Claudine André

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Wilde Zärtlichkeit

Wilde Zärtlichkeit

 (5)
Erschienen am 12.03.2009

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Rezension zu "Wilde Zärtlichkeit" von Claudine André

Claudine Andrés Geschichte
Esme--vor 4 Jahren

Inhalt:

Claudine André erzählt in diesem Buch von ihrer Kindheit in Afrika, die immer wieder, unterbrochen durch politische Unruhen, eine Rückkehr nach Belgien beinhaltete. Sie berichtet von ihrem ersten Besuch eines verwahrlosten Zoos, ihrem Bemühen den Tieren dort zu helfen und ihrer ersten Begegnung mit den Bonobos. Es beginnt eine Liebe zu diesen Affen, die Claudine dazu veranlasst ihre ganze Lebensenergie in das Ziel zu investieren, den Bonobowaisen, die durch Wilderer ihre Mutter verloren haben, ein Heim zu bieten. Das kleine Projekt wächst immer mehr mithilfe der unzähligen Kontakte, die Claudine knüpft und wird schließlich weltweit bekannt.



Schreibstil:

Claudine André ist in ihrem Bestreben nicht nur bemüht, eine Liebe zu den Bonobos mittels der Gründung eines Vereines zu führen, sie ist auch überzeugt, dass Bildung und Naturschutz Hand in Hand gehen. Sie klärt in ihrem Buch über die politische Situation im Kongo auf und informiert über die Wilderer, die gutes Geld mit dem Verkauf von Affenfleisch oder dem Handel mit Bonobokindern, verdienen. Aber auch die Abholzung und Vernichtung des Lebensraumes für Tierarten, die teilweise noch gar nicht richtig erforscht sind, ist etwas, was der Autorin am Herzen liegt.

Somit berichtet Claudine in ihrem Buch nur zu einem geringen Teil von den Erlebnissen, die sie im Zusammenleben mit den Bonobos gesammelt hat. Vielmehr beginnt sie ausführlich mit der politischen Situation im Kongo; sie berichtet über die Machthaber und die Soldaten, über Rebellen, die versuchen die Regierung zu stürzen. Claudines persönliches Schicksal, welches sie von ihren Eltern in die Ehe und zurück nach Afrika geführt hat, wo sie erst Interesse für die Kunst entwickelt und sich schließlich in einen anderen Mann verliebt hat, finden in diesem Buch ebenso Platz, wie die unzähligen Freundschaften und Verbindungen, die sie geknüpft hat und die ihr letztlich dazu verholfen haben erst einen kleinen Verein und schließlich eine große Auffangstation für Bonobowaisen zu gründen.

Erst ab Mitte des Buches lässt Claudine den Leser an kleinen Anekdoten teilhaben und berichtet letztlich von schweren Niederschlägen wie z. B. einer Epidemie oder einer Wasserverschmutzung, aber auch schönen Erlebnissen, wie der ersten Geburt eines Bonobo in ihrer Station.

Claudine André ist eine Kämpferin und selbstbewusste Frau. Sie glaubt an ein Miteinander. Sie hat keine Angst vor Führungskräften oder Medien. Sie ist klug und weiß ihre Meinung zu verteidigen.

Die Autorin kennt das Land, in dem sie groß geworden ist genau.

Mithilfe der Erzählung der Autorin lernt der Leser nicht nur etwas über Bonobos, er erhält auch einen Einblick in die Lebensweise der afrikanischen Einwohner, die durch ständige Unruhen geprägt, das Leben nehmen, wie es kommt. Hier gibt es Beamte, die gegen ein Bestechungsgeld Dokumente für Gorilla und Bonobos ausstellen, mit denen Händler völlig straffrei die Kontrolle passieren und das Fleisch von Menschenaffen transportieren können. Bonobos werden Gliedmaßen abgeschnitten, die für magische Rituale verwandt werden. Bibliotheken gibt es nur an Universitäten; Bücher sind Luxusartikel, die eingeführt werden müssen.



Fazit:

Als ich dieses Buch aufschlug, hatte ich die Erwartung eine Geschichte über das Verhalten der Bonobos und ihre Lebensweise zu lesen. Der erste Teil des Buches schilderte jedoch die politische Situation, die immer wiederkehrenden Unruhen, die Afrika heimsuchen sowie den Lebensweg Claudines in groben Zügen. Erst dann begann die Geschichte, wie Claudine zu den Bonobos fand und wie sich daraus etwas Großes entwickelte. Wenn man das Buch gelesen hat, dann erfährt man, dass die Autorin viel Wert darauf legt, dass der Leser versteht, wie Afrika „funktioniert“. Sie möchte mit den Mitteln, die ihr zur Verfügung stehen eine Sensibilisierung für den Umweltschutz schaffen. Die Ausführungen, die die Schriftstellerin in ihrem Werk liefert, sind keineswegs „flach“. Meinen Erfahrungshorizont konnte dieses Buch in vielerlei Hinsicht erweitern und das nicht nur mit der Beschreibung, was den Unterschied zwischen Schimpansen und Bonobos ausmacht.



Zitate:

Ich hasse diese scheinbar anteilnehmende Überheblichkeit, die so viele afrikanische Frauen nur zu oft erleben.


Jede Tragödie, die über dieses Land hereinbricht, ist ein Tod für sich.


Er schließt die Augen, wenn wir mit ihm sprechen, denn er kann einem Wesen, das er fürchtet, nicht mehr in die Augen sehen. Oder er richtet seine Augen zum Horizont auf einen Punkt jenseits des Schreckens; den die Menschen ihm zugefügt haben.


In Afrika kommt man schließlich immer dazu, über ein Unglück zu lachen, sicher auch eine Art, es erträglicher zu machen.

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Martin-Martials avatar

Rezension zu "Wilde Zärtlichkeit" von Claudine André

Bonobos!
Martin-Martialvor 5 Jahren

Afrika, Politik, Tierquälerei, Naturschutz, eine Tierklinik im Kongo, Bürgerkrieg, Bonobos... und die erste Geburt eines Bonobos in Lola Yo Bonobo, diese echte Erzählung ist ganz interessant, mit geschichtlichen Fakten zwischen Kongo und Ruanda, und eine Frau die eine enorme Willenskraft hat. Ganz schön!!!!!

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