Claudia Piñeiro

 3.9 Sterne bei 65 Bewertungen
Autor von Ganz die Deine, Die Donnerstagswitwen und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Claudia Piñeiro

Claudia Piñeiro, geboren 1960 in Buenos Aires, ist der Shootingstar der argentinischen Literatur. Nach dem Wirtschaftsstudium wandte sie sich dem Schreiben zu, arbeitete als Journalistin, schrieb Theaterstücke, Kinder- und Jugendbücher und führte Regie fürs Fernsehen. Ihre Romane sind auf den Bestsellerlisten zu finden und werden in mehrere Sprachen übersetzt und verfilmt. Für Die Donnerstagswitwen erhielt sie 2005 den Premio Clarín; 2010 wurde sie mit dem LiBeraturpreis ausgezeichnet.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Der Privatsekretär

 (4)
Erscheint am 06.04.2020 als Taschenbuch bei Unionsverlag.

Alle Bücher von Claudia Piñeiro

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Cover des Buches Ganz die Deine (ISBN:9783293402737)

Ganz die Deine

 (20)
Erschienen am 09.11.2015
Cover des Buches Die Donnerstagswitwen (ISBN:9783293302716)

Die Donnerstagswitwen

 (16)
Erschienen am 09.11.2015
Cover des Buches Ein wenig Glück (ISBN:9783293207882)

Ein wenig Glück

 (9)
Erschienen am 19.02.2018
Cover des Buches Elena weiß Bescheid (ISBN:9783293402720)

Elena weiß Bescheid

 (9)
Erschienen am 09.11.2015
Cover des Buches Der Privatsekretär (ISBN:9783293208827)

Der Privatsekretär

 (4)
Erscheint am 06.04.2020
Cover des Buches Der Riss (ISBN:9783293402706)

Der Riss

 (4)
Erschienen am 09.11.2015
Cover des Buches Betibú (ISBN:9783293308183)

Betibú

 (3)
Erschienen am 09.11.2015
Cover des Buches Ein Kommunist in Unterhosen (ISBN:9783293004757)

Ein Kommunist in Unterhosen

 (0)
Erschienen am 21.07.2014

Neue Rezensionen zu Claudia Piñeiro

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Rezension zu "Der Privatsekretär" von Claudia Piñeiro

ederJeder Mensch schleppt einen Fluch mit sich herum. Oder: Ein unmoralisches Angebot.
Almut_Scheller_Mahmoudvor 25 Tagen

Ist es ein Thriller, wie es vom Verlag tituliert wird? Ich würde es nicht so nennen. Zumindest kommt bei mir kein Thrill auf, kein atemloses Lesen mit Beben und Bangen. Aber ein interessiertes Lesen, das mehr die psychologischen Aspekte von Schicksalen, wie sie entstehen, wie sie zueinander geführt werden, sich führen lassen, sowie die unterschiedlichen Charaktere beschreibt und dies ganz im Sinne der Hegel’schen Dialektik von Herr und Knecht.

Es ist ein flüssig geschriebenes Buch, sachlich, mit verschiedenen Erzähl- und Zeitebenen. Alterierend in der Erzählform, Zeitsprünge zwischen Gegenwart und Vergangenheit.  Mittendrin immer wieder ein  „Work in progress“, Notizen einer der Protagonisten zu einer Auftragsarbeit. Über Hexerei, Magie, Zauberei und Flüchen, insbesondere im politischen Rahmen Argentiniens, dem Alsina-Fluch.  .

Die Hauptprotagonisten sind Román Sabaté und seine Freundin Valentina Sureda, genannt China, sein politisch engagierter Onkel Adolfo, sein Freund Sebastién. Und deren Gegenspieler: Fernando Roviro, der politische Aufsteiger mit einer fast klassischen Karriere (vom Bauunternehmer zum angestrebten Gouverneursposten in der Hoffnung,  später zum Präsidenten der Republik aufzusteigen), seine Frau Lucrezia Bonara, das Kind Joaquín und die Statisten, die in einer politischen Melange nicht fehlen dürfen: sein Berater und Kampagnen-Stylist Arturo Sylvestre und Vargas für die handfesten Drecksarbeiten. Auch die Mutter von Fernando Roviro spielt eine Rolle, eine esoterische, die von Anfang an ihre Finger im Spiel hat und die versucht, mit Energietransfers und Aura-Arbeit ihren Sohn zu unterstützen. 


