Es ist schon etwas eigenartig. Die Verwandlung sollte damals in der Schule gelesen werden und natürlich hat sich als Teenager bei mir alles dagegen gesträubt. Jetzt 15 Jahre später kram ich das Werk freiwillig aus dem weggeräumten Zeug von damals und lese es einmal rasch durch. Und mich reißt es jetzt mehr mit, als ich es mir damals als Schüler nicht im Traum hätte ausmalen können. Die Prämisse ist großartig und könnte ich mir auch in heutigen modernen Horrornovellen wunderbar vorstellen. Aber das echte dahinterstehende Drama, dieser eigentliche emotionale Wandel (nicht der körperliche Gregors) sind noch so viel mehr. Es hat mich jedenfalls echt berührt und auch in einigen Passagen wirklich amüsant mein Herz erwärmt. Gehört gelesen.
Claudia Fernandes
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Die Verwandlung ist keine Fantasiegeschichte. Sie ist die präziseste literarische Beschreibung dessen, was passiert, wenn ein Mensch aufhört, für das System nützlich zu sein. Gregors Familie trauert nicht um ihn, sie verwaltet ihn, bis er nicht mehr verwaltet werden muss. Die Verwandlung ist bereits passiert, bevor das Buch beginnt. Was folgt, ist nur die Konsequenz. Kafka hat das in 70 Seiten untergebracht, für die andere Autoren 500 gebraucht hätten.
In der Erzählung „Die Verwandlung“ von Franz Kafka 2008 geht es um einen Handelsreisenden namens Gregor Samsa, der eines Morgens aus unruhigen Träumen erwacht und sich zu einem ungeheuren Ungeziefer verwandelt.
Er ist ständig unterwegs und hat wenig Freizeit. Sein Einkommen dient dazu die Schulden des Vaters zu begleichen und die Familie zu ernähren.
Der Beruf ist bewusst gewählt. Er steht für Fremdbestimmung und Ausbeutung. Diese zentralen Themen sind auch noch in der heutigen Gesellschaft und Arbeitswelt präsent.
Franz Kafka schrieb das Werk im Jahre 1912. Mit diesem Hintergrundwissen und der Erkrankung Depression, an der er wohl gelitten haben soll, hat man den Eindruck, dass der Mensch vor über 100 Jahren ähnliche Sorgen im beruflichen und familiären kontext hatte wie der Mensch, der in der Postmoderne lebt und diese Erkenntnis macht diese Erzählung so b
Ein Manifest für die, die es satt haben, ausgebeutet zu werden !


