Claudia Schilling

 3.7 Sterne bei 3 Bewertungen
Autor von Hin und weg.

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Hin und weg

Hin und weg

 (3)
Erschienen am 19.12.2017

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K

Rezension zu "Hin und weg" von Claudia Schilling

Inspiriert und begeistert wohl eher "Jungköche" als "alte Hasen"
katze102vor 7 Monaten

Claudia Schilling hat in diesem Buch Rezepte zusammengetragen für Speisen, die man besonders gut zum Picknick, zur Arbeit bzw. zur Schule oder Uni mitnehmen können soll.
Eine genaue Benennung, wieviele Rezepte im Buch enthalten sind, gestaltet sich äußerst schwierig: Auf der Buchrückseite wurde angegeben, dass das Buch „170 Rezepte für den Alltag auf Achse“ enthält, im Vorwort des Buches ist von „über hundert erprobte[] und bewährte[] Rezepte[]“ die Rede und wenn ich die Rezepttitel im Inhaltsverzeichnis nachzähle, komme ich auf 284.

Zunächst stellt die Autorin in ihrem „Boxikon“ Gefäße vor, die sich zum Mitnehmen von Speisen eigenen, für alle, die diesbezüglich noch keine Ahnung haben: Picknickkorb, Thermolunchboxen, Thermoskanne, Kühltasche, Lunchbox, Tortencarrier, Vorratsglas, Tupperware, Brotdosen, Tiffinboxen und eine Bentobox werden in einem kurzen Text vorgestellt, der durch eine skizzenhafte Zeichnung ergänzt wurde.

Danach folgen die Rezepte, die in folgenden Kapitel unterteilt sind:

Mittagstisch:
hier finden sich viele Rezepte von Klassikern wie beispielsweise baked beans, Ratatouille, Linseneintopf, Chili con carne, Kofta-Spießchen oder Fleischbällchen in Tomatensauce

Alles im Brot:
hier finden sich Rezepte um verschiedene Brote zu belegen, beispielsweise Baguette mit Brie und Rrucola, Naanbrot mit Ziegenfrischkäse, Toast-Sandwiches mit Eiermayo oder ein Wrap mit Lachs und Spinat

Mehr als Grün:
hier gibt es Rezepte für verschiedene Salate, beispielsweise Fruchtsalat, Pastasalat mit Röstgemüse, Zucchinispagetti mit Crevetten, Couscous-Salat mit Feta, Quinoa-Salat, Glasnudelsalat

Kinderleicht:
hier geht's haupsächlich um belegte Brote, Brotstangen im Glas oder mal klein ausgestochen auf einem Spiess, belegte Laugenbrötchen, Crispy Chicken nuggets, etwas Gemüse im aufgerollten Pizzateig, Gemüsesticks im Glas, Pfirsich-Eis-Tee in Glas-Bügelflasche, gebackene Windräder aus Fertigblätterteig, Apfelmus oder Miniwaffeln, bei denen der Teig immer nur esslöffelweise in kleinen Flecken im Waffeleisen ausgebacken wird.

Unter freiem Himmel:
hier finden sich Rezepte beispielsweise für ein gefülltes Pizzabrot, einen Hackbraten, einen Ricotta-Cake, Brote, gefüllte Omelettrollen, verschiedene Kuchen

Heißes für kalte Tage:
beispielsweise Karottensuppe mit Kokosmilch, Gulaschsuppe, Minestrone, Kürbissuppe mit Parmesan-Croutons, wozu man sich Wiener Würstchen in einer zweiten Thermoskanne mitnehmen kann, gebackene Tomatensuppe oder eine Pilzcremesuppe

Guten Morgen:
z.B. Milchreis mit Himbeeren, Schokomüsli, Joghurt mit Apfel, Orange und Pekannüssen, Granola ( selbst gemischtes Müsli), Birchermüsli oder über Nacht eingeweichtes Müsli, Energieriegel, Müsli Scones

Auf die Hand:
Miniquiche, Brotwaffeln, Galetten u.a. mit Spinat ( Galette = Buchweizencrepe/-pfannkuchen, gibt es hier aus Dinkelmehl), Frikadellen mit Gemüse, Röstgemüse-Brötchen, Sommerrollen mit Reispapierhülle, Brownies

