Claudia Schreiber Süß wie Schattenmorellen

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Inhaltsangabe zu „Süß wie Schattenmorellen“ von Claudia Schreiber

Dass Erwachsene ihr Leben keineswegs immer besser im Griff haben als Kinder, hat Annie schon früh lernen müssen. Wie oft hat sie ihrer Mutter aus den verrücktesten Schwierigkeiten herausgeholfen! Und auch sonst - wo immer etwas schiefgeht oder jemand Hilfe braucht, ist Annie zur Stelle. So zögert sie selbst dann nicht zuzupacken, als die hochschwangere 16-jährige Paula bei ihr auftaucht und es mit einem Mal um Leben und Tod geht.

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  • Eine schön verpackte Enttäuschung

    Süß wie Schattenmorellen
    littleowl

    littleowl

    15. June 2014 um 14:15

    Die dreizehnjährige Annie wohnt mit ihrer Mutter und ihrem Großvater auf einer Kirschplantage. Schon früh lernt sie, sich nicht auf die Erwachsenen zu verlassen. Ihre Mutter, die seit langem vom Pech verfolgt ist, verschwindet plötzlich, ohne eine Nachricht zu verlassen und ihr Großvater macht Urlaub mit seiner jungen Geliebten. Auf der Plantage allein gelassen versucht Annie so gut es geht, das Geschäft weiterzuführen. Als jedoch eines Tages die hochschwangere Paula auftaucht, steht plötzlich noch viel mehr auf dem Spiel. Also, das positive zuerst: Schon auf den ersten Seiten habe ich mich in Claudia Schreibers Schreibstil verliebt. Die Naturbeschreibungen sind wunderschön und anschaulich, man glaubt wirklich, die Kirschen zu riechen und die Vögel in den Bäumen singen zu hören. Gut gefallen haben mir auch die sehr lebensnahen Dialoge zwischen Annie, ihrer Mutter und dem Opa. Man merkt, dass die Autorin versucht hat, die Sicht einer dreizehnjährigen realistisch darzustellen. Das ist aber leider nicht immer gelungen. Annie ist zwar grundsätzlich eine symphatische Figur, in manchen Dingen ist sie jedoch extrem naiv und weltfremd. Was mich insgesamt beim Lesen gestört hat, ist, dass einfach alles irgendwie überspitzt ist: Galle mit seinen Filmzitaten, Paulas Überwachung durch ihre Eltern, die entgleiste Halloweenparty und und und. Alles in allem konnte mich "Süß wie Schattenmorellen" leider nicht überzeugen. Ich würde aber gerne mehr von der Autorin lesen, da mir ihr Schreibstil sehr gut gefällt.

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  • sehr schön

    Süß wie Schattenmorellen
    Haserl

    Haserl

    08. January 2014 um 09:41

    Ich finde das Claudia Schreiber einen wunderbaren Schreibstil hat. Immer wieder lese ich Ihre Bücher gern und das nicht nur einmal. Sie schreibt sehr fröhlich, Sarkastisch,manchmal traurig aber im Großen und Ganzen sehr lebendig. Ganz kurz: Die gerade mal 14 jährige Annie wächst auf einer Schattenmorellenplantage auf dem Land auf und hat es in Ihrem bisherigen Kindheit nicht leicht gehabt. Immer wieder aufs neue muss sie den Erwachsenen aus der Patsche helfen.Ihre Mutter und Ihr Großvater gehen sich ziemlich auf die Nerven und irgendwann macht sich erst ihr Großvater aus dem Staub und kurz darauf Annies Mutter Nette. Annie ist von nun an ganz alleine auf sich gestellt, weil die Erwachsenen, mal wieder, egoistisch sind und das ausgerechnet in der Erntezeit. Zur selben Zeit, in einen anderen Teil Deutschlands ( Dresden), haut die 16jährige Paula von Zuhause ab. Paula wächst über behütet auf und jede freie Minute wurde von ihren Eltern, nach ihren Vorstellungen, verplant und überwacht. Auch das kann irgendwann nicht mehr gut gehen. Die hochschwangere Paula flüchtet von zu hause und steht irgendwann vor Annies Tür. Eine rasante Geschichte beginnt. Wie diese Geschichte wohl ausgehen mag?? Ein sehr schönes Buch über Freundschaft, Liebe und zusammen halt 5 Sterne von mir

