Clarissa Linden Unsere Hälfte des Himmels

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Inhaltsangabe zu „Unsere Hälfte des Himmels“ von Clarissa Linden

Ein großer Schicksalsroman über 2 Frauen und ihren Traum vom Fliegen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Frankfurt in den 30er Jahren: Johanna und Amelie sind dicke Freundinnen, die eine gemeinsame Sehnsucht verbindet: Sie wollen Pilotinnen werden und den Himmel erobern. Doch dieser Traum scheint im Deutschland der Nazi-Zeit unmöglich zu sein. Trotzdem halten beide zunächst an ihm fest – bis Amelie sich in Johannas Fluglehrer verliebt. Ein folgenschwerer Verrat trennt die beiden Freundinnen schließlich für immer.
Kassel in den 70er Jahren: Amelies Tochter Lieselotte, die zu ihrer Mutter stets eine sehr distanzierte Beziehung hatte, wird plötzlich mit deren aufregender Vergangenheit konfrontiert. Allmählich lernt sie eine Amelie kennen, die sie hinter der kühlen Fassade niemals vermutet hätte – und ihr wird klar, dass diese Erkenntnis ihr eigenes Leben verändern wird.

Historisch fundiert, dramatisch und mitreißend: Ein Roman über ungelebte Träume, Frauenfreundschaft und die erste Beziehung im Leben einer Frau – die zu ihrer Mutter

Emanzipation, die Veränderungen für Frauen im Nationalsozialismus und Frauen beim Fliegen - aber leider nicht gut erzählt und lang!

— Nil

Das fliegerische kam mir irgendwie zu kurz. Allerdings wurde das atmosphärische der jeweiligen Epochen gut zum Leser transportiert.

— Das_Blumen_Kind

Tolles Buch über starke Frauen und harten Zeiten, über Träume und wie man diese leben kann

— dieschmitt

Ein emotionaler Roman über Liebe, Verrat und den großen Traum zweier junger Frauen vom Fliegen im Deutschland der 30'er Jahre.

— Catgirllovesbooks

Ein Roman, der ein Stück Zeitgeschichte sein könnte. Sehr gut recherchiert!

— MissStrawberry

Ein vielschichtiger Roman, der zwei interessante Zeitabschnitte des 20. Jahrhunderts und einige brisante Themen behandelt.

— Klusi

Ein mitreißender Roman, den man auf jeden Fall gelesen haben sollte.

— BonnieParker

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  • Die spannenden Themen hätten mehr hergegeben

    Unsere Hälfte des Himmels

    Nil

    23. October 2017 um 21:20

    Mit großer Vorfreude habe ich den Roman Unsere Hälfte des Himmels von Clarissa Linden zur Hand genommen und angefangen zu lesen. Große Themen beinhaltet der Roman: die Emanzipation, die Veränderungen von den 20er Jahren hin zum Nationalsozialismus und die Rolle der Frauen beim Fliegen. VIelleicht wollte der Roman zu viel und hat sich dann in einer recht einfachen Familiengeschichte zerlaufe und das auf mehr als 300 Seiten.Der Roman hat zwei Handlungsstränge, zum einen die Geschichte von Liselotte im Jahr 1971 und die ihrer eigenen Mutter im Jahr 1935. Die Tochter beginnt das Leben der Mutter zu recherchieren als diese im Koma im Krankenhaus landet. Und ganz nebenbei befreit sie sich von den Fängen des eigenen Lebens.Mir persönlich war die Geschichte zu einfach mit vielen Wiederholungen, wenig Reflektion und Tiefe. Da hätte ich mehr erwartet.

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  • Unsere Hälfte des Himmels - sehr lesenswert

    Unsere Hälfte des Himmels

    Lese_gerne

    04. June 2017 um 11:39

    Keine Frau, welche Ausnahmeerscheinung sie auch sein möge, wird jemals die Höhen erreichen können, die ein außergewöhnlicher Mann erreicht (Antonie Straßmann).*************************Frankfurt 1935: Amelie und Johanna sind beste Freundinnen. Schließlich teilen sie ihr Hobby: Das Fliegen. Jede freie Minute und jeden Reichspfennig sparen sie sich für ihr Hobby auf. In der Nazizeit in Deutschland wird es den Frauen allerdings nicht leichtgemacht ihrem Hobby nachzugehen. Aber beide halten an ihrem Traum fest. Bis Amelie sich in Johannas Fluglehrer verliebt.Kassel 1971: Amelies Tochter Lieselotte ist zwischenzeitlich verheiratet. Zu ihrer Mutter hatte sie kein gutes Verhältnis. Amelie war ihr gegenüber immer gefühlskalt und Ihr Verhalten zu ihr immer mit einer gewissen Härte versehen. Doch da lernt Lieselotte eine ganz andere Amelie kennen, als die kühle Fassade vermuten läßt. In der Vergangenheit gibt es einige Dinge, die Lieselotte nicht weiß.********************************Von dieser Autorin kenne ich schon einige Bücher. Unter ihrem Pseudonym Clarissa Linden eben "Ich warte auf Dich, jeden Tag" und unter einem anderen Pseudonym noch einige andere Bücher. Zwischenzeitlich gehört sie zu meinen Lieblingsautoren. Wie ich es gerne habe wechselt sich die Geschichte zwischen Vergangenheit (1935) und Gegenwart (1971) ab. Was mir gut gefallen hat ist, dass der Wechsel nicht nach jedem Kapitel stattfindet sondern schon einige Kapitel von der gerade erzählten Zeit handeln. So wird man nicht jedes Mal aus der Geschichte gerissen. Lieselotte macht im Buch eine gewisse Veränderung durch. Jung hat sie geheiratet. Zwischenzeitlich stellt sie fest, dass sie ihre Entscheidung zu heiraten zu schnell getroffen hat. Wahrscheinlich um der Gefühlskälte der Mutter zu entrinnen. Nach den ersten Ehejahren entwickelt sich alles eher zum Negativen. Eduard entpuppt sich als nicht gerade liebevollen Ehemann. Nicht mal das Bier kann er sich selbst aus der Küche holen. Beim sonntäglichen Tatort-Schauen läßt er sich fleißig von Lieselotte bedienen kann nicht mal Danke sagen und sich vom spannenden Krimi losreißen. Selbstverständlich ist es für ihn, dass Lieselotte ihn von hinten bis vorne bedient. Dass er Geld verdient und Lieselotte somit zuhause sein kann sieht er als Dank genug. Damals war es normal, dass eine Frau nach der Heirat ihre Arbeit aufgab. Lieselotte merkt, dass sie immer unglücklicher wird und so ihr Leben nicht weitergehen kann. Als sie in die Vergangenheit von Amelie eintaucht, merkt sie, dass sie ihre Träume nicht mehr hinter der Ehe anstehen möchte.***********************************Am Schluß des Buch werden noch bekannte Fliegerinnen genannt, eine Chronik dazu wann die ersten Frauen durch Fliegen bekannt wurden und warum der Ort Frankfurt gewählt wurde. Außerdem ist noch eine Preisliste angehängt wieviel Lebensmittel kosteten. Ein halbes Pfund Butter kostete damals den Durchschnitts Stundenlohn eines männlichen Facharbeiters. Nämlich 78 Reichspfennige. Unvorstellbar, wenn heutzutage für eine Butter seinen Stundenlohn bezahlen müsste.***********************************Das Buch wird jedem gefallen, der so wie ich, gerne Bücher liest, die vom Nationalsozialismus und von einer Familiengeschichte handeln. In diesem Buch werden auch die Rechter der Frauen im Nationalsozialismus behandelt, die nach dem goldenen Zwanzigern wieder rückständiger wurden.

