Clark Ashton Smith Die Stadt der Singenden Flamme

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Inhaltsangabe zu „Die Stadt der Singenden Flamme“ von Clark Ashton Smith

Clark Ashton Smith (1893-1961) ist H. P. Lovecrafts vergessener literarischer Gefährte aus den Tagen des Weird Tales Magazine. Seine Dark Fantasy ist von halluzinatorischer Intensität. Viele Fans halten C. A. Smiths Werk sogar für bedeutsamer als das von H. P. Lovecraft.

Im Festa Verlag erscheinen die gesammelten Erzählungen von Clark Ashton Smith in sechs Bänden. Geordnet nach Zyklen, jeder Zyklus mit einer Einführung des amerikanischen Fantastikexperten Will Murray. Dazu weitere Texte über Smiths Leben und Werk. Circa 120 Geschichten in neuer Übersetzung – von den ersten Schreibanfängen 1910 bis zur letzten zu Lebzeiten veröffentlichten Story 1958. Mehr als 60 deutsche Erstveröffentlichungen.
Jeder Band Hardcover, Leseband, Schutzumschlag in der Festa Lederoptik, je circa 25 Erzählungen, je etwa 400 Seiten.

Band 1: Die Stadt der Singenden Flamme

Band 2: Die Grabgewölbe von Yoh-Vombis

Band 3: Das Labyrinth des Maal Dweb

Band 4: Die Bestie von Averoigne

Band 5: Die Totenbeschwörer von Naat

Band 6: Der doppelte Schatten

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    Die Stadt der Singenden Flamme

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    29. January 2016 um 17:20

