Claudia Ott

 4.2 Sterne bei 20 Bewertungen
Autor von 101 Nacht, Gold auf Lapislazuli und weiteren Büchern.

Neue Bücher

Tausendundeine Nacht. Das glückliche Ende

Neu erschienen am 21.09.2018 als Taschenbuch bei dtv Verlagsgesellschaft.

Alle Bücher von Claudia Ott

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101 Nacht

101 Nacht

 (9)
Erschienen am 11.10.2012
Gold auf Lapislazuli

Gold auf Lapislazuli

 (5)
Erschienen am 22.08.2008
Tausendundeine Nacht - Das glückliche Ende

Tausendundeine Nacht - Das glückliche Ende

 (4)
Erschienen am 10.02.2016
Tausendundeine Nacht Wie alles begann

Tausendundeine Nacht Wie alles begann

 (0)
Erschienen am 08.12.2017
Tausendundeine Nacht. Das glückliche Ende

Tausendundeine Nacht. Das glückliche Ende

 (0)
Erschienen am 21.09.2018
Tausendundeine Nacht

Tausendundeine Nacht

 (0)
Erschienen am 09.03.2018
101 Nacht

101 Nacht

 (1)
Erschienen am 08.10.2012
Tausendundeine Nacht

Tausendundeine Nacht

 (1)
Erschienen am 03.04.2009

Neue Rezensionen zu Claudia Ott

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sabatayn76s avatar

Rezension zu "101 Nacht" von Claudia Ott

'Hier war einmal eine Stadt. Die hieß Damaskus.‘
sabatayn76vor 2 Jahren

‚Ich werde sein Land verwüsten und die Stadt Damaskus in Schutt und Asche legen, so dass die Karawanen dort vorbei ziehen, und man zueinander sagt: Hier war einmal eine Stadt. Die hieß Damaskus.‘

Genau wie ‚Tausendundeine Nacht‘ gehört auch ‚Hundertundeine Nacht‘ zur klassischen arabischen Literatur, allerdings ist die ‚kleine Schwester‘ der berühmten Märchensammlung deutlich weniger verschachtelt als ‚Tausendundeine Nacht‘, sondern besteht aus mehreren Einzelgeschichten, die zwar ebenso spannend, aber insgesamt etwas weniger komplex sind.

Erzählt wird auch in ‚Hundertundeine Nacht‘ die Geschichte des Königs, seiner Gemahlin Schahrasad und deren Schwester Danisad, welche Schahrasad jede Nacht dazu anhält, ein Märchen vorzutragen, so dass der König sie am Leben lässt, weil er gespannt ihren Erzählungen lauscht und neugierig auf den weiteren Verlauf ist.

Neben dieser Rahmenerzählung, die ‚Hundertundeine Nacht‘ mit ‚Tausendundeine Nacht‘ teilt, unterscheiden sich die beiden Sammlungen inhaltlich jedoch stark, d.h. es handelt sich hier nicht um eine Kurzfassung oder eine leichte Abwandlung der berühmten Märchensammlung, obwohl Schahrasad auch in ‚Hundertundeine Nacht‘ von Sheikhs und Königen, Kaufleuten und Beduinen, Räubern und Sklavinnen, Afarit und Dschinn, Großwesiren und Kalifen, Christen und Muslimen, wundersamen Quellen und verwandelten Tieren berichtet.

Ich habe ‚Tausendundeine Nacht‘ schon als Kind geliebt, aber der interessierte Leser und Hörer sollte wissen, dass Claudia Otts Übersetzungen von ‚Tausendundeine Nacht‘ und ‚Hundertundeine Nacht‘ nicht für Kinder geeignet sind - erstgenannte Märchensammlung aufgrund der Komplexität der Märchen, beide Sammlungen aufgrund der Gewaltdarstellungen und der etwas expliziter beschriebenen Sexualität.

