Claudie Gallay Die Brandungswelle

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Inhaltsangabe zu „Die Brandungswelle“ von Claudie Gallay

La Hague im Nordwesten der Normandie: Nur wenige wohnen hier, am Ende der Welt, am Meer, dort, wo die Menschen ebenso schroff sind wie die Natur und das Leben vom Wind, vom Wetter, von den Gezeiten bestimmt wird – bis eines Tages Lambert auftaucht. Fremde, die hier länger bleiben, gibt es selten; sie werden von den Einheimischen argwöhnisch beäugt, aber Lambert ist nicht wirklich fremd; irgendwie gehört er dazu. Vor vierzig Jahren starben seine Eltern und sein Bruder bei einem Bootsunglück. Nun ist er zurückgekommen, um das dramatische Unglück von damals aufzuklären. Und allmählich bröckelt die Wand des Schweigens, hinter der jeder Dorfbewohner ein Geheimnis zu verbergen scheint …

Viel Stimmung. Man muss sich in den kargen Stil allerdings einlesen und sich auf Langsamkeit einlassen können.

— wandablue

Ein Lesegenuss für Liebhaber „langsamer“ Bücher – traurig, melancholisch, aber voller Lebenskraft

— GersBea

In kurzen Sätzen und einer bildreichen Sprache, gewaltig wie die Meeresbrandung, zeichnet Gallay Natur und Personen.

— Barbara62

Eigenwillige Charaktere, Landschaftsbeschreibungen nicht zu lang und doch schmeckt man das Salz in der Luft beim Lesen. Lieblingsbuch!

— Cappukeks

Wie das Meer: mal still, mal tosend. Eigenwillig französisch, der Stil. Eine Geschichte, die mich nachdenklich gemacht hat wie lange keine.

— AlexaMcNight

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Hammerharte Realität, hammerhart erzählt. aber Umsetzung + Stil waren leider nicht so mein Fall. Sehr distanziert. Dennoch grausame Realität

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  • Trauerarbeit am Meer.

    Die Brandungswelle

    wandablue

    28. June 2017 um 19:37

    Trauerarbeit am Meer. La Hague, eine raue Insel in der Normandie beherbergt raue Menschen. Die Heldin, allgemein von den Insulanern „La Griffue“ genannt, nach dem Haus, in dem sie Logis bekommen hat, ist Binnenländerin und Biologin und auf die Insel gekommen, um Vögel zu zählen, aber eigentlich, um letzte Trauerarbeit zu leisten und um allein zu sein, denn ihr Mann ist an einer unheilbaren Krankheit gestorben. Sie ist namenlos und bleibt es bis zum Buchende. Sie beobachtet und mischt sich nicht ein, was ich übel nehme, denn einige Tierquälereien, die sie beobachtet, hätte sie mit Leichtigkeit unterbinden können, wenn sie nur gewollt hätte. Aber ihre Unbeteiligtheit ist ihr wichtiger als Mitgefühl. Oder der Autorin. Was sie will, weiss kein Mensch, auch die geneigte Leserin nicht. Lambert? Denn plötzlich interessiert sie sich doch. Für die Menschen und für Lambert. Der auf die Insel gekommen ist, um sein Haus zu verkaufen und der den Verlust seiner auf dem Meer gebliebenen Familie beklagt. Allerdings schreibt er die Schuld dafür weniger dem Meer als dem alten Theo zu. Die Autorin stellt dem Leser das Inselleben plastisch vor Augen sowie das Schicksal der vom Meer gezeichneten Fischer. Die typischen Seeszenen und Meerbilder sind hervorragend herausgearbeitet, die Inselbewohner mit vielen Details und mit Hintergrund versehen. Das ist großes Kino. Ein bisschen ein düsteres Kino. Klar. Es geht Wind, Sturm, Menschen bleiben im Meer. Die Insel ist karg. Die Bewohner sind knorrig und wunderbar. Die Sonne scheint nur kurz. Eigentlich wollen alle weg von hier. Die Stilmittel sind von der Autorin an das karge Inselleben angepasst. Das ist gewollt und gekonnt. Kurze Hauptsätze. Keine Konjunktionen. Dennoch Stil und Atmosphäre! Man muss sich in das Spartanische, Abgehackte einlesen. Auf 500 Seite hin klingt mir der Verzicht auf jede Konjunktion allerdings dann doch etwas hart im Ohr. Fazit: Ein stilistisch ansprechender Roman über eine raue Insel in der Normandie. Sehr atmosphärisch geschrieben. Kategorie: Gute UnterhaltungVerlag: btb, 2008, 3. Aufl.

