Claudia Kemfert

 4,6 Sterne bei 19 Bewertungen
Autor*in von Unlearn CO2, Mondays for Future und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Prof. Dr. Claudia Kemfert leitet seit 2004 die Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) und ist Professorin für Energiewirtschaft und Energiepolitik an der Leuphana Universität. Sie ist Ko- Vorsitzende im Sachverständigenrat für Umweltfragen beim Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, sowie im Präsidium der deutschen Gesellschaft des Club of Rome; Sie ist Autorin von über 400 Veröffentlichungen, darunter mehrere Bücher. Zuletzt erschien im Frühjahr 2023 ihr Buch „Schockwellen“.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Unlearn CO2 (ISBN: 9783548073538)

Unlearn CO2

(12)
Erscheint am 02.01.2026 als Taschenbuch bei Ullstein Taschenbuch Verlag.

Alle Bücher von Claudia Kemfert

Cover des Buches Unlearn CO2 (ISBN: 9783548073538)

Unlearn CO2

(12)
Erscheint am 02.01.2026
Cover des Buches Mondays for Future (ISBN: 9783867746441)

Mondays for Future

(4)
Erschienen am 21.04.2020
Cover des Buches Schockwellen (ISBN: 9783593516967)

Schockwellen

(3)
Erschienen am 08.02.2023
Cover des Buches Die andere Klima-Zukunft (ISBN: 9783867740470)

Die andere Klima-Zukunft

(0)
Erschienen am 14.09.2008
Cover des Buches Kampf um Strom (ISBN: 9783867742573)

Kampf um Strom

(0)
Erschienen am 29.01.2013
Cover des Buches Kurzschluss (ISBN: 9783593521855)

Kurzschluss

(0)
Erscheint am 19.03.2026
Cover des Buches Schockwellen (ISBN: 9783732407514)

Schockwellen

(0)
Erschienen am 08.02.2023
Cover des Buches Unlearn CO2 (ISBN: 9783844940268)

Unlearn CO2

(0)
Erschienen am 01.08.2024

Neue Rezensionen zu Claudia Kemfert

Cover des Buches Unlearn CO2 (ISBN: 9783550202988)
Mira123s avatar

Rezension zu "Unlearn CO2" von Claudia Kemfert

Mira123
Unlearn CO2

Dieses Buch habe ich mal wieder aus der Arbeit mitgenommen. Und nein, meinen Buchkauf-Bann habe ich damit nicht gebrochen. Erstens, weil ich das Buch ja nicht gekauft habe. Zweitens, weil dieses Buch schon 2024 bei mir daheim gelandet ist. Und heute geht die Rezension endlich online - an einem Tag, an dem Tempo 150 auf den Österreichischen Autobahnen diskutiert wurde. So, und jetzt wird's politisch - wer das nicht will, sollte JETZT zu einem anderen Post klicken. Für alle anderen: Hoffen wir mal, dass das nicht durchgesetzt wurde, denn WAS ZUR HÖLLE? WARUM??? Welchen Vorteil würde mir das in meinem Alltag bieten? Einmal Asthma to go? Noch mehr Vollkoffer, die von ihren eigenen Rasereien so gestresst sind, dass sie mich anhupen, wenn ich ganz normal über einen Zebrastreifen spaziere? Aber ich denke, solche Aktionen sollten uns nicht überraschen. Wird in Zukunft sicher öfter passieren. Das passiert, wenn man Parteien wählt, die den Klimawandel immer noch leugnen. Danke an die Leute, die dafür gesorgt haben, dass vor allem eine dieser Parteien in Österreich aktuell die stimmenstärkste ist. Ich hoffe, dass niemand von euch das je hier lesen wird, weil ich euch schon vor Jahren mit meinem links-grünen-Getue vergrausigt habe. Und an alle, die sich jetzt unwohl fühlen: Gut so. Ich bin heute nicht online gegangen, um gute Stimmung zu verbreiten. In unserer Welt läuft aktuell verdammt viel falsch und ja, ich weiß, dass ich als Einzelperson und auf einem Buchblog nur wenig tun kann. Aber ich kann meine Buchauswahl entsprechend anpassen und genau das tue ich gerade. Und ich kann in meinen Posts auf Themen aufmerksam machen, die mich stören. Populistische, dumme Entscheidungen oder Gedankenspiele, die auf keinerlei wissenschaftlichen Grundlage beruhen, gehören zu diesen Themen.