Genau wie die Neuübersetzung von ‚Tausendundeine Nacht‘ entführt auch ‚Hundertundeine Nacht‘ in eine märchenhafte und wunderbare Welt des Orients, wobei die Hörbuchfassung von ‚Hundertundeine Nacht‘ das Märchenhafte und Wunderbare der Sammlung verstärkt. Die Märchen werden nicht nur hervorragend vorgelesen, sondern das Hörbuch wurde insgesamt liebevoll und perfekt vertont: Da sind einerseits die knappen Passagen, die Ott in ästhetischem Arabisch rezitiert, andererseits die musikalische Untermalung mit tonbak, daff, nay und qanun, die den Leser wirklich und wahrhaftig in eine andere Zeit und an einen anderen Ort versetzen.

‚Hundertundeine Nacht‘ bietet faszinierende Einblicke in die islamische Welt, die arabische Erzählkunst, die arabische Sprache und Musik sowie den Islam im Nahen und Mittleren Osten, im Maghreb und in Europa und ist besonders in der wunderbaren Hörbuchfassung rundum empfehlenswert.

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sabatayn76s avatar

Rezension zu "Tausendundeine Nacht - Das glückliche Ende" von Claudia Ott

'Es ist keine Einsamkeit so einsam wie die des Flüchtlings [...].'
sabatayn76vor 3 Jahren

'Es ist keine Einsamkeit so einsam wie die des Flüchtlings, welcher abgeschnitten ist von seiner Heimat und Familie.'

Inhalt:
Claudia Ott hat ein uraltes Manuskript, das in einer kleinen Bibliothek in Zentralanatolien gefunden wurde, ins Deutsche übersetzt und so das lange verschollene Ende der Märchen aus 1001 Nacht der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. 'Das glückliche Ende' beinhaltet die 880. bis 1001. Nacht und erzählt von Palästen und Basaren, Kaufleuten und Halunken, Räubern und Edelmännern, Tieren und Wesiren.

Mein Eindruck:
Ich habe schon seit meiner Kindheit eine starke Affinität zu 'Alf layla wa layla', wie die Märchensammlung auf Arabisch heißt, und kenne Claudia Otts 2004 erschienene Neuübersetzung der Märchen aus 1001 Nacht.

Mir hat 'Das glückliche Ende' sehr gut gefallen, obwohl das Buch bisweilen etwas mühsam zu lesen ist: Die Sätze sind oft sehr lang, die Geschichte weist die für '1001 Nacht' typischen Wiederholungen auf und ist in sich verschachtelt. Unterbrochen wird die Geschichte zudem immer wieder von Koran-Zitaten und verschiedenen Versen.

Es braucht meiner Meinung nach ein bisschen Zeit und Geduld, sich ins Buch einzulesen. Man muss sich auf das Buch einlassen und sich an die besondere Erzählweise und die bisweilen ungewöhnliche Sprache gewöhnen. Nur wenn man dies tut, kann man meines Erachtens vollkommen in diese wunderbare Geschichte eintauchen, die einen beim Lesen in eine andere Zeit und an einen anderen Ort versetzt.

Auch die Aufmachung des Buches ist übrigens wunderbar: Leineneinband, Lesebändchen, schönes Papier, Kalligrafien. Im Anhang findet man eine Karte der Schauplätze, ein Nachwort mit Fotos und Informationen zum Manuskript und zur Übersetzung sowie Angaben zur Transkription und Aussprache und ein Glossar.

Erwähnenswert finde ich noch, dass die Geschichte nicht für Kinder geeignet ist. Sie ist erstens zu komplex und zweitens deutlich erotischer und sinnlicher, als man das von den alten Übersetzungen von 'Alf layla wa layla' kennt.

Mein Resümee:
Ein optisch wunderschönes, sprachlich anspruchsvolles und inhaltlich ebenso komplexes wie faszinierendes Buch.

Kommentare: 2
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sommerleses avatar

Rezension zu "101 Nacht" von Claudia Ott

Vorläufer unserer Märchen erkennbar
sommerlesevor 4 Jahren

"*101 NACHT*" wurde aus dem Arabischen ins Deutsche übersetzt und kommentiert von "*Claudia Ott*". Herausgegeben wurde der Band 2012 im "*Manesse Verlag Zürich*".