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  • Vier Frauen und ein Kater

    Unsere Hälfte des Himmels

    Bavaria123

    02. June 2017 um 09:27

    Frankfurt 1935 Amelie und ihre Freundin Johanna sind leidenschaftliche Segelfliegerinnen. Jedoch ziehen Wolken an ihrem Himmel unter anderem aufgrund der politischen Situation auf. Kassel 1971 Amelies Tochter Lieselotte erfährt, dass ihre Mutter nach einem Unfall im Krankenhaus in Koma liegt. Nur zu gern lässt sie ihren Ehemann Eduard allein und reist nach Frankfurt. Dort lernt sie Marga und den Kater Cat Ballou kennen... Auf dieses Buch hatte ich mich sehr gefreut und begann somit auch gleich nach Erhalt mit dem Lesen. Und meine Erwartungen wurden absolut erfüllt. Clarissa Linden erzählt den Roman in zwei Zeitebenen. Das ist kein neues Stilmittel, macht das Lesen hier aber sehr interessant. Bei manchen Büchern ist es dann so, dass man sich für eine der beiden Ebenen besonders interessiert und die andere eher nebenbei liest. Hier ist es anders. Ich fand die Geschichte von Amelie ebenso packend wie die von Liselotte. Damit der Leser immer informiert ist, wird jedem Kapitel der Ort und die Zeit der Handlung angefügt. Geschildert wird nicht nur, was die beiden in ihrem privaten Leben erfahren und ertragen müssen. Die Autorin blickt auch auf die Fliegerei im Allgemeinen und den jeweiligen geschichtlichen Hintergrund. Das ist ausgesprochen gut gelungen, was auf eine intensive Recherche schliessen lässt. Manche Kapitel werden mit einem Zitat, meist von einer Fliegerin, angefangen. Und da sind einige, die mir wirklich gefallen. So beispielsweise von Amelia Earhart: " Mut ist der Preis, den das Leben verlangt, wenn es Frieden mit dir schließen soll." Aber auch mitten im Text stehen für mich immer mal sehr nachdenkenswerte Sätze. "Das ist das Schwierige mit Entscheidungen....Man weiß nie, ob man mit der Alternative nicht glücklicher geworden wäre" ist so einer, der mich arg anspricht. Das Buch ist in einem gekonnten, ansprechenden Schreibstil verfasst und somit flüssig zu lesen. Ein Spannungsbogen entwickelt sich auf beiden Zeitebenen. Mit Amelie aber auch mit Liselotte kann man sich als Leserin absolut anfreunden. Was allerdings schade ist und eine Korrektur erfordert sind ein paar Fehler, die sich eingeschlichen haben. So wird auf Seite 287 Liselotte mit Amelie verwechselt, was mich dann ein paar mal zum Lesen desselben Satzes brachte. Oder auch auf Seite 312 wurde aus einem "was" ein "war". Somit entfremdete sich der Sinn des Satzes. Da müsste noch einmal expliziet nachgelesen und verbessert werden. Sehr gelungen finde ich auch den Anhang mit Nachwort und Hintergrund, das erklärt noch einige Aspekte des Buches, den geschichtlichen Rahmen und einige interessante Einblicke in die Geschichte des Frauenfliegens. Ich empfehle dieses Buch, welches für mich das Lesevergnügen in diesem Jahr eröffnet hat, auf jeden Fall mit fünf Sternen nicht nur Flug- oder Geschichtsinteressierten sondern auch jedem, der sich von einem Buch gern unterhalten und sich ganz in die Handlung hineinziehen lässt.Unter meinem Namen Bavaria123 auch auf anderen Seiten veröffentlicht.

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  • Lebe Deine Träume oder wie das Leben spielt

    Unsere Hälfte des Himmels

    dieschmitt

    18. April 2017 um 21:07

    Zum Buch: Kassel in den 70er Jahren. Die Geschichte beginnt mit dem Leben von Lieselotte. Sie führt ein Leben als Hausfrau und lebt mit ihrem Mann Eduard, in der ganz klassischen Rollenverteilung. Sie ist nicht glücklich, aber lebt dennoch so, wie sie (den Eindruck hat man beim Lesen) nicht will. Dann stellt sich alles in Frage, als ihre Mutter im Koma liegt und sie sich um ihre Mutter kümmern will. Immer deutlicher wird, dass Lieselotte mit ihrem Leben nicht glücklich ist und dass sie etwas ändern will. Als sie bei ihrer Mutter in der Wohnung die Zeit verbringt und sie dabei immer wieder besucht wird für sie immer klarer, ihre Mutter ist nicht die Person, die sie kennt. Bzw. gibt es noch eine Facette ihrer Mutter, die sie bisher nicht kennt. Sie macht sich auf die Suche nach der Vergangenheit ihrer Mutter und findet so auch heraus wer ihr Vater ist, den ihre Mutter ihr bisher immer verschwiegen hat. Zum Eindruck: Ein Buch, welches mich immer wieder überrascht hat und mir sehr gut gefallen hat. Der Schreibstil gefällt mir sehr gut und man meint einen Eindruck zu bekommen, wie es war in den 70ern und in der Nazizeit gelebt zu haben und welchen Mut es gekostet hat, den eigenen Träumen zu folgen. Die Figuren des Romans sind sehr gut geschildert, man kann ihren Gedankengängen und Überlegungen gut folgen. Ich war von der Geschichte sehr schnell in seinen Bann gezogen worden. Damals musste man als Frau noch deutlich mehr kämpfen und manche Dinge sind heute nur noch schwer nachvollziehbar. Das Fazit für mich aus diesem Buch ist. Lebe Deine Träume, oder probiere es zumindest. Alles andere hat einen schalen Beigeschmack. Vielleicht kommt es nicht so, wie man es sich erträumt, aber wer es nicht probiert, dem bleibt immer die Frage, wie wäre es gekommen, hätte man es doch probiert.

