Claudia Dahinden

 4,4 Sterne bei 132 Bewertungen
Autorenbild von Claudia Dahinden (©Hanna Schneider)

Lebenslauf

Claudia Dahinden (Jg. 1971) wohnt in Grenchen in der Schweiz. Sie hat Zeitgeschichte studiert und arbeitet als Autorin, Sängerin und pastorale Mitarbeiterin. Ihre geistliche Heimat ist die Freikirche BewegungPlus, deren Gemeindeleitung sie angehört. In ihrer Freizeit schaut Claudia gern nerdige Serien oder macht Spaziergänge mit ihrem Mann Beat.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Claudia Dahinden

Neue Rezensionen zu Claudia Dahinden

Cover des Buches Sein Wort auf den Lippen (ISBN: 9783775162456)
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Rezension zu "Sein Wort auf den Lippen" von Claudia Dahinden

DaliEli89
Darf eine Frau predigen?Was ist mit Berufung von Frauen im Gemeindekontext?

Claudia Dahinden hat einen feinen unaufgeregten Roman zu einem Thema geschrieben, das schon seit Jahrhunderten heiß diskutiert wurde und immer noch wird, von daher immer aktuell: die Rolle der Frau aus biblischer Sicht. Es sind die stets gleichen Fragen, die aufkommen: Darf eine Frau predigen? Welchen Aufgaben darf eine Frau im gemeindlichen Kontext nachgehen? Inwiefern spielt Berufung für eine christliche Frau überhaupt eine Rolle? 


Nun bettet die Autorin diese Debatte in eine Geschichte von einer jungen Frau, die sich zu der Zeit der Schweizer Erweckungsbewegung bekehrt und in sich den Ruf verspürt, Menschen zu evangelisieren. 




Wir befinden uns im Jahre 1897 in der Schweiz. Charlotte wächst zusammen mit ihrer Schwester in einer privilegierten Familie auf. Sie spürt jedoch schon immer, dass sie anders behandelt wird als ihre Schwester. Als sie auf ein lang gehütetes Familiengeheimnis stößt, ist es wie ein Befreiungsschlag und ein Fall ins Bodenlose gleichzeitig. Charlotte flieht nach Bern zu ihrem Patenonkel und findet dort in einer Kirche nicht zur Zuflucht, sondern sie begegnet Gott. Endlich fühlt sie sich angenommen und geliebt. Ihre Begeisterung für das Wort Gottes und ihr Hunger nach mehr schenkt ihr die große Sehnsucht, Menschen die frohe Botschaft näher zu bringen. Dieser Wunsch jedoch handelt ihr so einige große Probleme ein, vor allem von Autoritätspersonen…




Hier treffen zwei Ebenen aufeinander: Einmal Charlottes Schicksal- ihre Fragen nach der eigenen Identität, diesem Gefühl nirgendwo zugehörig und ungewollt zu sein- und das Andere ist das Thema, was die globale Kirche schon immer beschäftigt hat, nämlich die Geschlechterrollen im christlichen Kontext. Die Autorin verknüpft diese Stränge sehr gelungen miteinander und erschafft einen tiefgründigen, sehr emotional aufgeladenen und theologisch wichtigen Roman. Charlottes Ringen mit der Frage nach Identität und Berufung ist so authentisch und ergreifend- ihr Wunsch danach, sich gemäß der Bibel zu verhalten und gleichzeitig ihr Streben danach, sich nicht mit Standardantworten abzufinden, sondern tiefer zu graben ist so bewundernswert, ansteckend und feurig, dass sie mich einfach total überzeugt hat. Ich mag ihren Charakter sehr und konnte mich mit Leichtigkeit identifizieren. 




Schmunzeln musste ich sowieso bei allen Charakteren, denen Charlotte in der Kirchgemeinde begegnet, denn seien wir mal ehrlich- sie bilden alle Typen ab, die wir alle irgendwie kennen im Gemeindekontext.


Sehr interessant fand ich auch den Charakter Lukas, er war für mich neben Charlotte der Interessanteste und seine Entwicklung insgesamt war sehr echt, von daher fand ich das Ende sehr stimmig; dass er sich letztendlich so entscheidet wie er es tut, zeugt von seinem starken Charakter, das beeindruckte mich. 




Was die Autorin außerdem einfließen lässt, sind die Gemeindestrukturen, mit denen Charlotte letztendlich struggled. Auch da ist viel Fingerspitzengefühl von Nöten, weil sehr brisantes Thema, das schon viel Versetzung und Missbrauch hervorgebracht hat. Dahinden behandelt all diese Aspekte offen, herausfordernd und nüchtern; ihr Roman lädt einfach dazu ein, die eigenen Überzeugungen zu überprüfen und sich gegebenenfalls korrigieren und inspirieren zu lassen. 