Ich habe dieses Buch gewonnen und freute mich auf eine Sammlung exotischer Märchen wie in 1001 Nacht. Leider wurde ich inhaltlich sehr enttäuscht. Die zugrunde liegende Übersetzungsarbeit hat mich mehr begeistert als die Geschichten, denn sie ist wissenschaftlich genau und im Anhang wie eine Diplomarbeit detailliert erklärt.

Claudia Ott entdeckte in der Ausstellung “Die Schätze des Aga Khan - Museum” eine 800 Jahre alte mittelalterliche Handschrift. Sie bekam die Erlaubnis, diese zu übersetzen und hat hier, sofern ich das als Laie beurteilen kann, gute Arbeit geleistet.

Hier handelt es sich nicht um Unterhaltungsliteratur, sondern um eine Sammlung von Geschichten für Fachinteressierte oder Orientalisten. 

In fast einem Drittel des gesamten Buches gibt die Übersetzerin in einem umfassenden Nachwort Erklärungen zum Inhalt und zu der Übersetzung ab. Diese Ausführlichkeit ist wie der Anhang einer wissenschaftlichen Arbeit  verfasst.

Beispielsweise erklärt Claudia Ott, dass in der klassischen arabischen Sprache weder Satzzeichen noch Frage- und Ausrufungszeichen verwendet wurden. Stattdessen wurden die Texte durch Signalwörter und Konjunktionen strukturiert. Solche Details finde ich überaus interessant.

Doch nun zu den Geschichten:

Sie stammen aus dem arabisch-andalusischen Raum und werden als die sogenannte "kleine Schwester" von 1001 Nacht gehandelt. Die Erzählungen wurden ursprünglich mündlich überliefert und von Schreibern bzw. Kopisten aufgezeichnet. Um 1234 entstanden die ersten Handschriften von 101 Nacht. Die Erzählerin ist die persische Wesirstochter Schahrasad, die ihrem König nächtelang Geschichten erzählt, um ihrem Hochzeitsnachttod zu entgehen.  

Im Prolog wird von einem König erzählt, der sich für den schönsten im Land hält (Vorfahrer von der bösen Stiefmutter unseres Schneewittchens?). Doch ein Jüngling soll noch schöner sein. Dieser wird eingeladen, seine Schönheit ist verblasst, denn seine Frau hat ihn betrogen und er hat sie umgebracht. Als er merkt, dass auch der König von seiner Frau betrogen wird, fühlt er sich wieder gut und wird wieder schön. Daraufhin beschließt der König, seine Frauen nach der Hochzeitsnacht hinzurichten. Nur Schahrasad und ihre Schwester Danisad hängen an ihrem Leben und erzählen so lange Geschichten, bis Schahrasad schwanger ist.

Manche dieser Geschichten kommen nicht zu einem Abschluss, andere enden in einem anderen Zusammenhang. Einige Titel lauten:

11. Die Geschichte vom König und seinen drei Söhnen
16. Die Geschichte vom Ebenholzpferd
17. Die Geschichte vom König und der Gazelle

Die Qualität ist sehr unterschiedlich, aber im Großen und Ganzen geht es häufig um Raub, Mord, Ehebruch, Beischlaf und Racheakte und Belohnungen. Mir erschließt sich jedoch kein tieferer Sinn. Hier wird nur männliche Machtstellung präsentiert, die Frauen werden als falsche Schlangen dargestellt und sind an jedem Mann interessiert. Solche Geschichten interessieren mich nicht, sie orientieren sich am Zeitgeist von früher vor über 700 Jahren.  

Der Einfluss auf spätere Märchen im europäischen Mittelalter ist allerdings unverkennbar zu sehen. 

"Er lebte mit ihr fortan vergnügt, aß und trank sich satt an den köstlichen Speisen und Getränken, bis das sichere Ende sie ereilte."

"...ein Mädchen erschaffen hat von strahlender Schönheit, mit einem Leib so weiß wie dieser Marmor, mit Haaren so schwarz wie die zwei Raben und Wangen so rot wie deren Blut" Seite 76

Für Fachinteressierte eine interessante Übersetzung mit Erklärung, für Märchenleser eine Enttäuschung.

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