    Clark Ashton Smith ist zumindest im deutschen Sprachraum ein etwas in Vergessenheit geratener Autor der Pulp-Ära, den es neu zu entdecken gilt. Smith bildete zusammen mit H.P. Lovecraft und ´Conan´-Autor Robert E. Howard eine Triade, die dem Groschenheftchen ´Weird Tales´ (1923-54) zu seinem legendärem Ruf verhalf. Schön, dass nun der Festa-Verlag mit einer haptisch und visuell ansprechenden Gesamtausgabe von Smiths Stories aufwartet, die zuletzt sechs Bände umfassen soll. Den Auftakt macht „Die Stadt der Singenden Flamme“ und die titelgebende Erzählung darf gleichzeitig als ein guter Einstieg in Smiths bizarren Kosmos gelten. Sie handelt von einem Schriftsteller, der auf einer einsamen Wanderung zufällig eine Passage entdeckt, die ihn in eine entfernte Dimension entführt. Sogleich zieht ihn die fremdartige Stadt, aus der eine lockende Melodie ertönt, in ihren Bann. Er folgt der Musik und realisiert, dass er offenbar der einzige Mensch hier ist, umgeben von lauter außerirdischen Kreaturen. Sie alle sind Pilger, die der Singenden Flamme huldigen und letztlich ihrem unheimlichen Sog erliegen, nur der Erzähler kommt gerade noch einmal mit dem Schrecken davon. Im Sequel „Jenseits der Singenden Flamme“ geht es dann um einen erneuten Besuch in der Pilgerstadt. Diesmal ist der Erzähler ein Freund des ersten, der dessen zurückgelassenes Tagebuch fand. Doch vieles ist jetzt anders, die Stadt ist scheinbar verlassen und steht unter Beschuss dunkler Mächte, die nur eins im Schilde führen: die Singende Flamme zu vernichten. In letzter Sekunde stürzt sich der Erzähler in die Flamme, bevor diese versiegt, um daraufhin in einer Art Paradies auf seinen alten Freund zu treffen, der ja kurze Zeit zuvor hier ankam. Doch auch die Dimension jenseits der Flamme ist nicht sicher vor dem Ansturm der dunklen Mächte. Die erste Hälfte des Bandes machen neun Erzählungen aus, die keinem von Smiths thematischen Zyklen zugeordnet werden können. Die Einleitung von Stephen Jones beleuchtet den Menschen hinter den Erzählungen und zeigt die Editionsgeschichte der einzelnen Buchveröffentlichungen Smiths auf, der sich selber besonders als Lyriker sah. Speziell erwähnenswerte Stories sind „Die Schrecken der Venus“, (über eine Venus-Expedition in der Form klassischer Pulp-SF) und „Die Abscheulichkeiten von Yondo“, worin ein von den Folterknechten von Yondo geplagter Häretiker unverhofft seine Freiheit wiedererlangt, nur um in einer verspukten Wüste gleich den nächsten unfassbaren Schrecken in die Arme zu laufen. Auffallend an Smiths Stil ist seine lyrische Sprache, die in einigen seiner Fantasyerzählungen schon ein wenig barock wirkt und die sicherlich das Markenzeichen dieses Autors darstellt. Ein weiteres Merkmal ist der sardonische Humor oder generell eine ironische Erzählhaltung, die man beispielsweise in Lovecrafts Geschichten (um den direkten Vergleich zu wagen) meist vermisst. Smiths Protagonisten sind Neugierige, die dem Reiz des Exotischen erliegen und durch eigenes Verschulden oder auch durch maßlose Gier ins Verderben laufen, wie etwa der Kaufmann Avoosl Wuthoqquan, der letztlich auf dem Speisezettel des Gottes Tsathoggua landet. Meist sind die Helden in Smiths Geschichten keine Sympathieträger, sondern schlicht Gauner, Maulhelden oder Ketzer, die sich ein François Rabelais nicht besser hätte ausdenken können. Alles in allem eine erfrischende Wiederentdeckung mit einem Hauch ´Dekadenz´.Der ´Hyperborea´-Zyklus: Cthulhu & Co. mal anders Der zweite Teil des Bandes enthält die gesammelten ´Hyperborea´-Stories in der Reihenfolge ihrer Entstehung. Smiths Hyperborea ist ein fiktiver Kontinent irgendwo auf der nördlichen Erdhalbkugel, der etwa dem heutigen Grönland entspricht. Er ist wie auch das untergegangene Lemurien oder Atlantis in einer mythischen Vorzeit angesiedelt. Smiths ´Mhu Thulan´ ist möglicherweise eine Vermischung der legendären Insel Thule mit dem fiktiven Kontinent Mu im indischen Ozean. Es ist eine Welt die kurz vor der nächsten großen Eiszeit steht, die aber in den äquatornahen Zonen durchaus über bunt-giftige Dschungellandschaften verfügt. Auf Mu Thulan herrscht offiziell der Glaube an die hirschgestaltige Göttin Youndeh, doch immer wieder lodern dunklere Kulte auf um Götter mit vielversprechenden Namen wie Tsathoggua (oder Zhothaqquah, je nach Schreibweise), einem krötenartigen Gott aus grauer Vorzeit, der noch immer angebetet wird und der auch schon durch Lovecrafts