Die Mutter des Satans

von Claudia Beinert und Nadja Beinert
4,7 Sterne bei28 Bewertungen
Die Mutter des Satans
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Die etwas andere Art, Martin Luther zu verstehen.

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So spannend und kurzweilig Geschichte geboten zu bekommen ist wirklich eine positive Rezension wert !!!

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Inhaltsangabe zu "Die Mutter des Satans"

Ein historischer Roman von den Zwillingen Claudia und Nadja Beinert über Margarethe Luther und wie sie ihren Sohn, den Reformator Martin Luther, prägte.
In Zeiten von Pest, Aberglaube und Ablass: 1480 wird die junge Margarethe mit dem gleichaltrigen Hans Luder vermählt. Trotz der zunächst trostlosen Aussicht eines Lebens an der Seite eines Bergmannes ist die Ratsherrentochter 1483 über die Geburt ihres ersten Sohnes Martin sehr glücklich. Als Martin Luther sich Jahre später gegen den Willen des Vaters für ein Leben als Mönch entscheidet, ist Margarethe hin- und hergerissen zwischen Ehegehorsam und Mutterliebe. In den gefährlichen Jahren der beginnenden Reformation wagt sie einen gefährlichen Balanceakt und trifft den mittlerweile berühmt-berüchtigten Sohn sogar heimlich. Erst ihre bedingungslose Zuneigung und Liebe zu Martin – von Geburt an – machten aus Martin Luther den mutigen, unerschütterlichen Reformator, der uns bis heute überliefert ist.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783426653838
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:448 Seiten
Verlag:Knaur
Erscheinungsdatum:01.02.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    HEIDIZs avatar
    HEIDIZvor einem Jahr
    Kurzmeinung: So spannend und kurzweilig Geschichte geboten zu bekommen ist wirklich eine positive Rezension wert !!!
    Margarethe und Hans in Mansfeld - Cranach malt und Luthers Mutter lässt ihr Leben Revue passieren

    "Die Mutter des Satans" erzählt die Geschichte der Mutter Martin Luthers, der Margarethe Luder und ihres Mannes.

     

    Margarethe ließ in Möhra ihre erste Tochter zurück, ließ sie sie aber wirklich zurück ??? Im Lauf des Buches wird das Geheimnis gelüftet. Margarethe ging mit ihrem Mann nach Mansfeld, Eisleben und gebar schließlich unter schrecklichen Qualen ihren Sohn Martin, die über alles liebte, auch noch, nachdem viele weitere Kinder kamen, von denen auch einige der Pest zum Opfer fielen.

     

    Es waren schwere Zeiten und mit ihrem Mann hatte sie jemand an der Seite, von dem sie erst einmal nicht viel Hilfe erwarten konnte. Er war mit seiner Hütte verheiratet, würde man heute sagen, mit seiner Arbeit und seine Frau war billige Arbeitskraft, sie musste ihm gehorchen und sie gehorchte ihm und Gott und der Obrigkeit der Kirche und und und .... glücklich war sie sicher nur, wenn sie mit ihren Kindern beisammen war, mit Martin, dem sie aus dem Fabelbuch vorlas, der sie seine Hanna nannte.

     

    Sie, die Tochter eines Ratsherren aus Möhre war verheiratet mit einem Bergmann - als sich dann noch Martin gegen den Willen der Eltern entschied, ins Kloster zu gehen, war alles noch schwieriger. Margarethe möchte Martin nicht komplett verlieren, entgegen dem Willen ihres Mannes liest sie Briefe und schreibt ihm zurück, trifft sich sogar mit Hilfe ihres Bruders mit ihrem Sohn, kann ihm dennoch erst nicht so richtig verstehen.

     

    Dann wird aus Martin Luther Junker Jörg, nämlich, als er sich auf der Wartburg verstecken muss ...

     

    Mehr möchte ich nicht verraten !!!

    Lest selbst !!!

