Claudia Puhlfürst

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Interview mit Claudia Puhlfürst

Wie lange schreibst Du schon und wie und wann kam es zur Veröffentlichung Deines ersten Buches?

Ich hatte kein „Erweckungserlebnis“, allerdings einige kleinere Anstöße, die dazu geführt haben, Mitte der Neunziger über mein weiteres Dasein als Biologie/Chemie-Lehrerin ernsthaft nachzudenken. Irgendwann tauchte dann die Erinnerung an schlummernde Fähigkeiten wieder auf. Ich habe schon als Kind und später als Jugendliche sehr gern „fabuliert“, mir Geschichten ausgedacht, Gedichte geschrieben und vertont. Und so entstand die Idee, ein Buch zu schreiben. Dass es ein Krimi sein müsste, war mir von Anfang an klar – ich liebe Krimis, Psychothriller im Besonderen, ich lese sehr viel, sehe alles (oder nehme auf), was im Fernsehen dazu kommt, Serien, Reportagen, Filme, beschäftige mich mit authentischen Fällen.
Das erste Buch („Kind vermisst“) bei einem Verlag unterzubringen, war sehr schwierig. Ich habe dazu bestimmt zwei Jahre gebraucht. Zuerst bekam ich zahlreiche Ablehnungen von den großen Verlagen. Ich wusste ja damals noch nicht, dass unverlangt eingesandte Manuskripte gar nicht gelesen werden. Die Absagebriefe sind schon vorformuliert und es heißt darin „passt leider nicht in unser Verlagsprogramm“ oder „unser Programm für die nächsten Jahre steht schon fest“. Irgendwann kommt man dann an den Punkt, an seinem eigenen Manuskript zu zweifeln, es für schlecht zu halten. Manch einer gibt auch auf. Ich habe es dann – das war Ende der 90-er Jahre – über das Internet versucht, Verlage angemailt, das Manuskript angeboten, und irgendwann einen klitzekleinen Verlag gefunden, der das Buch gern drucken wollte.

Welcher Autor inspiriert und beeindruckt Dich selbst?

Jeder, den ich gerade lese ein bisschen!

Woher bekommst Du die Ideen für Deine Bücher?

Ich finde die Grundidee oft bei authentischen Fällen. (Mittlerweile habe ich auch schon ein Buch mit authentischen Fällen veröffentlicht – weitere sind in Vorbereitung). Oft notiere ich mir solche Ideen in ein kleines Büchlein oder auf Zettel. Diese Zettelei bildet dann die Inspiration für eine eigene Geschichte. Bei „Ungeheuer“ war es Edward Theodore Gein, der auf einer Farm in Wisconsin gelebt hat. Bei seiner Festnahme fand man die frisch ausgeweidete Leiche einer Ladenbesitzerin und Teile von mindestens 15 weiteren Leichen; darunter eine Sammlung von Nasen, und Masken aus menschlicher Gesichtshaut. Die meisten Leichen hat er sich vom örtlichen Friedhof „besorgt“, aber zwei Frauen hat er nachweislich auch ermordet. Es ist umstritten, ob Gein auch ein Kannibale war. Bei „Sensenmann“, meinem nächsten Buch, waren es Vorfälle in Kinderheimen, die 2009 ans Licht kamen.

Wie hältst Du Kontakt zu Deinen Lesern?

Ich bekomme Leserbriefe und E-Mails, die ich alle beantworte. Ich spreche bei Buchlesungen mit den Lesern. Da ich die Ostdeutschen Krimitage organisiere, treffe ich auch dort sehr viele Leute, die u.a. auch meine Bücher gelesen haben.

Wann und was liest Du selbst?

Ich mag sehr Jonathan Kellermann, John Sandford, Andrew Vachss oder John Katzenbach. Auch Val McDermid oder Elizabeth George finde ich super. Ich lese auch viel Fachliteratur, Bücher über Mörder, Täterprofile, Fallermittlungen u.ä.