Claudia Ott 101 Nacht

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Inhaltsangabe zu „101 Nacht“ von Claudia Ott

Bibliophile Ausgabe mit Samtüberzug, Goldfolienprägung und Schmuckfarbdruck Ein literarischer Sensationsfund: Die Arabistin Claudia Ott hat eine 800 Jahre alte Handschrift entdeckt – und damit ein gutes Dutzend funkelnagelneuer, bislang gänzlich unbekannter Schahrasad-Geschichten! Die betörende kleine Schwester von »1001 Nacht« feiert nun zweieinhalb Jahre nach dem Fund Weltpremiere. Eines der imposantesten Klassikerereignisse der letzten Jahrzehnte! Edle Ritter und listige Bösewichte, Beduinen und Großwesire, Lindwürmer und Jungfrauen – die Figuren von »101 Nacht« haben eine dichterische Unmittelbarkeit und Frische, die auf Anhieb bezaubert. 2010 von Claudia Ott aus den Beständen des Aga Kahn Museums geborgen, wird die andalusische Handschrift von 1234 nun erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht – sachkundig übersetzt, sorgfältig ediert und bibliophil veredelt. Nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse 2013 in der Kategorie Übersetzung!

Von der Übersetzung her sicher eine Meisterleistung, die Geschichten an sich erinnern eher an Groschenhefte!

— sommerlese

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    101 Nacht

    sommerlese

    "*101 NACHT*" wurde aus dem Arabischen ins Deutsche übersetzt und kommentiert von "*Claudia Ott*". Herausgegeben wurde der Band 2012 im "*Manesse Verlag Zürich*". Ich habe dieses Buch gewonnen und freute mich auf eine Sammlung exotischer Märchen wie in 1001 Nacht. Leider wurde ich inhaltlich sehr enttäuscht. Die zugrunde liegende Übersetzungsarbeit hat mich mehr begeistert als die Geschichten, denn sie ist wissenschaftlich genau und im Anhang wie eine Diplomarbeit detailliert erklärt. Claudia Ott entdeckte in der Ausstellung “Die Schätze des Aga Khan - Museum” eine 800 Jahre alte mittelalterliche Handschrift. Sie bekam die Erlaubnis, diese zu übersetzen und hat hier, sofern ich das als Laie beurteilen kann, gute Arbeit geleistet. Hier handelt es sich nicht um Unterhaltungsliteratur, sondern um eine Sammlung von Geschichten für Fachinteressierte oder Orientalisten. In fast einem Drittel des gesamten Buches gibt die Übersetzerin in einem umfassenden Nachwort Erklärungen zum Inhalt und zu der Übersetzung ab. Diese Ausführlichkeit ist wie der Anhang einer wissenschaftlichen Arbeit verfasst. Beispielsweise erklärt Claudia Ott, dass in der klassischen arabischen Sprache weder Satzzeichen noch Frage- und Ausrufungszeichen verwendet wurden. Stattdessen wurden die Texte durch Signalwörter und Konjunktionen strukturiert. Solche Details finde ich überaus interessant. Doch nun zu den Geschichten: Sie stammen aus dem arabisch-andalusischen Raum und werden als die sogenannte "kleine Schwester" von 1001 Nacht gehandelt. Die Erzählungen wurden ursprünglich mündlich überliefert und von Schreibern bzw. Kopisten aufgezeichnet. Um 1234 entstanden die ersten Handschriften von 101 Nacht. Die Erzählerin ist die persische Wesirstochter Schahrasad, die ihrem König nächtelang Geschichten erzählt, um ihrem Hochzeitsnachttod zu entgehen. Im Prolog wird von einem König erzählt, der sich für den schönsten im Land hält (Vorfahrer von der bösen Stiefmutter unseres Schneewittchens?). Doch ein Jüngling soll noch schöner sein. Dieser wird eingeladen, seine Schönheit ist verblasst, denn seine Frau hat ihn betrogen und er hat sie umgebracht. Als er merkt, dass auch der König von seiner Frau betrogen wird, fühlt er sich wieder gut und wird wieder schön. Daraufhin beschließt der König, seine Frauen nach der Hochzeitsnacht hinzurichten. Nur Schahrasad und ihre Schwester Danisad hängen an ihrem Leben und erzählen so lange Geschichten, bis Schahrasad schwanger ist. Manche dieser Geschichten kommen nicht zu einem Abschluss, andere enden in einem anderen Zusammenhang. Einige Titel lauten: 11. Die Geschichte vom König und seinen drei Söhnen 16. Die Geschichte vom Ebenholzpferd 17. Die Geschichte vom König und der Gazelle Die Qualität ist sehr unterschiedlich, aber im Großen und Ganzen geht es häufig um Raub, Mord, Ehebruch, Beischlaf und Racheakte und Belohnungen. Mir erschließt sich jedoch kein tieferer Sinn. Hier wird nur männliche Machtstellung präsentiert, die Frauen werden als falsche Schlangen dargestellt und sind an jedem Mann interessiert. Solche Geschichten interessieren mich nicht, sie orientieren sich am Zeitgeist von früher vor über 700 Jahren. Der Einfluss auf spätere Märchen im europäischen Mittelalter ist allerdings unverkennbar zu sehen. "Er lebte mit ihr fortan vergnügt, aß und trank sich satt an den köstlichen Speisen und Getränken, bis das sichere Ende sie ereilte." "...ein Mädchen erschaffen hat von strahlender Schönheit, mit einem Leib so weiß wie dieser Marmor, mit Haaren so schwarz wie die zwei Raben und Wangen so rot wie deren Blut" Seite 76 Für Fachinteressierte eine interessante Übersetzung mit Erklärung, für Märchenleser eine Enttäuschung.

