Claus Stephani Blumenkind

(7)

Lovelybooks Bewertung

  • 7 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 1 Leser
  • 2 Rezensionen
(2)
(4)
(1)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Blumenkind“ von Claus Stephani

Ein Roman wie ein Märchen, ebenso schön wie grausam, der in der abgeschiedenen, archaischen Welt der Karpaten spielt. Eine ostjüdische Liebesgeschichte, die auf wahren Begebenheiten beruht. „Eine junge Frau ohne Mann gehört niemandem, und dann manchmal auch allen. Das ist ihr Schicksal...“ Beila, deren auffallend schönes rotes Haar ihr zum Verhängnis werden könnte, muss ihr geliebtes Dorf Arvinitza verlassen, als ihr Mann Jacob von den Wölfen geholt wird. Jahre der Angst und der Entbehrung liegen vor ihr, aber auch Begegnungen großer Leidenschaftlichkeit…Nach der Geburt ihres „Blumenkinds“ ist sie gezwungen, immer weiter zu ziehen, bis in die östlichen Karpaten, in die Bukowina, und schließlich in das verträumte, weltabgeschiedene Marmatien. Hier blühen alte Mythen und Märchen, hier leben Deutsche und Juden, Ruthenen und Rumänen, Ungarn, Zipser und Zigeuner in den Dörfern Seite an Seite, bis die Faschisten kommen… Jahrzehnte später, 1965, macht sich Maria, Beilas „Blumenkind“, auf den Weg in diese bis heute abgeschiedene Gegend Europas, um dem Schicksal ihrer Mutter auf die Spur zu kommen…und verliebt sich dort - ahnungslos, tragisch - selbst in ein Blumenkind.

Stöbern in Romane

Sieben Nächte

Das Werk schrammt an den Todsünden vorbei u ist purer Selbstmitleid eines Mannes, der denkt sein Leben ist mit 30 vorgefertigt u zu Ende!

Raven

Pirasol

Die Autorin besticht auch in diesem Roman wieder mit herrlicher Poesie und wunderschönen eigenen Wortschöpfungen.

buecher-bea

Der Frauenchor von Chilbury

Mit "Der Frauenchor von Chilburg" ist Jennifer Ryan ein gefühlvoller, abwechslungsreicher Roman gelungen.

milkysilvermoon

Sommerkind

Emotional aufwühlend, tiefgründig, traurig und hoffnungsvoll...

Svanvithe

Underground Railroad

Hier wird fündig, wer wissen will, wie das Böse seit Jahrhunderten in Köpfen und Herzen der Menschen überleben konnte.

Polly16

Der Sommer der Inselschwestern

Eine wunderschöne und dramatische Geschichte über drei Frauen, ihr Leben und ihrer Freundschaft.

AmyJBrown

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Rezension zu "Blumenkind" von Claus Stephani

