Der Vermesser

von Clare Clark 
3,7 Sterne bei56 Bewertungen
Der Vermesser
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (38):
engineerwifes avatar

Hat mir gut gefallen ... man konnte das Buch quasi wirklich "riechen" ...

Kritisch (3):
realmrsdarcys avatar

Die Autorin beschäftigt sich sehr intensiv mit Dreck und Gestank. Die Story selbst kommt dabei zu kurz

Alle 56 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Der Vermesser"

London 1855. Unter der Stadt erstreckt sich ein gewaltiges Labyrinth von alten Tunneln, das Menschen aller Couleur anzieht. Die einen suchen nach Dingen, die sich zu Geld machen lassen, andere sind auf der Flucht vor ihrer Vergangenheit. Bis ein grausiger Mord geschieht, der ganz London erschüttert.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783453810785
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:414 Seiten
Verlag:Heyne, W
Erscheinungsdatum:02.01.2007

Rezensionen und Bewertungen

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    Bellis-Perenniss avatar
    Bellis-Perennisvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: ein spannender, wenn auch stinkender historischer Krimi mit einigen überraschendenAnsaätzen
    Eine stinkende Angelegenheit - die "cloaca maxima" von London

    Clare Clark entführt die Leser in die Abwasserkanäle – also quasi in die „cloaca maxima“ des viktorianischen Londons.
    Mitten in der stinkenden Brühe des Abfalls der Großstadt geraten die Schicksale zweier sehr unterschiedlicher Männer immer wieder in Kontakt.

    Da haben wir zuerst William May, der seit seinem Einsatz im Krimkrieg an Alpträumen und an dem Zwang leidet, sich mit einem Messer zu ritzen leidet (heute sagt man „posttraumatische Belastungsstörung“ dazu) und den „langarmigen Tom“ der gemeinsam mit seinem Hund „Lady“ von und in den Kanälen lebt.
    William ist eigentlich ein integrer Mann und ein begabter Mathematiker, der einem Korruptionsskandal auf die Schliche kommt.

    Toms Beziehung zu seinem Hund ist außergewöhnlich liebevoll. Für gewöhnlich werden zu dieser Zeit Haustier nur nach ihrem Nutzen bewertet.

    Der Krimi ist sehr spannend geschrieben und die Verhältnisse werden gut beschrieben, wenn nicht die Langatmigkeit zu Beginn wäre. Mehr als dreißig Seiten detaillierte Schilderung von allerlei Fäkalien und Ratten: das strapaziert die meisten Leser über Gebühr. Auch ich war nahe dran, das Buch wegzulegen.
    Jetzt, nach dem Ende bin ich froh, es fertig gelesen zu haben, und kann nun aus der düsteren, stinkenden Unterwelt wieder ans Tageslicht auftauchen.

    Ich hätte mir nur einen anderen Titel gewünscht. Der Originaltitel „The Great Stink“ ist meines Erachtens viel griffiger als der deutsche.

    Kommentare: 2
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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 6 Jahren
    Rezension zu "Der Vermesser" von Clare Clark

