Claudio Del Principe

 4.7 Sterne bei 29 Bewertungen
Autor von Italien vegetarisch, al forno und weiteren Büchern.

Neue Bücher

al forno
 (1)
Neu erschienen am 24.09.2018 als Hardcover bei AT Verlag AZ Fachverlage.

Alle Bücher von Claudio Del Principe

Claudio Del PrincipeItalien vegetarisch
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Italien vegetarisch
Italien vegetarisch
 (27)
Erschienen am 03.11.2014
Claudio Del PrincipeA Casa
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A Casa
A Casa
 (1)
Erschienen am 16.10.2017
Claudio Del Principeal forno
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al forno
al forno
 (1)
Erschienen am 24.09.2018
Claudio Del PrincipeEin Sommer wie damals
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Ein Sommer wie damals
Ein Sommer wie damals
 (0)
Erschienen am 22.03.2016

Neue Rezensionen zu Claudio Del Principe

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Rezension zu "al forno" von Claudio Del Principe

Ofenwärme
Brivor 8 Tagen

Kulinarisch gesehen, mag ich das Schlichte. Das Einfache, das Ehrliche. Gerichte, die einfach zuzubereiten sind und dennoch den Gaumen zu kitzeln vermögen. Vielfältige Aromen sind dafür unabdingbar, genauso wie gute Zutaten. Denn nur diese bringen meine Geschmacksknospen so richtig zum blühen und damit zum jubeln. Saisonal und regional müssen sie sein, die Zutaten, und am liebsten ökologisch angebaut, nicht weil es Mode ist, sondern weil es notwendig ist, um unsere Böden zu schützen. Und natürlich nicht nur gesünder für uns sondern auch für den Planeten. Meine Liebe zum Kochen habe ich meiner Großmutter zu verdanken. Wer hier ab und an mitliest und mitbekommen hat, dass mich Claudio del Principes erstes im, AT Verlag erschienene Kochbuch – ja eher Kochtagebuch – wahnsinnig begeistert hat, weiß dass ich einer Familie entstamme, die in einer Linie sehr viel mit Essen, Trinken und Gastlichkeit zu tun hatte. Aber nicht nur die Zubereitung, sondern auch die Produktion der dazu benötigten Lebensmittel war ihr Metier. Mir macht es Spaß, diese Wurzeln nicht verkümmern zu lassen und zumindest viel selbst zu kochen und zu backen. Das kann sogar äußerst meditative Auswirkungen haben, die ich auch bei Claudio del Principes zweitem und gerade erschienenen Kochbuch al forno zu meiner großen Freude wieder entdecken konnte, obwohl es von der Anlage her anders ist, als a casa.

Die Gerichte meiner Kindheit haben sich so tief in mein Geschmacksgedächtnis gebrannt, dass ich in Verzückung gerate, wenn ich eine dieser Geschmacksnuancen auf den Punkt treffe, die ich sofort mit den Gerichten und der Küche meiner Großmutter in Verbindung bringe. Dabei steigt vor meinem geistigen Auge das Bild des sogenannten Beistellofens auf, der, obwohl eigentlich eher unscheinbar, eine tragende Rolle in dieser Küche spielte. Befeuert wurde er mit Holz und früh morgens, wenn meine Großmutter aufstand, war das Erste, was sie dort tat, ihn anzuwerfen. Für bestimmte Gerichte nutzte sie ihn ebenso, wie in kalten Zeiten als Heizung und immer stand irgendetwas oben auf, das warm gehalten wurde. So war zumindest immer mein Eindruck. Der Beistellherd und vor allem sein Ofen waren für mich immer etwas besonderes.

Claudio del Principe ist passionierter Bäcker – sein lievito madre und die daraus entstehenden Brote, Brötchen, Pizzen sind Legende. Mich hat er dazu animiert, meinen eigenen Sauerteig zu züchten – und obwohl ich über den heißen Sommer ehrlich gesagt kaum Brot gebacken habe, ist der Sauerteig immer noch aktiv und das nächste Brot damit nicht mehr fern. Aber nicht nur Brot zaubert er im Ofen, sondern ganz viele andere wunderbare Speisen ebenso. Die Rezepte dazu finden sich jetzt wie gesagt, in seinem neuen Buch al forno – in von ihm gewohnt charmanter Art präsentiert.

