Claudia Frenzel

 3.4 Sterne bei 15 Bewertungen
Autor von und Brennender Zorn.

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Brennender Zorn

Brennender Zorn

 (5)
Erschienen am 01.02.2015
Nö

 (10)

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Rezension zu "Brennender Zorn" von Claudia Frenzel

spannende Verwandtschaftsverhältnisse
Taluzivor 3 Jahren

Kommissar Hanno Kaltwasser kommt nach einer beruflichen und privaten Misere in München nach Berlin zurück. In seiner alten Heimat führt sein erster Fall ihn zu einem Erhängten in einer verfallenen, alten Berliner-Villa. Mit an seiner Seite ermittelt die Kommissarin Katja Janisch.

War es Selbstmord oder Mord? Und was hat der Brand, der vor 20 Jahren die Villa verwüstete und Mutter und Sohn das Leben kostete, damit zu tun?

„Brennender Zorn“ von Claudia Frenzel war von Anfang an interessant. Gerade der Ort des Geschehens und seine Geschichte fesselten mich: Eine alte heruntergekommene Villa, in der durch ein Feuer zwei Menschen starben, der Vater, der spurlos in jener Nacht verschwand und das Baby, das überlebte. Jahrzehnte später hat sich der Erbe der Villa dort erhängt oder wurde erhängt.

Dieses Rätsel um die alte Villa, welchem das Ermittlerteam Kaltwasser und Janisch auf der Spur sind, fand ich unheimlich spannend.

Wobei ich mit dem Ermittlerteam anfangs meine Schwierigkeiten hatte. Sie blieben mir lange fremd, besonders Katja Janisch. Auch ihre Art der Zusammenarbeit war unklar für mich, ob sie gegeneinander arbeiten oder miteinander?

In dem Krimi kamen viele weitere Personen und ihre Verbindungen untereinander bzw. ihre Verwandtschaftsverhältnisse vor, da musste ich mich anstrengen diese nicht durcheinander zu bringen. Am besten hat mir Hanno Kaltwasser gefallen, da er sein Wissen über Linguistik und Grammatik mit einfließen ließ, z. B. Seite 106 „Der Genitiv mochte vom Tod bedroht sein – aber der Dativ war auch schon ganz blass.“. Das fand ich wissenswert und musste oft schmunzeln, wenn er mal wieder gedanklich seinen Gegenüber korrigierte.

Leider hat mich das Ende nicht überzeugt, da fehlte mir der spannende Höhepunkt. Es blieben für mich auch einige Fragen ungelöst, wie z. B. „Was ist mit dem Vater von Sigrid wirklich passiert?“ Irgendwie hatte ich mir die Auflösung des Rätsels um die Villa dramatischer vorgestellt. Ich will nicht zu viel zum Ende schreiben, sonst verrate ich nachher was und nehme die Spannung.

Fazit: ein spannender und fesselnder Krimi mit enttäuschendem Ende.

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Flohs avatar

Rezension zu "Brennender Zorn" von Claudia Frenzel

Ein grundsolider Krimi, wie aus dem Lehrbuch. TOP!
Flohvor 4 Jahren

München – Berlin; Berlin – München. So wie es  im echten Leben der Krimidebütautorin Claudia Frenzel stattfindet, so hat sie diesen Schauplatzmix auch für ihren Auftakt „Brennender Zorn“ für ihre Krimi-Reihe um Ermittler Hanno Kaltwasser einfließen lassen. Große Städte, großartige Ermittlertypen und grandiose Fälle samt solider krimitypischer Umsetzung. Es war der Titel und der vielversprechende Klapptext, der mich auf diesen neuen Krimi aufmerksam gemacht hat. In "Brennender Zorn" begibt sich die Krimiautorin Claudia Frenzel mit ihrem Werk, der die Grundlagen eines gelungenen Krimi beherbergt und gekonnt umsetzt, in die tiefsten Abgründe der menschlichen Seele...Ermittlungen in der Gegenwart, und vor allem in der Vergangenheit decken unglaubliche Fakten auf.... Gibt es dunklere Orte als eine tote Seele? Ein Krimi, wie er sein soll.