Erzählungen geisterte. Weitere Namen sind der von letzterem Autor eingeführte Yok-Zothoth (Yog-Sothoth) oder Ktthulhut (Cthulhu). Im Unterschied zu Lovecrafts fernen Göttern, sind die Götter bei Smith körperlicher, sie warten nicht irgendwo hinter den Sternennebeln oder in den Tiefen des Meeres auf ihre Zeit hienieden, sondern sie sind durchaus anwesend und sorgen ganz real für Angst und Verderben. Allerdings zeichnen sich Smiths Geschichten meist durch leicht parodistische Züge aus, es geht dem Autor weniger um authentische Albtraumgestalten, die durch Risse in unsere Realität hereinsickern (wie das Lovecraft besonders in seinen späten Erzählungen meisterlich vorzeigte), sondern um die Erschaffung farbenreicher und archaischer Welten, die überhaupt im Gegensatz zu unserer erfahrbaren Realität stehen. Clark Ashton Smith war ein Multitalent: Maler, Dichter, Bildhauer und in allen Bereichen Autodidakt. Er war mit Lovecraft befreundet, mit dem er sich rege über eigene und fremde Weltschöpfungen austauschte, Smith unterschrieb dabei oft augenzwinkernd mit ´Klarkash-Ton´. Dieser und andere Briefwechsel mit diversen Weird Tales-Autoren erlaubten der Literaturforschung später einige interessante Rückschlüsse auf die Menschen hinter den Fiktionen. Daher dürfte der ´Cthulhu-Mythos´ seither nicht mehr nur als ein einsamer Geniestreich Lovecrafts gelten, sondern zu wichtigen Teilen auch als ein Gemeinschaftswerk von einer Handvoll Autoren, deren Ideen sich gegenseitig befruchteten. Smith blieb allerdings seinem eigenen Stil treu, der sich zum Teil sehr von der Ausdrucksart der anderen Pulp-Autoren abhebt. Er war vielleicht weniger ein Sonderling als Lovecraft, obwohl seine Biografie auch nicht mit Anekdoten geizt: Als Jugendlicher soll er beispielsweise eine Enzyklopädie auswendig gelernt haben, deren Wortschatz zeit seines Lebens in seine Geschichten einfloss. Allerdings war er finanziell nie auf Rosen gebettet und bekam auch keinen familiären und finanziellen Rückhalt wie ihn etwa Lovecraft (zumindest zeitweise) genoss. Smith lebte in Kalifornien in einer einfachen Blockhütte, die sein Vater gezimmert hatte und er kannte durchaus harte körperliche Arbeit, etwa die eines Erntehelfers oder Waldarbeiters. Immer wieder musste er sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser halten. Allein von seinem Schreiben zu leben war ihm nicht möglich, denn die Fantasyliteratur bediente in den Dreißigerjahren noch keine breite Leserschaft. Und sie fand auch kaum Beachtung von Seiten der Literaturkritik, die Pulpliteratur nicht mal mit Samthandschuhen anfasste. Smith musste einige seiner Geschichten mehrfach einreichen, bis sich ein Verleger ´erbarmte´ und sich zu einer Veröffentlichung bereit erklärte. Das will natürlich nichts über die Qualität dieser Stories aussagen, nur eben, dass Fantasyliteratur lange ein Nischendasein führte und eigentlich nur dank Pulpmagazinen konsumiert werden konnte. Die Heftmacher erwogen daher jede Veröffentlichung unter wirtschaftlichen Aspekten. Dass Smiths poetischer Tonfall, der sich deutlich von der üblichen ´Ware´ in diesen Heftchen abhob, den Verlegern oft den Entscheid zu einer Veröffentlichung schwer machte, ist nachvollziehbar. Die Texte in dieser Ausgabe wurden alle neu übersetzt und sie wirken im Vergleich zu den früheren Auflagen in der ´Bibliothek des Hauses Usher´ um einiges entstaubter und frischer. Die Erzählungen des eigentümlichen Kaliforniers werden in dieser Hardcoverausgabe bestimmt einige Anhänger dazugewinnen. Darüber hinaus sind die absolut lesenswerten Einleitungen und die editorischen Notizen ein weiterer Pluspunkt. Und zuletzt werden alle, die am Cthulhu-Mythos Geschmack gefunden haben, mit Clark Ashton Smith eine neue Facette desselben entdecken können.

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  • Rezension zu "Die Stadt der Singenden Flamme" von Clark Ashton Smith

    Die Stadt der Singenden Flamme

    thomas_backus

    14. April 2012 um 11:39

    Die Stärke von Smith liegt eindeutig in seinen Beschreibungen. Mit menschlichen Worten kann er absolut fremdartige Landschaften, Wesen und Begebenheiten schildern. So dass man die Textstellen manchmal zweimal lesen muss, um sie mit den eigenen unzureichenden Sinnen zu verstehen. Das ist ganz großes Kino, aber anstrengend.

    Die komplette Rezension:
    http://www.fictionfantasy.de/backuscas1

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