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  • Rezension zu "Süß wie Schattenmorellen" von Claudia Schreiber

    Süß wie Schattenmorellen
    robbylesegern

    robbylesegern

    26. November 2011 um 14:49

    Das Leben eines Kindes kann manchmal schwer sein Annie wächst auf einer hessischen Schattenmorellenplantage auf.Ihre Mutter ist alleinerziehend und will den Vater auch nicht, aber auch Annie stört sie eigentlich nur.So schickt sie Annie schon früh auf die Plantage, dass sie die Vögel mit Trommeln verjagt. Annie verbringt eigentlich ihre ganze Kindheit zwischen den Kirschbäumen und kann ihre freie Zeit so verbringen wie sie möchte.Auch in der Schule fällt es ihr schwer, ruhig zu sitzen, da sie es gewohnt ist sich zu bewegen. Als Annie 13 ist, verläßt ihre egozentrische Mutter, die sie eigentlich immer nur streitend mit ihrem Großvater erlebt, die Plantage, weil sie endlich ihre Ruhe haben will. Ihr Großvater aber , hat sich unsterblich in eine Neunzehnjährige verliebt und genießt seinen 3. Frühling und das auch in der Ferne.So ist Annie allein auf sich gestellt und das kurz vor der Kirschernte. Zusätzlich lernt sie die 16 jährige Paula kennen, die aus einem überbehütenen Elternhaus geflohen ist und nun Zuflucht sucht, weil sie kurz vor der Geburt ihres Kindes steht. So ist es nicht leicht für Annie,allein auf sich gestellt, mit dieser Situation fertigzuwerden. Schon Emmas Glück, das erste Buch dieser Autorin hat mich faziniert und auch ihr zweites Werk steht dem in nichts nach. Wieder hat sich die Autorin eine außergewöhliche Hauptperson ausgesucht, diesmal die 13 jährige Annie, ein Mädchen, dass ohne Mutterliebe und Fürsorge aufwächst und ihren Mitmenschen doch soviel zu geben hat.Ein Kind, dass viel Verantwortung auf ihre jungen Schultern gelegt bekommt und diese mit Bravour meistert und dadurch an Charakterstärke zunimmt.Ein Mädchen, dass unvoreingenommen mit Menschen umgeht und sogar die Außenseiter der Gesellschaft versteht und achtet. Dieses Buch, mit seinen wunderbar beschriebenen Personen, vermittelt Lebensfreude und auch viele Lebensweisheiten. Oft dachte ich, wie kann eine Mutter so mit ihrem Kind umgehen und solch ein Schatz dabei herauskommen.Doch durch Paulas Geschichte wird Annie vielleicht auch ihr eigenes Schicksal ein bisschen erklärbarer und der Weg zurück zu ihrer Mutter ein klein wenig einfacher gemacht. Aber nicht nur die Figur der Annie ist wunderbar gezeichnet, auch die Nebenfiguren stehen klar vorm Auge des Lesers und sorgen für manchen Schmunzler. Ein warmherziges und humorvolles Buch mit vielen Lebensweisheiten, das ich unbedingt empfehlen möchte

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  • Rezension zu "Süß wie Schattenmorellen" von Claudia Schreiber