    Ein düsteres Buch für eine düstere Jahreszeit. Bei diesem ekligen verregneten Wetter greift man am besten zu einem Buch, welches in London um 1855 spielt. Genau das habe ich getan. „Der Vermesser“ von Clare Clark habe ich von meiner besseren Hälfte zu Weihnachten bekommen, da ich mich immer beschwert habe, dass ich keine Bücher finde, welche in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in England spielen. Naja und tadaa.
    Angepriesen wurde der Debütroman von Clare Clark schon mal richtig gut, es gab Vergleiche zu Patrik Süskind’s „Das Parfum“ aber auch zu Charles Dickens. Dementsprechend hoch waren auch die Erwartungen, denn auch das Cover lies schon einen recht düsteren Roman erhoffen. Und wie soll ich es sagen, diese Erwartungen wurden keineswegs enttäuscht.
    Allerdings muss man sich bei diesem Buch auch im Klaren sein, dass es wegen seiner Beschreibungen überzeugt und nicht unbedingt wegen seines Action-Reichtums. Aus diesem Grund waren die ersten 100 Seiten müßig zu lesen. Die Abwasserkanäle London’s wurden wahnsinnig detailliert beschrieben, besonderer Schwerpunkt wurde hierbei auf den Geruch gelegt. Und ganz ehrlich, man kann ihn nach empfinden. Trotzdem ist ein Kampf gewesen bei so viel Beschreibung durchzuhalten. Hat man diesen Punkt überwunden, dann geht es auch tiefer in die Geschichte hinein. Auch die Charaktere sind sehr schön dargestellt, obwohl man sich zu keinen so richtig hingezogen fühlt. Weder der Protagonist William, der mit der Zeit etwas durchdreht, noch der zweite Protagonist Tom sind große Sympathieträger. Obwohl Tom’s Zuneigung zu seiner Hündin Lady wirklich toll ist. Nichtsdestotrotz haben mir Polly und Sidney Rose am besten gefallen. Mit der Zeit lernt man auch die Verstrickung der zwei Schicksale kennen, welche durch Rose dann aufgedeckt werden. Allerdings scheint Rose dann schon fast ein wenig zu heldenhaft bei der Aufdeckung des Falles. Dieses Muster passte meiner Meinung nach nicht in die düstere Stimmung des Buches. Ebenso das „Happy-End“. Gut, Happy-End ist vielleicht zu übertrieben, aber alles ging ziemlich glimpflich aus, wobei ich mir persönlich etwas Tragischeres gewünscht hätte. Dies hätte die Grundstimmung des Romans noch besser untermauert.
    Jedoch überzeugt der Roman und damit auch Clare Clark (+Übersetzer) durch die atemberaubende Atmosphäre. Es wird bewiesen, dass nicht alles immer rosa sein muss. Die ekligen mit Fäkalien gefüllten Kanäle London’s aus dem 19. Jahrhundert gehören ebenso dazu, genau wie die Rattenplage. Es ist ein Buch, welches fasziniert, wenn man es über die ersten 100 Seiten hinaus schafft.

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    Joks avatar
    Jokvor 7 Jahren
    Rezension zu "Der Vermesser" von Clare Clark

    Endlich mal wieder ein 5-Sterne-Buch. Hier stimmt aus meiner Sicht einfach alles: der Schreibstil, die Geschichte, das Setting ... der "Vermesser" ist eine sehr interessant ausgestaltete Figur. In gewisser Weise kriegsgeschädigt und psychisch krank. Er lebt im London des 19. Jahrhunderts und schafft es nur sehr schwer mit sich und seinem Leben klarzukommen. Es kommt zwangsläufig zu Schwierigkeiten, die ihn fast das Leben kosten. Er wird gerettet von einer Person, die erst ganz spät im Buch die Bühne betritt. Um so heftiger startet die Geschichte dann nochmal durch und es kommt zu einem schönen Ende.
    Ganz klare Leseempfehlung!!!

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    Rosalies avatar
    Rosalievor 8 Jahren
    Rezension zu "Der Vermesser" von Clare Clark

    Dieses Buch ist einfach ... erschreckend, aber auch spannend und faszinierend zugleich. Eine gute hirtorische Geschichte für zwischendurch ...

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    Rock-n-Rolls avatar
    Rock-n-Rollvor 8 Jahren
    Rezension zu "Der Vermesser" von Clare Clark

    Dieses Buch ist einfach nur voller Schrecken und trotzdem lesenswert und unvergesslich. Der Einstieg ist etwas schwer, weil die Autorin sehr detailiert über den Krim Krieg schreibt. Doch dann läßt es den Leser nicht mehr los und man kann förmlich selbst miterleben wie es in den Kanälen Londons um 1850 zuging. Es ist ein Buch für starke Nerven, das sogar Übelkeit hervorrufen kann. Wunderbar recherchiert ist das Seelenleben der Hauptperson William May, der unter den Folgen seiner Erlebnisse im Krieg leidet, was aber die Außenwelt als Geisteskrankheit interpretiert. Der Höhepunkt für mich war die Zeit in der Irrenanstalt und wie man zur damaligen Zeit mit vermeintlich Geisteskranken umging. Das Ende ist befriedigend, allerdings zu schnell erzählt. Ich hätte mir auch gewünscht zu wissen wie es mit Williams geistiger Krankheit weiter geht, ob er dem Wunsch sich selbst zu verletzen widerstehen kann oder er es nur seiner Familie zuliebe sein läßt.

