Claudia Wädlich Innere Zirkel

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Inhaltsangabe zu „Innere Zirkel“ von Claudia Wädlich

schon vorbei "Die Betonzeiten verrotten durch Knopfdruck auf das Turbozeitalter" Und in des Vorfrühlings Tauwetterperioden blühend die Zaubernüsse woben ein höheres Wissen über das manipulierte Gewissen" Den poetischen Arbeiten Claudia Wädlichs liegen zugrunde: Erfahrungen mit der Zeit, politische Reflexionen über den Zustand der Gesellschaft, zum Beispiel durch Rückgriff auf Mythen, Ereignisse und Erkenntnisse früherer Kulturen, wie der altägyptischen, Naturlyrik, Aufklärungskritik etc. Im wesentlichen geht es um die sogenannten Geheimnisse der Geschichte, der Politik, in den Kulturen und Massenmedien, um den Verlust der Menschheitskultur. Das Interesse der Autorin gilt dem Menschen der Gegenwart, dem diese "inneren Zirkel" zum Schaden gereichen. Doch blau die Gedanken 'Die Betonzeiten/verrotten/durch Knopfdruck/auf das Turbozeitalter/schneller höher leichter … glasklar/ist der Durchblick/auf die Corbusier’schen/Slums/der gefeierten Zukunft.' So illusionslos kommentiert Claudia Wädlich in ihrem Gedicht 'Schon vorbei' die Segnungen eines immer rapider vorpreschenden Fortschritts. Was der Homo faber gestern noch als Gipfel technischer Machbarkeit feierte, ist morgen unter den 'Fassaden hochgetürmter Phrasen' verrottet. Der Hinweis auf Le Corbusier ist insofern aufschlussreich, als gerade die Entwürfe dieses berühmten Baumeisters der Utopie eines humanen Städtebaus sehr nahe kamen, ehe sie zu Slums verkamen. Will sagen, Wädlichs Zivilisationskritik operiert nicht im leeren Raum, sie benennt Ursachen und Folgen einer Entwicklung auch dort, wo sie in existenzielle Bereiche stößt. Claudia Wädlich wurde 1958 in Oberhausen geboren. Nach dem Jurastudium wandte sie sich u. a. der Literatur und der Archäologie zu. Exkursionen nach Ägypten machten sie mit den versunkenen Kulturen Nordafrikas vertraut. Nicht zuletzt diese Erfahrung spiegelt sich in ihren Gedichten, so sie im Rückgriff auf Mythos und Geschichte aktuelle 'Befindlichkeiten' reflektieren – gegen die Schönreden in der modernen Mediendemokratie. Das geschieht nicht mit dem Pathos plakativer Anklage, sondern in konzentrierten, poetischen Bildern. So auch in unserem Beispiel aus Wädlichs erstem Gedichtband 'Innere Zirkel' (deutscher lyrik verlag, 9 Euro), das Element klassischer Natur- und Gedankenlyrik kunstvoll ineinander verwebt. Im Zeitalter globaler Umweltkatastrophen ist das Meer mit seinen Geheimnissen nicht mehr nur – wie noch bei Heine oder in Debussys grandioser Tondichtung – Anlass für romantische oder impressionistische Verklärung. Schon der Titel beschwört jene Krise, der sich das lyrische Ich bewusst ist. Noch sieht es, tief verwurzelt in den Gezeiten des Lebensspenders Wasser, das Meer 'silbrig perlend' schimmern. Doch Poseidons 'ölige' Ernte trübt die Idylle. Und hinter der vieldeutigen Metapher sehen wir Bohrinseln und die Öltanker, die heute die Weltmeere durchpflügen. Gegen den Befund der 'Krise' aber setzt das Gedicht, jede Strophe mit einem sanft abklingenden Reim schließend, eine Vision von elegischer Schönheit: Zeit und Vergänglichkeit fließen durch blaue Gedanken, 'die um maritime Gärten ranken'. WAZ, Hans Jansen

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  • Rezension zu "Innere Zirkel" von Claudia Wädlich

    Innere Zirkel

    angeli

    13. July 2011 um 11:25

    Die lyrischen Bilder der „inneren Zirkel“ sind wie mythische Tore, durch die der Leser schreitet, um ins Ursprungsland menschlicher Zivilisation zu gelangen, in welchem die Grundmauern der ältesten Weltkulturen im Glanz der aufsteigenden Sonne erstrahlen und die Menschen zur Huldigung des Sonnengotts Rê die kostbarsten Opfer erbringen. Die Verse gleiten über die Wellen im ewigen Kreislauf des Lebens. In einer unverwechselbaren Sprache, die von Geheimnis und Zauber durchdrungen ist, entstehen Denkmäler der altägyptischen Kultur, die bis heute in unserer westlichen Konsumgesellschaft nachklingen und deren magische Anziehungskraft den modernen Menschen unverändert in ihren Bann zieht. Tolles Buch!

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