Nach „Unlearn Patriarchy“ und „UnlearnPatriarchy 2“ ist „Unlearn CO2“ der dritte Teil der Unlearn-Reihe. Während sich die ersten beiden Bücher mit dem Patriarchat und mit Feminismus beschäftigen, handelt dieses hier von der Klimakatastrophe. Expert*innen aus verschiedenen Fachbereichen wurden dazu eingeladen, aus dieser Perspektive über den Klimawandel zu schreiben. So finden sich hier neben den klassischen Kapiteln über die Verkehrswende und über Ernährung auch Kapitel über Mode oder Behinderung, aber auch der Erfahrungsbericht eines Mannes, der sich aus ausrangierten eBike-Akkus eine Photovoltaik-Anlage auf dem Balkon und einen Akku für den erzeugten Strom gebaut hat. Dieses Kapitel habe ich direkt für ein Familienmitglied markiert, den das ganz sicher begeistern wird. Alle der Kapitel laden dazu ein, den persönlichen Alltag und eigene Denkmuster kritisch zu hinterfragen. Und klar werden die meisten von uns nicht damit beginnen, Fahrrad-Akkus auseinanderzunehmen - aber was ist mit unserer Ernährung? Unserer Alltagsmobilität? Unsere Wahlentscheidungen, da wir mit individuellen Entscheidungen alleine keine Klimawende herbeiführen können?

Die hier verwendete Sprache ist verständlich, ein bereits vorhandenes, grundlegendes Hintergrundwissen ist trotzdem hilfreich. Zumindest fand ich das, die ja bereits zumindest ein bisschen Wissen zum Thema mitbringt. Klimawissenschaftlerin muss man aber trotzdem nicht sein - sage ich als jemand, der garantiert nichts mit Naturwissenschaften studiert hat. Dieses Buch bietet Denkanstöße in den verschiedenen Bereichen und auch in Feldern, die man im ersten Moment nicht unbedingt mit dem Kampf gegen den Klimawandel in Verbindung bringen würde. Ich habe zum Beispiel davor nie wirklich über das Thema Mode in diesem Zusammenhang nachgedacht. Ich gehe nicht gerne shoppen, egal ob online oder vor Ort, und trage daher eh alles, bis es kaputt ist. Und klar habe ich mitbekommen, dass das viele Leute nicht so machen - aber dass es so schlimm ist? Ich bin nach dem Lesen selbst ein bisschen in ein Rabbit-Hole eingetaucht und war schockiert, wie viele Hauls von Online-Billigst-Händlern ich gefunden habe, in denen Menschen kiloweise neue Kleidung präsentieren. Leute, das braucht ihr doch alles nicht! Wozu? Um online ein paar Likes zu bekommen? Durch diese Themenvielfalt schaffen es die Expert:innen, auch Verbindungen mit dem Alltag herzustellen und ich bin mir sicher, dass dieses Buch das Potential hat, ein breites Publikum anzusprechen.

Besonders glücklich macht mich, dass es dieses Buch schafft, die Notwendigkeit struktureller und gesamtgesellschaftlicher Änderungen aufzuzeigen. Wenn alle von uns weniger mit dem Auto fahren, weniger oder gar kein Fleisch mehr essen und im Sommer vielleicht mit dem Zug nach Italien statt mit dem Flugzeug nach Mallorca reisen, dann ist das natürlich toll. Aber solange das reichste 1 % der Bevölkerung so viel CO2 produziert wie die ärmsten 60 %, wird das nicht reichen. Ich wünschte es wäre anders.

Mein Fazit? Ein Buch, das zum Handeln auffordert. Kann ich euch empfehlen!

Cover des Buches Unlearn CO2 (ISBN: 9783550202988)
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Rezension zu "Unlearn CO2" von Claudia Kemfert

SternchenBlau
Anschaulich und auf den Punkt

Dieses wirklich angenehm zu lesende Kompendium zeigt gleich 14 Themen, die wir „verlernen“ müssen, um die Klimakrise zu bekämpfen. Dazu öffnen die Text den Blick, dass eine Zukunft ohne CO2 nicht nur möglich, sondern auch absolut erstrebenswert ist. Egal, was die Desinformation der fossilen Industries sagt. Verlernen müssen wir (entweder komplett oder unser bisheriges Verständnis davon):

Verdrängung, Ernährung, Ableismus, Medien, Recht, Automobilität, Wachstum, Mode, Desinformation, Arbeit, Wetter, Patriarchat, Energie, Gesundheit