    Blumenkind
    *Arienette*

    *Arienette*

    31. March 2010 um 10:52

    Klappentext: "Eine junge Frau ohne Mann gehört niemanden, und dann manchmal allen. Das ist ihr Schicksal..." Beila, deren auffallend schönes rotes Haar ihr zum Verhängnis werden könnte, muss ihr geliebtes Dorf Arvinitza verlassen, als ihr Mann Jacob von den Wölfen geholt wird. Jahre der Angst und der Entbehrung liegen vor ihr, aber auch Begegnungen großer Leidenschaftlichkeit... Nach der Geburt ihres "Blumenkindes" ist sie gezwungen, immer weiter zu ziehen, bis in die östlichen Karpaten, in die Bukowina, und schließlich in das verträumte, weltabgeschiedene Marmatien. Hier blühen alte Mythen und Märchen, hier leben Deutsche und Juden, Rumänen und Ruthenen, Ungarn, Slowaken und Zigeuner in den Dörfern Seite an Seite, bis die Faschisten kommen... Jahrzehnte später, 1965, macht sich Maria, Beilas "Blumenkind", auf den Weg in diese bis heute abgeschiedene Gegend Europas, um dem Schicksal ihrer Mutter auf die Spur zu kommen ..und verliebt sich dort - ahnungslos, tragisch - selbst in ein Blumenkind. Die Rumänen nennen es "copil din flori", denn es wird auf blühenden Sommerwiesen gezeugt. Aber selbst ein Blumenkind kann in kalten Winternächten von den Wölfen oder gar vom Prikulitsch geholt werden... Der Autor: Claus Stephani, geboren 1938 in Brasov (Kronstadt), Schriftsteller, Ethnologe, Kunsthistoriker, Journalist. Studium der Germanistik, Rumänistik und Journalistik in Bukarest, danach Redakteur der Monatsschrift Neue Literatur. Seit 1990 lebt Claus Stephani in München, wo er Europäische Ethnologie studierte und 1994 promovierte. Passionierter Sammler und wissenschaftlicher Publizist ostjüdischer Märchen und Lebensberichte. Zahlreiche Buchveröffentlichungen und Beiträge in internationalen Zeitungen, Zeitschriften und im Rundfunk. Blumenkind ist sein erster Roman. Meine Meinung: Die Jüdin Beila muss nach dem Tod ihres Mannes Jacob das Dorf Arvinitza verlassen und findet Unterschlupf bei einem entfernten Vetter ihres Mannes. Sie lässt sich auf einen Fremden ein und wird schwanger. Auch hier sehen die Männer in ihr Freiwild. Beila muss weiterziehen, flüchten, bis sie in einem Dorf auf ein freundliches Ehepaar trifft, die sie und ihr Kind aufnimmt. Sie fühlt sich dort wohl. Der 2. Weltkrieg beginnt und damit Faschismus und Judenverfolgung. Das friedliche Zusammenleben der verschiedenen Gruppen wird gestört - Verrat und Willkür sind an der Tagesordnung. Beila muss aufpassen, schon ihr auffallend rotes Haar ist Grund zur Annahme, dass sie anders ist, eine Jüdin. Claus Stephani schildert mit seinem Roman sehr anschaulich den Leidensweg einer alleinstehenden Frau in einer archaischen Welt mit ihren Mythen und Ritualen. Abschnittsweise wechselt der Autor in das Jahr 1965, wo sich Beilas Tochter Maria auf den Weg gemacht hat, um etwas über die Vergangenheit ihrer Mutter zu erfahren. Das Schicksal Beilas hat mich sehr berührt und ich habe den Roman gerne gelesen. Nur das Ende fällt gegenüber dem Rest des Romans ein wenig ab, dies ist aber durchaus zu verschmerzen.

    Mehr
  • Rezension zu "Blumenkind" von Claus Stephani

    Blumenkind
    papalagi

    papalagi

    02. January 2010 um 15:23

    Ein wunderbares Buch das eine spezielle Atmospähre vermittelt. Immer wieder begegnen wir Aberglauben und Volkswahrheiten. Beila wird mit 20 Jahren Wittfrau. Sie lebt alleine in einem kleinen ländlichen Dorf in Rumänien. Die Geschichte beginnt um 1920 und dannzumal ist eine alleinstehende Frau bald Freiwild für die Männer. Zu allem kommt hinzu, dass Beila wunderhübsch aussieht und rotes Haar hat und Jüdin ist. Sie beschliesst, ihr kleines Haus zu verkaufen und zu Verwandten im Norden Rumäniens zu ziehen, wo sie auch liebevoll aufgenommen wird. Die Sehnsucht treibt sie in die Arme eines Deutschen, von dem sie schwanger wird und ihr "Blumenkind" zur Welt bringt. Bald schon muss sie auch von da wegziehen: Sie werden zunehmend belästigt und es tauchen Gerüchte auf, dass Beila eine Hexe sein könnte. Wieder ist sie auf der Suche nach einer neuen Bleibe und findet die dann als Haushälterin in einem Pfarrhaus. Aber eben auch nicht für lange. Wie schwer es eine alleinerziehende Mutter in dieser Zeit hatte kommt gut zur Sprache. Auch herrscht der Aberglaube vor. Zunehmend wächst auch der Hass auf die Juden und schon bald steckt man mitten in den Kriegswirren. Beila gelingt es sich und ihre Tochter als Christen auszugeben und meint so, sich in Sicherheit zu fühlen. Sie wird dann vom Pfarrer mehrmals vergewaltigt und flieht ein weiteres Mal. Sie lebt sehr vorsichtig, verliebt sich und auf der Fahrt zu ihrer neuen Liebe schlägt das Schicksal erneut zu. Dazwischen werden kurze Kapitel erzählt in denen eine Deutsche um 1965 nach Rumänien fährt und nach verschiedenen Personen forscht. Ein eindrückliches, zum Teil melancholisches Buch, das dann sehr traurig endet.

    Mehr