     

    Eines steht fest, wie die Autorinnenschwestern Beinert die Geschichte aufgebaut haben, ist super gelöst, liest sich spannend und authentisch lebendig. Man kann sich in die Mutter Martin Luthers hinein versetzen, kann ihre Gefühle verstehen und begreift die Schwierigkeiten der damaligen Zeit und die Veränderungen, die Martin bewirkt.

     

    Auch Lukas Cranach wird thematisiert, der Freund und Geschäftspartner Martin Luthers, für den Margarethe und Hans Motiv stehen für Porträts der Eltern Martin Luthers (in Eisenach auf der Wartburg übrigens im Original zu sehen)

     

    Die Art und Weise, wie die Beinert Schwestern die Geschichte aufgebaut haben ist eine sehr eingängige und die Schreibweise passend zur Zeit. Man erfährt sehr viel über die Zeit, über das Leben in Mansfeld, die Entwicklung Luthers und das Leben seiner Eltern und Geschwister im Zusammenhang mit seinem Weggang.

     

    So spannend und kurzweilig Geschichte geboten zu bekommen ist wirklich eine positive Rezension wert !!!

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    Buchdaisys avatar
    Buchdaisyvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Der Lebensweg Martin Luthers mal anders erzählt. Was wäre er ohne seine Mutter gewesen?
    Geschichte - spannend erzählt

    Geschichte kann eine interessante Angelegenheit sein, wenn sie so spannend in Szene gesetzt wird, wie in diesem Buch von Claudia und Nadja Beinert. Ich habe es mir direkt nach einer Lesung auf der Leipziger Buchmesse gekauft und wurde nicht enttäuscht.
    Hier wird nicht die Geschichte und das Leben des großen Reformators Martin Luther erzählt, sondern die seiner Mutter.  
    Margarethe Luder war eine Frau ihrer Zeit, zwar überdurchschnittlich gebildet, aber geprägt vom Glaube und Aberglaube. Sie heiratet den Bauernsohn Hans Luder und geht mit ihm von Thüringen ins Mansfeldische, in der Hoffnung auf ein gutes Auskommen. Hans Luder arbeitet hart und schafft den Aufstieg zum Hüttenmeister. Der Haushalt und die Erziehung der Kinder liegen in der Hand von Margarethe. Martin ist ihr erster Sohn. Er wird bald nach der Ankunft in Eisleben 1483 geboren und wächst dann in Mansfeld auf. Hier liegen die Wurzeln zu dem, was er später wurde. 
    Das Buch besteht aus zwei Handlungssträngen. Einmal wird aus der Sicht von Lucas Cranach berichtet, der die Eltern von Martin Luther porträtiert. Währenddessen denkt Margarethe an das, was hinter ihr liegt, zurück. Mir haben vor allem diese Textstellen gefallen. Ich konnte mich gut in die Frau und Mutter hineinversetzen, beinahe zerrissen zwischen der Liebe zu ihrem Sohn und dem Gehorsam gegenüber ihrem Mann. Da ich aus der Gegend bin, hatte ich Mansfeld, Eisleben und Hettstedt immer vor meinem geistigen Auge. Und als Bergmannstochter musste ich auch nicht das Glossar in Anspruch nehmen. Für nicht mit dem Bergbau vertraute Leser ist das aber sehr gut erklärt. 
    Claudia und Nadja Beinert halten sich in ihrem Buch an die historisch belegten Fakten. Wo das nicht der Fall ist, haben sie ihrer Sicht auf die Zeit vor 500 Jahren Spielraum gegeben. Schließlich handelt es sich um einen Roman, nicht um ein Sachbuch. Ich finde, sie haben das wunderbar geschafft, historische Fakten und fiktive Handlungen zu verbinden.
    Mir hat es viel Spaß gemacht, das Buch zu lesen und ich empfehle es gerne weiter, nicht nur des 500. Jahrestages des Thesenanschlags wegen. Die 5 Sterne sind mehr als verdient!