    Süß wie Schattenmorellen
    Fantasie_und_Träumerei

    Fantasie_und_Träumerei

    17. June 2011 um 19:20

    KLAPPENTEXT: Dass Erwachsene ihr Leben keineswegs immer besser im Griff haben als Kinder, hat Annie schon früh lernen müssen. Wie oft hat sie ihrer Mutter aus den verrücktesten Schwierigkeiten heraus geholfen. Und auch sonst – wo immer etwas schiefgeht oder jemand Hilfe braucht, ist sie zur Stelle. So zögert sie selbst dann nicht anzupacken, als die hochschwangere 16-jährige Paula bei ihr auftaucht und es mit einem Mal um Leben und Tod geht. ZUR AUTORIN: Claudia Schreiber wurde in einem kleinen Dorf in Nordhessen geboren, lebt nun aber schon seit über 12 Jahren in Köln. Sie beschreibt sich selbst als „eine glückliche Frau“. Sie hat mehrere Bücher für Erwachsene, aber auch ein Kinderbuch veröffentlicht. Ihr Roman „Emmas Glück“ (unbedingt lesen!!!) wurde verfilmt und in mehreren Ländern veröffentlicht. Für „Süß wie Schattenmorellen“ wurden ebenfalls Filmrechte erworben. EIGENE MEINUNG: Sehnsüchtig habe ich auf ein neues Buch von Autorin Claudia Schreiber gewartet, deren Roman „Emmas Glück“ zu meinen absoluten Lieblingsbüchern zählt. Nun hat mein Warten endlich ein Ende. Wieder einmal glänzt die Autorin mit Charakteren, die etwas skurril, aber liebenswert und etwas ganz besonderes sind. Annie lebt gemeinsam mit ihrer Mutter und ihrem Opa auf einem Hof in einem hessischen Dorf. Gemeinsam bewirtschaften sie eine Kirschplantage. Einen Vater hat Annie nicht. Gezeugt wurde sie per „Windbefruchtung“, wie ihre Mutter es so schön sagt. Der wird eines Tages alles zu viel und als Opa dann auch noch seinen zweiten Frühling erlebt, wird es ihr endgültig zu bunt und sie haut ab. Nun ist Annie auf sich allein gestellt. Einzig ihre Freunde, der hilfsbereite Apotheker und Galle, der etwas verquere Dorftrottel, stehen ihr zur Seite. Doch plötzlich überschlagen sich die Ereignisse und nichts ist mehr wie es scheint. Claudia Schreiber glänzt mal wieder durch ihre Charaktere. Allen voran Protagonistin Annie, die ganz anders ist als die Mädchen in ihrem Alter und Ruhe und Geborgenheit in der Arbeit auf der Kirschplantage findet. Auf der einen Seite gilt sie als eher zurückgeblieben. Hat kein Handy, kein Internet, keine gleichaltrigen Freunde. Auf der anderen Seite ist sie sehr intelligent und weise. Außerdem betreibt sie eine Studie über das Sexualleben ihrer Mitmenschen, deren Ergebnisse sie sich sorgfältig in ihrem Herbarium notiert. Mutter Nette wird einfach alles zu viel. So viel Arbeit, so viel Verantwortung und dazu keinen Mann. Das kann sie einfach nicht ertragen. Sie leidet an einer Art Burn-Out-Syndrom, was wiederum einiges an Verantwortung auf Annie abwirft, denn Opa hält sich mal schön aus allem raus. Trotzdem ist er mein Lieblingscharakter der Geschichte. Ich liebe einfach seine Sprüche und Lebensweisheiten. Er nimmt kein Blatt vor den Mund, sagt was er denkt und macht, wozu er Lust hat. Aber nicht nur die Protagonisten, sondern auch die Nebencharaktere sind mit ganz viel Liebe und netten kleinen Details kreiert. So, dass ich ständig dachte: “Nee! Das is ja wie bei uns auf ´m Dorf!!“ Dies gibt dem Leser nicht nur das Gefühl ganz nah am Geschehen dran zu sein, sondern auch mitzufühlen, mitzuerleben und richtig in die Geschichte hinein zu leben. Claudia Schreiber berichtet aber nicht nur aus Annies Leben, sondern auch aus dem der 16-jährigen Paula, die von ihren Eltern überbehütet und sogar elektronisch überwacht wird. Damit steht diese im krassen Kontrast zu Annie, die schon sehr viel Verantwortung tragen muss und größtenteils auf sich allein gestellt ist. Die Autorin beleuchtet somit zwei gegensätzliche Erziehungsstile, die sie durch übertriebene Handlungen überspitzt darstellt. Das war mir an manchen Stellen etwas zu überdreht, hat aber auf die Gesamtqualität des Buches kaum Auswirkungen. Sie übt indirekte Kritik an diversen Eltern bzw. deren Beziehung zu ihren Kindern und macht uns ganz klar deutlich, dass die Entwicklung des Kindes sowieso nicht von seinen Eltern abhängt. Die Persönlichkeit eines jeden Heranwachsenden ist individuell und nur bedingt beeinflussbar. Wieder einmal hat Claudia Schreiber einen sehr schönen Roman geschrieben, der mich vor allem auch sprachlich überzeugt hat. Mit jeder Menge Humor und Sarkasmus erzählt sie vom Leben auf dem Land und den damit zusammenhängenden Höhen und Tiefen. FAZIT: Für alle Fans von Claudia Schreiber ein Muss!! Wer sie noch nicht kennt, sollte spätestens jetzt endlich mal ein Buch von ihr lesen!! „Süß wie Schattenmorellen“ ist ein herrlich erfrischendes Buch über Familie, Erziehung, Freundschaft und den Sinn des Lebens.

