Claudia Mayer Innocence Lost: Wege nach Greenvale

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Inhaltsangabe zu „Innocence Lost: Wege nach Greenvale“ von Claudia Mayer

Imperia – Hauptstadt der Union, Zentrum einer modernen Gesellschaft ohne Gewalt. Der große Krieg ist vorüber. Schwere Verbrechen gehören der Vergangenheit an, seit der Staatenbund der Union potenzielle Gewalttäter bereits präventiv euthanasieren lässt. Kinder sind es, die gesetzlich angeordnet ihr Leben lassen müssen, um das Dasein anderer Menschen zu schützen. Kinder, denen Gewalt angetan wurde. Leslie Evans ist Kinderärztin. Nicht nur die Behandlung ihrer kleinen Patienten gehört zu ihren Pflichten, sondern auch das Beenden von kurzen Leben, die von den Auswirkungen des Gewaltschutzgesetzes betroffen sind. Bis Leslie eines Tages erkennt, dass sie ihrer Aufgabe nicht mehr in der staatlich verordneten Weise nachkommen kann.

Erschreckendes Thema gekommt und schonungslos umgesetzt.

— raveneye

Potenzial nach oben noch offen

— AK87
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  • Mutiger Vorstoß in ein Tabuthema

    Innocence Lost: Wege nach Greenvale

    Melanie_Vogltanz

    18. October 2017 um 12:52

    "Innocence Lost" von Claudia Mayer spielt in einem dystopischen Setting nach dem Dritten Weltkrieg. Der Fokus liegt auf der Gesellschaftskritik, technologisch ist die Welt auf etwa demselben Stand wie unsere eigene, vielleicht sogar ein paar Jahre hinten nach.Die wichtigste Veränderung ist das Gewaltschutzgesetz, ein Gesetz, das nach dem Ende des Kriegs eingeführt wurde und das dazu dienen soll, Gewalt vollständig auszumerzen. Demnach müssen alle Kinder, denen Gewalt angetan wurde, "euthanasiert" werden, um zu verhindern, dass sie später selbst zu Gewalttätern werden. Durchgeführt wird das Einschläfern von Kinderärzten, unter anderem der Kinderärztin Leslie, aus deren Sicht die Handlung überwiegend erzählt wird.Schon die ersten Seiten sind für den Leser schwer zu verdauen. Zu Anfang befolgt Leslie das Gesetz nämlich noch durchaus gewissenhaft, was bedeutet, dass der Leser Zeuge am Mord von verängstigten Kindern wird, die Leslie mit Lügen in Sicherheit wiegt, ehe sie ihnen die tödliche Spritze setzt. Harter Tobak, selbst für Leser, die harten Stoff gewohnt sind.Als jedoch Leslies eigene Nichte dem Gewaltschutzgesetz zum Opfer zu fallen droht, weigert sie sich, ihm länger Folge zu leisten. Sie beginnt, zum Tode verurteilte Kinder aus dem Krankenhaus zu schmuggeln und vor der Obrigkeit zu verstecken. Von manch unerwarteter Seite erhält sie dabei Unterstützung, von anderen dagegen wird sie schmählich im Stich gelassen. Leslie lernt sehr schnell, wer blindem Gehorsam gegenüber Menschlichkeit den Vorzug gibt. Ihre Welt stellt sich auf den Kopf.Claudia Meyer stellt mit ihrem Roman eine unbehagliche Frage: Wie weit darf Gesetzestreue gehen? Wie weit würde jeder einzelne von uns gehen, um der Obrigkeit Folge zu leisten? In gewisser Weise handelt es sich um ein literarisches Milgram-Experiment. Dieser Effekt wäre vielleicht noch verstärkt worden, wenn die Gewaltschutzgesetz-Befürworter mehr Argumente an die Hand bekommen hätten, denn in den Diskussionen wird relativ schnell klar, dass Leslie den mit mehr Theorie unterfütterten Standpunkt vertritt, während die Argumente der Pro-Gewaltschutzgesetzler leere Hülsen bleiben. Auch gefehlt hat mir eine klare Definition von "Gewalt". Im Buch finden sich sowohl schwere körperliche Misshandlungen als auch offenkundiger sexueller Missbrauch (auch wenn er nie als solcher bezeichnet wird), allerdings wird nicht erwähnt, wo todeswürdige Gewalt beginnt. Reicht bereits eine Ohrfeige, um ein Kind zum Tode zu verurteilen? Es wird erwähnt, dass es kein Verfahren gibt, um die Kinder zu verurteilen, aber wer entscheidet dann über die Euthanasie? Die Polizei, bei der eine Anzeige eingelangt? Da hat mir zum Teil noch etwas Background gefehlt.Auch waren Leslies tränenreiche Szenen des Selbsthaders ein wenig "too much" - da wäre weniger vielleicht mehr gewesen. Die Abschnitte, in denen das Buch aus meiner Sicht am stärksten gewirkt hat, waren jene, in denen das Thema auf sachliche Weise dargelegt wurde, etwa durch den zweiten Protagonisten, dessen Artikel über das Gewaltschutzgesetz nicht nur ausgezeichnet und prägnant geschrieben waren, sondern der auch vieles an Hintergrundinfo geliefert hat, die in der eigentlichen Story zu kurz kamen. Im Großen und Ganzen ist "Innocence Lost" solide geschriebene Gesellschaftskritik, die einen dort trifft, wo es wehtut. Man darf schon sehr gespannt auf Band 2 sein.