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    unclethoms avatar
    unclethomvor einem Jahr
    Beste Unterhaltung...

    Bisher kannte ich die beiden Beinertschwestern nur vom Namen bzw ich kannte ihre Bücher nur vom Namen und Klappentext. Doch mit diesem Buch haben sie mich gleich abgeholt und einen neuen Fan hinzugewonnen.
    Dank der Lebendigen und sehr plastischen Schreibweise der beiden Autorinnen gelang es mir sofort mitten in der Story zu stehen. Die Figuren wirken sehr lebendig und sehr echt und so manifestierten sie sich regelrecht vor meinem inneren Auge.
    Gut recherchiert erschien mir das Buch und es ist so interessant zu lesen und man darf lernen wie es sich in der damaligen Zeit gelebt hat. Das Buch schildert in einer tollen Art und Weise wie es um Martin Luther und seine Familie umherging. Der Leser steht nicht außen vor und bekommt mit erhobenem Zeigefinger die Geschichte heruntergebetet, sondern man steht eher daneben wenn Geschichte geschrieben wird.
    Es war für mich ein Buch welches ich genossen habe und es war ein Buch welches ich in der Tat nur Kapitel für Kapitel genossen habe. Eine Empfehlung wenn man das Buch wirklich genießen möchte, dann sollte man es auf keinen Fall in einem Rutsch herunterlesen.
    Ich kann das Buch guten Gewissens empfehlen und vergebe die volle Punktzahl, 5 von 5 Sternen und eine Leseempfehlung!

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    gretchen2808s avatar
    gretchen2808vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Luther mal anders, ganz aus der Sicht seiner Mutter. Sehr einfühlsam geschrieben. Hat sich sehr gut gelesen.
    Luther mal nur zweitrangig

    An diesem Buch kam ich als "Lutherstädterin" nur schwer vorbei - Pflichtlektüre sozusagen.
    Schon ab der ersten Seite fühlte ich mich einheimisch, doch ich denke, dieser Roman fesselt nicht nur Leser aus dieser Gegend.
    Margarethe Luder reist auf Wunsch ihres Sohnes nach Wittenberg um sich (und ihr Mann) von Lucas Cranach porträtieren zu lassen.
    Während sie dort als Modell sitzt, kehren ihre Gedanken zurück bis zum Jahr 1483 - also ihrer Ankuft in Eisleben und ihre Geburt von Martin.
    Sie lässt ihr Leben Revue passieren. Ihre Ehe, ihr Leben in Mansfeld, ihre anderen Kinder, die Arbeit zu Hause und im Bergwerk, die Zeiten der Pest und und und.
    All das ist in der ICH-Form aus der Sicht von Margarethe geschrieben.
    Zwischendurch kommen Passagen, in denen sich der Maler seine Gedanken macht, über die Mutter seines Freundes Martin Luthers.
    Ich persönlch hatte dadurch das Gefühl, bei der Entstehung des Bildnisses dabei zu sein.
    Wie im Nachwort zu lesen ist, sind einige Personen und Handlungen frei erfunden.
    Dennoch, das Leben, die damaligen Zustände, der Aberglaube und die Angst, der Bergbau und die Umgebung - alles wurde von den Autorinnen hervorragend recherchiert.
    So bin ich der Meinung, genau so kann es sich zugetragen haben.
    Die Gefühle, die Mutterliebe, die Sorge ihrer Kinder - Margarethe Luder war eine ganz normale Mutter, die ihr Leben unter nicht einfachen Umständen gemeistert hat.

    Fünf Sterne für dieses Buch!
     