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    Marcos avatar
    Marcovor 9 Jahren
    Rezension zu "Der Vermesser" von Clare Clark

    Spannender Roman über das gestörte Seelenleben eines Vermesser im London Mitte des 19. Jahrhunderts. Clark entführt den Leser sprachgewaltig in die Unterwelt und die Kanalisation der englischen Metropole. Ein Roman, spannend, düster, über Schmutz, Abfall und Abgründe. Gut und sehr bildlich geschrieben, aber manchmal zu düster. Es fehlen die lichten, bunten Augenblicke.

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    Bennis avatar
    Bennivor 10 Jahren
    Rezension zu "Der Vermesser" von Clare Clark

    Der Vermesser – schönes Cover, tolle Kritiken, interessantes Thema. Also war ich glücklich, als ich das Buch für drei Tacken auf dem Wühltisch fand.
    Das Buch sollte aus zweierlei Blickwinkel gesehen werden: zum einen der historische Aspekt, zum anderen die Kriminalgeschichte.
    Clare Clark schaffte es, mir das stinkende London in dem Jahr 1855 abstoßend und zugleich faszinierend zu schildern. Spannend, sich das Buch in Bildern vorzustellen.
    Die Geschichte jedoch, ein Mord in der herrlich ekligen Kanalisation und der Verdacht, der auf einen Veteranen des Krim-Krieges fällt, ist unspannend und überraschungsfrei erzählt. Mich hat weder die Story noch die Protagonisten begeistert. Und das Ende ist leider absolut vorausschaubar.
    Wer einen Krimi lesen möchte, sollte eine andere Wahl treffen und Geschichtsinteressierte können auf die Story verzichten und lieber eine reine Doku aussuchen.
    Die drei Sterne gebe ich lediglich für die schön eklige Beschreibung der englischen Hauptstadt im 19. Jahrhundert.

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    kfirs avatar
    kfirvor 11 Jahren
    Rezension zu "Der Vermesser" von Clare Clark

    England im glorreichen Viktorianischen Zeitalter um 1855: Doch nicht alles ist so glorreich an dieser Zeit. Zahlreiche Soldaten kehren, an Leib und Seele verletzt, zurück aus dem Krimkrieg in Russland und wegen mangelhafter Kanalisation stinkt es in London sprichwörtlich zum Himmel, Epidemien drohen.

    Der junge Ingenieur und Vermesser William May kehrt nach seiner Verwundung, und wegen der katastrophalen hygienischen Verhältnisse nur knapp dem Tode entronnen, aus dem Krimkrieg heim nach London. Alles lässt sich gut an, er findet sein familiäres Glück in Frau und Kind und auch eine gute Anstellung bei der Stadt als Vermesser verspricht ein gesichertes Leben. Denn in London soll eine neue Kanalisation dauerhaft Abhilfe für die unhaltbaren Zustände schaffen und William May soll maßgeblich daran mitarbeiten. Fortan verbringt May viele Zeit in der unbeschreiblich stinkenden Unterwelt Londons, doch nicht nur um diese zu vermessen, sondern auch um seine unverarbeiteten Kriegstraumata mit Ritzen zu lindern. Und je mehr er erkennt, dass nur sein eigener Blutrausch ihm Linderung verschaffen kann, desto mehr gibt er sich dieser Erlösung in der Einsamkeit der Kanalisation hin und wird somit zunehmend zum Sonderling. Unvermittelt verfängt er sich im Rahmen des Kanalbaus in die Netze aus Bestechung und Korruption. Und als dann in diesem Umfeld ein Mord geschieht, scheint William May der Täter zu sein.

