Claudie Gallay

 4.1 Sterne bei 51 Bewertungen
Autor von Die Brandungswelle, Ein Winter in Venedig und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Claudie Gallay

Sortieren:
Buchformat:
Die Brandungswelle

Die Brandungswelle

 (35)
Erschienen am 09.11.2011
Ein Winter in Venedig

Ein Winter in Venedig

 (9)
Erschienen am 11.08.2014
Die Liebe ist eine Insel

Die Liebe ist eine Insel

 (4)
Erschienen am 10.12.2012
Ein Stück vom Himmel

Ein Stück vom Himmel

 (2)
Erschienen am 09.11.2015
Die Brandungswelle: Roman

Die Brandungswelle: Roman

 (0)
Erschienen am 31.05.2012
Die Liebe ist eine Insel: Roman

Die Liebe ist eine Insel: Roman

 (0)
Erschienen am 10.12.2012
Seule Venise

Seule Venise

 (1)
Erschienen am 20.06.2013
Dans l'or du temps

Dans l'or du temps

 (0)
Erschienen am 29.09.2011

Neue Rezensionen zu Claudie Gallay

Neu
wandablues avatar

Rezension zu "Die Brandungswelle" von Claudie Gallay

Trauerarbeit am Meer.
wandabluevor einem Jahr

Trauerarbeit am Meer.
La Hague, eine raue Insel in der Normandie beherbergt raue Menschen. Die Heldin, allgemein von den Insulanern „La Griffue“ genannt, nach dem Haus, in dem sie Logis bekommen hat, ist Binnenländerin und Biologin und auf die Insel gekommen, um Vögel zu zählen, aber eigentlich, um letzte Trauerarbeit zu leisten und um allein zu sein, denn ihr Mann ist an einer unheilbaren Krankheit gestorben. Sie ist namenlos und bleibt es bis zum Buchende. Sie beobachtet und mischt sich nicht ein, was ich übel nehme, denn einige Tierquälereien, die sie beobachtet, hätte sie mit Leichtigkeit unterbinden können, wenn sie nur gewollt hätte. Aber ihre Unbeteiligtheit ist ihr wichtiger als Mitgefühl. Oder der Autorin. Was sie will, weiss kein Mensch, auch die geneigte Leserin nicht. Lambert?

Denn plötzlich interessiert sie sich doch. Für die Menschen und für Lambert. Der auf die Insel gekommen ist, um sein Haus zu verkaufen und der den Verlust seiner auf dem Meer gebliebenen Familie beklagt. Allerdings schreibt er die Schuld dafür weniger dem Meer als dem alten Theo zu.

Die Autorin stellt dem Leser das Inselleben plastisch vor Augen sowie das Schicksal der vom Meer gezeichneten Fischer. Die typischen Seeszenen und Meerbilder sind hervorragend herausgearbeitet, die Inselbewohner mit vielen Details und mit Hintergrund versehen. Das ist großes Kino. Ein bisschen ein düsteres Kino. Klar. Es geht Wind, Sturm, Menschen bleiben im Meer. Die Insel ist karg. Die Bewohner sind knorrig und wunderbar. Die Sonne scheint nur kurz. Eigentlich wollen alle weg von hier.

Die Stilmittel sind von der Autorin an das karge Inselleben angepasst. Das ist gewollt und gekonnt. Kurze Hauptsätze. Keine Konjunktionen. Dennoch Stil und Atmosphäre! Man muss sich in das Spartanische, Abgehackte einlesen. Auf 500 Seite hin klingt mir der Verzicht auf jede Konjunktion allerdings dann doch etwas hart im Ohr.

Fazit: Ein stilistisch ansprechender Roman über eine raue Insel in der Normandie. Sehr atmosphärisch geschrieben.

Kategorie: Gute Unterhaltung
Verlag: btb, 2008, 3. Aufl.

