Claudia Piñeiro Betibú

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Inhaltsangabe zu „Betibú“ von Claudia Piñeiro

Inmitten der idyllischen Wohnsiedlung La Maravillosa wird Pedro Chazarreta mit aufgeschlitzter Kehle in seinem Lieblingssessel aufgefunden, in der Hand ein blutiges Messer, eine leere Flasche Whisky auf dem Boden. Im ersten Moment deutet alles auf Selbstmord hin, doch schon bald erwachsen Zweifel. Denn: Drei Jahre zuvor wurde im selben Haus die Ehefrau des Unternehmers ermordet. Zufall? Die Tageszeitung El Tribuno plant eine ausführliche Story und schickt die in Ungnade gefallene Schriftstellerin Nurit Iscar und einen jungen Polizeireporter an den Tatort. Dessen Vorgänger Jaime Brena wurde zwar geschasst, weil er einmal zu oft über das Ziel hinausgeschossen war, kann es sich aber ebenfalls nicht verkneifen mitzumischen – nicht zuletzt, weil er ein Auge auf Nurit geworfen hat. Claudia Piñeiro nimmt das Verhältnis zwischen Medien und politischer Macht unter die Lupe. Mit ihrem scharfen Blick zeichnet sie einmal mehr das Porträt einer ganzen Gesellschaft.

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    Betibú
    walli007

    walli007

    07. February 2014 um 20:20

    Nun ist er auch tot, Pedro Chazaretta. Ebenso wie seine Frau vor drei Jahren wird er mit aufgeschlitzter Kehle aufgefunden. Ausgerechnet in der geschützten Wohnsiedlung in der Nähe von Buenos Aires, eine der Siedlungen, in die man besser heraus als hinein kommt. Was also ist geschehen? Der junge Polizeireporter der Zeitung El Tribuno ist der Sache nicht gewachsen. Doch sein Kollege Jaime Brena, der aus eben dieser Stelle an einen ungeliebten Platz versetzt wurde, nimmt sich der Sache an und nutzt seine Kontakte zur Polizei. Als Gegenpart zu den Reportagen soll die Schriftstellerin Nurit Iscar aus ihrer Sicht eher prosaische Texte zu dem Fall verfassen. Dazu wird sie in die Siedlung eingeschleust, um gewissermaßen einen Blick von innen zu gewinnen. Bei der Autorin handelt es sich um eine Argentinische also spanischsprachige Schriftstellerin, das sei gleich vorangestellt. Nach meiner Erfahrung verwenden gerade Autoren spanischsprachigen Ursprungs sehr viele beschreibende Elemente in ihren Büchern. Als Leser sollte man das mögen können, denn dann hat man oft ganz besondere Bücher. Die Autoren haben eine besondere Begabung trotz der langsam beschreibenden Erzählweise eine spezielle Spannung zu erzeugen, die es dem Leser verbietet das Buch allzu schnell aus der Hand zu legen. Und so ist es auch mit diesem Buch. Die ausführlichen Beschreibungen des Innenlebens der handelnden Personen sind immer so von Lebendigkeit beseelt, dass sie nie langweilig werden. Auf ihren Wanderungen durch ihre eigenen Welten kommen den Protagonisten immer wieder Geistesblitze, die so logisch und folgerichtig sind, dass man beim Lesen meint, man hätte auch selbst drauf kommen können. Dann wieder Szenen, die einen Widerwillen gegen Personen auslösen, wo es einen erfreut, wenn der Gegenpart erkennt, was für ein wenig netter Mensch das Gegenüber ist. Und natürlich - fast schon nebenbei - das geruhsame Heranpirschen an die Wahrheit oder eine Wahrheit, die es dann doch in sich hat. Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Mal wieder ein Buch ohne Absätze, das mich überzeugen konnte.

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  • Rezension zu "Betibú" von Claudia Piñeiro

    Betibú
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    07. February 2013 um 14:17

    Mord, Medien, Gesellschaft Auch wenn zunächst ein Mord geschieht, nicht die kriminalistische Linie ist es, die dem Buch zugrunde liegt, sondern die erste Szene bereits gibt Auskunft darüber, worum es Claudia Pineiro (wieder einmal) geht und welchen roten Faden sie mit ihrer hohen, literarischen Qualität und den bis in Feinheiten hinein überzeugend gestalteten Figuren nachgehen will. Der Zustand der argentinischen Gesellschaft der Moderne zwischen Reich und Arm, Macht und Journalismus („Ich lese alle Zeitungen des Tages, um ein Bild zu erhalten“ mit dem Zungenschlag versehen, dass eben alle Zeitungen auf ihre Weise Bündnisse mit der Macht eingehen und daher nur im Zusammenklang der Meldungen und Artikel so etwas wie wahre Fakten oder „die Wahrheit“ zu finden sein könnte). Vor der abgeschotteten, vom Sicherheitsdienst akribisch bewachten Siedlung La Maravillosa stauen sich, wie jeden Tag, die dienstbaren Geister, die Angestellten, welche den reichen Bewohnern des gut situierten Viertels das Leben verschönen. Durchaus demütigend ist, wie da alles an mitgebrachtem Besitz bis zum Handy vorgelegt, vorgezeigt, detailliert aufgeschrieben wird, bevor die Angestellten das Wohnviertel betreten dürfen. Ebenso demütigend durchaus, dass noch nicht einmal auf dem öffentlichen Stück Straße vor dem Eingang in einem Taxi gewartet werden darf, bevor der entsprechende Bewohner seinem Besuch „grünes Licht“ erteilt, um eingelassen zu werden. Ein Ort, an dem wegen eines Stückes Käse entlassen und mit „Geländeverbot“ belegt wird. Und damit der Boden der kümmerlichen Existenz des ein oder anderen ehemaligen Angestellten entzogen wird. In diesem abgesicherten Umfeld wird Pedro Chazaretta mit durchschnittener Kehle aufgefunden. Ein Akt der Gewalt, der den ehemalige Polizeireporter Jaime Brena aufhorchen lässt. Vor allem auch auf dem Hintergrund, das Chazarette vor nicht langer Zeit der (ungeschoren davonkommende) Hauptverdächtige im Blick auf den Tod der eigenen Frau war. Aber reiche und einflussreiche Männer werden in der Regel nicht belangt. Weder von der Polizei, aber auch nicht von der schreibenden Zunft. Vorbei die Zeiten großartiger und machtkritischer Reporter. Brena selbst ist für so etwas eigentlich nicht mehr gefragt. Seinen Platz als Journalist mit Bezügen und Themen der Kriminalität musste er einem jungen Reporter überlassen, der allerdings selbst mit einfachsten Recherchen überfordert scheint. Nurit Iscar ihrerseits war erfolgreiche Schriftstellerin, wird jedoch seit Jahr und Tag von der Kritik niedergeschrieben und hat in Folge dessen schon lange keine eigenes Buch mehr verfasst. Ob ihrer Ähnlichkeit mit der Comic Figur „Betty Blue“ von ihrem ehemaligen Geliebten mit dem Kosenamen „Betibú“ benannt, wird ihr nun angeboten, für ebenjene Tageszeitung, bei der auch Brena arbeitet, vor Ort in Form von Fiktionen ihre Meinungen, Einsichten, Ideen zum Mord als Artikelserie zu verfassen. Denn ebenjener, der ihr den Kosenamen gab und der ehemals ihr Geliebter war, ist Chef besagter Zeitung. So betritt Nurit das Wohnviertel, quartiert sich ein und, nach und nach, treffen alle Hauptpersonen vor Ort ein. Freundinnen, ihre Kinder mit Anhang, der junge Nachwuchs-Polizeireporter und Jaime Brena, der diesen zu unterstützen und zu formen gedenkt. Dies ist die eigentliche Thematik und Gemengelage des Buches. Die verschiedenen Entwicklungen und Haltungen der beteiligten Personen. Das Interesse des Herausgebers der Tageszeitung eher an Fiktionen denn an harten Fakten, der Niedergang kritischen Journalismus und die weit offene Schere zwischen reich und mächtig und arm und ohnmächtig, wie Claudia Pineiro in wunderbarer Sprache vor die Augen des Lesers führt. Brena, der nach alter Schule noch vorzugehen gedenkt, Nurit, die Anspräche an sich und ihr Umfeld stellt, ihre Kinder, die sorglos den Luxus zu genießen gedenken, Freundinnen, die alles Kommentieren, Angestellte und Dienstboten, die servil kuschen und ein Mord, der anscheinend in seiner Aufklärung in der Breite kaum jemanden wirklich interessiert. Doch im zweiten Teil werden die Ereignisse durchaus intensiver auch in dieser Hinsicht an Fahrt aufnehmen. Ohne das absehbar wäre, wohin die Reise im Buch genau gehen wird. Nur soviel steht fest: „Mehrere Tote und jede Menge Spannung, aber die eigentliche Geschichte läuft dahinter ab, die, auf die es ankommt und die sich vom Tod nicht aufhalten lässt“. Wieder einmal ein hochaktuelles und hervorragend verfasstes Buch von Claudia Pineiro.

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