Erschienen im dtv Verlag (http://www.dtv.de/)


Inhalt:

„Kein leichter erster Arbeitstag für Kommissar Hanno Kaltwasser. Nach einer beruflichen wie auch privaten Krise hat er sich von München nach Berlin versetzen lassen und muss gleich im Fall eines erhängten Mannes in einer verfallenen Villa in Berlin Mitte ermitteln. Selbstmord oder Mord? Wer ist der Tote, und welche Rolle spielt das große Feuer, bei dem vor zwei Jahrzehnten die Villa zerstört wurde und die Bewohner umkamen?

Kaltwasser stürzt sich in die Arbeit, wobei er immer wieder mit den Gespenstern aus seiner Vergangenheit konfrontiert wird. An die spröde Art von Teamkollegin Katja Janisch muss er sich erst mal gewöhnen ...“


Schreibstil:

Der Schreibstil der Autorin C. Frenzel besitzt einen ganz soliden und positiv altbewährten Stil. Sie hat zwar nichts Neues geschaffen, versorgt den Genreliebhaber guter Krimikunst aber mit bewährtem krimitypischen Umsetzungen, Klischees und ermittelnder Schreibkunde. Ein Krimi, wie er fast im Lehrbuch stehen könnte. Toll, das findet man in der heutigen Zeit eher selten. Dadurch hebt sich dieser Reihenauftakt um Hanno Kaltwasser von der Masse gekonnt ab. So bodenständig und authentisch habe ich eher selten eine Ermittlung als Leserin begleitet und so nah an den Schauplätzen verbracht. Für einen Krimi trumpft das Buch richtig auf, denn es besitzt neben Spannung und Ermittlung auch sehr ansprechende und gegensätzliche Charaktere. Allen voraus natürlich Kaltwasser mit der eingefahrenen Kollegin Katja Janisch.  Der Fall erschüttert, trifft Mark und Seele...kurz, knackig, tief! Mord? Selbstmord? Inszenierung? Oder gar ganz andere dubiose Hintergründe? In diesem Buch behandelt die Autorin eine ganz finstere Thematik, sie provoziert, erregt, erschüttert, gibt aber dennoch Stoff für Spekulationen und Mutmaßungen, die sich doch meistens als Finte erweisen. Das Zepter hat die Autorin Claudia Frenzel dennoch fest in der Hand. Der Leser wird dahin dirigiert, wo sie ihn in entsprechenden Passagen und Ermittlungsständen gerne haben möchte. Das ist spannend und sehr abwechslungsreich.  Bei den zermürbenden Ermittlungen in der Gegenwart und der Vergangenheit beweist Autorin Frenzel eine lobenswerte Routine, als hätte diese Schriftstellerin in ihrem Leben nichts anderes getan, als gute und schlüssige Krimis zu verfassen. Polizeiarbeit und Privatleben werden ausgewogen balanciert und mischen die Ermittlungsarbeit und den Plot abwechslungsreich auf.

In diesem mörderischen und trügerischen Fall ist es der Autorin erstaunlich gut gelungen, durch was auch immer sie es schafft, den Leser in ihre Welt zu versetzen, sie an die Schauplätze zu bringen, sich mit den Charakteren zu identifizieren und den Wunsch zu hegen, den Fall so bald wie möglich aufzuklären um schlimmeres zu verhindern. Claudia Frenzels Schreibstil ist sehr bedacht und detailliert, mit Spuren, Mutmaßungen, Wendungen und intensiven Überlegungen, jedoch keinesfalls vorsichtig oder gar unsicher. Die Autorin steht zu ihrem Werk und das wird der Leser überzeugend spüren.