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    ChattysBuecherblogs avatar
    ChattysBuecherblogvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Sehr beeindruckt hat mich der Schluss, der eigentlich nur aus zwei Wörtern besteht, aber sehr viel Emotionen zeigt.
    Mein Leseeindruck

    Ein eher minimalistisches, aber doch doch sehr zeitgemäßes Cover hat sich der Verlag hier einfallen lassen. Ein Blick auf den Rückentext gibt deutlich mehr Preis. Mit welchen Gefühlen musste Luthers Mutter kämpfen? Und keine hat bemerkt, dass sie sich heimlich mit ihrem Sohn getroffen hatte? Nun war ich wirklich gespannt.

    Kommen wir nun zum Innenteil mit einer wunderschönen, gefühlvollen Widmung an alle Mütter. Als nächstes findet der Leser ein Inhaltsverzeichnis, das ebenfalls neugierig macht. Insbesondere machten mich die drei Kurzgeschichten bzw. Übersetzungen neugierig.

    Das Personenverzeichnis mit Kennzeichnung der historischen Persönlichkeiten lädt ebenfalls zum genauen Studieren ein. Hier fällt mir zum ersten Mal die Schreibweise Luder auf.

    Nun aber zum Plot.

    Nach einem langen und schweren Fußmarsch kommen Margarethe und Hans Luder endlich in Eisleben an. Margarethe ist hochschwanger, widersetzt sich jedoch ihrem Mann nicht. Er möchte in Eisleben in das Silbermachen einsteigen.

    Unter schier unmenschlichen Schmerzen schenkt Margarethe Martin das Leben und verspricht ihm, ihn immer zu beschützen, was auch kommen mag. Wie oft sie an diese, ihre, Worte erinnert wurde, wird auf den nächsten Seiten sehr deutlich.

    Die beiden Autorinnen, im übrigen Schwestern, zeigen mit diesem Roman die etwas andere Seite Martin Luthers. Nämlich aus Sicht seiner Mutter, die stets außerhalb des Rampenlichts war. Sehr einfühlsam und ruhig wird das durchaus turbulente Leben der Lutherin beschrieben. Ein Leben, das auch stets ein Balanceakt war. Hin- und hergerissen zwischen der Liebe zu ihrem Sohn, ihrem Glauben und der Welt "da draußen".

    Sehr beeindruckt hat mich aber auch der Schluss, der eigentlich nur aus zwei Wörtern besteht, aber sehr viel Emotionen zeigt. Emotionen, die gerade bei Hans doch immer sehr versteckt gehalten waren.

    Mit den beiden Asöp-Übersetzungen von Fabel zeigen die beiden Autorinnen nochmal auf, welch intelligenter Mann Luther war.

    Und das anschließende Glossar mit seinen zahlreichen Erklärungen hilft dabei, so manchen Begriff besser zu verstehen.

    Fazit:

    Ob Wahrheit oder Fiktion ... egal! Auch ich schließe mich Hans Worten an.

    Danke Hanna.

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    nirak03s avatar
    nirak03vor 2 Jahren
    Aus dem Leben einer Mutter

    Ende des 15. Jahrhunderts heiratet Margarethe den Bergmann Hans Luder. Eigentlich keine aufregende Sache, wäre sie nicht die Mutter des Reformattors Martin Luther gewesen. Hier aber wird nicht die Geschichte von Martin erzählt, sondern die seiner Mutter. Von ihrer Ehe mit dem Bergmann, von ihrem schweren Leben und ihren Kinder. Für Margarethe ist es schwer ihre Kinder richtig zu erziehen und ihrem Mann den nötigen gehorsam entgegen zu bringen. Bald heißt es für sie, sich zu entscheiden, Martin zu vertrauen oder ihrem Ehemann gehorchen.

    Auf diesen Roman habe ich mich sehr gefreut, leider wurde meine Erwartungen nicht erfühlt. Ich kam irgendwie nicht klar mit dem Schreibstil der Schwestern Beinert. Dabei haben sie ausführlich geschildert, wie es Margarethe ergangen ist. Sie durfte ihre Geschichte in Rückblenden selbst erzählen. Dies hat sie auch eindrucksvoll getan, aber der Funke ist bei mir einfach nicht übergesprungen. Ich bin mit der Geschichte nicht wirklich warm geworden und konnte somit auch nicht wirklich mit Margarethe mitfühlen.