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  • Wenn Trauer und Resignation das Leben erstarren lassen

    Die Brandungswelle

    GersBea

    18. January 2016 um 16:19

    Auf dieses Buch muss man sich einlassen. Ein gemächliches Buch, ganz wie das Leben in La Hague, einem fast entvölkerten Dorf im Nordwesten der Normandie. Kurze Szenen mit Alltäglichem und dann wieder ganz beiläufig eine wichtige „Enthüllung“. Die Dorfbewohner sind mir nach und nach ans Herz gewachsen: - die namenlose Ich-Erzählerin. Sie zählt für die Vogelstation in Caen die Seevögel. Sie ist nach einem tiefgreifenden Verlust aus dem Süden in den kargen Norden geflüchtet. - Lambert, der „ausgestiegene“ Kriminalkommissar, der nach La Hague kommt, um – nach 40 Jahren – endlich die Wahrheit über den Segelunfall zu erfahren, bei dem seine Eltern und sein 7jähriger Bruder Paul ertrunken sind. - Lili, die Wirtin im Gasthaus, dem Treffpunkt in La Hague. - Lilis senile Mutter, nur „Die Mutter“ genannt, die unglücklich mit Theo verheiratet ist, aber seit vielen Jahren getrennt von ihm lebt. - Theo, er hat bis kurzem die Vögel beobachtet und gezählt. Jetzt ist er sehr krank. - Nan, deren Liebe zu Theo ihr Leben geprägt hat. - Max, das Dorffaktotum, der ein besonderes Verhältnis zu Wörtern hat. - Morgane, die Bedienung im Gasthof, die mit ihrem Bruder, dem Künstler Raphael und der Ich-Erzählerin in einem verlassenen, halb verfallenen alten Hotel wohnt. - Ilo, „Die Bachstelze“, ein 7jähriges vernachlässigtes Mädchen. - Monsieur Anselme, der bourgeoise Bewahrer des Erbes und des Andenken an den Dichter Prévert. Nach und nach werden die Beziehungsgeflechte zwischen ihnen aufgedeckt. Claudie Gallay schreibt sehr sinnlich: Gerüche steigen in die Nase; die Bedrohung, aber auch die Schönheit der schroffen Felsenküste werden direkt greifbar; man hört die Brandung des Meeres und die Rufe der Vögel; man spürt den Wind auf der Haut. Ein seltener Lesegenuss, deshalb 5 Sterne.

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  • Ein Roman, so gewaltig wie die Brandung des Atlantiks

    Die Brandungswelle

    Barbara62

    Claudie Gallay hat die Handlung ihres Romans angesiedelt, wo die Welt zu Ende zu sein scheint: auf der französischen Halbinsel Cotentin unweit von Caen. Jacques Prévert liegt hier begraben, dessen Gedicht "Le gardien de phare aime trop les oiseaux" sie inspirierte. Die raue, feindliche Natur ist allgegenwärtig und das Meer gibt die Toten oft nicht zurück. Hierher hat sich die namenlose Ich-Erzählerin, ehemalige Professorin der Universität Avignon, in der Trauer um ihren Partner zurückgezogen und arbeitet für eine ornithologische Station. Doch nicht nur sie trägt schwer an ihrem Schicksal, alle im Ort scheinen gezeichnet. Théo, ehemaliger Leuchtturmwärter, leidet unter einer heimlichen Schuld; Lili, seine Tochter, hasst ihn für das, was er ihr und ihrer Mutter angetan hat, und Nan, der verrückten Alten, hat das Meer alles geraubt. Erst mit Lambert, der nach Jahren der Abwesenheit zurückkehrt, um Licht in den Unfalltod seiner Familie zu bringen, beginnt die Mauer des Schweigens zu bröckeln und keimt Hoffnung auf ein Vernarben der Wunden. In kurzen Sätzen und einer bildreichen Sprache, gewaltig wie die Meeresbrandung, zeichnet Gallay Natur und Personen. Ein großartiger, spannender Roman!

