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Rezension zu "Als wir zwanzig waren" von Clara Malraux

Rezension zu "Als wir zwanzig waren" von Clara Malraux
Clarivor 8 Jahren

Abenteuer und Künstlerboheme.

Clara Goldstein entstammte einer wohlhabenden deutsch-jüdischen Bürgerfamilie. Als sehr junge Frau lernt sie ihren Lebensgefährten André Malraux kennen. Im hier vorliegenden zweiten Band ihrer Memoiren beschreibt sie ihr Leben an der Seite eines Mannes, dessen außergewöhnliche Persönlichkeit sie tief beeindruckte. In den frühen zwanziger Jahren gehörten beide zur intellektuellen Jeunesse dorée in Paris, die in Künstlerkreisen verkehrte. Zugleich beschreibt Clara Malraux in ihrem Buch ihre eigene Suche nach Standfestigkeit und Stabilität. Die Gespräche zwischen André Malraux und Clara Goldstein drehen sich um Literatur und Kunst und zeigen zwei junge Menschen, die sich auf Augenhöhe gegenüberstehen. Die gleichgesinnte geistige Präsenz machte sie zu ebenbürtigen Partnern. Gleichwohl ist Clara behütet und geborgen aufgewachsen, so dass ihr Ausscheren aus dem bürgerlichen Gleichmaß ihre Familie in Aufruhr versetzte.

Nur wenige Wochen nach der ersten Begegnung heiraten die beiden und beginnen eine mehrjährige abenteuerliche Reise zuerst nach Italien und später nach Asien. Ihre Reise endet in einem Desaster, als sie in Saigon eines Kunstraubs wegen verhaftet werden.

Der Stil dieses Erinnerungsbuches ist streng formal. Viele Namen fallen, die allgemein bekannt sind: von Kahnweiler über Picasso zu Utrillo und vielen anderen mehr. Dadaisten, Surrealisten und Expressionisten bestimmten die damalige Kunstszene. Die Darstellungsform bedient sich der Andeutungen und zeigt äußerste Diskretion. Clara nennt ihren Mann ihren "Gefährten" und benennt ihn nur selten mit seinem Namen. Ihre reiche deutsch- jüdische Herkunft steht im Kontrast zu dem armen André Malraux, der erst später sowohl als Schriftsteller als auch als Kulturminister zu Ruhm und Ehren gelangte. Sehr kapriziös erscheinen die beiden jungen Menschen, die von der ungewöhnlichen Verbindung ebenso leben wie von der Sonderstellung, die beide schon in jungen Jahren in ihren Kreisen einnehmen. Sie hat das Geld, das sie gewinnbringend anlegen, um davon zu leben. Nach der Inflation ist davon nur wenig übrig. Dennoch gelingt es ihnen mit Hilfe vieler Freunde und Gönner finanziell über die Runden zu kommen.

In differenzierten Berichten, klar und intelligent zeigt Clara Malraux sich als begabte Autorin, die ihren abenteuerlichen Reisen und Erlebnissen beredt Ausdruck zu geben vermag.
In kleinen Zwischenbemerkungen erahnt man, dass das Leben an der Seite ihres chauvinistischen und anspruchsvollen Partners nicht leicht war. Sie meistert ihren Part, indem sie neben ihm wächst und sich selber zu einer beeindruckenden Persönlichkeit entwickelt.
Die gedrängte Erzählung über ein viertel Jahrhundert erlaubt Einblicke in die goldenen zwanziger Jahre in Frankreich, die den Lebensjahren der beiden als Zwanzigjährige entsprach.
Die Lektüre ist anspruchsvoll.

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