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    • 4

    parden

    18. January 2015 um 10:33
  • Rezension zu "101 Nacht" von Claudia Ott

    101 Nacht

    sabisteb

    26. January 2013 um 17:25

    So spricht Faharayis, der Philosoph: Und in der folgenden Nacht kam der König, brach das Siegel auf und schlief mit dem Mädchen bis zu der bewussten Zeit. Da rief Danisad ihr zu: ~ Ach, meine Schwester Schahrasad, erzähle doch unserem Herrn, dem König, deine schönen Geschichtens! ~ Einverstanden, mein Gebieter!, erwiderte sie. So beginnen die 101 Nächte dieser Geschichtensammlung, die folgende Geschichten erzählen: 1. Prolog und Rahmengeschichte: Ein König hält sich für den schönsten im ganzen Lande, aber es soll einen geben der schöner ist als er. Er lädt ihn ein, aber als der Jüngling eintrifft, ist dessen Schönheit verblasst. Seine Frau hat ihn betrogen, er hat sie ermordet und schmollt. Als er aber merkt, dass selber der mächtige König von seiner Frau betrogen wird, fühlt er sich wieder gut und wird wieder schön. Jetzt schmollt der König und beschließt: Für mich nur noch ONS, danach wird die Frau hingerichtet. Schahrasad und Danisad hängen an ihrem Leben und halten den König mit Geschichten so lange hin, bis Schahrasad schwanger ist. 2. Die Geschichte vom Kaufmannssohn und dem Alten 3. Die Geschichte von Nadschmuddiya 4. Die Geschichte von der Kampferinsel 5. Die Geschichte von Dhafir Ibn Lahik 6. Die Geschichte vom Wesir und seinem Sohn 7. Die Geschichte von Suleiman Ibn Abdalmalik ibn Marwan 8. Die Geschichte von Maslama Ibn Abdalmalik ibn Marwan 9. Die Geschichte vom jungen Ägypter und dem Mädchen Gharibat- al Husun 10. Die Geschichte vom jungen Mann und seiner Cousine 11. Die Geschichte vom König und seinen drei Söhnen 12. Die Geschichte vom Jüngling mit den Goldfäden 13. Die Geschichte von den vier Freunden 14. Die Geschichte vom Königssohn und den sieben Wesiren 15. Die Geschichte vom König und dem Lindwurm 16. Die Geschichte vom Ebenholzpferd 17. Die Geschichte vom König und der Gazelle 18. Die Geschichte vom Wesir Ibn Abilkamar und Abdalmalik Ibn Marwan Die Geschichten sind dabei von sehr unterschiedlicher Qualität, was daran liegen mag, dass es sich um Gebrauchsliteratur also „Groschenromane“ handelte. Teilweise enden die Geschichten mit einem abrupten Ende und man fragt sich, was war das denn gerade? Da ist ein König, der reitet aus, um für seine drei Söhne passenden Prinzessinnen zu freien (drei Geschwister natürlich). Er stirbt auf der Reise, also ziehen die drei Söhne los. In der ersten Nacht tötet einer der Brüder den Löwen, der den Vater tötete (was er nicht weiß und nie erfährt). In der zweiten Nacht rettet der zweite Bruder eine Prinzessin. In der dritten Nach tötet der dritte Bruder 99 Räuber. Der König will wissen, was da in seinem Reich gerade abgegangen ist, die drei Brüder erzählen es ihm. Der eine heiratet die Tochter, der andere bekommt das halbe Reich und der dritte geht anscheinend in das heimatliche Reich. Hatten die nicht was anderes vor? Heiratet jetzt nur einer und was ist mit den drei anderen Mädels? Fragt sich keiner, was aus dem Vater wurde, wegen dem sie eigentlich loszogen?! Was soll mir diese Geschichte sagen? Teilweise sind auch Logikfehler drinnen, die kein Lektor je gestrichen hat, wie S. 61 sind beide Pferde tot, aber S. 62 reitet der Prinz mit seinem Pferd davon. Auf einem untoten Pferd vielleicht? Teilweise sind sie von einer doch sehr, sagen wir, männlich verqueren Logik. Da ist ein Prinz, der reitet aus, um seinem Vater ein Heilmittel zu besorgen. Das hat eine Halbdschinn, die schläft sieben Tage im Monat. Was macht der Typ, er geht hin, vergewaltigt sie im Schlaf, klaut die Medizin und hinterlässt eine Nachricht, mit Name und Adresse, in der Art Hallo, ich war’s. „[…]stieg zu dem Mädchen aufs Bett und fiel über sie her. Er fand, dass sie Jungfrau und noch unberührt war. Dann stieg er wieder vom Bett herunter und schrieb an die Wand des Gemachs: „Das ist das Werk von Soundso, dem Sohn von König soundso.