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  • Rezension zu "Süß wie Schattenmorellen" von Claudia Schreiber

    Süß wie Schattenmorellen
    lokoschade

    lokoschade

    06. June 2011 um 11:38

    Was ist passiert im Leben einer 13jährigen die zu dem Schluß kommt, dass das Leben weh tut? Annie wächst auf einer Schattenmorellenplantage auf. Ihre Bezugspersonen und Erziehungsberechtigen, Mutter und Großvater, liegen sich mehr in den Haaren als sonstwas. Ihre Mutter Nette "die sich oft und gern verliebt ohne auf die Männer zu achten sondern bloß auf den Zustand" ist völlig überfordert mit ihrem Leben als solches und dem Hof im allgemeinen. Der Großvater, der sich kurz vor seinem Lebensabend nochmal kräftig in eine 19jährige verliebt und das auch, beobachtet von Annie, kompetent lebt. Nach einem schrecklichen Streit und einem unabwendbaren Nervenzusammenbruch geht Nette! Einfach so! Einfach weg! Um zu sich zu kommen! Als wäre das noch nicht schlimm genug verläßt der Großvater mit seiner Geliebten den Hof, in dem Glauben Nette würde ja bald wieder zurückkommen. Und Annie ist irgendwo im Hessischen, auf einer Schattenmorellenplantage, auf sich ganz alleine gestellt. In einem anderen Teil Deutschlands, in Dresden, haut die 16jährige Paula aus ihrem Elternhaus ab. Überbehütet und die Zukunft minutiös verplant (...dann kommt Berkeley, da warten sie schon auf dich) flieht sie vor der erdrückenden Wirklichkeit. ...und dann eines Tages treffen diese beiden allein gelassenen Mädchen aufeinander! Süß wie Schattenmorellen ist mir zwischenzeitlich aufgestoßen wie bittere Galle! Annie völlig allein gelassen, muss Entscheidungen treffen die so manchen Erwachsenen bestimmt überfordert hätten. Aber auch in diesen Extremsituationen bleibt Claudia Schreiber glaubwürdig und sie schafft es trotz der schwierigen Themen ein optimistisches, versöhnliches und humorvolles Buch zu schreiben.

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  • Rezension zu "Süß wie Schattenmorellen" von Claudia Schreiber