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  • Liebe, Verrat, Emotionen - ein spannender Roman.

    Unsere Hälfte des Himmels

    Catgirllovesbooks

    06. April 2017 um 18:49

    Zusammenfassung: Deutschland in den 30er Jahren, nach den Golden 20's ist es grau und gefährlich. Hier wachsen Amelie und Johanna auf, zwei Mädchen mit einem großen Traum: sie wollen Pilotinnen werden. Und zwar nicht nur Fliegerinnen für Segelflugzeuge - sondern sie wollen damit Geld verdienen.Johanna kommt aus einem recht reichen Haus, ihr Vater ist ein hohes Tier in der Partei und die Mutter eifert Magda Goebbels nach. Ihr Bruder ist der Liebling der Eltern, da Johanna (genannt Hanni), rebellisch und schwierig ist. Denn laut der Regierung, sollen Frauen an den Herd und Kinder bekommen - nicht den Himmel erobern. Amelie kommt aus bürgerlichen Verhältnissen, ihre Mutter hat sie alleine groß gezogen und sie hat die Schule verlassen. Denn sie musste Geld verdienen, für die Mutter die schwer erkrankt war. Die beiden wohnen zusammen und sind ein Herz und eine Seele - das genau Gegenteil von Johanna und ihrer Mutter. Auch Amelie träumt davon, Pilotin zu werden - und war zusammen mit Johanna.Die beiden haben einen kleinen Fliegerinnen Freundeskreis, doch keiner ist so begeistert dabei wie die beiden. Sie bewerben sich in Berlin bei der Firma Bücker, die als Einzige Frauen die Möglichkeit gibt, Pilotinnen zu werden. Sie bieten Ausbildungsstellen für Frauen und es ist die große Chance für die beiden jungen Frauen. Also machen sie sich auf den Weg nach Berlin...Nach dem Bewerbungsgespräch müssen sie erstmal zittern und warten. Und die heile Welt bekommt Risse, als ihre Freundin Vera festgenommen wird, weil sie Flugblätter verteilt hat. Während Hanni die Chance hat, mehr Flugstunden von meinem privaten Leher zu bekommen, beginnt Amelie an der Idee zu zweifeln, nach Berlin zu gehen...Als Amelie sich dann in Johannas Fluglehrer verliebt und diese Liebe erwidert wird, steht plötzlich alles auf dem Spiel. Denn Hanni kann mit dem plötzlichen Teilen der Freundin gar nicht umgehen und will Amelie wieder für sich allein. In ihrem Kopf reift ein Plan, und auf einmal spitzt sich alles dramatisch zu. Denn Hannis Plan ist nicht nur extrem naiv, sondern auch lebensgefährlich...40 Jahre später lebt Amelies Tochter Lieselotte in einer unglücklichen Ehe mit Eduard. Eines Abends bekommt sie einen Anruf, dass ihr Mutter einen Unfall hatte und nun im Koma liegt. Nach einigem Hin- und Her fährt Lieselotte kurzerhand nach Frankfurt zu ihrer Mutter. Obwohl ihr Verhältnis unterkühlt und distanziert ist. Aber auf der anderen Seite hat sie nur noch Amelie, da sie ihren Vater nicht kennt.Sie besucht sie ihm Krankenhaus und trifft auf die hilfsbereite Krankenschwester Alix, die das ein oder andere Mal für die Tochter ein Auge zudrückt. Außerdem lernt sie Nachbarin ihrer Mutter kennen - Marga in Begleitung ihres Katers Cat Ballou.Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit der Studentin, taut Lieselotte immer weiter auf und die beiden werden Freundinnen. Durch einen Zufall findet Lieselotte einen Brief von Hanni, der ihr sehr nahe geht. Und sie begibt sich auf die Reise in die Vergangenheit ihrer Mutter und will endlich die Fragen beantwortet haben, die sie so lange quälen: Wer war oder ist mein Vater? und Warum kann mich meine Mutter nicht lieben?Mit der Zeit beginnt Lieselotte auch über ihre Beziehung zu Eduard nachzudenken. Sie wird selbständiger und mit Margas Hilfe geht die Suche Stück für Stück voran...Meine Meinung: Unsere Hälfte des Himmels - Ein Roman über zwei Freundinnen. Die Eine treu und lieb, die Andere egoistisch und besitzergreifend. Johanna und Amelie könnten unterschiedlicher nicht sein. Doch sie verbindet ihre große Leidenschaft zum Fliegen und den Traum, ihre Liebe zum Beruf machen zu können.Das Buch spielt auf zwei Zeitebenen. Einmal in den 30er Jahren und einmal in den 70ern. Es war einfach, die Zeiten auseinander zu halten und führt vor Augen, wie gefährlich es war. Frauen sollten an den Herd und Kinder bekommen. Nach den goldenen 20ern waren die Zeiten in den 30ern schwer, dunkel und die Luft lag voller Gefahren. An jeder Ecke konnten Spitzel lauern, und wer einmal in den Fängen der Nazis war oder nur "verhört" werden sollte, wurde später nie wieder gesehen...Ich hatte relativ am Anfang schon die Vermutung, dass Johanna Amelie für sich alleine wollte und sie auch oft in emotionale Bedrängnis brachte. Entweder dies oder dass. Ein Grauzone gab es bei ihr nicht. Ich denke auch, dass die Idee mit der Firma in Berlin hauptsächlich von Johanna kam und sie Amelie nur überredet hat, indem sie ihr immer sagte "Ohne dich kann ich nicht fliegen". Amelie war auch generell vorsichtiger und skeptischer, bei dem was um sie herum geschah. Hanni war naiv, auf eine gefährliche Art...Lieselottes Situation konnte ich gut nachvollziehen, sie war mit Eduard verheiratet, aber die Ehe war unglücklich. Er behandelte sie mehr wie einen Gegenstand und wie eine Putzfrau, die nebenbei noch kochte. Er ging ans Telefon und sie bediente ihn von vorne bis hinten. Ich habe so gehofft, dass sie sich endlich von ihm lossagen kann. Denn für einen Neuanfang ist man niemals zu alt, und man muss auch mal an sich selber denken, um sich zu schützen. Aber dies muss man erstmal lernen... und dieser Prozess ist schmerzhaft und kann auch etwas länger dauern...Durch die Recherche (und nicht zuletzt Margas und Cat Ballous Hilfe) bekommt Lieselotte ein anderes Bild von ihrer Mutter. Sie beginnt zu begreifen, was Amelies Härte ausgelöst hat. Und langsam sieht sie ihre Mutter mit anderen Augen. Der Abstand von Eduard trägt auch dazu bei.Es ist alles dabei Liebe, Verrat, Sehnsucht, Selbstfindung und Selbstverwirklichung. Ein Roman, der mich berührt und auch stellenweise sehr traurig gemacht hat.Clarissa Linden hat super recherchiert und füttert ihre Leserinnen und Leser mit tollen Hintergrundinfos über die Entstehung, wichtige reale Personen und Hintergründe über die Entstehung der Piloten. Sie hat mich so infiziert, dass ich alle Namen auf wikipedia nachgelesen habe ^^.