Zum Knabbern:
hier finden sich Rezepte für verschiedene Knäckebrote, Dips, das Würzen von Nüssen, Karottenchips und Apfelringe, Nuss-Popcorn-Mischung

Zwischendurch finden sich Bastelanleitungen, kurz gehalten, was nicht stört, denn es ist alles gesagt oder gezeichnet, was man braucht. So kann man zum Beispiel aus Wachstuch zwei Kreise ausschneiden, mit doppelter Naht zusammennähen, durch den Tunnel ein Gummiband einziehen und schon hat man ein Flex-Cover. Oder man näht aus Stoff eine Lunchbox mit „Innenfutter“, das man aus einer Kühltasche zurechtgeschnitten hat, wie man aus Stoff eine Tasche herstellt, in der man einen Kuchen transportieren kann, wie man aus einem ausgespülten Tetrapack, den man oben abschneidet eine Box gewinnt, die sich mit einem entsprechend langen Clip schließen läßt.Weitere Anleitungen zeigen, wie man von einer Socke den Fuss abschneidet, säumt und diesen hergestellten „Suppenstrumpf“ über eine Thermoskanne ziehen, einem Vorratsglas einen Rock häkeln kann oder eine große Keksdose lackiert, in den Deckel ein Loch bohrt, durch das man eine Kordelöse zieht, die dann der Griff für die neue, gebastelte Lunchbox sein wird – oder eine Butterbrotstüte, über deren Öffnung man die Serviette klappt und mit einer beklebten Wäscheklammer verschließt.

Ich muß gestehen, dass ich insgesamt weitaus mehr erwartet habe; die Rezepte der Klassiker hat wohl jeder schon mehrfach in anderen Kochbüchern zu Hause. Ich hatte mir gerade für richtig schön gefüllte Bento-/Lunchboxen für Schule / Uni pfiffige Ideen erhofft. Da gibt es ja im Netz so viele kreative Lösungen, welche ich hier leider völlig vermißt habe. Hier gibt es hauptsächlich belegte und mit Gemüse angereicherte Brote für die Kids, also genau das, was ich auch schon mit zur Schule bekam und überhaupt nicht als Rezept erwartet habe; Suppe oder eine heiße Mahlzeit von hauptsächlich Altbekanntem, mitgenommen in Thermoskanne oder Henkelmann ist nun auch nicht wirklich eine neue Idee. Besonders irritiert hat mich das Rezept bzw. die Anleitung für den „Apple to go“ auf S. 160: Hier wird in einer Skizze mit Blick von oben auf den Apfel gezeigt, wie man ihn mit 4 Schnitten in drei mal drei Würfel ( in der Aufsicht) schneidet um dann die acht Stifte ( ohne Kitsche) mitzunehmen. Dass man Zitronensaft darüber träufeln sollte, damit er nicht sofort braun anläuft, versteht sich ja von selber, weshalb dies auch gar nicht in die Anleitung gehört. Ich persönlich finde, dass ein gewaschener Apfel die perfekte und nicht zu überbietende Version eines Apple-to-go darstellt. Von den Bastelanleitungen hat mich keine so sehr angesprochen, dass ich sie nacharbeiten würde.

Das Buch selber wurde sehr aufwändig gestaltet, angefangen vom schönen Titelbild, dessen Prägungen sich ertasten lassen, über unzählige, gelungene und professionelle Fotos der Speisen sowie der Kinder der Autorin ( nehme ich schwer an) bis hin zu einem Lesebändchen, was ich immer sehr schätze. Beim Durchblättern wirkt das Buch sehr hochwertig und dennoch vermag es, so sehr ich es auch bedaure, nicht, mich zu begeistern; die vorgestellten Rezepte sind für mich, leider nicht so neu, wie ich erwartet hatte. Vielleicht liegt es an mir und für andere, insbesondere
Jüngeren, bietet dieses Buch ganz neue Rezepte und jede Menge Inspiration.

