Claude Lévi-Strauss

 4 Sterne bei 24 Bewertungen
Autor von Traurige Tropen, Das wilde Denken und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Claude Lévi-Strauss

Claude Lévi-Strauss wurde 1908 in Brüssel geboren und starb am 1. November 2009 in Paris. Er gilt als Begründer des Strukturalismus und lehrte von 1935 bis 1939 Soziologie an der Universität von São Paulo und von 1935 bis 1945 an der New School for Social Research. 1950 erhielt er an der École Pratique des Hautes Études einen Lehrstuhl für Vergleichende Religionswissenschaften der schriftlosen Völker und 1959 am Collège de France den Lehrstuhl für Anthropologie.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Claude Lévi-Strauss

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Cover des Buches Traurige Tropen (ISBN: 9783518278406)

Traurige Tropen

 (9)
Erschienen am 10.08.2010
Cover des Buches Das wilde Denken (ISBN: 9783518276143)

Das wilde Denken

 (4)
Erschienen am 08.11.2010
Cover des Buches Wir sind alle Kannibalen (ISBN: 9783518586136)

Wir sind alle Kannibalen

 (1)
Erschienen am 05.11.2014
Cover des Buches Anthropologie in der modernen Welt (ISBN: 9783518585764)

Anthropologie in der modernen Welt

 (1)
Erschienen am 01.07.2012
Cover des Buches Das Rohe und das Gekochte (ISBN: 9783518570937)

Das Rohe und das Gekochte

 (1)
Erschienen am 01.02.1971
Cover des Buches Der Weg der Masken (ISBN: 9783518292853)

Der Weg der Masken

 (1)
Erschienen am 24.03.2004
Cover des Buches Brasilianisches Album (ISBN: 9783446182899)

Brasilianisches Album

 (0)
Erschienen am 01.01.1995

Neue Rezensionen zu Claude Lévi-Strauss

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M

Rezension zu "Wir sind alle Kannibalen" von Claude Lévi-Strauss

16 intensive und bewegende Essays
michael_lehmann-papevor 6 Jahren

16 intensive und bewegende Essays

Auch das bekannte „Der gemarterte (hingerichtete) Weihnachtsmann“ aus dem Jahr 1952 findet sich in dieser Sammlung von Essays des Professors für Sozialanthropologie Claude Levi-Strauss. Als ausführliche Eröffnung der vielfachen und klugen Blicke des Autors auf das, was Menschsein, was Wirtschaft, was Kultur in der Gegenwart ausmacht und bewegt.

Wobei es keine schlechte Idee ist, diese interessanten und intelligenten Betrachtungen der Welt mit dem namensgebenden Essay „Wir sind alle Kannibalen“ zu beginnen.
Denn auf diesen knapp 10 Seiten wird offenkundig und prägnant formuliert, was in den vielfachen Themen der andren Essays immer wieder als „Hintergrund“ und „Grundbefindlichkeit“ des modernen Menschen durchdekliniert wird.

Und auch das „Denksystem“ Lev-Strauss wird hier deutlich. Der Blick auf alte, tradierte, antike Kulturen und die gezogenen Parallelen zur heutigen Welt und heutigen Lebensweise.

Die „Kuru“ Krankheit dieses vergessenen Volkes in Neuguinea, wohl auf Kannibalismus basierend. Denn als dieser durch die Weißen beendet wurde, verschwand auch diese besondere Krankheit langsam aus dem Leben dieses Volkes. BSE und Creutzfeld-Jakob sind hier die Parallelen, die Levi-Srtrauss in der Gegenwart zur Sprache bringt (identisch mit der KUR Krankheit in Symptomen und Verlauf).

Ein ganz offenkundiger Vergleich des „modernen Kannibalismus“ zum tatsächlichen Kannibalismus, der immer wieder in der ein oder anderen Form in den Essay eine Rolle spielen wird.

Da, wo man „ihn nicht auf seine brutalste Form reduzieren darf“, sondern auf die Grundbedeutung des Wortes zu achten:

„….geht es stets darum, Teile oder Substanzen vom Körper anderer Menschen in den menschlichen Körper einzuführen“. Und dazu gehört auch die „Sphäre“ des anderen, den Versuch, andere auch mit Macht mit sich zu „identifizieren“.

Wie sich überhaupt mythisches und wissenschaftliches Denken gar nicht so abhold sind, wie es oft auf den ersten Blick scheint. Thema eines Essays aus dem Jahre 1993. Was stand denn am „Anfang der Zeit“, wenn das Universum eine Geschichte hat und doch „aus dem Nichts“ entstanden sein soll? Die schwierige Vereinbarkeit von dem, „was wir glauben, erkennen zu können“ und „den Funktionsregeln des Denkens“ kehr in einer großen Kreisbewegung dann doch wieder zur Mystik und zum mythischen Denken zurück.

So, wie Mythen den „gesunden Menschenverstand“ erschrecken, so vollziehen es auch aktuellste wissenschaftliche Erkenntnisse.

Das „Alte“ und das „Moderne“, die ethnologischen Erkenntnisse und das Leben in der Gegenwart, immer wieder verweist Levi-Strauss auf die Verbindungen zwischen den Zeiten und Kulturen, dem immer wieder kehren einer fast basalen Befindlichkeit.

So, als würde das „“Bewusstsein“ der eigenen Geschichte den Menschen offenbaren, „dass die göttliche Vorsehung immer wieder auf dieselben Modelle zurückkommt, deren Anzahl endlich ist“.

Eine sehr interessante, vielfältige Lektüre über eben jene „Anzahl an Modellen“ von Beginn der Zivilisation an.

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