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    SigiLovesBooks

    28. October 2015 um 17:47
  • Rezension zu "Die Brandungswelle" von Claudie Gallay

    Die Brandungswelle

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    12. February 2013 um 22:16

    So wie Brandungswellen allerlei Strandgut an die Küsten werfen, so warf das Leben auch SIE, die Erzählerin der Geschichte, nach La Hague, dem kleinen Küstenörtchen der Normandie. Der Atlantik ist Dreh- und Angelpunkt der wenigen dort lebenden Menschen - ihr Alltag ist das Meer. Eine dieser gezeitenabhängigen Wellen führte vor vierzig Jahren für einige Bewohner zu einer folgenschweren Entscheidung. Ein Geheimnis, dass nun in sinnlicher Gemächlichkeit ans Licht drängt. Die Sprache der Autorin ist spürbar "französisch", spartanisch beschreibend, minimalistisch im Dialog und doch, sofern sich der Leser darauf einlässt, von immenser Dichte und großem Verstehen. Das Wichtigste wird nie gesagt - man spürt es einfach! Voraussetzung ist jedoch, sich bedingungslos in diesen Rhythmus fallen zu lassen, denn nur so erschließt sich die Tiefe und bald schmeckt man die salzigen Nebel und riecht den Tang. Die Menschen sind mit wenigen leisen, aber um so sicheren Strichen in Form, Struktur und Psyche skizziert. Obwohl mich schon recht früh eine Ahnung der geheimnisvollen Verknüpfungen beschlich, haben mich die menschlichen Entwicklungen der Protagonisten zugleich fasziniert und berührt. Lediglich (und das kann ich leider, leider nicht detailliert begründen, ohne zu spoilern) die Auflösung bis zur letzten Konsequenz war mir zu glatt und oberfächlich geraten - die Wahl des unkomplizierten Weges sozusagen. Die tatsächlich schreckliche Wahrheit dieser Erzählung hätte "normalerweise" für die Beteiligten eine fast schon pathologische Reaktion provoziert. Mich hat dieser Roman irgendwie zu rechten Zeit "abgeholt" und mir deshalb, trotz seiner spröden Widerbostigkeit gefallen. (T)

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  • Rezension zu "Die Brandungswelle" von Claudie Gallay

    Die Brandungswelle

    PaulTemple

    12. May 2012 um 07:38

    Das Leben ist rau und einsam in der Nähe von La Hague in der Normandie. Einsamkeit ist auch genau das, wonach sich die Protagonistin nach dem schmerzhaften Tod ihres Partners sehnt. Doch eines Tages taucht ein Fremder im Dorf auf - Lambert. Auch Lambert kennt die Einsamkeit, denn seine Familie kam vor 40 jahren bei einem tragischen Bootsunglück ums Leben. Als immer mehr Fragen auftauchen und die Protagonistin sich gemeinsam mit Lambert auf Spurensuche begibt, wird das soziale Leben des Dorfs nachhaltig erschüttert. Die Schroffheit und Kälte der Bewohner des einsamen Dorfes wird sprachlich sehr gut wiedergegeben. Es braucht zwar eine gewisse Zeit, bis die Geschichte spürbar an Fahrt aufnimmt, dann erwartet den Leser jedoch ein spannender und origineller Handlungsverlauf!

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  • Rezension zu "Die Brandungswelle" von Claudie Gallay

    Die Brandungswelle

    Residenz_Buchhandlung

    16. March 2012 um 15:55

    Ein Roman wie das Meer, manchmal ruhig und sanft, dann wieder stürmisch, aufwühlend und unberechenbar. Schon auf den ersten Seiten wurde ich von dieser “Brandungswelle” erfasst, mitgerissen und im Nordwesten der Normandie an den Strand eines kleinen Fischerdorfes gespült. Die wenigen Menschen hier leben im immer gleichen Rhythmus der Gezeiten und sind so schroff wie die Natur, die sie umgibt. Jeder glaubt alles vom anderen zu wissen und doch verbergen sie unglaubliche Dinge voreinander. Die einzige Fremde im Ort, eine Ornithologin, ist an dieses Ende der Welt geflüchtet, um einen schweren Verlust zu verarbeiten. Sie beobachtet nicht nur die Vögel, sondern auch die Menschen, wenn sie in Lillis Bistro am Hafen sitzt. So entgeht ihr auch nicht, wie sich eines Tages die Stimmung im Ort ändert. Lambert ist zurückgekommen. Vor vierzig Jahren waren seine Eltern und sein kleiner Bruder bei einem Bootsausflug ums Leben gekommen. Hatte Theo, der alte Leuchtturmwärter, in jener unheilvollen Nacht wirklich das Licht ausgeschaltet? Lambert will endlich die Wahrheit wissen und das dramatische Unglück aufklären. Damit weckt er aber die Gespenster der Vergangenheit. Mit der Wahrheit ist es wie mit dem Meer. Irgendwann spült es seine Geheimnisse, für alle sichtbar, wieder an Land. Sie, die das Meer so genau kennen, hätten das wissen müssen. Die Geschichte wird von einer unglaublichen Stimmung getragen. Direkt aus der Stille heraus baut Claudi Gallay eine atemberaubende Spannung auf. Landschaft und Menschen beschreibt sie so lebendig, dass ich mir nicht mehr ganz sicher bin, ob ich das alles nur gelesen habe. Vielleicht war ich wirklich da, am windumtosten Ende der Welt? Übrigens wurde dieser Roman in Frankreich mit dem Grand Prix de Elle ausgezeichnet und bisher über 260 000 Mal verkauft. Ein absolutes Lesevergnügen!