Es sind wie in a casa einfache Rezepte, die gute Zutaten, Hingabe und manchmal etwas mehr Zeit brauchen. Aber das sind Zutaten, die immer benötigt werden, will man etwas außergewöhnliches schaffen. Die Beschreibung der Rezepte ist durchgängig wieder wunderbar nachzuvollziehen und auch umzusetzen. Die Texte, die die Rezepte umgeben geben weiteren Einblick in Claudio del Principes Kuchen-Credo, das für mich schon so etwas wie eine Weltanschauung und ungemein wohltuend ist. Weshalb dieses Buch sich Gerichten aus dem Ofen widmet erklärt er am besten selbst:

Dem Backofen entströmt einfach immer ein betörender Duft. Ein Versprechen, das Glück, Genuss und Trost verheißt. Im Ofen lässt es sich reduzierter, aber nicht minder raffiniert kochen. Solange mit viel Sorgfalt und Liebe hantiert wird. […] Manchmal gibt es nichts Schöneres, als sich vor den Ofen zu setzen, durchs Fenster zu gucken und die thermische Transformation von Lebensmitteln zu beobachten. Ich mache das tatsächlich. Oft sogar. Sehr faszinierend. Es ist wie in ein flackerndes Lagerfeuer zu schauen. Das könnte ich stundenlang.

Auch wenn man einen solchen Ofen nicht besitzt, der zu solchen kontemplativen Betrachtungen einlädt, genießt man doch gerade in der anbrechenden kühleren Jahreszeit gerne an vielfältigen Gerichten aus dem Ofen. Del Principe kann quasi alles in seinem Ofen zaubern. Von Gemüse über Risotto zu Pasta, Fleisch- oder Fischgerichten. Auch süße Speisen fehlen natürlich nicht. Da ist also für jeden etwas dabei. Die Abbildungen animieren zum raschen Nachkochen und lassen schon im Vorfeld das Wasser im Munde zusammenlaufen. Und was soll ich sagen, das erste Gericht, das ich nachgekocht habe ist eine traditionelle Lasagne, die ich schon länger nicht mehr und noch nie so schmackhaft zubereitet hatte.

Auch wenn das Kochtagebuch a casa einen ganz besonderen Stellenwert in meiner Sammlung hat, den man ihm nicht mehr streitig machen kann, so rückt al forno auf jeden Fall in die vorderste Reihe meiner Lieblingskochbücher, weil es klassische Rezepte neben neuen (für mich jedenfalls) Kreationen vereint und für mich jetzt schon ein Standardwerk ist. Und gutes Essen bringt Menschen zusammen, so wie ein helles Lagerfeuer es schon seit Urzeiten kann …

Vielleicht ist der Ofen so etwas wie die moderne Feuerstelle unserer Ahnen. Vielleicht wärmt uns deshalb allein der Gedanke an ein Ofengericht die Seele. Wenn wir den Ofen einheizen, steigt uns eine sanfte Wärme in die Glieder, beim Essen in den Bauch und von da direkt ins Herz. Ach, so ein Ofen ist eine magische Kiste […]

Großartiger, feiner Buch- und Seelenstoff, besser geht es nicht. Mit großem Dank an den Verlag und Claudio del Principe dafür, dass wir weiter an seinen Küchenerlebnissen teilhaben dürfen.

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Rezension zu "A Casa" von Claudio Del Principe

Reiner Genuss braucht Zeit
Brivor 9 Monaten

Zwischen den Jahren, wenn tatsächlich alles ein wenig ruhiger geworden ist, ich mir Zeit nehme für die Bücher, die ich zwar schon längst gelesen und hier vorgestellt haben wollte, schwelge ich auch gerne einmal in dem einen oder anderen Kochbuch. Vielleicht, weil ich ohne den alltäglichen Zeitdruck – wahrscheinlich kennen die meisten von euch, die Kinder haben, den täglichen Satz: was essen wir heute? – Freude daran habe, mir Anregungen für neue Rezepte zu holen, die in den alltäglichen Standard eingebaut werden können. Dabei stolpere ich hin und wieder darüber, dass es Kochbücher gibt, die viel mehr sind, als reine Rezeptsammlungen. Mehr noch als wunderbare bebilderte Rezeptsammlungen, Bücher, die einen immer begleiten werden.

A Casa aus dem AT Verlag ist definitiv ein solches. Claudio del Principe hat mit A Casa ein Kochtagebuch verfasst, dessen Untertitel Gut kochen. Besser essen. Jeden Tag. Programm ist und an die Basis der guten Küche appelliert, die für mich lauten: gute Zutaten, viel Hingabe und vor allem Zeit braucht es, um ein Gericht zu etwas besonderem zu machen. Für mich persönlich ist es das, was dieses Buch zu einem wahren Schatz macht. Aber nicht alle Kochbegeisterten werden das gut finden oder sich mit dem Kochbuch anfreunden können, denn mit schnell ist hier fast nichts auszurichten. Gerade in professionellen Küchen ist das Kochen ja Knochenarbeit, muss rasch von der Hand gehen und Zeit ist dort Geld. Ich weiß das natürlich und weiß auch um die Notwendigkeit, in einer professionellen Küche gut und zügig zu arbeiten, komme ich doch quasi familiär aus diesem Bereich. Meine Großmutter musste mit 14 Jahren die Küche des elterlichen Gasthauses übernehmen und tagtäglich viele Mahlzeiten zubereiten. Damals – wir sprechen hier von den Jahren ab 1921 – wurden viele Nahrungsmittel aber auch noch selbst „produziert“ und ihre Herstellung dauerte prinzipiell länger. Meine Urgroßmutter kümmerte sich um Gemüse und Geflügel, zog es heran, bis es von meinem Urgroßvater, seines Zeichens Metzger, geschlachtet wurde. Würste wurden selbst gemacht und geräuchert wurde auch – für mich war als Kind eine der tollsten magischen Ecken im Haus der Familie die Räucherkammer, weil sie obwohl lange nicht mehr benutzt, immer noch einen speziellen Duft verströmte, auch wenn ich nicht daran dachte, dass hierfür Tiere sterben mussten. Convenience gab es nicht. Alles war irgendwie Hausmannskost. Und das ist die Küche, die ich durch meine Großmutter lieben gelernt habe. Wer jetzt bei Hausmannskost denkt, schwer, fleischreich und nur deftig, der liegt falsch. Hausmannskost heißt für mich: regional, saisonal, gute Qualität, meist einfach und trotzdem für Auge und Gaumen äußerst delikat.

