Clara Ott

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Interview mit Clara Ott

Die Autorin Clara Ott im Interview mit LovelyBooks / Juni 2012

1. Wie bist du zum Schreiben gekommen? Gab es einen bestimmten Auslöser oder wolltest du schon immer schreiben?

Ich habe schon mit 7 oder 8 Jahren das erste Tagebuch geschrieben und mir immer Geschichten ausgedacht. Der Heimweg von der Bushaltestelle nach meiner Schule dauerte immer eine halbe Stunde und da habe ich laut vor mich hingeredet. Aber leider nie aufgeschrieben. Das hole ich jetzt nach.

2. Welche Bücher liest du selbst gern?

Zweierlei: einmal wirklich Liebesratgeber, Klassiker oder Fachbucher wie Max Frisch, Erich Fromm, Jorge Bucay, Francis Lelord oder aktuell Eva Illouz "Warum Liebe weh tut". Und dann natürlich gute Romane. Nicht zwangsläufig Frauenschmöker, weil ich die meistens zu vorhersehbar finde. Aber Literatur von Männern mag ich, wie Beigbeder, Suter, Glavinic, Frantzen.

3. Von welchem Autor würdest du dir ein Vorwort für eines deiner wünschen?

Frédéric Beigbeder. Den habe ich in meinem Buch vorne aus einem meiner Lieblingsbücher zitiert "Mein Leben ist ein Roman, der auf wahren Ereignissen beruht", aus "Der romantische Egoist". Ich habe ihn einmal bei einem Interview kennengelernt und er hat mich sehr inspiriert und überzeugt, auch ein Buch zu schreiben.

4. Wie hat es sich angefühlt, als du dein erstes Buch zum ersten Mal in den Händen gehalten hast?

Aufregend! Ich hatte praktischerweise für diesen Moment etwas vorbereitet: als ich das Manuskript vor vier Jahren auf Rügen begann, hab ich in dem Appartment dort die Begrüßungsflasche Sekt mitgenommen. Und mir damals geschworen, dass ich dir trinke, sofern das Buch je erscheint. Es war wirklich schwer, ihr die Jahre drauf im Kühlschrank zu widerstehen, wenn sonst kein Alkohol im Haus war. Aber ich schwöre, ich habe es geschafft und sie vier Jahre später getrunken. Und zu meinem Erstaunen hat sie hat richtig, richtig gut geschmeckt.

5. Wann und wie schreibst du normalerweise? Gehst du dabei diszipliniert vor, und brauchst du eine bestimmte Umgebung zum Schreiben?

Ich bin nicht diszipliniert, daher ist folgende Umgebung ideal: kein Internet, Meerblick, keine Menschen, Ruhe, Sonne. Das hatte ich in Italien vergangenen Sommer und es hat wunderbar geklappt. Aber ich probiere mich gerade in Berlin zu konzentrieren. Wenn, dann schreibe ich stundenlang am Stück. So zwischen Tür und Angel mache ich schon genug anderes, aber Bücher kann ich glaube ich nicht so neben anderen Jobs schreiben. Allerdings teste ich das gerade, denn noch arbeite ich ja hauptberuflich als freie Journalistin und leider noch nicht vom Romanschreiben.

6. Welche Wünsche hast Du im Bezug auf Deine Bücher und Deine Arbeit für die kommenden Jahre?

Ich wünsche mir, dass ich auch für die kommenden Jahre Buchverträge bekomme. Und dann gebe ich mein Bestes, um inspirierende, unterhaltsame, kluge und schöne Geschichten aufzuschreiben. Und dass sich vielleicht eine treue Leserschaft bildet, die irgendwann jedes meiner Bücher automatisch kaufen, allein, weil es "das neue Buch von Clara Ott" ist. Ach so, direkt in die SPIEGEL-Bestsellercharts einsteigen und viele Lesungen machen. Denn das Feedback meiner Leser hat mich bisher ebenso glücklich gemacht, wie das Schreiben an sich.

7. Wem würdest du deinen ersten Roman "Aufrüschbar" empfehlen?

Allen, die gern eine nicht-vorhersehbare Liebesgeschichte einer Romanautorin lesen möchten. Das Buch ist trotz des Modeanteils in der Geschichte und dem pinken Cover durchaus auch für Männer geeignet. Denn die Suche und die Irrungen von Sex, Liebe und dem dazwischen sind doch geschlechterübergreifend spannend. Allerdings gestehe ich: es ist wohl perfekt geeignet für die weibliche Leserschaft zwischen 25 und 35 Jahren, die noch nicht den Mann fürs Leben gefunden haben und sich fragen, was sie falsch machen. Deswegen mag ich den Aspekt, dass Lotte die Fehler für die Leserin macht und man sich nach der Lektüre immer nur fragen braucht "Was würde Lotte tun?" Und dann muss man selbst entscheiden, ob man wie Lotte unerschrocken, naiv und etwas querschlagend durchs Leben gehen will, oder doch eher bodenständig und vernünftig wie ihre Freundinnen Cosima und Frieda. So oder so: ich hoffe, es bleibt ein bisschen hängen nach der Lektüre. Und sei es, dass man seine Mainstreammode ein bisschen aufrüscht.