Vielen Leuten ist leider immer noch nicht bewusst, auf wie viele Themen sich die Klimakrise auswirkt (eigentlich auf alle), aber auch, wie viele Themen in die Ursachen mit hineinspielen. Mode z.B. ist nicht einfach nur etwas, das wir morgens aus dem Schrank ziehen. Sowohl die Produktion oder Überproduktion verursacht die Klimakrise mit und gleichzeitig gefährdet die Klimakrise, dass und wie wir Baumwolle und andere Rohstoffe überhaupt zukünftig anbauen können. Besonders lege ich allen den Text von Andres Schöne zu „Unlearn Ableismus“ ans Herz. Das Thema Ableismus wird leider immer noch zu wenig beachtet, in der Klimakrise sind Menschen mit Behinderung besonders gefährdet, wie leider auch die Ahrtalflut gezeigt hat. Schöne bringt das komplexe Thema richtig gut auf den Punkt.

Da ich mich mit der Klimakrise schon eine ganze Zeitlang beschäftige, kannte ich fast alle Autor*innen und auch vieles von den Fakten war mir bekannt. Trotzdem habe ich das Buch sehr gerne gelesen, weil die einzelnen Themen wie in der sprichwörtlichen „Nussschale“ zusammengefasst werden. Die Autor*innen beschäftigen sich seit Jahren oder gar Jahrzehnten mit dem Thema und wissen einfach, worauf es ankommt. Sie liefern nicht nur Argumentationsfutter, wenn die immer gleichen, immer falschen Pseudoargumente von Onkel Ernst kommen sollten, sondern bietet auch Denkanstöße und Faktenauffrischung. 

War mir auch besonders gut gefällt: Nur fünf der 14 Texte sind von Männern geschrieben. Das ist eine erfrischende Sichtweise, denn sonst ist das Geschlechterverhältnis in Sammelbänden meist noch genau umgedreht.

Hier wird die Komplexität der Klimakrise in 14 kompakte Texte gepackt und anschaulich erklärt. 5 von 5 Themen.

Cover des Buches Unlearn CO2 (ISBN: 9783550202988)
Elenchen_hs avatar

Rezension zu "Unlearn CO2" von Claudia Kemfert

Elenchen_h
Unlearn CO2

"Wenn wir also über die Klimakrise sprechen, wenn wir "Unlearn CO2 wirklich leben wollen, dann kommen wir um feministische Perspektiven und die Abschaffung des Patriarchats, von Rassismus und Kapitalismus sowie anderer Unterdrückungssysteme nicht herum."

- Kristina Lunz und Sheena Anderson in "Unlearn CO2"


Bereits das Buch "Unlearn Patriarchy", herausgegeben von Lisa Jaspers, Naomi Ryland und Silvie Horch, habe ich mit großem Gewinn gelesen, daher habe ich mich sehr auf den perfekt in diese Reihe passenden Sammelband "Unlearn Co2: Zeit für ein Klima ohne Krise", herausgegeben von Claudia Kemfert, Julien Gupta und Manuel Kronenberg, gefreut und wurde nicht enttäuscht! In 14 Essays blicken renommierte Beitragende aus Wissenschaft und Praxis, Journalismus und Aktivismus aus verschiedenen Perspektiven auf die Klimakrise, teils auf ihre Auslöser und vor allem, wie ein Leben ohne das fossile System aussehen könnte. Nicht jeder Beitrag ist dabei bequem für die Lesenden, gerade die Texte zu Ernährung und Mode rufen zur aktiven Teilhabe an einem Wandel auf. Dass es aber niemals ausreicht, lediglich auf individueller Ebene etwas zu verändern, sondern dass eine gesamtgesellschaftliche, politische und systemische Änderung erfolgen muss, machen alle Beiträge mehr als deutlich. Besonders interessant waren für mich die Essays über Ableismus im Kontext der Klimakrise von Andrea Schöne, zu Psychologie und hier vor allem der Krisenverdrängung von Katharina van Bronswijk sowie zu Medien, insbesondere der „false balance”, die vermittelt, dass Minderheiten- und Konsensmeinung in der Wissenschaft gleichwertig seien, von Julien Gupta und Manuel Kronenberg.


Jeder der im Sammelband enthaltenen Texte ist gut verständlich und einfach lesbar, ich konnte viel neues Wissen ansammeln und etwas andere Blickwinkel einnehmen, weshalb ich "Unlearn CO2" unbedingt empfehlen möchte. Für mich ein Must Read, auch um die verschiedenen Autor*innen kennenzulernen und sich auch weitere Bücher von ihnen zu schnappen.

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