Mein allerliebstes Kochbuch ist tatsächlich (bisher) das von meiner Großmutter ererbte aus dem Jahr 1938 – interessant, jedoch sicherlich nicht glorreich dabei ist historisch betrachtet auch das Vorwort. In diesem Kochbuch sind all die Rezepte verzeichnet, die mich meine Kindheit über begleitet haben, denn da meine Großmutter daran gewöhnt war, immer in großen Mengen zu kochen, hat sie meist auch uns mit bekocht. Ihre Routine, die sie in all den Jahren beim kochen erwarb, machte ein rasches Vorgehen möglich. Auch wenn es zu Anfang vielleicht nicht das war, was sie sich vom Leben erhofft oder erwartet hatte, sie liebte es. Und wenn ich eines ihrer Rezepte veränderte, ein wenig modifizierte, war sie glücklich darüber und versuchte mit Begeisterung auch das, was sie bisher nicht kannte.

Wenn ihr euch jetzt fragt, was dieser Exkurs mit einem Kochtagebuch zu tun hat, dann kann ich nur sagen: für mich persönlich sehr viel. Denn Claudio del Principe hat ein Credo von seinem Vater übernommen, das dem meinen nicht unähnlich ist. Der nunmehr 90-Jährige gab seinem Sohn einen wichtigen Rat: „Iss nicht zu viel auswärts. Du ruinierst Dir den Magen. Nirgends isst Du besser als zuhause.“ Und so halten wir das auch. Kochen bedeutet für Claudio del Principe absolute Hingabe und Leidenschaft. Das lässt sich manchmal im Alltag nicht ganz umsetzen. Dennoch besticht sein Kochtagebuch gerade deshalb, weil nicht nur Rezepte enthalten sind. Der Teil des Buches, der die täglichen Gedanken von Claudio del Principe darbietet, liest sich einfach schön und lädt dazu ein, sich über gewisse Vorgehensweisen, was zum Beispiel die Auswahl der Lebensmittel oder den Anteil von tatsächlich selbst „produzierten“ Grundzutaten angeht, zu überdenken. Nie wäre ich auf den Gedanken gekommen, dass man aus einem heimischen Apfel die Hefekultur für einen großartigen Sauerteig und damit für ein köstliches selbst gebackenes Brot fabrizieren könnte. Doch es scheint zu funktionieren. Ich bin sehr gespannt, ob ich das auch so gut hinbekomme – und wenn nicht auf’s erste Mal, dann eben auf’s zweite oder dritte. Denn auch das ist nur natürlich und passiert sogar solch leidenschaftlichen und versierten Köchen, wie Claudio del Principe.

Wer einmal einen Blick in das wunderbar gestaltete und bebilderte Kleinod werfen möchte, kann das hier tun. Zusätzlich bietet Claudio del Principes Blog „Anonyme Köche“ viele Informationen.

Bei mir steht A Casa übrigens nicht in der Küche, sondern liegt auf meinem Lesetisch, damit es so schön bleibt, wie es ist und ich einfach mal abends so reinblättern und schmökern kann – die enthaltenen Bilder sind im übrigen so großartig, dass man schon fast der Halluzination eines köstlichen Duftes erliegen könnte …

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I

Rezension zu "Italien vegetarisch" von Claudio Del Principe

Italien vegetarisch
Isabell47vor 3 Jahren

Das Buch ist wunderschön aufgemacht, gute Beschreibungen und schöne Bilder. Insbesondere die drei Bänder in den Farben Italiens als Lesezeicher sind praktisch und zugleich ein Hingucker. Die Rezepte sind teilweise einfach teilweise schwieriger nachzukochen, bezogen auch auf das Besorgen der Zutagen. Es ist ein tolles Buch für Liebhaber italienischer Küche und eignet sich nicht nur für Vegetarier. Bestimmt eine wunderbares Geschenk!

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