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cho-ice

vor 2 Jahren

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„Frauen beten anders“ lässt sich schwer in eine Kategorie einordnen. Es ist auf jeden Fall nicht nur ein Buch über das Gebet, auch wenn die Fotos darin alle gemeinsam haben, dass sie Frauen an ihren Lieblingsorten und in ihren Lieblingsposen beim Beten zeigen. Die Gestaltung der Seiten ist vom Prinzip her immer gleich: Zwei Seiten enthalten ein oder mehrere Fotos derselben Frau und den Dingen, die ihr in ihrer Gebetszeit wichtig sind; außerdem erfährt man ihr Alter und ihren Beruf. Ergänzt wird dies durch in der Ich-Form geschriebene kurze (!) Begleittexte. Der Anhang enthält außerdem den inzwischen recht bekannten „Liebesbrief des Vaters“ und weitere bekannte und unbekannte Gebete.

Auch wenn die hübsche Braut auf dem Buchdeckel leider nicht selbst im Buch auftaucht, ist „Frauen beten anders“ zunächst einmal in ästhetischer Hinsicht ein unheimlich ansprechendes Buch! Die Gestaltung wurde mit viel Liebe UND Professionalität vorgenommen – sicher nicht zuletzt, da Claudia Larsen als Profifotografin alle Bilder selbst geschossen hat. Man merkt: Hier haben sich zwei Autorinnen gefunden, denen ihr einzigartiges Projekt wirklich am Herzen liegt.

Auffallend ist außerdem die Vielfältigkeit der porträtierten Frauen: Sie passen nämlich NICHT in das weißhäutige Einheitsschema, das man von einem Projekt zweier Schweizerinnen erwarten würde. Eine stattliche Anzahl kommt aus ganz anderen Kulturkreisen, viele sind dunkelhäutig in allen Nuancen. Ebenso drücken auch die Texte zu den Bildern sehr Unterschiedliches aus: Mal sind sie ein kurzer Abriss der Lebensgeschichte oder wichtiger Lebensstationen, mal Gedanken, die der abgebildeten Frau wichtig geworden sind, oft auch Lieblingsbibelverse oder häufig formulierte Gebete/Gebetssätze. Manchmal hätte ich mir die Texte noch länger gewünscht, weil sie eben nur einen ganz kurzen Abriss bilden und man ahnt, dass sich dahinter noch eine viel längere, weit umspannendere Geschichte verbirgt.

 „Frauen beten anders“ hat mich wegen seiner wunderschönen Aufmachung sofort angesprochen und auf unerwartete Weise auch in meiner persönlichen Zeit mit Gott inspiriert. Es tat mir gut, nach einigen Seiten und Kurzporträts innezuhalten und die Gedanken und Gebete auf mich wirken zu lassen, sie selbst im Gebet zu reflektieren und nachklingen zu lassen.

Ich ziehe meinen Hut vor dem Fontis-Verlag, weil er sich getraut hat, solch ein ungewöhnliches Buch zu publizieren und empfehle es jeder Frau, die schöne Dinge liebt und Sehnsucht nach Gott und neuen Gedanken zum Thema Gebet hat.

Autor: Claudia Larsen
Buch: Frauen beten anders
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