    Ausführlich wird hier geschildert, wie die Geburt von Martin war, wie seine Kindheit verlief und wie er zu seinem Glauben gefunden hat. Aber auch sein Umfeld wird dargestellt. Sein Vater hat sich von einem einfachen Bergmann zu einem Hüttenmeister hoch gekämpft. Gerade das Leben in diesem Berufszweig wird ausführlich geschildert und war auch interessant, aber leider nicht besonders spannend. Es gab zwar die eine oder andere Szene, wo sich Spannung hätte aufbauen können, tat es dann aber nicht. Margarethe erzählt dann weiter von ihren anderen Kindern und deren Leben und sterben. Mir waren einige Szenen mit Margarethe teilweise einfach zu langatmig, es fehlte an Spannung. Ihr Leben verlief im Grunde in einfachen Bahnen und wurde erst durch Martin sein Handeln anstrengend. Aber zu dem Zeitpunkt war der Sohn ja schon erwachsen und aus dem Haus. Die Familie hatte zwar darunter zu leiden, wie Martin seinen Glauben verbreitet hat, aber diese Zeit ist eben erst zum Ende des Buches hin aktuell und bis dahin verlief das Leben seiner Mutter eben nicht spektakulär aufregend.

    Das Thema war so gut gewählt, der Titel versprach spannende und interessante Unterhaltung, aber leider konnte dies aus meiner Sicht nicht erfühlt werden. Interessant ist allerdings der Lebenslauf von Martin Luther und wie vor allem eben auch seine Familie unter seinem Handeln gelebt und eben auch gelitten hat. Dies hat das Autorenpaar wunderbar in Szene gesetzt.

    In diesem historischen Roman ist alles enthalten was das Leserherz begehrt, ein Personenregister zu Beginn, ein ausführliches Nachwort, ein paar Fabeln, die im Laufe der Geschichte erzählt werden, sind am Ende noch mal im ganzen nachzulesen, sowie ein Glossar der fremden Begriffe.

    „Die Mutter des Satans“ ist eigentlich ein interessanter Roman über die Mutter von Martin Luther, der mich leider nicht gänzlich überzeugen konnte. Obwohl er alles hat, was man bei einem solchen Roman erwarten kann. Einige Szenen waren spannend und interessant, andere wiederum nicht. Auf jeden Fall erlauben die Autoren einen schönen Einblick in das Leben von Martin Luther und seiner Familie.  

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    detlef_knuts avatar
    detlef_knutvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: hervorragend umgesetzt
    hervorragend umgesetzt

    In einer Zeit, in der der große Reformator Martin Luther in aller Munde ist, erscheint der Roman "Die Mutter des Satans" von den Zwillingsschwestern Claudia und Nadia Beinert natürlich zum richtigen Zeitpunkt. Und dennoch hebt sich der Roman in besonderer Weise von der üblichen Martin-Luther-Literatur ab: Es ist ein fiktiver Roman durch die Augen seiner Mutter gesehen.

    Die Fiktion in einem Roman des historischen Genres bedeutet mitnichten, dass alles erfunden wurde. Im Gegenteil, werden doch die nachweislichen Fakten sehr sorgsam ausgewählt, aneinandergereiht und erst durch die Fiktion zu einem Gesamtbildnis zusammengeführt.