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  • Frauen und ihr Kampf ums Glück

    Unsere Hälfte des Himmels

    MissStrawberry

    23. March 2017 um 12:53

    Die Story: In den 1930ern kämpfen zwei junge Frauen dafür, ihren Traum vom Fliegen zu verwirklichen. Was heute niemanden mehr überraschen würde, war damals fast unmöglich, doch Johanna und Amelie, die nahezu unzertrennliche Freundinnen sind, erkämpfen sich einen Ausbildungsplatz als Fliegerinnen von Motorfliegern. Amelie verliebt sich in Felix und Johanna kann damit nicht umgehen, denn sie will niemanden zwischen sich und Amelie lassen. Das Drama nimmt seinen Lauf.1971 reist Amelies Tochter Lieselotte nach Frankfurt. Nach einem Unfall liegt ihre Mutter im Koma. Lieselotte weiß nicht viel über die Vergangenheit ihrer Mutter und noch weniger, wer ihr leiblicher Vater ist. Das Mutter-Tochter-Verhältnis war nicht sehr innig. Lieselotte macht sich mit Amelies Nachbarin auf Spurensuche und entdeckt eine ganz andere Amelie, als die, die sie ihr Leben lang kannte …Das Buch ist in beiden Zeitebenen sehr interessant, zeigt es doch die Probleme, die beide Frauen (Mutter und Tochter) in ihrer eigenen Zeit haben und hatten. So unterschiedlich sie sind, so ähnlich sind ihre Kämpfe, Träume und Wünsche, ihre Leiden und Sehnsüchte. Doch obwohl sie sich so sehr gleichen, konnten sie nicht miteinander darüber sprechen.Der Stil von Clarissa Linden liest sich sehr gut und flüssig. Nichts wird überspannt oder überzogen dargestellt. Alle Situationen sind glaubwürdig und schlüssig dargestellt. Das Thema ist natürlich kein leichtes, sodass man hin und wieder doch eine kleine Auszeit braucht, um es zu verarbeiten. Romane, die auf zwei Zeitebenen spielen, sind momentan sehr angesagt und ich mag sie auch wirklich gern. Die Vergangenheit hat immer Auswirkungen auf unsere Gegenwart und es ist faszinierend, das so klar und fokussiert in einem Roman ebenfalls zu erleben.Die Zeit des Nationalsozialismus ist immer ein schwieriges Thema. Ich gebe zu, es belastet mich, Schicksale der Menschen damals bewegen mich sehr und ich dosiere solche Bücher für mich sehr sparsam. Ich möchte diese Zeit nicht verdrängen, doch bin ich sehr froh, dass sie Vergangenheit sind. Es ist jedoch wichtig, dass künftige Generationen wissen, wie abgrundtief schlecht viele damals waren und wie leicht sie zu Verrätern wurden. Schon allein deshalb brauchen wir Romane wie diesen.Wunderschön und sehr informativ finde ich auch das angehängte „Nachwort und Hintergrund“. Es zeigt, dass sich die Autorin intensiv mit den Themen Frauenbewegung, Kommunikation und der Aufarbeitung des Nationalsozialismus beschäftigt hat und sehr gut recherchiert hat. So wird die Story dichter und zeigt ein zwar fiktives, doch aber realitätsnahes Stück Zeitgeschichte. Von mir bekommt „Unsere Hälfte des Himmels“ vier Sterne.

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  • Unsere Hälfte des Himmels

