Claudio Magris Ein Nilpferd in Lund

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Inhaltsangabe zu „Ein Nilpferd in Lund“ von Claudio Magris

Claudio Magris, weit gereister Schriftsteller aus Triest, schreibt über das Reisen als Leben und als Überschreitung von Grenzen aller Art. Hier besucht er das Grab von Goethes Lotte und wandelt in Spanien auf den Spuren von Don Quijote. In Leningrad besichtigt er die ärmliche Wohnung, in der Dostojewski "Raskolnikoff" geschrieben hat. In Schweden entdeckt er das Lunder Heimatmuseum, wo ein Nilpferd aus Stoff seine Aufmerksamkeit erregt, und in Mexiko nimmt er an einer Hochzeit orthodoxer Juden teil. Ebenso engagiert wie nachdenklich kommentiert Magris die jeweils aktuellen Zeitläufte, sei es in Tschechien, im Iran, in Polen oder in Vietnam.

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  • Rezension zu "Ein Nilpferd in Lund" von Claudio Magris

    Ein Nilpferd in Lund

    Günter Landsberger

    21. February 2011 um 12:20

    Claudio Magris: „Ein Nilpferd in Lund / Reisebilder“ (Aus dem Italienischen von Karin Krieger), München 2009 Gerne, sehr gerne habe ich dieses unleugbar, aber auf angenehme Weise, anspruchsvolle Buch gelesen. Und - was bei den allermeisten Büchern nicht der Fall sein dürfte - : Jede Z e i l e in diesem immerhin 222 Seiten umfassenden, reichhaltigen und vielfältigen Buch war es wert, gelesen zu werden. Deswegen verträgt, ja verlangt es wie von selbst - abermalige Lektüre. Insgesamt und auch auszugsweise werde ich es ganz sicher mehrmals lesen. Schon jetzt bin ich mit diesem Buch und seinem Wortlaut befreundet. Eigentlich könnte, ja müsste ich das gesamte Buch Wort für Wort zitieren, um es vollends nach meinem Sinn zu würdigen. Ja, ich werde mir jetzt sogar - meinen schwachen Italienischkenntnissen zum Trotz - den italienischen Originaltext besorgen. Der hat nämlich eine andere Überschrift, die anders als im Deutschen zumindest ambivalent auf die immer wieder verhalten aufleuchtende metaphysische Komponente des Buches verweist: „L'infinito viaggiare“. Da führt der dem 15. der 19 Reise(frucht)-Essays entnommene deutsche Gesamttitel „Ein Nilpferd in Lund“ samt Umschlagsphotographie doch etwas in die Irre. Was nicht weiter schlimm ist: Ist es doch ein durch Lektüre aufdeckbares Spiel mit den geweckten, falschen Assoziationen des Lesers. So hat mich die paradoxe (?) Nord-Süd-Verschränkung des Titels an die Nord-Süd-Motivik in Thomas Manns „Tonio Kröger“ erinnert. Gleich war in mir das Bild vom Eisbär und Tiger da, die im Bauch des auf Nordwärtsfahrt in schwere See geratenen Schiffes brüllen und tönen. Im Essay von Claudio Magris ist dann aber alles ganz anders. Man überzeuge sich selber. Ich verrate nichts. Ob es wohl wie in der deutschen Version im italienischen Untertitel des gesamten Buches eine ähnliche, im Deutschen vor allem von Heinrich Heine her einprägsam bekannt gewordene Gattungsbezeichnung „Reisebilder“ gibt? Meines Wissens ist das deutsche Wort nicht exakt ins Italienische zu übersetzen. Hat das italienische Original also einen anderen Untertitel? Oder wird auf ein Aequivalent des deutschen Untertitels zur gezielten Charakterisierung der Magris'schen Essays als „Reisebilder“ ganz verzichtet? Ebenso möchte ich wissen, welche Essays, die in der deutschen Ausgabe ausgespart worden sind, die italienische außerdem noch enthält. Wirklich viele können es nicht noch sein, denn auch die italienische Ausgabe umfasst kaum mehr als 250 Seiten. Das Buch berichtet essayistisch (mal länger, mal schlaglichthaft kürzer, aber immer reflektiert und wahrnehmungsstark) von zwischen 1981 und 2004 vorwiegend in Europa (zu einem geringen Teil auch in Asien und Mittelamerika) unternommenen Reisen, ohne auf eine streng chronologische Abfolge der einzelnen Essays Wert zu legen. Der als Vorwort vorangestellte, gewiss recht lange, mir anders als dem SZ-Rezensenten jedoch keineswegs als zu lang erscheinende Einleitungsessay kann auch isoliert gelesen werden und vermittelt aufs Ganze gesehen - vielstrahlig auf das generelle Thema Reisen hin aufgefächert und zugespitzt - das geistige Band zu allen Nachfolgeessays. Man kann das so anregend geschriebene Buch natürlich auf einen Sitz lesen: Ich dagegen habe die Lektüre bewusst auf vier Tage verteilt, um die einzelnen Reisebilder als mehr oder minder dialektische Bilder jeweils gesondert auf mich wirken zu lassen. Dadurch wurde mir der schmale Band auch im Gedächtnis zu einem Buch der vielen Bücher. Außer dem als Vorwort verwendeten Einleitungsessay (30.06.2005) haben mich folgende Reisebilder besonders beeindruckt: „Auf den Spuren Don Quijotes“ (04.03.2001), „Die Inseln der Seligen“ (09.07.1989), „Der Tanz des Rabbiners“ (18.08.1982) und der auf den Iran bezogene vorletzte Essay „Wasser und Wüste“ (05.-11.09. 2004). Aber eigentlich tue ich den anderen Reisebildern Unrecht, wenn ich einzelne besonders heraushebe. Ohnehin hätten andere Leser... vielleicht ganz andere Prioritäten. Gelernt habe ich aus diesem, nicht nur literarisch und lebenspraktisch, sondern auch politisch und religiös hellsichtigem Buch en passant auch so einiges: Die Scilly-Inseln als „Inseln der Seligen“ waren mir bislang unbekannt und sind doch offenbar jede Entdeckung wert. Auch die Reisen zu europäischen Minderheiten wie den „Cici und Ciribiri“ (07.11.1995) und in die „Bisiacaria“ (21.09.1997) erschlossen Neuland für mich. Anderes, was ich schon etwas zu kennen meinte, lernte ich von einer neuen Seite her kennen. Drei der Reiseessays führen nämlich in drei Länder des früheren Ostblocks, nach Tschechien, dem gerade auf friedliche Weise die Slowakei abhanden gekommen war („Das Land ohne Namen“, 13.02.1993), nach Polen („Polen schlägt ein neues Kapitel auf“, 09.04.1989) und nach Russland („Auf dem Treppenabsatz von Raskolnikow“, 18.05.1988). Nicht verschweigen will ich zudem, dass auch der letzte Essay des Bandes („Die Grenzen Vietnams“, 14.12.2003) sehr interessant zu lesen war.

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