Claus-Peter Lieckfeld Tatort Wald

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Inhaltsangabe zu „Tatort Wald“ von Claus-Peter Lieckfeld

Naturnaher Mischwald ist wichtig. Denn er wird zum Beispiel mitentscheiden, wie wir und nachfolgende Generationen mit den immer häufigeren Hochwassern, Lawinen oder Orkanen fertig werden. Vor allem zu viel Wild verhindert Wälder mit großer Wasserspeicherkraft und verursacht durch Verbiss an jungen Bäumen ein Waldsterben von unten. Angesichts von Klimawandel und gefluteten Städten – Jahrhundertfluten alle drei Jahre! – wird offenkundig, wie wichtig die Wasserspeicherkraft naturnaher Wälder ist. Doch diese notwendigen Wälder wachsen nicht nach, weil es die hocheffektive Lobby einer winzigen Minderheit – der „waidgerechten Jäger“ – schafft, ihre Belange durchzusetzen. Ein krasser Verstoß gegen die vielbeschworene Generationengerechtigkeit! Statt Wald vor Wild gilt vielerorts Wild vor Wald. Aus dem scheuen Reh ist längst ein Massentier geworden und aus dem Wald ein artenarmer Holzacker. Der Förster Georg Meister kämpft seit über 50 Jahren mutig und konsequent gegen diese Fehlentwicklung. In seinem Revier hat er beispielhaft gezeigt, wie naturnahe Wälder nachwachsen können – und machte sich dadurch viele Feinde.

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  • Über die scheinbar unsichtbaren Zusammenhänge zwischen dem Jagdwesen und "Jahrhundertfluten"

    Tatort Wald

    R_Manthey

    26. June 2015 um 14:41

    Der deutsche Wald ist krank. Das wissen wir irgendwie schon seit langem. Er hat seine Funktion als Wasserspeicher fast verloren und kippt bei jedem Sturm um. Über eine wesentliche Ursache für dieses Desaster wird in der Öffentlichkeit kaum geredet: Wir haben zu viel Wild im deutschen Wald. Man mag es zunächst nicht glauben, kann sich jedoch den Argumenten in diesem Buch nur schwer entziehen. Geschildert wird in ihm das Leben des Försters Georg Meister, der vom Vater in jungen Jahren zum Wildhüter ausgebildet wurde und dann im Laufe seiner beruflichen Entwicklung immer deutlicher begriff, dass es die Trophäensucht der deutschen Jäger ist, die den Wald von unten absterben lässt. Nachdem die natürlichen Jäger von Rehen und Hirschen in Deutschland vor vielen Jahren ausgerottet wurden, blieb der Mensch ihr einziger Feind. Früher gingen die Feudalherren auf die Jagd, heute sind es Beamte, einflussreiche Leute und Förster in Staatswäldern, die an ihre Stelle getreten sind. Sie profitieren von der traditionellen Hegewirtschaft, mit der auch schwache Tiere über den Winter gebracht werden. Die Übervölkerung der Wälder mit Schalenwild führt zum Absterben von Jungpflanzen in der gesamten Artenvielfalt, denn die jungen Triebe sind die Lieblingsspeise des Wildes. Wie ein gesunder und natürlicher Jungwald aussieht, kann man nur noch hinter eingezäunten Flächen betrachten. Doch Einzäunungen kosten Unsummen und sind deshalb eher selten. Fehlt jedoch der natürliche Pflanzennachwuchs, so ist der Waldboden nicht genug durchwurzelt und seine Humusschicht dünn. Deshalb kann er seine natürliche Funktion als Wasserspeicher nicht mehr in dem Umfang erfüllen, wie es ein natürlich gewachsener Wald im ökologischen Gleichgewicht tun würde. Der Autor schreibt, dass ein gesunder und vom Menschen in Frieden gelassener Wald sechsmal mehr Wasser speichern kann als der typische deutsche Fichtenwald. Und genau an dieser Stelle kommen zwei Faktoren zusammen. Fichtenwälder würden in Deutschland ohne menschlichen Einfluss nicht wachsen. Ein unnatürlicher, also schwacher Wald trifft auf eine ebenso unnatürliche hohe Zahl von Rehen, Hirschen und Wildschweinen, die ihm im wahrsten Sinne des Wortes den Boden entziehen. Von oben kommen dazu noch Stickstoff und Schwefel. Die Bäume wachsen deshalb schneller, dann aber fehlen im ausgelaugten Boden die Nährstoffe, weil wegen des fehlenden Unterbaus nicht genug Humus vorhanden ist. Abspülungen durch Starkregen verschlimmern dies immer mehr. Diesen verhängnisvollen Kreislauf und Georg Meisters scheinbar aussichtslosen, aber lebenslangen Kampf gegen die Lobby der Trophäenjäger schildert uns das Buch immer wieder. Obwohl Meisters Argumente über jeden Zweifel erhaben sind, setzt sich die Einsicht nur langsam durch. Aber selbst dann kommt es nicht zur Ausführung, weil diejenigen, die Taten folgen lassen müssten, gerade die sind, die das nicht wollen, nämlich die Jäger. Mir ist auch noch nie politischer Druck in dieser Richtung aufgefallen. Bambi abzuschießen ist eben nicht populär. Wir sind ein tierliebendes Volk und durch Märchen bereits in Kinderjahren zu Rehliebhabern und Angsthasen vor Wölfen geworden. Diese Irrationalität, das fehlende Wissen um die Zusammenhänge, die Unsichtbarkeit der viel zu großen Wildbestände und das Treiben von Lobbyisten einer sehr kleinen Gruppe von Trophäenjägern kosten den Steuerzahler Milliarden, die nicht nötig wären, wenn man den Wald als natürlichen Verbündeten gegen Fluten und Erdrutsche betrachten und entsprechend schützen würde. Der Autor schreibt, dass Meister nicht müde wird, immer wieder zu betonen, dass es keineswegs um die Ausrottung des Wildes geht, sondern lediglich um die Wiederherstellung des ökologischen Gleichgewichts. Fazit. Mir hat dieses Buch die Augen geöffnet. Obwohl ich relativ oft in Wäldern bin und vieles aus diesem Buch dort wiederfand, habe ich bisher nicht Eins und Eins zusammenzählen können. Insofern kann ich diesem Buch nur viele weitere Leser wünschen. Mit Sicherheit hätten bessere Fotos das Anliegen des Buches sehr viel eindrucksvoller zum Ausdruck bringen können.

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