Kommentare: 1
37
Teilen
schokoloko29s avatar

Rezension zu "Ein Winter in Venedig" von Claudie Gallay

Ein Winter in Venedig
schokoloko29vor 2 Jahren

Die Protagonistin verliert ihren Liebhaber. Er hat mit ihr Schluß gemacht und sie fällt in ein riesiges Loch. Sie verliert ihre Stelle und dann stirbt auch noch ihr Goldfisch. Sie beschließt über Weihnachten und Neujahr nach Venedig zu fahren.
Dort kommt sie in eine Pension, in dem ein russischer Fürst und ein junges sich ein Zimmer genommen hat.
In diesem Buch wird stark die Atmosphäre der Stadt wiedergegeben. Der Nebel und das Morbide, was die Stadt ausmacht. Auch die Beziehungen unter den Bewohnern wird unter die Lupe genommen.
Für mich war die Sprache einfach wunderschön. Kleine kurze Sätze, die für mich ein sehr intensives Leseerlebnis waren.

Fazit:
Mich hat das Buch mitgenommen auf eine Reise. Die Reise der Protagonistin vom Herzschmerz zu neuen Erfahrungen und auch eine Horizonterweiterung der Protagonistin. Aber auch auf die Reise nach Venedig und alles was Venedig ausmacht.
Mir hat das Buch sehr, sehr gut gefallen.

Kommentare: 1
33
Teilen
Barbara62s avatar

Rezension zu "Seule Venise" von Claudie Gallay

Venedig abseits aller Klischees
Barbara62vor 2 Jahren

Claudie Gallays Roman Les déferlantes aus dem Jahr 2008, der 2010 auf Deutsch unter dem Titel Die Brandungswelle erschien, stand damals nicht nur monatelang auf der französischen Bestsellerliste, sondern war auch für mich eine ganz große Entdeckung. Mehr noch als die Handlung hat mich damals die Beschreibung der Natur, der Vogelwelt und des Meeres, die die eigentlichen Protagonisten sind, begeistert.

Bei ihrem bereits 2004 erschienenen Roman Seule Venise habe ich mich nun an das französische Original herangetraut und war überrascht, wie gut es sich lesen ließ. Auch hier steht eigentlich nicht eine Person im Mittelpunkt, sondern vielmehr die Stadt Venedig, und das zu einer Jahreszeit, in der keines der üblichen Klischees zutrifft, man kaum Touristen trifft und das Wetter mehr als unwirtlich ist: im Winter.

Von ihrem Lebenspartner verlassen, flüchtet die tief verwundete Ich-Erzählerin mittleren Alters Hals über Kopf in diese Stadt, mit der wir eher die Liebe als den Liebeskummer, eher die Sonne und Wärme als Regen, Nebel und Kälte verbinden. Zufällig ist dieses Ziel, ohne Plan kommt sie dort an, und wir begleiten sie auf ihren scheinbar endlosen Spaziergängen durch das menschenleere, ungemütliche und doch so faszinierende Venedig, in dem eine heiße Schokolade oder die Katzen eine übergroße Bedeutung bekommen können. Wir werden Zeugen ihrer Gedanken und ihrer tiefen Verzweiflung, aber auch des ganz langsam wiedererwachenden Lebenswillens und ihrer wenigen Außenkontakte zu den anderen Gästen ihrer kleinen Pension und einem Buchhändler.

Passend zu ihren trüben Gedanken und zur Stimmung in der feuchten Stadt ist der Stil stakkatohaft-abgerissen und die Sätze sind sehr kurz, teilweise unvollständig, oft lakonisch, immer sehr präzise und distanziert.

Wer bereit ist, sich von Claudie Gallay, die für mich zu den großen französischen Autorinnen der Gegenwart gehört, in ein anderes Venedig und in eine düster-melancholische, ganz besondere Stimmung versetzen zu lassen, wem die Atmosphäre auch einmal wichtiger sein kann als die Handlung, dem wird dieser außergewöhnliche, merkwürdig intensive kleine Roman bestimmt genauso gut gefallen wie mir.

Kommentieren0
125
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Community-Statistik

in 93 Bibliotheken

auf 6 Wunschlisten

von 1 Lesern aktuell gelesen

von 1 Lesern gefolgt

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks