Claudia Paganini

 4,6 Sterne bei 16 Bewertungen

Lebenslauf

Dr. Claudia Paganini, geboren 1978, wurde nach einem Studium der Theologie und Philosophie 2005 mit einer kulturphilosophischen Arbeit promoviert. 2001 publizierte sie ihren ersten Roman, dem weitere literarische Veröffentlichungen folgten. Derzeit ist Claudia Paganini an der Hochschule für Philosophie in München als Professorin für Medienethik tätig.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Claudia Paganini

Cover des Buches Von wegen Heilige Nacht! (ISBN: 9783579023977)

Von wegen Heilige Nacht!

(8)
Erschienen am 28.09.2020
Cover des Buches Die Biester der Bibel (ISBN: 9783579074641)

Die Biester der Bibel

(3)
Erschienen am 28.09.2022
Cover des Buches Zwischen Wahn und Weisheit (ISBN: 9783579062914)

Zwischen Wahn und Weisheit

(2)
Erschienen am 27.05.2026
Cover des Buches Auferstanden, oder? (ISBN: 9783579062303)

Auferstanden, oder?

(1)
Erschienen am 15.02.2023
Cover des Buches Der unbekannte Messias (ISBN: 9783579062389)

Der unbekannte Messias

(0)
Erschienen am 25.09.2024

Neue Rezensionen zu Claudia Paganini

Cover des Buches Zwischen Wahn und Weisheit (ISBN: 9783579062914)
K

Rezension zu "Zwischen Wahn und Weisheit" von Simone Paganini

katze102
sehr interessant und informativ

Zu Beginn führt das Autorenpaar in das Thema ein, erwähnt beispielsweise, dass Paracelsus als Erster die Dämonologie abgelehnt und dies der Beginn der „humanistischen Wende“ in der Psychatrie war; die zeitliche Einordnung und Weiterentwicklung wird kurz aber ausreichend dargestellt und auch die Überleitung, samt Ansprechen von ICD-10 sowie ICD-11, führt direkt in den Hauptteil des Buches. Eingeteilt nach Kapiteln werden verschiedene Verhaltensauffälligkeiten, die sich in der Bibel finden lassen, erst durchleuchtet, verschiedene ICD, Ausprägungen und Ansätze besprochen und auch der neuen Bezifferung samt Unterschieden zur ICD-10 Aufmerksamkeit gezollt, klare Auffälligkeiten besprochen, wie Impulskontrollstörungen, narzistische und histrionische Charaktere, Paranoide Störungsbilder, Depressionen, Bipolae Störungen und weitere mehr. Jeweils nach diesen Ausführungen folgen im jeweiligen Kapitel Befunde im Alten und auch im Neuen Testament und die Erkenntnis, dass viele der heutigen Auffälligkeiten schon zu jener Zeit vorkamen, die biblischen Autoren diese aber theologisch und nicht psychologisch deuteten, beispielsweise als Zorn oder Strafe Gottes. Die Anzahl der betrachteten Textstellen und somit Beispiels finde ich ausgesprochen hoch gewählt und sehr genau dargestellt und hinterfragt. Trotz vieler, regelmäßiger Kirchbesuche in jungen Jahren, waren mir viele dieser Texte überhaupt nicht bekannt; andere Lesungen  scheinen nur in gekürzter Form und Auslassen bestimmter Stellen zu der Zeit genutzt worden zu sein. Mich hat manchesmal bei bekannten Textstellen sehr überrascht, was einfach „unterschlagen“ wurde: viele Vergewaltigungen und MIsshandlungen von Frauen, Inzest, Enthemmung…. Gut, es ist eine andere Zeit und zum Glück dürfen Bibeltexte mittlerweile auch unzensiert und kritisch betrachtet werden. Andere, mir völlig unbekannte Texte, Briefe u.a. waren für mich genauso erschreckend thematisch ähnlich.

Insgesamt fand ich die sachlichen Ausführungen sehr interessant und spannend. Für mich war allerdings nicht der interessante Punkt, wieviele Störungen es damals schon gab, sondern wie verharmlosend offensichtlich durch Vermeiden oder Textkürzungen viele dieser Originaltexte überhaupt nicht korrekt verwendet wurden, sei es in der Lesung, der darauffolgenden Predigt und auch im Religionsunterricht.

Cover des Buches Zwischen Wahn und Weisheit (ISBN: 9783579062914)
B

Rezension zu "Zwischen Wahn und Weisheit" von Simone Paganini

belanahermine
Probleme/Fragen, vor die die Menschen schon immer gestellt waren

Inhalt

Das Buch untersucht das Alte und das Neue Testament nach Beschreibungen, die auf die in den aktuellen Klassifikationssystemen (ICD 10 und ICD 11) genannten Symptomen von psychischen Krankheiten.

Nach einer Einführung und der Auseinandersetzung mit Alkohol und anderen psychotropen Substanzen in der Bibel ist das Buch in vier Teile bzw. Arten von Störungen bzw. Krankheiten unterteilt, die jeweils konkrete Störungsbilder betrachten. Zu jedem Störungsbild wird zuerst das Störungsbild selbst vorgestellt. Dann werden Beispiele aus dem Alten und danach aus dem Neuen Testament gezeigt. Danach werden Perspektiven, Deutungen und Auswege, die die Bibel nennt, zusammengestellt. Am Ende des Buches wird Gott selbst "diagnostiziert".