 

Charaktere:

Die Charaktere sind das Kernstück dieses Krimi. Ein besonders sympathisches Ermittlerteam, welchen gegensätzlicher nicht sein könnte. Hier sind Neckereien und Zynismus vorprogrammiert. Hanno Kaltwasser hat nicht nur aufgrund privater Probleme den Wechsel von München nach Berlin vorgezogen, sondern auch um einen Neuanfang zu starten. Doch der erste Fall in einer Villa in Berlin setzt ihm stark zu. Seine einfältige Teamkollegin Katja Janisch tut ihr Übriges. Beide Persönlichkeiten müssen sich zuerst zu einem Team vereinen, was sich leichter sagen als umsetzen lässt. Doch diese dominierenden Charakterzüge sind nicht das einzige prägende Merkmal, eher sind es die grauenhaften und verschleierten Umstände auf der Suche nach einem Motiv und den Mörder. Kaltwasser stößt an seine Grenzen. Körperlich, seelisch und emotional. Ein Wettlauf gegen die Zeit und jeglicher Menschlichkeit. Einblicke in eine erschreckende Vergangenheit. Doch bis diese alte Spur der Vergangenheit aufgewärmt werden kann, verlangt der Fall von den Kommissaren einiges ab und ein Wettlauf gegen die Zeit und behördlichen Stolpersteinen setzt sie und die Öffentlichkeit stark zu. Verdiente 5 Sterne vergebe ich für die raffinierte Auswahl der Charaktere, die in ihren Rollen voll aufgehen und einen Platz in der Story finden, der nicht wegzudenken ist! Manche davon nehmen im Verlauf der Handlung eine ganz andere Seite ein, diese gekonnten und raffinierten Wendungen zeugen von großem Talent und Geschick der Autorin C. Frenzel. Hier ist "Schubladendenken" sicherlich nicht angebracht, denn hier erlebt der Leser einige Überraschungen. Autorin Frenzel besticht hier mit sehr detailliert beschriebenen Charakteren, auch jene Nebendarsteller werden mit einer ganz besonderen Macke oder Eigenschaft in dem Geschehen platziert. Hanno Kaltwasser und Katja Janisch bieten den Leser den idealen Einstieg für eine neue Ermittlerkrimireihe. Die Darstellung der handelnden Personen ist authentisch und personifiziert geschildert. So bekommt der Leser die Möglichkeit Handlungen zu verstehen und sich zu identifizieren und vor allem: der Leser kann sich aktiv an den Ermittlungen beteiligen und erlebt so wirklichen Krimi-Lesegenuß

 

Schauplätze:

Die Autorin hat für ihren Krimiauftakt Schauplätze gewählt, die sie selbst so gut kennt, wie ihre eigene Westentasche. Von München nach Berlin. Großartige Kulissen, reale Umsetzung, authentische Atmosphäre, bekannte Orte und Plätze, typische Straßennamen und Viertel. Krimiautorin Claudia Frenzel bietet dem Leser einen Blick in die Welt von geschundenen Seelen und kranken Psychen und in die Welt verzwickter und nahezu auswegloser Ermittlungen in einer pulsierenden Metropole. Diese schildert sie authentisch, ohne zu übertreiben und geschmacklos zu wirken. Für mich als Berlinliebhaberin ist dieser Krimi ein ganz besonderes Erlebnis.


Meinung:

Dieser neue Krimi, als Auftakt zu einer neuen Reihe mit Suchtpotential, hat mir sehr gut gefallen. Dieser Krimi ist bodenständig, solide und altbewährt. Ein Krimi aus dem Lehrbuch. Gerade wenn dann noch der Buchinhalt nachwirkt, dann hat die Autorin mehr erreicht als einfach nur ein gutes Buch oder einen beklemmenden Krimi abzuliefern. Claudia Frenzel macht mit „Brennender Zorn“ den Titel zum Programm. Fragen stellen sich, Antworten werden geliefert. Wie weit reichen Vergangenheit und Gegenwart? Ich jedenfalls habe das Buch binnen weniger Stunden gelesen und war vom Lesefluss sehr begeistert. Das Lesen war ein leichter und flüssiger Genuß samt Recherche und eigene Mutmaßungen und Verdächtige. Resümierend hätte ich gerne noch etwas dramatischere Spannungsspitzen erlebt. Vom Nervenkitzel hält sich dieser Krimi eher flach, wenn auch mit einer stetigen Anspannung beim Leser, der das Rätsel lösen will. Hier ziehe ich einen halben Stern ab und vergebe dem Gesamtwerk Krimi 4,5 Sterne, die ich leider zu 4 Sternen abrunde!