    Süß wie Schattenmorellen
    Zschahna

    Zschahna

    16. May 2011 um 21:04

    Mit "Süß wie Schattenmorellen" ist Claudia Schreiber ein ganz wunderbares Buch gelungen. Von der ersten Seite an ist man in der Geschichte und will unbedingt wissen, wie es weitergeht. Sie schafft es mit wenigen Worten eine Atmosphäre zu erzeugen, sodass ich die Kirschen teilweise riechen konnte. Im Zentrum des Geschehens steht die 13-jährige Annie, welche es in ihrem jungen Leben oft nicht leicht hat und dadurch viel zu schnell erwachsen werden muss. Wie der Klappentext bereits verrät muss sie den Erwachsenen immer wieder aus der Klemme helfen und bleibt dabei selbst oft auf der Strecke. So auch als sich ihre Mutter und ihr Großvater beinahe gleichzeitig aus dem Staub machen und Annie ganz allein mit der Plantage zurückbleibt. Trotz dieser Lasten beweist Annie Stärke und verliert dabei nie ihren Witz und ihre Lebensfreude, was mich immer wieder beeindruckt hat. Aber Claudia Schreiber hat nicht nur ihre Protagonistin so lebhaft gestaltet, sondern auch viel Wert auf die Nebenfiguren gelegt, welche zwar sehr skurriel und überspitzt sind, aber man hat dennoch das Gefühl, sie im wirklichen Leben antreffen zu können. Die Geschichte zeigt viel Wahres und macht deutlich, dass es nicht immer einfach ist im Leben, aber das man versuchen sollte, das Beste daraus zu machen. So durchzieht sich ein teilweise sehr derber Humor durch die Erzählung und nimmt ihr auch an den kritischen Stellen die Schwere. Was für mich persönlich noch eine kleine Besonderheit dargestellt hat, war, dass ich immer wieder Orte meiner Heimatstadt entdeckt habe, an denen ich selbst schon oft war. Claudia Schreiber hat es geschafft die Geschichte eines jungen Mädchens vollkommen ehrlich, unterhaltsam und keinesfalls kitschig zu erzählen.

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  • Rezension zu "Süß wie Schattenmorellen" von Claudia Schreiber

    Süß wie Schattenmorellen
    ::Nina::

    ::Nina::

    02. April 2011 um 17:38

    »Schade, dass IKEA keine Särge hat und Aldi entsprechende Hemden dazu.« - Seite 81 - Die 14jährige Annie lebt mit ihrer (vor allem in Liebesdingen) glücklosen Mutter Nette und dem kauzigen Opa auf einer Schattenmorellenplantage. In der Schule ist sie eine Außenseiterin, weil sie – statt zu chatten oder Musik zu hören oder was man sonst so als Heranwachsende macht – lieber durch die Kirschbäume strolcht und die Vögel vertreibt. Einen eigenen Computer oder einen iPod hat Annie auch gar nicht. Dazu fehlt das Geld, denn die Mutter hat nicht nur mit den Männern Pech, sondern auch mit ihren Kirschen. Als der Opa sich eine blutjunge Gespielin aus dem Internet auf den Hof holt und dort mit ihr seinen zweiten Frühling erlebt, hat Nette endgültig die Nase voll und nimmt sich eine Auszeit. Kurz darauf packt auch der Opa seine Koffer, um mit seiner Ninotschka ans Meer zu fahren. Und plötzlich ist Annie alleine – mit der anstehenden Kirschernte und der 16jährigen Paula, die eines Tages hochschwanger für Annies Tür steht… Das Setting (Frau/Mädchen allein auf einem Bauernhof) erinnert bewusst an Emmas Glück, einem früheren Roman der Autorin. Doch während es hier um das Ende des Lebens ging, dreht sich in Süß wie Schattenmorellen nun alles um dessen Anfang. Im Zentrum stehen Annie und deren Reife zur Frau, die leider schneller vonstatten geht als man es einem Kind eigentlich wünscht. Viel zu sehr lasten die Unzufriedenheit und das Unvermögen der Erwachsenen auf ihren jungen Schultern, doch Annie ist stark, gewitzt und strahlt trotz allem eine unbändige Lebensfreude aus. Sie ist ein Charakter, den man so schnell nicht wieder vergisst, jemand, der sich einprägt. Aber auch die anderen, teils sehr skurrilen Figuren sind Claudia Schreiber vortrefflich gelungen. Die überforderte Mutter, der schräge Opa (von dem im Übrigen das obige Zitat stammt) – sie und auch die anderen Nebenfiguren werden dem Leser mit wenigen Worten greifbar gemacht. Sie sind überzeichnet und doch lebensnah. Insgesamt ist die Geschichte keine, die so oder ähnlich tagtäglich passiert. Trotzdem steckt sehr viel Wahres und Weises in Claudia Schreibers Worten. Kaum vorstellbar eigentlich, dass sie für das, was sie da alles erzählt, mit gerade einmal 285 Seiten (gebunden in Handtaschengröße!) auskommt. Aber egal wie ernst es auch wird, nie drückt die Geschichte zu sehr auf den Magen. Dafür sorgt der teils recht derbe Humor der Autorin, die hier einen perfekten Balanceakt zwischen Schwere und Leichtigkeit schafft. Ihr Erzählstil ist herzlich und schnodderig zugleich, ehrlich und absolut unkitschig. FAZIT: Ein außergewöhnliches, originelles Buch. Hatte mich Emmas Glück vor 4 Jahren noch nicht restlos überzeugen können, die bittersüßen Kirschen haben es definitiv geschafft!