    Unsere Hälfte des Himmels

    Klusi

    17. March 2017 um 23:59

    Die Rahmenhandlung dieses Romans spielt im Jahr 1971. Lieselottes Leben gleicht einem alten, abgetragenen Kleidungsstück. Es ist langweilig und farblos geworden. Mit ihrem Ehemann hat sie eigentlich nichts gemeinsam. Sie und Eduard leben mehr oder weniger desinteressiert nebeneinander her. Manchmal fragt sich Lieselotte, wie es so kommen konnte und ob sie ihren Mann eigentlich einmal wirklich geliebt hat. Immer häufiger hört oder liest sie, dass andere Frauen für ihre Rechte auf die Straße gehen und demonstrieren. Sie selbst hat nicht den Mut dazu. Als Lieselotte einen Anruf erhält, dass ihre Mutter einen schweren Unfall hatte und im Koma liegt, ist sie völlig aufgelöst und fährt am nächsten Tag mit der Bahn nach Frankfurt. Ihr Mann bleibt in Kassel zurück. Ihm scheint die ganze Angelegenheit gleichgültig zu sein.In Frankfurt wohnt Lieselotte in der Wohnung ihrer Mutter Amelie. Dabei lernt sie sehr bald die Nachbarin kennen, Marga, eine junge Stundentin, die mit ihrem Kater „Cat Balou“ gleich nebenan wohnt und mit der sich Lieselotte schnell anfreundet. Bei Marga findet sie Verständnis, und sie hofft, von ihr mehr über Amelie zu erfahren. Das Verhältnis zwischen Mutter und Tochter war immer distanziert, und für Lieselotte ist es kaum vorstellbar, dass die stets so starke Amelie nun hilflos und ohne Bewusstsein im Krankenhaus liegt. Als Lieselotte ein altes Foto entdeckt, hofft sie, mehr über die Vergangenheit und über das Schicksal ihres Vaters zu erfahren, worüber ihre Mutter nie gesprochen hat. Ihre Recherchen, die sie mit Margas Hilfe unternimmt, führen sie 36 Jahre zurück, und die Erkenntnisse, die sie über diese Zeit gewinnt, versetzen sie in Erstaunen. Nie hätte sie hinter Amelies kühler Art diese Lebensfreude und Leidenschaft zur Fliegerei erwartet, von der sie nun erfährt.In diesen Rückblicken ins Jahr 1935 lernt man eine völlig andere Amelie kennen, eine junge Frau mit Träumen und Lebensplänen. Sie und ihre beste Freundin Hanni möchten Pilotinnen werden, was zur damaligen Zeit, unter dem Naziregime, nicht gerade einfach zu erreichen war. Aber die Freundinnen haben feste Vorsätze, die sie sich von niemandem zerstören lassen wollen. Als Amelie sich in Hannas Fluglehrer verliebt, gerät die Freundschaft der beiden jungen Frauen in eine Krise, die alle Beteiligten auf eine Tragödie zusteuern lässt. In die Rahmengeschichte, die in den frühen 70er Jahren spielt, konnte ich geistig sofort eintauchen. Die Atmosphäre und den Zeitgeist von damals hat die Autorin wunderbar treffend dargestellt. Ich selbst habe das Jahr 1971 als Teenager erlebt und mich beim Lesen direkt wieder in diese Zeit zurück versetzt gefühlt, so gut und farbig ist sie beschrieben. An die erwähnten Musikstücke habe ich noch lebhafte Erinnerungen, und auch die Themen rund um die Frauenbewegung haben mich damals bereits beschäftigt. Wie stark beschränkt die Rechte einer Ehefrau damals noch waren, das wusste ich jedoch bisher nicht und habe es erst jetzt durch diesen Roman erfahren. Lieselottes Wandlung im Verlauf der Geschichte hat mir sehr gefallen, denn die Protagonistin steht für viele Frauen ihrer Zeit. Es musste erst einiges geschehen, sie aus ihrem Alltagstrott zu reißen und wachzurütteln. Richtig dramatisch wird es jedoch in der Vergangenheit. Hier hat die Autorin einige äußerst brisante Themen verarbeitet. Die Fliegerei in der Geschichte ist ein faszinierendes Thema, das hier im Roman vielschichtig und mit all seinen Problemen dargestellt ist. Weibliche Berufsflieger entsprachen so gar nicht dem nationalsozialistischen Idealen, sondern wurden wohl eher als Exoten angesehen. Das Regime sah für Frauen eher ein gemütliches Heim, Mann und Kinder vor.So gesehen kann ich mir schon vorstellen, dass Hanna den Weg zu ihrem Lebenstraum nicht in dieser Männerdomäne alleine gehen wollte. Erschütternd ist jedoch die Art und Weise ihres Vorgehens und die Erkenntnis, wie schnell freundschaftliche Verbundenheit und Zuneigung in besitzergreifende Eifersucht und sogar in Hass umschlagen kann. Eigentlich nicht neu für mich, aber doch immer wieder bestürzend ist die Tatsache, wie wenig die Menschen zur Hitlerzeit über ihr eigenes Leben bestimmen konnten, wie stark sie unter Beobachtung standen, nicht nur Angehörige von „Randgruppen“ der Gesellschaft, sondern ganz normale Bürger. Es war eine Zeit, in der es schon gefährlich war, jemanden zu kennen, der dem Regime ein Dorn im Auge war, in dem schon ein einziges Wort todbringend sein konnte.Dies ist ein vielschichtiger Roman, denn er beleuchtet nicht nur zwei interessante Zeitabschnitte des 20. Jahrhunderts, sondern greift viele besondere Themen auf. Hier erfährt man über ein schwieriges Mutter-Tochter-Verhältnis, das von der Vergangenheit belastet ist, und man erlebt eine junge Frau, die hin und her gerissen ist, zwischen der besten Freundin, ihrem Zukunftstraum und der Liebe ihres Lebens und wie sie an dieser Zerrissenheit fast zerbricht. Somit bietet dieser Roman nicht nur beste, hochwertige Unterhaltung, sondern daneben auch viel Gesprächsstoff und Themen, über die man noch lange nachdenkt. Da es bei beiden Handlungssträngen sehr stark um die Frauenbewegung geht, denn auch die mutigen Fliegerinnen aus den 20er und 30er Jahren sind bereits Vorreiter der Emanzipation gewesen, passt dieses Buch für mich besonders gut in den März, den Monat, in dem auch alljährlich der Weltfrauentag begangen wird. 

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  • Ich wurde nicht richtig warm mit dem Buch ...

    Unsere Hälfte des Himmels

    engineerwife

    15. February 2017 um 15:27

    Dank der flüssigen Schreibweise bin ich durch diesen Roman geflogen, im wahrsten Sinne des Wortes. Komischerweise wurde ich mit den Protagonistinnen nicht wirklich warm. Ihre Geschichte hat mich nicht richtig berührt. Ich empfand Amelie als Mutter sehr selbstsüchtig, wenn sie sicher vieles auch aus Trauer getan hat. Dass ihre Mutter Louise dem Kind nicht wenigstens etwas über ihren Vater und ihre Vergangenheit erzählt hat, kreide ich ihr an. Durch dieses Versteckspiel entwickelt sich Lieselotte zu einer verhuschten jungen Frau, die so viel mehr aus ihrem jungen Leben hätte machen können. Zutiefst enttäuscht und erschüttert war ich über Johannas Verhalten, mehr sei an dieser Stelle nicht verraten. Wie gesagt, alles in allem war es eine nette Geschichte, die natürlich auch einiges an Wissen über die Fliegerei vermittelt. Ich vergebe eine Note im mittleren Bereich. 

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  • Sehr beeindruckend

    Unsere Hälfte des Himmels

    Readi

    12. February 2017 um 15:43

    Im Frankfurt der siebziger Jahre liegt  Lieselottes Mutter Amelie nach einem Unfall im Koma. Lieselotte fährt zu ihrer Mutter, um ihr nahe zu sein und sie durch Geschichten und Erinnerungen wieder zum Aufwachen zu bringen. Allerdings standen sich Lieselotte und Amelie nie sonderlich nahe und Lieselotte weiß wenig über die junge Amelie. Sie selbst hat sich immer irgendwie nicht ausreichend geliebt gefühlt und fragte sich stets,  warum ihre Mutter immer irgendwie unnahbar war und einen kaltherzigen Eindruck machte. Bei der Suche nach Hinweisen auf Amelies Vergangenheit stößt Lieselotte auf eine ganz andere Amelie... Und Lieselotte selbst findet endlich den Mut, nicht nur ihre Mutter neu kennenzulernen, sondern auch sich selbst. Auf diese Weise erfährt der Leser einerseits etwas über die Frauen in den siebziger Jahren und begleitet Lieselotte auf der Reise in ein neues,  eigenständiges Leben. Auf der anderen Seite lernt man die junge Amelie kennen und mit ihr ihre beste Freundin Johanna.  Die beiden jungen Frauen versuchen im Deutschland der dreißiger Jahre, ihren großen Traum vom Fliegen zu verwirklichen. Das ist ihr ein und alles. Beide haben sich geschworen, miteinander diesen Lebenstraum wahr werden zu lassen. Doch dann verliebt sich Amelie in den Fluglehrer Felix und das Drama nimmt seinen Lauf. Beide Erzählungen sind äußerst geschickt miteinander verbunden und so spannend geschrieben, dass ich mich jeweils in dem aktuellen Teil verloren habe und vollkommen in die Geschichte abtauchen konnte. Die Einbindung der geschichtlichen Hintergründe und die Hommage an die fliegenden Frauen war so toll geschrieben und das Thema so spannend, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Das war mal wieder ein Roman, der mich richtig beeindruckt hat. Die Leistungen,  die die Frauen in den dreißiger Jahren vollbracht haben, was sie alles auf sich nehmen mussten, um ihre Träume leben zu können... Wundervoll, dass ihnen mit dieser Geschichte auch ein kleines Denkmal gesetzt wurde!

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  • Zwei Frauen und ein Traum

    Unsere Hälfte des Himmels

    Lilofee

    09. February 2017 um 10:51

    Unsere Hälfte des Himmels von Clarissa Linden erschienen im Januar 2017 im Knaur Verlag Frankfurt in den dreißiger Jahren und der Traum vom fliegen. Zwei junge Frauen wollen unbedingt in die Lüfte steigen. Das ist in dieser Zeit nicht so einfach. Frauen sollen brav zuhause bleiben und Kinder großziehen. Johanna und Amelie wollen das alles anders machen und träumen weiterhin vom fliegen. Als Amelie sich verliebt und schwanger wird kommt alles anders als geplant. Kassel 1971 Amelies Tochter Lieselotte führt eine glücklose Ehe. Ihr Verhältnis zur Mutter ist sehr unterkühlt. Als Amelie einen Unfall hat und im Koma liegt, reist Lieselotte zur Mutter. Um ihr näher zu kommen stellt Lieselotte Nachforschungen an. Die Reise in die Vergangenheit beginnt. Dieser Roman spielt auf zwei Zeitebenen. Er beginnt im Jahr 1971 und springt immer wieder in das Jahr 1935 zurück. Es geht um ungelebte Träume und Verrat. Was kann eine Freundschaft aushalten? Amelies Nachforschungen bringen mit der Zeit eine ganz andere Mutter zum Vorschein. Es macht Spaß zu verfolgen wie sich die Beziehung zu ihrer Mutter ändert und vor allem wie sich Lieselottes Leben verändert. Fazit ist das man seine Träume leben kann egal wie alt man ist. Es ist nie zu spät. Wunderbar geschrieben, nie schnulzig und einfach schön. Nicht nur für lange Winterabende.

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  • Ein mitreißender Roman

    Unsere Hälfte des Himmels

    BonnieParker

    07. February 2017 um 12:21

    Dieser Roman reizte mich vor allem wegen seinem Klappentext. Dieses Thema hatte ich in Zusammenhang mit der Zeit des Nationalsozialismus noch gar nicht betrachtet. Das Buch begann für mich zunächst verwirrend. Ich brauchte ein paar Seiten, um den Faden aufzunehmen. Im Nachhinein betrachtet war dieser Einstieg aber sehr gut gewählt. Die Autorin hat hier sehr ausdrucksstarke Charaktere geschaffen, wobei jeder Einzelne mich auf seine ganz eigene Weise faszinierte. Bleiben wir zunächst in der Vergangenheit hier haben wir Amelie und Johanna. Johanna ist mir am unsympathischsten gewesen, denn sie ist wirklich der Egoismus in Person. Die Welt sollte sich am besten nur um sie drehen und der Verlauf der Geschichte enthüllt zu was sie wirklich fähig ist, nur um ihren Willen zu bekommen. Es ist wirklich erschreckend welchen Weg sie hier wählt. Amelie in jungen Jahren hingegen war mir sehr sympathisch. Sie war ein Mädchen, welches seine Träume hat und diese mit den ihr möglichen Mitteln verfolgt. Sie hat ein einfühlsames Wesen und die Menschen, die ihr nahe stehen, sind ihr sehr wichtig und sie würde alles für sie tun. Ich konnte mit ihr fühlen, leiden und dank des wunderbaren Schreibstils der Autorin auch ihre Entwicklung über die Jahre sehr gut nachvollziehen. In der Gegenwart begleiten wir Lieselotte auf ihrem Weg der "Erkenntnis". Lieselotte war mir zu Beginn noch etwas unsympathisch. Sie könnte man zu Beginn schlicht als graue Maus bezeichnen. Sie ist eine folgsame Ehefrau, die jedoch beginnt nach und nach ihr Leben in frage zu stellen. Diesen Weg, den sie für sich wählt und welche geschichtlichen Entdeckungen sie dabei macht haben mich wirklich gefesselt und begeistert. Die Autorin hat hier eine Geschichte um einen historischen Hintergrund erschaffen, die mich immer mehr mitgerissen hat je weiter die Handlung voran schritt. Durch die zwei Handlungsstränge in den zwei Zeitebenen hat das Buch eine ganz eigene Dynamik. Man begibt sich mit Lotte auf eine geschichtliche Entdeckungsreise. Immer wieder kommt ein Puzzleteil hinzu und die Geschichte gewinnt an Umfang. Gleichzeitig erfahren wir durch den Handlungsstrang 1935 mehr zu den von Lotte recherchierten Ereignissen und erleben die Welt aus Amelies Sicht. Ich fand das äußerst spannend. Das Thema Fliegen und Frauen zur Zeit des Nationalsozialismus war mir vor diesem Buch gar nicht bewusst. Aber hier hat Clarissa Linden wirklich ausführlich recherchiert und an den Leser ihr Wissen weitergegeben, dabei wirkt es in keinster Weise wie ein Sachbuch oder eine wissenschaftliche Arbeit. Es ist wunderbar gefühlvoll und die Schrecken dieser Zeit werden sehr bildlich dargestellt. Es wird aber auch auf die Schwierigkeiten für die Frauen im Jahr 1971 aufmerksam gemacht. Und mir als Leserin wird wieder einmal bewusst, dass wir Frauen in der heutigen Zeit unsere Freiheiten gar nicht zu schätzen wissen oder sie als solche gar nicht wahrnehmen, weil sie für uns selbstverständlich sind. Dieser Roman hat wirklich alles für ein aufregendes Leseerlebnis. Dem Leser werden historische Fakten in einer emotional starken Schilderung nahe gebracht und für das Herz der Frau gibt es auch eine Portion Liebe. Ich war wirklich bewegt und das ein oder andere Tränchen ist auch gekullert. Wirklich ein sehr starker Roman, den man auf jeden Fall gelesen haben sollte. 

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  • Ein Traum gegen jeden Widerstand

    Unsere Hälfte des Himmels

    dubh

    05. February 2017 um 21:37

    1971 fällt Amelie nach einem schweren Unfall ins Koma. Lieselotte, ihre Tochter, kommt nach Frankfurt am Main, um sich um ihre Mutter zu kümmern. Doch was als pflichtschuldiger Akt der Unterstützung gedacht ist, entwickelt sich zu einer Reise in die Vergangenheit der Mutter und der Suche nach einem eigenen, selbstbestimmten Leben. Gute 30 Jahre früher träumen die beiden Freundinnen Amelie und Johanna davon, ihr Leben nach ihren Vorstellungen zu leben. Und zwar als Pilotinnen - ein sehr gewagter Wunsch in der damaligen Zeit, in der die Rolle der Frau ganz anders definiert wird...  Obwohl Lieselotte in den Siebzigern lebt, hat sich nicht viel am klassischen Rollenverhältnis geändert. Sie führt ein Leben als Hausfrau und kann nicht von sich behaupten, dass sie dieses oder ihre Ehe als ausfüllend empfindet; doch sie hat sich gefügt. Als sie dann zwischen Krankenhausbesuchen und der Wohnung ihrer Mutter erkennen muss, dass sie Amelie nicht wirklich gekannt hat, beginnt sie sich auf die Suche nach deren Geheimnis zu machen. Ob sie nach all den Jahren verstehen kann, warum sie sich beide nie sonderlich nahe standen, und auch endlich etwas über ihren Vater erfahren wird? Amelie und Johanna sind auf dem beschwerlichen Weg, sich ihren Lebenstraum zu erfüllen - denn das haben sie sich geschoren, trotz aller Widrigkeiten. Ist die noch junge Fliegerei nur den Männern vorbestimmt, gibt es doch eine Handvoll Frauen, die sich durchsetzten konnten und den beiden Freundinnen als Vorbilder dienen. Doch die Ideologie der Nationalsozialisten macht die ersehnte Zukunft in mehrerlei Hinsicht fast unmöglich. Sowohl Tochter als auch Mutter müssen sich abnabeln: Amelie von ihrer alles überstrahlenden Freundin Johanna, die sie gerne auf Linie hält, und Lieselotte muss erkennen, dass sie ihre lieblose Ehe und ihr Hausfrauen-Dasein in Kassel dringend abschütteln sollte, möchte sie ein glückliches Leben führen. Zum Glück hat Lieselotte in Marga eine Freundin gefunden, die ihr ab und an den nötigen Schubs gibt. So müssen letztlich beide Frauen lernen, über sich hinaus zu wachsen - gegen alle Rückschläge, Zweifel und Widerstände. Sicher, dieser Kniff, eine Geschichte nahezu gleichwertig auf zwei Ebenen spielen zu lassen, die sich nach und nach ergänzen, ist nicht neu - aber Clarissa Linden beherrscht ihn wirklich gut. Beide Stränge erzählen atmosphärisch dicht und gekonnt recherchiert von den jeweiligen Lebensumständen der beiden Hauptfiguren. Dabei ist besonders erschreckend, wie wenig sich das Thema Emanzipation in über 30 Jahren verändert hat. Daher fand ich es toll, dass die sich stärker entwickelnde Bewegung in den 70ern eine Rolle in diesem Roman bekommt. Aber auch die Beschreibung einer schwierigen Mutter-Tochter-Beziehung ist der Autorin in meinen Augen geglückt - vor allem in Anbetracht dessen, dass man immer mehr begreift, was eigentlich Auslöser all dessen war. Alles in allem ein spannender und berührender Roman, der sich zwei Frauen und ihrer Entwicklung widmet und dabei wichtige Themen aufgreift: die Frauenbewegung und ihre Errungenschaften, den schwierigen Versuch, gegen den Widerstand des Großteils einer Gesellschaft zu agieren und seinen Traum zu leben und - last but not least - die beste Freundschaft zwischen Menschen, die dennoch so fragil sein kann...

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  • Tolles Buch

    Unsere Hälfte des Himmels

    kuechenqueen

    05. February 2017 um 19:55

    Amelie und Johanna leben im Frankfurt des Jahres 1935. Die Mädchen sind innige Freundinnen. Sie haben einen gemeinsamen Traum, sie wollen Pilotinnen werden. Als Amelie sich in den Fluglehrer Felix verliebt und von ihm schwanger wird, rast Johanna vor Eifersucht. Um Amelie und Felix auseinander zu bringen, entwickelt Johanna einen perfiden Plan. Sie zerstört damit das Leben ihrer Freundin.  Im Jahre 1971 hat Amelie einen schweren Unfall und liegt im Koma. Ihre Tochter Lieselotte entdeckt in der Wohnung ihrer Mutter einen Brief von Johanna und beginnt in der Vergangenheit Amelies zu forschen. Sie lernt so eine Amelie kennen, die ihr vollkommen fremd ist. Endlich kommen sich Mutter und Tochter näher.  Dieses Buch ist enorm vielseitig. Beim Lesen der ersten Seiten denkt man: Jetzt kommt eine Geschichte über eine gescheiterte Ehe. Nach einigen weiteren Seiten erwartet man einen typischen Mutter-Tochter-Konflikt. Als dann ein Zeitsprung in das Jahr 1935 gemacht wird, geht es zunächst um eine tiefe Freundschaft von zwei jungen Mädchen, die einen gemeinsamen Traum vom Fliegen haben. Danach wird der Leser von einer Geschichte über die Machenschaften der Nazis in Deutschland gefangen, die spannender ist als mancher Krimi. Da die Verknüpfungen von Anfang an ziemlich klar sind, kann man das Buch flott lesen, ohne über den Zusammenhang der Personen viel nachzugrübeln. Dadurch macht das Lesen dieses Buches von Anfang bis Ende viel Spaß, auch wenn einem beim Thema "Deutschland im Jahre 1935" manchmal eine Gänsehaut entsteht.