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  • Schuldlos schuldig

    Innocence Lost: Wege nach Greenvale

    raveneye

    14. February 2017 um 15:49

    Der Dritte Weltkrieg ist vorbei. Was aber wenn der Frieden scheinbar nur durch das Leid der Kinder gehalten werden kann. Das Thema des Buches ist erschreckend. Kinder werden dafür bestraft, daß sie zu Opfern geworden sind. Und alles im Namen des Friedens und der Sicherheit nach langen Jahrzehnten des Krieges. Ich war mir erst nicht sicher ob ich so ein Buch überhaupt lesen will, habe mich aber dann doch dazu entschieden dem Buch eine Chance zu geben. Die Autorin hat es geschafft diesen erschreckenden Plot gekonnt und schonungslos umzusetzen. Gleichzeitig ist es emotional ergreifend und die Gefühle der Hauptfigur Leslie Evens werden direkt zum Leser transpotiert. Bei manchen Szenen kamen mir die Tränen und auch jetzt, beim schreiben dieser Rezension steigt die Traurigkeit und scheinbare Machtlosigkeit Leslies wieder in mir auf. Der Leser begleitet Leslie auf ihrem Weg einen Ausweg zu finden, einen Weg die Kinder zu retten, die die Regierung als potenzielle Gefahr sieht und lieber vorsorglich töten lässt, als ihnen eine Chance zu geben. Leslie ist der Funke Hoffnung, der die Anderen nicht aufgeben lässt. Die Geschichte hat mich bis zum Ende nicht wieder losgelassen. Nichts für schwache Nerven, aber absolut Lesenswert.

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  • nicht ganz realitätsfremd

    Innocence Lost: Wege nach Greenvale

    Siko71

    11. February 2017 um 15:34

    Imperia - die Hauptstadt der Union. Der Roman spielt nach Ende des 3. Weltkriegs. Die Städte sind zum Teil unbewohnt und die Gewalttaten sinken. Das hat den Grund, das ein Gesetz erlassen wurde, welches festlegt, das alle misshandelten Kinder euthanisiert (durch eine spritze getötet) werden. Die Kinderärztin Leslie Evans widersetzt siche eines Tages dem Gesetz als ihre Nichte durch ihre spritze sterben soll. Sie bringt das Kind in Sicherheit. Sie bemerkt jedoch zu diesem Zeitpunkt das sie nicht nur Gegner hat, wie zum Beispiel ihren Mann - der wendet sich komplett ab von ihr, nein sie hat auch Befürworter, wie ihre Chefin Josie. Als Leslie danneines Tages verhaftet wird und durch eine Revolte im Gefängnis fliehen kann beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit und das Gesetz. Wie weit wird sie gehen um die Kinder in Sicherheit zubringen? Ein sehr spannender und sehr emotionaler 1. Teil dieses Romans. Die bildhafte Beschreibung und der gefällige Schreibstil lassen den Leser kompett in die Storry eintauchen. Die Ängste, Probleme und Schwierigkeiten aller kommen sehr gut rüber. Mir hat dieser Roman zum Teil Angst bereitet, da manche Stellen nicht ganz ohne sind und falls mal einer von den großen Herren und Damen mal andere Meinung ist Realität werden könnte. Ich warte mit Begeisterung auf den 2. Teil und gebe 5 Lesersterne.

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  • Potenzial nach oben noch offen

    Innocence Lost: Wege nach Greenvale

    AK87

    02. February 2017 um 21:36

    Im Buch Innocence Lost spielt das Gewaltenschutzgesetz die tragende Rolle. Dieses Gesetz wurde nach dem 3.Weltkrieg erlassen, um eine Gesellschaft ohne Gewalt zu erschaffen. Um dieses Ziel zu erreichen, werden minderjährige Opfer von Straftaten euthanasiert. Grundlage für dieses staatliche Morden ist die Annahme, dass Opfer von Gewalt eher Gewalt anwenden, als jene die nie Gewalt erleben mussten. Leslie muss als Kinderärztin das Gewaltenschutzgesetz anwenden, kann dies aber irgendwann nicht mehr mit ihrem Gewissen vereinbaren.  Ich finde die Grundidee des Buches hat einiges an Potenzial. Natürlich ist ein Gewaltenschutzgesetz, so wie es im Buch vorgeschlagen ist undenkbar in der heutigen Zeit (und wird es hoffentlich auch immer bleiben). Im Buch wird die Geschichte von Leslie gut umschrieben. Sie trifft auf Gegner und Befürworter, alles in allem ist es eine stimmige Geschichte. Da ich vom Buch nichts vorwegnehmen möchte, kann ich euch zum weiteren Verlauf leider nicht mehr verraten. Es gibt aber ein paar Dinge, die ich im Buch vermisst habe. Wie ich eben schon erwähnt habe, sehe ich ein großes Potenzial in dem Grundthema. Es gäbe eine Menge Platz um Gesellschaftskritik einzubauen oder um zu verdeutlichen wie einfach Menschen in der Masse untertauchen, nur um sich hinter dieser zu verstecken. Ein einfaches Beispiel wäre: Gesetz ist Gesetz, zwar finde ich es nicht gut, aber ich bin nicht dafür zuständig, also ist es mir egal… Um diese Gesellschaftskritik zu erreichen müsste man aber stärker auf die äußeren Umstände und auch die Haltung der gesamten Bevölkerung eingehen. Dies kommt mir persönlich viel zu kurz. Der Fokus liegt auf einer Geschichte die nicht unvorhersehbar, in sich stimmig, aber auch sehr begrenzt ist. Die Charaktere sind recht simpel gestrickt. Sie haben alle ihre eigene Meinung; an sich ja positiv, ich persönlich empfinde sie aber als zu eindimensional, sie reflektieren ihre eigenen Handlungen wenig. Außerdem fehlt mir in der Interaktion mit den anderen Charakteren Empathie dem anderen gegenüber oder auch der Versuch den anderen zu verstehen, sich in den anderen hineinzuversetzen. Fazit: Es kommt drauf an was man erwartet, ich hätte mir einen kritischeren Umgang mit dem Grundthema gewünscht – deswegen ziehe ich zwei Sterne ab und gebe 3 von 5 Sternen.

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  • Leserunde zu "Innocence Lost: Wege nach Greenvale" von Claudia Mayer

    Innocence Lost: Wege nach Greenvale

    verlagohneohren

    Hallo ihr Lieben,dieses Mal gibt es eine sehr, sehr düstere Dystopie. Achtung: Es handelt sich hierbei um Teil 1 eines Zweiteilers! Der zweite Teil erscheint im August 2017 (und auch dazu wird es eine Leserunde geben; TeilnehmerInnen hier werden darüber auch informiert). Außerdem ist das Buch eher harter Tobak. Zartbesaitete Menschen seien hiermit vorgewarnt.Es handelt sich um "Innocence Lost - Wege nach Greenvale", den Debütroman von Autorin Claudia Mayer.Der Klappentext:Imperia – Hauptstadt der Union, Zentrum einer modernen Gesellschaft ohne Gewalt. Der große Krieg ist vorüber. Schwere Verbrechen gehören der Vergangenheit an, seit der Staatenbund der Union potenzielle Gewalttäter bereits präventiv euthanasieren lässt. Kinder sind es, die gesetzlich angeordnet ihr Leben lassen müssen, um das Dasein anderer Menschen zu schützen. Kinder, denen Gewalt angetan wurde. Leslie Evans ist Kinderärztin. Nicht nur die Behandlung ihrer kleinen Patienten gehört zu ihren Pflichten, sondern auch das Beenden von kurzen Leben, die von den Auswirkungen des Gewaltschutzgesetzes betroffen sind. Bis Leslie eines Tages erkennt, dass sie ihrer Aufgabe nicht mehr in der staatlich verordneten Weise nachkommen kann.Die Leseprobe gibt es hier!Zu gewinnen gibt es 10 E-Books, wunschweise MOBI oder EPUB (bitte schon bei der Bewerbung angeben). Die Dateien werden per Mail verschickt, sobald alle TeilnehmerInnen ausgelost sind.Wir freuen uns schon sehr auf eine lebendige Leserunde und eure Gedanken zum Roman. Für die Teilnahme wollen wir von euch wissen: Wenn die Zukunft schon düster sein muss, wie darf sie sein? Forschrittlich wie in der Science-Fiction oder seid ihr eher Naturtalente in der Zombieabwehr?Viel Freude beim Mitmachen und viel Glück!

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