Spannend sind die vielen Informationen über die Heilsarmee und ihre Entstehungsgeschichte, die in die Geschichte eingearbeitet sind. Wie unerschrocken und mit wieviel Liebe und Engagement sie die Botschaft von Jesus nicht nur verkündet haben, sondern sie auch in Taten umgesetzt haben ist beeindruckend. Das zeigt sich unter anderem in einem ebenso wichtigen Aspekt dieser Geschichte, nämlich der Umgang mit Randgruppen unserer Gesellschaft, z.B. mit Prostituierten. 




Charlotte macht eine enorme Reifeentwicklung durch, ich würde sagen von einem unsicheren etwas verlorenen Mädchen hin zu einer selbstbewussten geisterfüllten Tochter Gottes mit einem


mutigen Herz und einer großen klaren Vision. Einfach wunderbar! Eine klare Leseempfehlung gibt es von mir für diesen tollen Roman!

Cover des Buches Sein Wort auf den Lippen (ISBN: 9783775162456)
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Rezension zu "Sein Wort auf den Lippen" von Claudia Dahinden

KleinerVampir
Sein Wort auf den Lippen

Buchinhalt: 

1897 in der Schweiz: die Patrizierstochter Charlotte erfährt durch Zufall, dass sie gar nicht das leibliche Kind ihrer Eltern ist und flieht nach Bern zu ihrem Patenonkel. Dort erhofft sie sich eine Antwort auf all ihre Fragen, doch der Götti kann sie nur zum Teil beantworten. Schnell findet Charlotte Anschluss bei einer Freikirche und eine Freundin in Aimée, der Tochter des Kirchenältesten. Charlotte ist fasziniert von dem Dienst an den Armen, wie ihn die Heilsarmee in Bern verrichtet und fängt trotz Widerstand schnell an, andere für den Glauben an Jesus zu begeistern.... 


Persönlicher Eindruck: 

Die Erweckungsbewegung in der Schweiz im ausgehenden 19. Jahrhundert ist das zentrale Thema dieses historischen Romans. Der christliche Bezug ist wirklich sehr stark ausgeprägt und wer glaubt, die Suche der Hauptfigur nach ihren Wurzeln, sprich der leiblichen Mutter, bleibt Dreh- und Angelpunkt, der wird bald eines Falschen belehrt. Mittelpunkt der Geschichte ist Charlottes neue Gemeinde und ihre Frömmigkeit. 

Charlotte ist emotional entwurzelt, seit sie erfuhr, dass ihre Eltern gar nicht ihre Eltern sind und sucht nach Antworten. Bei ihrem Patenonkel in Bern angekommen, kommt sie schnell in die Fänge einer doch sehr vereinnahmenden Freikirche (die evangelische Kirche der Schweiz ist es jedenfalls nicht) und ist auch mehr als empfänglich dafür, dass man sie dort wie ein Familienmitglied annimmt, sobald sie sich vor Ort öffentlich zum Glauben bekehrt. 

Das ist alles erst mal nicht schlimm und auch löblich; die Aussage, dass Gott jeden Menschen so annimmt, wie er ist, spricht zweifelsfrei auch den Leser an. Was mich jedoch sehr gestört hat, ist der nahezu sektenhafte Charakter der neuen Gemeinde von Charlotte. Der Absolutheitsanspruch, den Amos Stuber (der Gemeindevorstand) und Elias Weber (Pfarrer) vertreten, war mir nicht wirklich geheuer: „die da draußen“ hätten „nicht die richtige Lehre“ und nur man selbst die Weisheit sprichwörtlicherweise mit Löffeln  gefressen. Sorry, aber das klang mir alles zu fanatisch. Charlotte ist in ihrer Situation labil und formbar und alles, was die Stubers ihr sagen, fällt dementsprechend auf fruchtbaren Boden. Hinterfragt wird so gut wie nichts und auch dass Charlottes Onkel sie einfach gewähren lässt, klingt für mich sehr fragwürdig. 

Die Einblicke in die Arbeit der Heilsarmee, die in Bern an Bedürftige Suppe ausgibt und das Wort Gottes predigt, fand ich sehr interessant, denn Heilsarmee und Freikirche stehen einander zunächst als zwei Parteien gegenüber und dabei war mir die Heilsarmee weitaus sympathischer als die doch recht verbohrte Freikirche. 

Später im Roman fängt Charlotte an, selbst zu predigen und eckt dabei mit Stuber und dem Pfarrer an, die der Meinung sind, Frauen haben in der Kirche zu schweigen und sich dem Mann unterzuordnen. Ob sich Charlotte daran hält, verrate ich nicht, mir war aber der freikirchliche Touch (die Autorin ist selbst ebenfalls Mitglied in einer solchen) zu intensiv und der Plot als solcher einfach zu langatmig. 