Literaturhinweise gibt es keine.

Subjektive Eindrücke

Die Idee, die Bibel nach Hinweisen auf psychische Störungen und Krankheiten zu durchforsten, finde ich höchst interessant. Ich war erstaunt, wieviel sich diesbezüglich finden bzw. interpretieren lässt. Das zeigt meiner Meinung nach (auch), wie " normal" solche Störungen ganz offensichtlich zu unserem Leben dazugehören.

Sehr Mut machend sind auch die im Buch aufgezeigten Lösungsansätze in der Bibel: anerkennen, Sinn geben, in Beziehung gehen. Vielleicht brauchen wir heutzutage etwas mehr davon.

Fazit

Das Buch zeigt einmal mehr auf, vor welche Fragen die Menschen "schon immer" gestellt waren.

Für Leser mit säkular-philosophischem Interesse an KI – sehr empfehlenswert. Für metaphysisch oder evolutiv-theologisch Suchende – nicht ausreichend.

Rezension zu Claudia Paganini: Der neue Gott. Künstliche Intelligenz und die menschliche Sinnsuche

Verlag: Herder, 2025

ISBN: 978-3451848469


Autorin

Claudia Paganini, geb. 1978, ist promovierte Philosophin und habilitierte Theologin. Sie lehrt Medienethik an der Hochschule für Philosophie München und hat sich in zahlreichen Publikationen mit ethischen Fragen im Spannungsfeld von Digitalisierung, Technik und Religion auseinandergesetzt. Als profilierte Denkerin zwischen Philosophie und Theologie bewegt sie sich in einem intellektuellen Milieu, das stark von säkularer Kulturkritik geprägt ist, ohne jedoch dezidiert metaphysische oder spirituelle Alternativen in den Mittelpunkt zu stellen.


Inhalt

Paganini setzt sich in Der neue Gott mit der These auseinander, dass Künstliche Intelligenz (Große Sprachmodelle) zunehmend Merkmale aufweist, die traditionell dem Gottesbegriff vorbehalten waren: Allwissenheit, Allmacht, Allgegenwart – zumindest im metaphorischen, kulturdiagnostischen Sinne. Ausgehend von religionsgeschichtlichen und begrifflichen Klärungen fragt sie: Ist es denkbar, dass moderne Technologien – durch ihre tiefgreifende Wirkmacht auf unser Leben – in eine quasi-religiöse Rolle hineinwachsen?


Die Autorin prüft die kulturellen, ethischen und erkenntnistheoretischen Implikationen dieses Phänomens. Sie thematisiert die historischen Wandlungen des Gottesbegriffs, die Verschränkung von Mensch und Technik und den wachsenden Vertrauensvorschuss gegenüber algorithmischen Systemen. Dabei bleibt sie methodisch auf dem Boden säkularer Analyse und theologischer Reflexion, ohne in metaphysische Spekulationen vorzudringen.


Beurteilung

Paganinis Buch ist ein gelungenes Beispiel für eine zeitgemäße, säkular-theologische Auseinandersetzung mit der Frage nach Sinn und Transzendenz im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz. Wer verstehen will, wie moderne Menschen dazu neigen, große Sprachmodelle mit gottähnlichen Projektionen zu überlagern, erhält hier eine differenzierte, sprachlich gut zugängliche Einführung.


Allerdings bleibt Paganinis Perspektive in einem Dualismus verhaftet, der die Wahl zwischen einem kulturkritischen Säkularismus und einer neuscholastisch-analogen Theologie stellt. Die tieferen Horizonte einer evolutionären Theologie, wie sie etwa Teilhard de Chardin, Carsten Bresch, Ilia Delio oder auch literarisch Don DeLillo eröffnet haben, bleiben bei ihr ausgeblendet. Damit verfehlt sie genau jene dritte Perspektive, aus der eine nicht-spekulative, aber schöpfungsoffene Kritik am Transhumanismus und technokratischen Götzendienst möglich wäre.


Wer erkannt hat, dass sich in der Technikmoderne alte religiöse Muster in säkularer Maskerade wiederholen – wie bei den katholischen Theologen Jan Loffeld, Simone Paganini oder Gianluca De Candia –, wird Paganinis Buch als ein intellektuell gehobenes, aber letztlich unzureichendes Werk bewerten. Denn sie bleibt auf der Beobachtungsebene stehen: Wo sie Parallelen zwischen Technik und Religion zieht, entlarvt sie nicht den Götzencharakter der KI, sondern beschreibt diesen lediglich als soziokulturelle Projektion.


Fazit:

Für säkular Interessierte, die nachvollziehen möchten, wie Künstliche Intelligenz religiöse Deutungslücken füllt, ist Paganinis Werk informativ und gut lesbar. Wer hingegen nach tiefer theologischer Wahrheit sucht, nach einer Kritik der technokratischen Transzendenzversuche jenseits von Neuscholastik und Säkularismus, der muss zu anderen Stimmen greifen – etwa zu Teilhard de Chardin, Carsten Bresch, Ilia Delio oder auch literarisch Don DeLillo oder einer spirituellen Ökologie, die Technik nicht verklärt, sondern in den größeren Strom der kosmischen Evolution einordnet.


Empfehlung:

Für Leser mit säkular-philosophischem oder religionssoziologischem Interesse an KI – sehr empfehlenswert.

Für metaphysisch oder evolutiv-theologisch Suchende – nicht ausreichend.

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