Alles beginnt mit Sebastiéns Bitte, dass Román ihn zu einer Art Assessment Center der Partei Pragma begleitet, wo er seine Bewerbung abgeben möchte. Román füllt aus Übermut ebenfalls ein Formular aus und schreibt unter andere Fähigkeiten und Talente: Möbelschreiner, Chauffeur und Fitnesstrainer. Viel mehr hat der junge Mann aus der Provinz nicht vorzuweisen. Zu seinem und zu Sebastiéns Erstaunen bekommt er den Posten und wird Privatsekretär des aufsteigenden Sterns am Polithimmel., Fernando Rovira. Er wird zum unerlässlichen Intimus und Schatten Fernandos, dessen ehrgeizige Pläne der Gouverneursposten einer geteilten Provinz sind: die Provinz Buenos Aires soll in zwei Gourvernate aufgeteilt werden. Denn er kennt den „Fluch von Alsina“, der Auswirkungen auf alle bisherigen Amtsinhaber hatte: niemand ist Präsident des Landes geworden, wenn er zuvor Gouverneur der gesamten Provinz Buenos Aires war. Deshalb die angestrebte Teilung. 

Rovira ist nach aussen hin ein Mann mit weißer Weste, ein Mann mit Charisma und dem Slogan „Damit es wieder aufwärts geht – packen wir es an“. Slogans und Aussagen, wie sie heute und überall in der Politik verwendet werden, von Menschen, die beseelt und besessen sind von Machthunger und von Perversitäten, die das doppelte Spiel lieben, die uns ihr Pokerface zeigen. 

Wir erfahren also viel über das Innenleben der Politik, der Politiker und ihrer Entourage,. Wir erfahren von mancherlei Gründen, warum ein Mensch in der Politik landet: „Zu Recht. Aus Versehen. Aus Nach-lässigkeit. Weil man nicht Nein sagen kann. Weil man zur rechten Zeit am rechten Ort war oder zur falschen Zeit am falschen Ort. Weil man von irgendwas leben muss“.  

Welche dieser Gründe betreffen wohl unsere westlichen Politiker, die die Standarten von Werten und Menschenrechten vollmundig hochhalten? 

Wir erleben aber im Roman auch Loyalität, Freundschaft und wahre Liebe.  Und das ist immerhin ein Hoffnungsschimmer.

Wir erfahren einiges über Politiker wie Raúl Alfonsín, dem ersten demokratischen Präsidenten nach der argentinischen Militärdiktatur und der für Románs Onkel Adolfo immer noch ein menschliches und politisches Vorbild ist, an dem Nachfolger gemessen werden.

Wir erfahren viel über die Stadt La Plata, die „Schicksalsstadt“ in diesem Roman: eine Stadt, die streng symmetrisch geplant und angelegt wurde, nach freimaurerischen Ideen und Prinzipien. Bei der feierlichen Grundsteinlegung gab es  Turbulenzen, die in dem Fluch der Stadt La Plata kulminierten. Und dieser Grundstein von La Plata wird das Schlusssymbol, in einem unerwarteten, nie erdachten Akt. Der Akt eines unschuldigen Kindes. Ein Kind, unbelastet von allen Intrigen und Machtsspielen und  historischen Bezügen, ist der Held einer ganz neuen Geschichte.
Mehr sei nicht verraten.

Ich habe dieses Buch, das die Psyche der verschiedenen Akteure gut ausleuchtet und durch den realen Bezug auf politische Ereignisse der Vergangenheit sehr informativ ist,  mit großem Interesse gelesen. Bringt es uns den südlichen Teil des amerikanischen Kontinents ein wenig näher und lässt durchaus auch rückwirkende und vorgreifende eigene Gedanken zu unserer heutigen Situation in Europa zu. 




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Rezension zu "Die Donnerstagswitwen" von Claudia Piñeiro

interessante Parallelwelt
efellvor 7 Monaten

Dieser Roman hat sich gut lesen lassen und einmal eine andere Seite der Gesellschaft in Argentinien gezeigt:

Die Wohlhabenden, die das Leben außerhalb ihrer Mauern nicht reinlassen aber auch nicht davon tangiertwerden wollen. Und so lebt jede Familie in diesem Paradies ihr Leben. Die Kinder gehen gemeinsam auf eine teure Eliteschule, die Frauen verbringen ihren Alltag mit Kursen und anderen Hobbies, nur in bestimmen Geschäften wird eingekauft, die Männer werden im Lauf der wirschaftlich schlechten Lage Argentiniens (Wirtschaftsrezension weltweit 2008) oft arbeitslos, treffen sich weiter beim internen Golf und Tennis....Dieses Leben kostet viel Geld, aber das ist ja vorhanden - oder doch nicht mehr? Der Alltag plätschert dahin. Scheidungen, Problem mit Kindern sind nur kurze Momente der Aufregeung - also ein ideale Gesellschaft? Nein, furchtbar, weil fremde Menschen, gesellschaftliche Unterschiede, Leid, Freude nicht erlebt werden - alles wird ausgesperrt und alle sind eingesperrt - sie leben eigentlich in einer abgeschiedenen Parallelwelt, die aber trotzdem massiv von außen bedrängt wird und deshalb nicht mehr funktionieren kann..

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Rezension zu "Ein wenig Glück" von Claudia Piñeiro

berührend, traurig, schön
dr_y_schauchvor 7 Monaten

Ein Bahnübergang in Buenos Aires. Die Schranke ist unten, das Warnlicht blinkt. Doch kein Zug weit und breit. Die Schranke gilt schon seit längerem als defekt, und nach einigen Minuten vergeblichen Wartens umrundet der Fahrer des ersten Autos in der Warteschlange die Schranke, fährt über die Gleise. Weiterhin kein Zug. Der Fahrer des zweiten Wagens tut es ihm nach. Und noch immer kein Zug. Im dritten Auto sitzt Marilé mit ihrem sechsjährigen Sohn Federico und seinem Schulkameraden, sie will mit den Kindern ins Kino. Sie sind spät dran, also umkreist auch sie die Schranke, fährt auf die Gleise. Da kommt der Zug … Zwanzig Jahre später kehrt Marilé aus beruflichen Gründen nach Buenos Aires zurück. Sie heißt jetzt Mary Lohan und lebt in Boston, niemand erkennt sie. Niemand bis auf einen jungen Lehrer an der Schule, die Mary zertifizieren soll: Federico.

"Ein wenig Glück" ist ein sehr berührendes Buch – und das liegt vor allem daran, dass die erschütternden, zu Tränen rührenden Ereignisse von der Ich-Erzählerin so gar nicht rührselig geschildert werden. Denn gerade Marys Sachlichkeit, Ehrlichkeit und Schonungslosigkeit sich selbst und ihrer eigenen Schuld gegenüber, ihre fast lakonische Art, die vergangenen und gegenwärtigen Ereignisse zu schildern, entwickeln eine Eindringlichkeit, der ich mich nicht entziehen konnte, und so manches Mal hat es mir während der Lektüre die Kehle zugeschnürt und die Tränen in die Augen getrieben. Unbedingte Leseempfehlung – allerdings müsste man dieses Buch aus meiner Sicht mit einem Extra-Warnhinweis für Mütter von (kleinen) Söhnen versehen: Wenn Mary von ihrem Sohn erzählt, von ihrer Liebe zu ihm und den Gründen, ihn dennoch zu verlassen – das ist so herzzerreißend! Ich hatte während des Lesens dauernd Wunsch, meinen Sohn zu berühren und festzuhalten, mich seiner Gegenwart zu vergewissern, so nah ging mir die Geschichte. 

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