    Was dieses Buch so faszinierend macht, ist die gute Mischung aus Krimi einerseits, der atmosphärisch dichten Erzählweise und dem historischen Hintergrund andererseits, aus einer Zeit, die noch nicht allzu fern ist. Das Buch lebt von seiner Flut an Details, die allesamt akribisch recherchiert wurden und glaubhaft in diesem Roman zu Leben erweckt wurden. Man glaubt die Stadt, Kanalisation förmlich zu sehen, fühlen und riechen. Es ist beeindruckend, wie das in dieser Vielfalt über das gesamte Buch hinweg durchgehalten werden kann.
    Leider Gottes können die in dieses Szenario gesetzten Personen und die Handlung nicht ganz mithalten. Da wird zwar der Titelheld mit all seiner inneren Zerrissenheit und seinen Obsessionen und Wahnvorstellungen äußerst lebhaft und glaubwürdig geschildert. Doch die ihn umgebenden Personen bleiben häufig farblos. So kommt seine Frau als vermeintlich zentrale Figur oft nur an Rande vor und agiert dann auch nur sehr schwach, wirkt unglaubwürdig passiv. Auch werden hin und wieder weitere Personen groß und breit eingeführt und beschrieben, diese greifen dann allerdings seltsamerweise nicht weiter ins Geschehen ein. Manchmal hatte ich auch das Gefühl, es würden Teile oder ganze Kapitel fehlen.

    Ein Buch, welches man weit mehr wegen seiner atmosphärisch dichten Beschreibungen als wegen seiner erzählten Geschichte in Erinnerung behalten wird.

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    Elaines avatar
    Elainevor 11 Jahren
    Rezension zu "Der Vermesser" von Clare Clark

    Auf dem Buchcover wurde ein Vergleich mit "Das Parfum" angestellt, meiner Meinung nach nicht berechtigt.

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    rouges avatar
    rougevor 11 Jahren
    Rezension zu "Der Vermesser" von Clare Clark

    Der Kommentar von B. Wegmann (amazon.de) trifft den Inhalt der Romanhandlung im Wesentlichen, deshalb will ich hier nicht genauer darauf eingehen, als notwendig. Der Handlungsort ist London, u.a. das marode Kanalsystem der Stadt, und folgt man Wegemann sowie dem Klappentext des Romans, so erwartet man auf jeden Fall einen spannenden Krimi im Stil von Süskinds "Parfum" - leider eine Fehlannahme. Der angekündigte "bestialische Mord" ereignet sich erst nach ca. 160 Seiten - etwas mehr als 1/3 des Romans hat man zu diesem Zeitpunkt bereits gelesen.

    Auch der Vergleich mit Süskind erscheint eher weit hergeholt: Die unangenehmen Gerüche Londons werden sehr eindringlich geschildert, damit endet der Vergleich. Stattdessen entfaltet sich vor dem Hintergrund historischer Ereignisse des Sommers 1858, bekannt geworden als "Der Große Gestank", eine Intrige, die sich im Wesentlichen um einen seelisch labilen Kriegsheimkehrer herum entspinnt. Anstelle eines Krimis erwartet den Leser das eindringlich geschildertes Psychogramm einer vom Krieg gezeichneten Existenz ausgebreitet vor detailiert ausgearbeiteten historischen Begebenheiten.

    Erwartet man keinen ausufernden Krimi, dann wird man sicher Gefallen an "The Great Stink" finden. Die Hauptfiguren sind wirklich gut ausgearbeitet und die Schilderungen der Handlung liefern ein atmosphärisches Abbild des Londons jener Tage. Leider wird nur sehr schwer Spannung aufgebaut. Durch die ersten 150 Seiten musste ich mich regelrecht durchquälen. Spannender wurde es, nachdem die Intrige um William May, den Vermesser, langsam in den Handlungsmittelpunkt rückt, aber auch dann bleibt die Entwicklung der Ereignisse für meinen Geschmack zu vorhersehbar, obwohl am Ende zumindest ein paar hauchzarte Zweifel zurückbleiben - immerhin.

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