““ (S. 192) Sein Bruder beklaut ihn wiederum, fesselt ihn und lässt ihn in der Wüste zurück und schwärzt ihn beim Vadder an. Der wiederum lässt Sohnemann, als er doch auftaucht hinrichten. Und was passiert, das Vergewaltigungsopfer rettet ihn (!!) und „er lebte mit ihr fortan vergnügt, aß und trank sich satt an den köstlichen Speisen und Getränken, bis das sichere Ende sie ereilte." Diese Schlussformel, erinnert, neben anderen Stellen wie „Ob Gott wohl ein Mädchen erschaffen hat von strahlender Schönheit, mit einem Leib so weiß wie dieser Marmor, mit Haaren so schwarz wie die zwei Raben und Wangen so rot wie deren Blut?“ (S. 76) stark an die Brüder Grimm. Überhaupt erinnern die Geschichten in ihrer Formelhaftigkeit, ihren immer wiederkehrenden Formulierungen und Redewendungen stark an die europäische Märchentradition nur eben für Erwachsene, denn sicherlich las man Kindern nicht Stellen wie „Dann befriedigte er seine Lust an ihr, und der König konnte alles sehen.“ (S. 14) oder „Eine Frau hatte einen Liebhaber und ihren Ehemann. [...] Eines Tages schickte ihr Liebhaber seinen jungen Diener aus, damit er nachsehen sollte, ob der Ehemann der Frau fortgegangen sei oder nicht. Als der Diener zu ihr hereinkam, gefiel er ihr. Sie bot sich ihm an, und er folgte ihrem Angebot.“ Überhaupt, die Geschichten sind voller Sex and Crime. Da Betrügen die Frauen ihre Ehemänner, da wird vergewaltigt, Unschuldige bestraft (Ein Mann wirft einfach mal seine Frau in den Nil, und als sich rausstellt, dass sie unschuldig ist, sucht er sie. Nach einigem hin und her, ist sie wieder daheim und… sie vergibt ihm?!) Warum, fragt sich nun der Leser, wird um dieses Buch so ein Aufhebens gemacht? Das liebt in seinem wissenschaftlichen Wert. Die große Schwester 1001 Nacht, die heute jeder irgendwie kennt, stammt aus dem Osten. 101 Nacht jedoch, die kleine Schwester, ist ein westliches, ein fast europäisches Produkt aus Al-Andalus und die beiden haben nichts bis sehr wenig miteinander gemeinsam. 101 Nacht hatte großen Einfluss auf die Erzählungen des europäischem Mittelalters. Die bisher bekannten Abschriften stammen frühestens aus dem 18. Jahrhundert, die meisten aus dem 19. Jahrhundert. Dieses Exemplar jedoch aus dem Jahr 1234/35! Dem Leser dieses Buches sollte also klar sein, das ist keine Unterhaltungsliteratur, das ist eine wissenschaftliche Veröffentlichung, die man aber auch als Laie lesen kann, soll und darf. Es gibt für Fachleute und Orientalisten daher einen ausführlichen Anhang was wie warum so übersetzt wurde und für Laien die Info, dass ab der 85. Nacht auf eine der neuen Abschriften zurückgegriffen werden musste, weil da die aus dem 13. Jahrhundert endete. An dieser Stelle UNTERBRACH DAS MORGENGRAUEN SCHAHRASAD, und sie verstummte. Der König aber war entzückt von ihrer spannenden Geschichte. Also schloss er die Tür wieder ab, versiegelte sie mit seinem Siegel und begab sich in seine Regierungsgemächer. Mehr Infos: http://www.tausendundeine-nacht.com/ http://www.101-nacht.de/

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