    Erzählt wird also die Geschichte von Margarete Luder und deren Familie. Martin ist als handelnde Figur lediglich eine Nebenfigur, obwohl sich doch alles um ihn dreht. Die Autorinnen gehen der Frage nach, wo die Wurzeln für Martin und sein Schaffen gelegt wurden. Was hat ihn dazu bewogen, so zu handeln, wie er gehandelt hat? Im Handeln und Denken der Mutter, aber auch des Vaters, in der Erziehung des Kindes ist dessen Werdegang begründet. Neben dieser Geschichte wird der Leser sehr viel über das Leben und die Verhaltensweisen zu Beginn des 16. Jahrhunderts erfahren. Viele Details nehmen ihn mit in diese Zeit, die von Kriegen, Pest und Hexenwahn geprägt war. Nicht nur das Leben der Bauern, sondern auch das der Bergleute im Kupferbergbau des Mansfelder Landes wird beleuchtet und bildet den gesellschaftlichen Hintergrund dieses Romans. Die starke Hinwendung zur und Verbundenheit mit der Religion wird nicht zuletzt in den Gedanken der Protagonisten aufgenommen. Diese kursiv hervorgehobenen Sequenzen sind durchwebt von Zitaten aus der Bibel und anderen religiösen Schriften, weil Margarete alles Denken, alle Ausrichtung des Lebens aus dem Glauben zu Gott ableitet. Nicht ungewöhnlich für die damalige Zeit und auch heute in vielen Religionen wieder ehr beliebt.

    Parallel zum Leben Margarete Luders wird die Geschichte eines engen Freundes ihres Sohnes von einem Außenstehenden erzählt. Lucas Cranach der Ältere porträtiert Margarete und ihren Mann Hans. Er, der nicht nur Freund Luthers war, sondern auch Bürgermeister in Wittenberg und PR-Mann für die Reformation, wird in seinem Verhältnis zu seinen Söhnen beschrieben. Seine Porträtstudien zu den Gemälden lassen ihn weit in das innerste von Luthers Mutter vordringen, was in der Erzählweise des Romans eine weitere Perspektive ermöglicht.

    Der Roman fesselt durch seine besondere Sichtweise. Zu keinem Zeitpunkt hatte ich das Gefühl, eine Biografie zu lesen. Dennoch habe ich viele Aspekte aus dem Leben des Reformators erneut erfahren. Ein Thema, welches hervorragend umgesetzt wurde und sich bestens auch für unterhaltsame Stunden eignet.

    © Detlef Knut, Düsseldorf 2017

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    Booky-72s avatar
    Booky-72vor 2 Jahren
    Lebensweg einer besonderen Mutter

    Der Lebensweg einer Mutter, die es nicht leicht hatte. Aber sie liebte ihre Familie, jedes ihrer Kinder, ihren Mann. Erzählt wird von Margarethe selbst während der Sitzungen für eine Portraitzeichnung von ihr von dem bekannten Maler Lucas Cranach, der auch ein sehr guter Freund ihres Sohnes war.

    Als das Ehepaar Luder 1483 nach Mansfeld kommt, wird ihr erster Sohn geboren, Martin. Eine schwere Schnittgeburt, die zu dieser Zeit noch nicht üblich, gar verpönt war. Martin ist nicht nur deshalb ein besonderes Kind. Sein Wesen, sein Charakter ist besonders und wird vor allem auch durch den Glauben der Mutter früh geprägt. Das Verhältnis zum Vater ist bei weitem nicht so eng und gefestigt. Das tägliche Leben ist nicht einfach, aber als Mutter ihrer bald sehr großen Kinderzahl meistert Margarethe den Alltag sehr gut. Auch als die Pest umgeht und die Familie davon betroffen ist, zeigt sich sehr die Liebe und Gläubigkeit von Mutter Margarethe, als sie Kinder zu Grabe tragen müssen.

    Anfeindungen erfahren die Eltern vor allem durch die „anderen“ Ansichten und „falschen“ Lehren, die ihr Sohn Martin verbreitet, zuerst nur verstanden und unterstützt durch seine Mutter und vor allem auch durch ihren Bruder Johannes, der eine wichtige Verbindung zwischen Martin und seinen Eltern hält.