Alles in allem fehlte mir in der Geschichte das durchgehend spannende Element. Die Autorin legte ihren Schwerpunkt auf die Erweckungsbewegung und die christliche Grundthematik, aber um den Leser an die Seiten zu fesseln, reicht das einfach nicht. 

Eine wirkliche Leseempfehlung kann ich nicht geben, es gibt weitaus mitreißendere Romane im christlichen Genre. Mich hat Frau Dahinden mit ihrem Buch nicht überzeugt.

Cover des Buches Sein Wort auf den Lippen (ISBN: 9783775162456)
J

Rezension zu "Sein Wort auf den Lippen" von Claudia Dahinden

jesusandbooks
Roman zum Geniessen

Das Buch „Sein Wort auf den Lippen” von Claudia Dahinden spielt im 19. Jahrhundert und erzählt die Geschichte eines Mädchens aus einer noblen Familie. Während der Handlung verfolgen wir, wie sie vor ihrem alten Zuhause floh und bei ihrem Götti in Bern Rast fand. Dort erlebte sie Gott und begab sich auf eine spannende Glaubensreise. Meiner Meinung nach ist das Buch sehr realistisch geschrieben und beschreibt das Leben in dieser Zeit gut.


Eine wichtige Rolle spielt die Frage, welche Rolle Frauen in der Gemeinde spielen und ob sie predigen dürfen. Dieses Thema wird auch heute noch viel diskutiert und kann hitzige Debatten auslösen. Das Buch liefert eine gute Perspektive auf diese Thematik und zeigt auf, dass Frauen nicht nur fürs Schweigen gebildet wurden. Auch für Liebesfans hat es einige genussvolle Momente.


Das Buch hat mich mitgenommen und ich habe die Reise der Protagonistin genossen. Durch den Besuch der Vernissage von Claudia konnte ich ihre Hintergründe erfahren, wodurch das Buch für mich noch bedeutungsvoller wurde. Ich kann das Buch allen empfehlen, die gerne historische Romane lesen. Ein Blick ins Buch lohnt sich, denn wir werden in eine Geschichte entführt, die genauso hätte passieren können.

Gespräche aus der Community

Die Uhrensaga um Sarah Siegwart biegt in die Schlusskurve ein: Wie ist Sarahs Verlobter Hannes damals wirklich ums Leben gekommen? Kann Sarah dem Geheimnis in Luzern auf die Spur kommen? Wie geht es mit Sarahs Uhrmacherinnenkarriere weiter, und wie sieht es mit der wahren Liebe aus? Ein Buch für Fans von akribisch recherchierten historischen Romanen mit Spannung und einer Portion Romantik :-)!

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Letzter Beitrag von  hoonili

Liebe Claudia,

herzlichen Dank, dass ich mitlesen durfte. Ich habe die Reihe sehr geliebt.

Hier ist meine Rezi:

https://www.lovelybooks.de/autor/Claudia-Dahinden/Die-Uhrmacherin-Tage-voller-Geheimnisse-8966772571-w/rezension/12250773678/

Ich verteile sie noch bei vielen Buchshops. Ich bin schon gespannt auf weitere Bücher von dir. Bis dahin alles Liebe! ♥

Sarahs Uhrmacherlehre in Grenchen lässt sich gut an: Sie wird sogar für ein Praktikum im Jura ausgewählt. Doch ihr Freund Paul scheint nicht begeistert. Und aus dem Knabeninstitut Breidenstein dringen unheilvolle Nachrichten...!

Wie es Sarah mit den Uhren und Paul ergeht, erfahrt ihr, wenn ihr Euch für die Leserunde bewerbt. Der Penguin-Verlag verlost 25 Exemplare. Ich freue mich auf euch!

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Letzter Beitrag von  JazzH

Der erste Verdächtige ist schon mal der Lehrer Georg Schmid, wobei ich nicht denke, dass er David umgebracht hat. Dennoch auf jeden Fall eine ganz andere Wendung als das, was ich erwartet habe. Krimi statt Roman wäre hier besser geeignet, denke ich.

Nach dem Tod ihres Verlobten wagt die Luzerner Lehrerin Sarah Siegwart den Sprung ins Ungewisse: nach Grenchen, ein Dorf am Fuss der blauen Juraberge. Doch dort erwartet sie weit mehr, als sie sich erhofft hat…!

Was auf Sarah wartet und ob man zum Zvieri Gnagi oder Guetzli isst, erfahrt Ihr, wenn Ihr Euch für die Leserunde bewerbt. Der Penguin-Verlag verlost 25 Exemplare. Ich freue mich auf Euch!

770 BeiträgeVerlosung beendet
Martl66s avatar
Letzter Beitrag von  Martl66

Dankeschön 🙏🏻 ☺️

Zusätzliche Informationen

Claudia Dahinden wurde am 22. Januar 1971 in Grenchen (Schweiz) geboren.

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