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  • Rezension zu "Süß wie Schattenmorellen" von Claudia Schreiber

    Süß wie Schattenmorellen
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    19. March 2011 um 09:22

    Annie wohnt mit ihrer Mutter und ihrem Grossvater auf einer Schattenmorellenplantage. Jeden Tag verbringt sie viel Zeit damit, die Vögel von den Kirschen zu verjagen. Das macht sie schon seitdem sie ein kleines Mädchen war und von ihrer Mutter die kleine Trommel umgehängt bekam, um Lärm zu schlagen. Annie ist oft auf sich allein gestellt. Sie verbringt viel Zeit im Freien und läuft am liebsten den ganzen Tag. Aus diesem Grund hat sie auch Schwierigkeiten, sich in der Schule zu konzentrieren und still zu sitzen. Annie hat keine Ahnung, wer ihr Vater ist. Manchmal fragt sie sich, ob das überhaupt ihre Mutter weiß, denn die wechselt oft ihre Männer. “Nicht alle Kirschen kennen die glückliche Liebe. Liebliche Bienen befruchten die Blüten der Süßkirsche mit ihrem pelzigen Po, drum ist ihr so süßlich zumute. Der Schattenmorelle dagegen reicht, wenn ein anständiger Wind den Samen durch ihre Äste fegt. Kein Wunder, dass dich die zugige Liebe, die du bekommst, so sauer macht. “ Nun wird Annies Leben auf eine sehr harte Probe gestellt. Nachdem ihre Mutter sich bereits aus dem Staub gemacht hat, beschließt auch ihr Großvater mit seiner neuen Freundin in Urlaub zu fahren. Von einem Tag auf den anderen ist die vierzehnjährige Annie ganz allein. Da es aber Sommer ist und die Schattenmorellen gepflückt werden müssen, hat sie alle Hände voll zu tun. Sie muss einiges organisieren, was allerdings manchmal auch aus dem Ruder läuft. Vor allem als ihre Freundin, die viel Zeit im Internet verbringt, einen Flashmob auf der Plantage organisiert. Was eigentlich als Erntehilfe gedacht war, entpuppt sich sehr schnell als ein Zerstörungskomitee. Annie wird jedoch auch damit fertig. Sie schafft es sogar, unerfahren aber klug wie sie ist, einem Baby und seiner jugendlichen Mutter das Leben zu retten. “Süß wie Schattenmorellen” ist ein wunderbar warmes Buch, das das schnelle Erwachsenwerden eines Mädchens beschreibt. Sehr originell, mit viel Humor und flüssiger Sprache schafft Claudia Schreiber eine einmalige Atmosphäre mit Wohlfühlfaktor. Die Autorin passt die Sprache sogar der Situation oder den Menschen, die sie sprechen, an. So unterhält sich Annie zum Beispiel mit ihrer Freundin: - haste ipod mp3 so was, kopir isch dir. - Wir haben ein Radio daheim. - Da fragte Franzi: was ‘n das? Und wenn dann zwischendurch der Großvater seine Lebensweisheiten zum Besten gibt, kann man entweder schmunzeln oder auch sogar laut lachen. “Das Totenhemd kostet extra, wusstest du das? Man kann beim Bestatter schon vorher aussuchen, will man läppisches Leinen tragen oder teure Seide. Schade, dass Ikea keine Särge hat und Aldi entsprechende Hemden dazu.” “Süß wie Schattenmorellen” bekommt von mir die uneingeschränkte Leseempfehlung. Vor allem für diejenigen, die nach einer Gute-Laune-Lektüre ohne Kitsch aber mit viel Wärme suchen.

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