    Durch die gesamte Geschichte der Familie zieht sich auch der beinah tägliche Gedanke an die erstgeborene Tochter Christina, die ein schlimmes Schicksal erfahren hat, jedoch besonders von ihrer Mutter nie vergessen wurde.

    Sehr interessant ist es, besonders im Lutherjahr 2017 durch verschiedene spannende Lektüre sehr viel über das Leben des Reformators Martin Luther zu erfahren.  Ablasshandel, Thesenanschlag und den besonderen Werdegang seiner Person. Dieses Buch trägt sehr gut dazu bei und ist historisch liebevoll recherchiert und besticht durch den guten Schreibstil.

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    Maddinliests avatar
    Maddinliestvor 2 Jahren
    Spannender Einblick in das Leben von Martin Luther und seiner Familie


    Lucas Cranach, ein bedeutender Maler der Renaissance, beabsichtigt Margarethe und Hans Luder zu portraitieren. Es handelt sich bei den beiden um die Eltern von Martin Luther und gerade bei der Mutter Margarethe versucht er durch ihre Erzählungen und Erinnerungen ihre Seele zu ergründen, um dem Bild Leben und Tiefe zu geben. Die Eindrücke gewähren einen Einblick in ein bewegendes und schicksalhaftes Leben, aus dem eine historisch bedeutende Person entstanden ist. Es beginnt im Jahre 1483 mit der schwierigen Geburt von Martin Luther und der dadurch bedingten besonderen Verbindung zwischen Mutter und Kind. Gerade diese gegenseitige Liebe wird in den folgenden Jahren immer wieder vor neue Heraus-forderungen gestellt.


    Die Geschwister Claudia und Nadja Beinert haben gemeinsam schon einige historische Romane geschrieben, welche immer wieder gute Bewertungen erhalten haben. "Die Mutter des Satans" war mein erstes Buch der Beiden und meine hohen Erwartungen konnten voll und ganz erfüllt werden. Ihnen ist es mit ihrer sehr bildreichen und lebendigen Schreibweise gelungen mich in den Anfang des 16. Jahrhunderts zu entführen und mir die spannende Lebensgeschichte von Margarethe Luder näher zu bringen. Passend zum Lutherschen Jubiläumsjahr war es für mich sehr interessant, das damalige Leben und die Denkweisen zu verfolgen, um der bekannten Thesenver-öffentlichung durch Martin Luther die entsprechende Bedeutung für die Zeit beizumessen. Erst hier wurde mir klar, welcher Mut und welches Durchhaltevermögen notwendig war, diesen Schritt zu gehen und welche Auswirkungen er auf das persönliche Umfeld von Martin Luther hatte. Es lässt mich die historischen Ereignisse in einem andere Licht sehen.


    Sehr gut gefallen hat mir dabei, dass es den beiden Autorinnen gelingt, die Geschehnisse authentisch und real erscheinen zu lassen, was einem gut recherchierten historischen Hintergrund geschuldet ist. Insgesamt war das Buch für mich ein spannender Einblick in eine vergangene Zeit und hat ein bekanntes historisches Ereignis durch das Einbinden fiktiver Elemente erlebbar gemacht. Ich empfehle das Buch daher sehr gerne weiter und bewerte es mit fünf von fünf Sternen. 

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    michael_lehmann-papevor 2 Jahren
    Biographischer Roman um Luthers Mutter

    Biographischer Roman um Luthers Mutter

    „Da streckte er sie (seine Hand) noch ein Stück weiter entgegen, wie damals, als er mir die Rute hingehalten hatte, um Martin zu züchtigen“.

    Ja, das stimmt, nicht einfach war das Verhältnis des Kindes und Jugendlichen Martin Luther zu seinem Vater. Streng und kühl die Atmosphäre zwischen Vater und Sohn, mit Respekt, aber auch Angst vor Rute und Werturteil durch den Vater von Seiten Martin Luthers.