Die Autorin:

"Claudia Frenzel Jahrgang 1966, arbeitet nach Lehre und Studium in München. ›Brennender Zorn‹ ist ihr erster Kriminalroman und der Start einer neuen Ermittlerreihe. Privat pendelt sie zwischen München und Berlin."


Cover / Buch:

Das Cover, so stimmig und schlüssig wie das ganze Buch. Das Cover hat mich zum Buch gelockt und der Klapptext dann letztendlich überzeugt.  Das Schriftbild ermöglicht ein einfaches Lesen, das Buch liegt gut in der Hand. 


Fazit:

Da mir der Krimi durchweg mehr als sehr gut gefallen hat und ich das Buch guten Gewissens weiter empfehlen kann, kann ich gar nicht anders, als eine 4,5 Sterne (4 Sterne in der Wertung) Empfehlung auszusprechen! Ich bleibe dieser neuen Reihe gerne treu.

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Ayleen256s avatar

Rezension zu "Brennender Zorn" von Claudia Frenzel

Ein solider Krimi, der 2 Fälle gut verbindet
Ayleen256vor 4 Jahren

Nach einigen beruflichen sowie privaten Problemen lässt Kommissar Hanno Kaltwasser sich von München nach Berlin versetzen. Gleich der erste Fall in Berlin wird für ihn zu einer Herausforderung: Ein erhängter Toter in einer Villa in einem politisch wichtigen Teil von Berlin, lässt die Vermutung von Mord statt Selbstmord bei ihm aufkommen. Nicht zuletzt war besagte Villa schon einmal der Schauplatz einer Tragödie. Kaltwasser fängt an, in der Vergangenheit rumzuwühlen und Verbindungen zwischen den beiden Fällen auszugraben. Als neuer Kollege muss sich Kaltwasser erst einmal beweisen und seine eigenwillige, sowie nicht allzu beliebte Kollegin Katja Janisch macht es ihm nicht unbedingt leichter…

Die Gründe für Kaltwassers Wechsel sowie seine Eigenart, Menschen gedanklich zu korrigieren, machen den Hauptprotagonisten interessant. Dank seines Vaters kennt er sich gut mit der Untersuchung von Stimmlagen aus, was er auch immer wieder während der Ermittlungen benutzt. Auch die Tatsache, dass Kaltwasser nicht blind an einen Selbstmord glaubt, zeigt, dass er sich nicht so schnell beeinflussen lässt. Seine Kollegin Katja Janisch könnte man stellenweise als etwas schwierig bezeichnen, was der Geschichte etwas Pepp verleiht. Generell kommt man so schnell in die Geschichte hinein.

Das Hauptaugenmerk wird auf die Ermittlung und die Befragung der Zeugen gelegt. Diese häufen sich mit der Zeit und ab und an wird es schwierig, die Fäden richtig zu verknüpfen. Trotzdem finde ich es sehr gut, wie in der Geschichte die Gegenwart mit der Vergangenheit verbunden wird. Reizvoll finde ich auch, dass Kaltwassers vorheriger Fall - der ihn letztendlich auch wieder nach Berlin bringt - immer wieder thematisiert wird und die Vermutung naheliegt, dass seine Vergangenheit nochmal Teil eines folgenden Falls sein wird.

Der Anfang und das Ende des Krimis haben mir sehr gut gefallen. Leider ist der Mittelteil etwas träge, er hätte definitiv mehr Spannung vertragen können. Teilweise habe ich mich hier mit dem Lesen etwas schwer getan, während ich den Anfang und das Ende schnell beendete. Das Ermittlerpaar hat mir jedoch sehr gut gefallen, daher würde ich hier gerne einen weiteren Teil lesen, hoffentlich dann mit einem überzeugenderen Spannungsbogen. Für “Brennender Zorn“ vergebe ich 4 Sterne mit kleinem Abzug.

 

 

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