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  • Rezension zu "Die Brandungswelle" von Claudie Gallay

    Die Brandungswelle

    Erdmaennchen

    14. February 2012 um 16:27

    Diese Buch ist ein wunderbarer Lesegenuss. Still, nachdenklich, spannend aber auch poetisch und sinnlich. Ein Buch wie ein bretonischer Sturm, der über dem Meer aufzieht, wütet, sich zurüchzieht und der Sonne Platz macht.

  • Rezension zu "Die Brandungswelle" von Claudie Gallay

    Die Brandungswelle

    tedesca

    14. July 2011 um 11:54

    "Die Brandungswelle" ist ein ruhig dahinfließendes Buch, das mit sparsamenn Worten das Wiedererwachen einer Frau erzählt, die schwer traumatisiert vom Tod ihres Partners nur langsam in der Lage ist, wieder am Leben teilzunehmen. Nur bruchstückhaft erfahren wir die Geschichte der namenlosen Ich-Erzählerin, und zugleich rollt sie ein Geheimnis auf, das das Schicksal mehrerer Familien nachhaltig beeinflusst hat. Liebe und Leidenschaft in einer Umgebung, die kaum Freiraum lässt für Dinge jenseits der Normen. Ein winziger Ort auf einem kargen Felsen, tosende Stürme und meterhohe Wellen, ein Paradies für Seevögel, das im Schatten der atomaren Wiederaufbereitungsanlage auf immer dünneren Beinen steht. La Hague, der Zipfel im Westen der Normandie, von dem man die Kanalinseln und bei Schönwetter bis nach England sehen kann, das in seiner Kargheit und Wildheit die Menschen für ihr ganzes Leben lang prägt. Gallay liefert dem Leser nicht nur Einblick in das Leben der Hauptfigur, sondern sie zeichnet sehr deutlich und liebevoll eine große Anzahl von Nebencharakteren, die zum Verlauf der Geschichte garnichts beitragen, die einfach als Fixpunkte in dieser Gesellschaft leben, dem Dorf seinen unvergleichlichen Charakter geben. Das kleine Mädchen mit der Hasenscharte, der immer leicht verwirrte Max, der leidenschaftliche Künstler Raphael und seine gelangweilte Schwester Morgane, sie alle tragen dazu bei, dass sich die Erzählerin nicht so weit aus dem Leben zurückziehen kann, wie sie es gerne täte. Und natürlich Theo, der ehemalige Leuchtturmwärter, der sich mit einer Schar von Katzen umgibt, die besonders liebevoll beschrieben werden. Eine wunderbare Kombination aus Atmosphäre, Spannung und Emogion, ein Buch, das man nur schweren Herzens aus der Hand legt.

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  • Rezension zu "Die Brandungswelle" von Claudie Gallay

    Die Brandungswelle

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    12. September 2010 um 16:28