    Claudia und Nadja Beinert haben sich auf Spurensuche gemacht. Getreu der Erkenntnis, dass nichts den Menschen so sehr prägt wie seine Kindheit, sein Aufwachsen, spezieller noch die Liebe, die er erhält oder die auf anderer Seite oder gar gänzlich entzogen wird, gehen die Autorinnen in diesem biographischen Roman der Mutter Martin Luthers, Margarethe nach.

    Und entwerfen in diesem Nachzeichnen des Lebens der Frau und des Familienlebens der Luthers zum einen ein detailliertes und griffiges Bild der Zeit selbst und ihrer Einflüsse und Strömungen, wie sie auch die Prägung des jungen Martin in den Blick rücken und nicht immer nur von der Enttäuschung des Vaters bei der „Veränderung“ des Studienfaches seines Sohnes später stehen geblieben wird.

    Und auch interessant zu lesen ist in diesem „geprägt werden“, wie sehr Martin Luther seinem Vater Hans doch ähnelte. Nicht im Objekt der Beschäftigung, wohl aber in der Art und Weise, den eigenen Weg zu gehen.

    „Der Mut und die Entschiedenheit, aber auch die nie versiegende Energie – genau all das war Hans“.

    Und mehr noch.

    „Martin war mit all seinen Sinnen in die Wahrheit der heiligen Schrift eingetaucht, genauso wie Hans einst in den Kupferrausch im Mansfelder Land“.

    Ruhig, fast zart erzählen die Autorinnen von den Sorgend er Mutter, die bereits drei Kinder verloren hat und nun miterleben muss, wie ihr Martin von der Obrigkeit gejagt wird, sich verstecken muss, die Todesstrafe droht. Und wie diese Mutter Schritt für Schritt sich „dem neuen Glauben“ öffnet. Nicht nur, weil es ihr Sohn ist, der diese gewagten neuen Thesen aufstellt, sondern weil es sie im Innersten berührt und trifft. Und sie darin ein Symbol für die vielen Menschen ihrer Zeit im Buch darstellt, die sich vom Feuer der Reformation hatten und haben anstecken lassen.

    So ergibt sich, dass einerseits zwar die Fürsorge und Liebem die ein Kind von den Eltern erfährt, elementar ist, wie die Autorinnen im Nachwort ausführen, aber eben auch Vorbilder den Menschen prägen, Haltungen dem Leben gegenüber, durch die Eltern vorgelebt, in Fleisch und But übergehen, ohne dass dies ein bewusster Vorgang wäre und ohne dass man selbst dagegen wirklich etwas tun kann. Manches Mal für den Rest des eigenen Lebens nicht.

    Das selbst die Musikalität Luthers, der viele Kirchenlieder später dichtete, im Elternhaus vorgeprägt war, Singen ihm selbstverständlich wurde, bis dahin, das sein Vater strikt und klar auf das Lernen achtete und erst zufrieden war, wenn der Stoff vollständig im Kopf des Sohnes angelangt war, all dies zeigt die Wurzeln des Mannes Martin Luther auf und ist im Buch auch sprachlich anregend und fundiert erzählt.

    Eine interessante und empfehlenswerte Lektüre zum näheren Verständnis des Menschen Martin Luther und seiner Familie.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Beinertschwester_Claudias avatar

    **Wer war die Frau, die Martin Luther großzog?**
    Kein Buchprojekt vorher ist uns so unkompliziert aus der Feder geflossen. Unser vierter Roman erzählt die Lebensgeschichte der Margarethe Luther und erscheint schon am 1. Februar. Freut euch auf Pest, Ablass und Aberglaube sowie Martin Luther privat, durch die Augen seiner Mutter.

    Den Trailer zum Buch findet ihr hier: https://www.youtube.com/watch?v=-rn6ClSpH54

    Eine Leseprobe liegt zum Reinschmökern hier für Euch bereit: http://beinertschwestern.de/mutter-satans-luther-leseprobe/

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