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  • Von Müttern und Töchtern

    Unsere Hälfte des Himmels

    Eliza08

    05. February 2017 um 11:22

    Meine Meinung: „Muss man seinen Träumen folgen oder der Vernunft?“ (S. 249) Wie ich finde ein sehr treffendes Zitat aus dem neuen Buch von Clarissa Linden, denn dieser Frage müssen wir uns alle im Leben einmal stellen. Kämpfen wir für unsere Träume oder sind wir vernünftig und tun nicht das Unmögliche, sondern „nur“ das Mögliche. Das Cover dieses Romans ist ausgesprochen gelungen, dieser Stil spricht mich sehr an, da ich ja mittlerweile bekannt dafür bin, dass ich die ruhigen Cover lieber mag, als die bunten und glitzernden. Allerdings passen für mich die beiden abgebildeten Damen nicht so sehr zu Hanni und Amelie, sie stelle ich mir dann doch anders vor. Der Klappentext gibt eine gute und solide Zusammenfassung des Geschehens, sodass ich darauf wie schon öfter nicht mehr eingehen mag. Die Themen dieses Romans sind die Leidenschaft zum Fliegen, Liebe und Freundschaft, aber auch die einzigartige Beziehung zwischen Mutter und Tochter, dies alles vor der Kulisse des Nationalsozialismus und den siebziger Jahren in Deutschland. Die Geschichte wird von Clarissa Linden chronologisch parallel auf zwei Zeitebenen, aber ich sich stringent, erzählt. Der Leser ist auf jeder Seite in der Lage der Autorin und ihren Figuren zu folgen. Die zwei Handlung-Stränge laufen parallel auf ihren Höhepunkt zu, sodass es am Ende zu einem kleinen Showdown kommt. Die Frauenfiguren stehen im Mittelpunkt dieses Romans, die männlichen Figuren treten in den Hintergrund und sind primär Nebendarsteller. Meine Lieblingsfigur ist Marga, ihre Art und Weise ist einfach mitreißend, sodass man sich eine solche Freundin einfach nur wünschen kann. Der Schreibstil von Clarissa Linden ist leicht und sehr angenehm zu lesen, sehr abwechslungsreiche Dialoge würzen den Roman und machen es dem Leser leicht eine Seite nach der nächsten umzublättern. Die Zielgruppe dieses Romans sind primär Frauen, da die Männer es schwer haben werden eine Identifikationsfigur zu finden. Wer als Mann diesen Roman unter dem Aspekt lesen möchte, etwas mehr über die freundschaftlichen und familiären Beziehungen von Frauen zu erfahren, dem kann ich dieses Buch allerdings nur wärmstens empfehlen. Ein gewisses Interesse am 20 Jahrhundert sollte bei der Lektüre vorhanden sein, da dies das Verständnis für innere Einstellung und Handlung der Protagonisten erleichtert. Von mir gibt es für diesen Roman eine klare Leseempfehlung, da mich die Mischung aus zeitgeschichtlichem Roman und Freundschaftsroman überzeugt hat, eine noch tiefere Auseinandersetzung mit der Zeit des Nationalsozialismus wäre für mich noch überzeugender gewesen, auch hätte der Roman für mich durchaus länger/dicker sein können. Ich bedanke mich bei vorablesen.de für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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  • Unsere Hälfte des Himmels

    Unsere Hälfte des Himmels

    malo2105

    02. February 2017 um 13:06

    Wie so viele Romane derzeit, gliedert sich auch „Unsere Hälfte des Himmels“ von Clarissa Linden in zwei Zeitschienen. Ein Handlungsstrang spielt 1971. Während die Frauen für Gleichberechtigung und Eigenbestimmung auf die Straße gehen, ist Lieselotte in ihrer Ehe mit Eduard gefangen. Ihr Mann tut keinen Handschlag im Haushalt, lässt sich von ihr bedienen und bestimmt ihr Leben. Als Lieselotte´s Mutter Amelie nach einen Unfall im Koma liegt, will sie zu ihr, auch wenn sie eigentlich kein gutes Verhältnis zu ihrer Mutter hat. Lieselotte weiß nicht, wer ihr Vater ist, ihre Mutter hat ihrer Tochter keine Liebe entgegengebracht. Als Lieselotte in Amelie´s Unterlagen den Brief einer gewissen Hanni findet, beginnt für sie eine Reise zurück in die Vergangenheit. Der zweite Handlungsstrang spielt 1935. Amelie und Hanni sind beste Freundinnen und Segelfliegerinnen mit Leib und Seele. Zusammen wollen sie ihr Hobby zum Beruf machen und als Fliegerinnen ihr Geld verdienen. Als sich jedoch Amelie in Hanni´s Fluglehrer Felix verliebt, bekommt die Freundschaft Risse und gipfelt in einen folgenschweren Verrat. Für mich ist es bedauerlich, dass sich die Autorin nicht ganz auf die Geschichte im Jahr 1935 konzentriert, denn dies ist der eindeutig überzeugendere und bewegendere Teil, als der Handlungsstrang um Lieselotte. Gerade die sehr interessante Zeit des aufstrebenden Nationalsozialismus, wo die Frauen am Herd stehen und Kinder bekommen sollen. Viele der Flugpionierinnen wurden zu Propagandazwecken eingesetzt und so haben es auch Amelie und Hanni nicht leicht, ihren Traum zu verwirklichen. Mit ihren Schreibstil und den wechselnden Handlungen, hält die Autorin den Leser gekonnt bei der Stange. Die Handlungsweisen und Entwicklungen der Figuren ist für mich absolut nachvollziehbar, auch wenn mich Lieselottes Verhalten manchmal etwas genervt hat. Der Roman gliedert sich in 41 Kapitel und einen Epilog, wobei jedes Kapitel mit einer Datums- und Ortsangabe versehen ist. Ein Personenregister befindet sich am Anfang des Buches, so kann man gegeben falls nochmal nachschlagen. Ein ausführliches Nachwort, umfangreiche Hintergrundinformationen sowie ein kurzes Dankeswort runden den Roman perfekt ab. „Unsere Hälfte des Himmels“ hat mir ausgezeichnet gefallen, so dass ich ruhigen Gewissens einen Kauf- und Leseempfehlung aussprechen kann.

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