    “Es heißt, die Windböen an Sturmtagen seien die Toten, die keine Ruhe finden. Verdammte Selen, die sich ins Innere der Häuser stürzen, um dort zu nehmen, was man ihnen schuldet. >Man< das sind die, die zurückgeblieben sind, die Lebenden.” Lamberts Eltern und Bruder sind vor Jahrzehnten bei einem Sturm vor der Küste ums Leben gekommen. Nun kehrt Lambert nach La Hague im Nordwesten der Normandie zurück, um das Haus seiner Eltern zu verkaufen. Plötzlich werden manche Dorfbewohner sehr unruhig. Denn nach und nach gelingt es Lambert und der namenlosen Ich-Erzählerin hinter die netten Fassaden und deren verschlossene Türen zu blicken. Was aus Hass entstanden ist, lässt sich im Angesicht des Todes nicht mehr lange geheim halten und die beiden Protagonisten müssen die Grausamkeit der menschlichen Rache aus nächster Nähe kennen lernen. Das stille Dorfleben wird schließlich mit Erschütterung aufgewirbelt. Dazu bedarf es “nur” eines weiteren Todes. Dieses Buch habe ich über eine lange Zeit gelesen, denn die Stille des Buches passte irgendwie nicht zu meinem schnellen Leben. Ab der Hälfte habe ich das Buch jedoch verschlungen. Ab und zu hat es mich genervt, dass in La Hague jeder daran interessiert ist, was der andere macht und warum. Jeder scheint alle anderen besser zu kennen als sich selbst. Die Ich-Erzählerin hat mir so furchtbar leid getan mit ihren nächtlichen Schmerzen. Nach dem Tod ihres Mannes, den sie oft anspricht, kommt sie nach La Hague, um Vögel zu beobachten. Zwar wird sie von den Bewohnern gut aufgenommen, aber komisch beäugt, sobald sie mit Lambert Kontakt aufnimmt. “Die Brandungswelle” ist kein Krimi, auch wenn es sich mit einer ungewöhnlicher Spannung liest, die einen weitertreibt und einen bis zur Auflösung begleitet. Die melancholische Stimmung des Buches hält sich bis zum Ende, was sich für mich im Nachhinein als ein besonderes Merkmal herauskristallisiert hat.

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  • Rezension zu "Die Brandungswelle" von Claudie Gallay

    Die Brandungswelle

    stadtmenschkoeln

    03. June 2010 um 08:42

    Eine starke Begegnung von Menschen, die jeder auf sich allein gestellt sind und sich in La Hague finden: Die Brandungswelle ist einer der Romane, der mich gefunden hat und mich sofort durch die klare, direkte Stimme seiner Erzählerin in seinen Bann gezogen hat. Er legt die schicksalhaften Umstände einer Frau dar, die sich bewusst an die Küste La Hague in der Normandie zurückgezogen hat; dort wo das Klima so unstet, gewaltig und zuweilen lebensverächtlich ist. Sie trifft hier auf Lambert, der in La Hague seine Familie vor langer Zeit ans Meer verlor. Lili und ihre Mutter, Max, Morgane und ihr Bruder Raphäel, der ehemalige Leuchtturmwärter Théo und Nan, die in dem einstigen Weisenhaus wohnt; sie alle verbindet ein Geheimnis. Die Naturbeschreibungen geben den Charme dieser Region wieder. Freiheit und Traurigkeit, Einsamkeit und Geborgenheit stehen hier als Themen nebeneinander; und so unbeugsam und gleichzeitig zart wie die Gegend dringt auch die Sprache Claudie Gallays in den Leser ein. Das ist die Geschichte, die man in einer stürmischen Nacht lesen sollte und am Ende wird sie ihr Geheimnis preisgeben und man bleibt mit einem tröstlichen Gefühl für den Menschen an sich zurück.

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  • Rezension zu "Die Brandungswelle" von Claudie Gallay

    Die Brandungswelle

    alvareth

    09. April 2010 um 18:14

    Beim Lesen dieses Romans spürt man den WInd, schmeckt das Meer und wird von der Sprache, die einem die Natur und die Menschen nahe bringt, verzaubert.
    Eines der schönsten Bücher,welches ich in letzter Zeit gelesen habe, bei dem ich mir sehr viel Zeit gelassen habe, um einfach jedes Wort zu genießen.

  • Rezension zu "Die Brandungswelle" von Claudie Gallay

    Die Brandungswelle

    Monsignore

    20. February 2010 um 19:59

    Die Vorschusslorbeeren für diesen Roman sind enorm: Monatelang führte das Buch die französische Bestsellerliste an, es erschien in kurzer Zeit in elf Ländern, erhielt den "Elle"-Publikumspreis und wurde von Rezensenten aller Richtungen hochgelobt. Nun ist die deutsche Übersetzung erschienen. Die Geschichte führt und verführt in Seelenlandschaften, Natureinsamkeit, Meerlandschaft und in ein düsteres Geheimnis. Die Sprache ist bezaubernd, geschliffen, eindringlich. Die Autorin versteht viel von Dramaturgie, das Buch fesselt mit seinen Figuren, Gedanken und Handlungssträngen. Mein Fazit: Die Vorschusslorbeeren sind verdient und man kann ruhig mit einer hohen Erwartungshaltung an das Buch herangehen. Ein ungewöhnlicher gehobener Unterhaltungsroman.

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