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Rezension zu "Hin und weg" von Claudia Schilling

Leckeres Essen für on the road
Brivor 9 Monaten

Wisst ihr was Dabbawalas sind? Bis vor Kurzem war mir der Begriff selbst nicht bekannt, ihre Tätigkeit jedoch schon: Ungefähr 5000 von ihnen sorgen in Mumbai dafür, dass unzählige von Büroangestellten täglich ihr warmes Essen bekommen. Gekocht wird es entweder zu Hause oder von Küchen, in denen man sich quasi ein Mittagsmenü bestellen kann, verpackt und transportiert wird es in Dabbas, mehrteiligen Dosen, Lunchboxes eben. Ein unglaublich ausgeklügeltes System sorgt dafür, dass der Inhalt der Lunchboxes auch wirklich bei seinem Empfänger ankommt. Doch manchmal kann eben auch etwas schief gehen und das liebevoll zu Hause gekochte Essen erreicht nicht den Ehemann der Köchin sondern einen fremden Menschen. Daraus wiederum kann sich so ziemlich alles ergeben, wie der 2013 erschienene indische Film Lunchbox in großartiger Weise und mit wunderbaren Bildern erzählt.

Hin und Weg war auch Claudia Schilling, ihres Zeichens Foodstylistin und Bloggerin, von diesem wunderbaren Film. Die Idee, ein eigenes Kochbuch zu schreiben, reifte schon länger und mit Lunchbox war der Aufhänger gefunden: abwechslungsreiche, unkomplizierte, gesunde Rezepte, die man auch gut unterwegs, draußen beim Picknick oder aber im Büro genießen kann. Dazu noch DIY-Anleitungen für praktische Transportmittel und fertig ist das rundum ansprechende und überzeugende Kochbuch für zu Hause und on the road.

Neben der wunderschönen Aufmachung – schon der Titel ist äußerst liebevoll gestaltet – sind auch die Rezepte individuell gestaltet und die Gerichte sehen einfach zum anbeißen aus. Was die Zutatenliste angeht, so ist alles vorhanden: sowohl ausgefallenere Lebensmittel als auch ganz bodenständige finden ihre Verwendung. Mal schnell ein Rezept ausprobieren wird einem deshalb leicht gemacht und die Rezepte, die ich bisher ausprobiert habe, waren alle völlig stressfrei und doch mit maximalem Erfolg zubereitet. Der Apfel-Zimt-Kuchen, den man sicher auch gut in einer schönen Transportform zu Freunden mitnehmen kann, hat bei uns noch nie das Haus verlassen. Zu gut schmeckt er und ist einfach zu schnell verputzt, als dass wir andere damit beglücken könnten.

Man merkt den Rezepten an, dass hier jemand nicht nur gut und gesund, sondern auch optisch ansprechend kochen will. Wer Kinder hat, weiß wie wichtig das sein kann. Claudia Schilling hat zwei reizende Töchter, die offensichtlich ebenfalls an den leckeren Rezepten aus HIN UND WEG gefallen finden. Auch das empfinde ich als äußerst angenehm und erfrischend, gibt es heute doch so viele Kinder und Jugendliche, die nicht mehr genießen können und selbst gekochtes Essen kaum kennen.

Unser Lütter hat ebenfalls schon im Buch geblättert und das ein oder andere interessante Rezept gefunden: Die Bandbreite seiner Auswahl reicht von Fawaffeln (Waffeln aus einem falafelartigen Teig) über bereits erwähnten Apfel-Zimt-Kuchen bis hin zu den unterschiedlichsten Variationen von Sandwiches. Mein Mann hingegen schwelgt derzeit noch wegen der Kälte in den wärmenden Speisen für kalte Tage und ich selbst freue mich schon auf den Frühling und Sommer, wenn ich wieder so richtig viel Auswahl bezüglich Obst und Gemüse haben werde. Und auf ein Picknick in unserem Fluß- oder Strandbad in der Nähe, freuen wir uns alle schon.

Vielen Dank für die vielen schönen Inspirationen in diesem Buch, wir lieben es heiß und innig und werden nach und nach sicher fast alle der 170 Rezepte ausprobieren. In den paar Wochen, die das Buch in meinem Besitz weilt, habe ich schon sehr viel häufiger und regelmäßiger meine Lunchbox mit ins Büro genommen. Neidische Blicke der Kollegen halte ich aus und da ich ja mein eigener Dabbawala bin, gibt es auch keine Verwechslungsgefahr …

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