Clarita Bernstorff , Hartwig Bernstorff Nur der Wandel ist beständig: Berenberg

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Inhaltsangabe zu „Nur der Wandel ist beständig: Berenberg“ von Clarita Bernstorff

Wie schafft es ein Unternehmen, 425 Jahre alt zu werden? Die Entwicklung der ältesten Privatbank Deutschlands zeigt, dass Unternehmen neben dem Bewusstsein für die Tradition auch den Mut aufbringen müssen, sich zu wandeln und die Herausforderungen der Zeit aktiv anzugehen. "Nur der Wandel ist beständig" erzählt nicht nur die Geschichte einer hanseatischen Kaufmannsfamilie, sondern macht auch ein Stück europäischer und globaler Finanz- und Wirtschaftsgeschichte erlebbar.

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  • Finanzgeschichte und konkrete Zeitgeschichte

    Nur der Wandel ist beständig: Berenberg

    michael_lehmann-pape

    26. November 2015 um 15:39

    Finanzgeschichte und konkrete Zeitgeschichte Was dieses Werk allgemein von Interesse gestaltet ist, dass hinter der konkreten Geschichte der ältesten Privatbank Deutschlands von ihren Anfängen im Jahre 1590 bis in die Gegenwart des Jahres 2015 nicht nur die ständige Entwicklung und Wandlung einer konkreten Bank alleine geschildert wird, sondern sich in dieser Entwicklungs-Geschichte die Geschichte des Finanzwesens selbst konkret und fassbar widerspiegelt. Durch die Zeiten des späten Mittelalters und der Moderne hinweg in die Gegenwart hinein. Von der Gründung zur Begleitung, Finanzierung, Absicherung des Warenhandels 1590 über das „Geschäft“ im 30jährigen Krieg, über die Diversifizierung im Anschluss an diesen bis zum Jahre 1711. Unter dann den Folgen der Entwicklung des „starken Bürgertums“ und die Verflechtung von Bank, Familie und Innenpolitik in Hamburg, die als Zeichen für die „neue Zeit“ verstanden werden kann, in der das finanzkräftige Bürgertum auch „das Sagen“ mehr und mehr übernommen hat, Werte und Ausrichtungen der umgebenden Gesellschaft entscheidet mit prägte. Ebenso, wie in der vielfältigen Geschichte auch Neuanfänge notwendig wurden, wie ab 1871 durch die Gründung des deutschen Kaiserreiches mitsamt seiner Börsenkrise von 1873 und des Aufstiegs Deutschlands zur Großmacht durch die „Gründerzeit“ hindurch, die ganz andere Formen von Finanzwesen und finanzkräftigen institutionelle Investoren generierte, als bis dahin gekannt Mit auch der Folge, das „mit dem schnellen Wachstum der Aktienbanken und der Industrieunternehmen nach 1880 konnten Privatbankiers nur noch partiell an der wirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands teilnehmen“. Eine Veränderung hin zur „Groß-Finanzindustrie“, die im Buch anschaulich geschildert wird und eine Zeitenwende einläutete, die bis heute in Teilen anhält und zu bekannten und ebenfalls bis heute nachwirkenden Verwerfungen in der jüngeren Vergangenheit geführt haben. Eine Zeit, in der ein „too big to fail“ durchaus auch bereits, zumindest praktisch, im Raume stand. Wobei damals die Zeiten fast „moderner“ anmuten, denn was an Steuern und Abgaben auf den Handel mit Wertpapieren anfiel (und die Privatbanken zusätzlich unter Druck setzte), wird auch in der Gegenwart diskutiert, harrt aber noch seiner nachhaltigen Umsetzung. Eher knapp umrissen, dennoch aber aussagekräftig ist das Kapitel über das Ergehen das Bankhauses im dritten Reich mit seinen Verweisen auf die nicht wenigen jüdischen Privat-Bankiers, deren tragisches Schicksal und deren Verfolgung und damit Zerschlagung der Bankgeschäfte die bekannten, nachhaltigen Spuren hinterließ und hier auch auf persönlicher Ebene ein stückweit geschildert werden. Wirtschaftswunder, europäisches Zusammenwachsen, Wiedervereinigung und Euroraum schließen den Blick auf die geschäftlichen Entwicklungen der Berenberg-Bank vorerst ab, nicht ohne Verweise auf das (weiterhin) vorhandene gesellschaftliche Engagement aus dem (alten und tradierten) Gefühl für die Verantwortung für das Gemeinsame. Vier Jahrhunderte konkreter Bank- und allgemeiner Finanzgeschichte, in denen deutlich wird, dass Flexibilität und die ständige Beachtung sich ändernder „Kundenwünsche“ alleine der Garant für ein erfolgreiches Bestehen durch die Zeiten hindurch darstellt. Dass ein zu rigoroses Festhalten an „alten Gewohnheiten“ genauso den Bestand in Frage stellt, wie ein zu rasches „mitgehen mit der Mode“. Dennoch, „Nur der Wandel ist beständig“, diese Grundregel des Lebens an sich ist in dieser konkreten Geschäftsgeschichte allgegenwärtig und verweist auf das, was erfolgreiches (und zugleich nicht Gemienschaft-schädigendes) Wirtschaften wohl ausmacht. Mit vielfachen Abbildungen, einer erkennbaren Sorgfalt und Liebe zum Detail und einem gelungenem Nachzeichnens der jeweiligen Zeitatmosphäre, kommt dem Leser hier nicht nur die Geschichte der Privatbank Berenberg nahe, sondern wird auch der Blick geweitet auf die Jahrhunderte der Entwicklung, die sich im finanziellen Sektor besonders gut ablesen lassen und dort besonders spürbar je niederschlagen. 

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