Clemens-Peter Bösken Zweihundertsechs Knochen

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Inhaltsangabe zu „Zweihundertsechs Knochen“ von Clemens-Peter Bösken

Im Frühjahr 2005 wird in Düsseldorf bei Bauarbeiten ein Skelett gefunden. Das Morddezernat KK 11 kann die Identität des jungen Mannes klären: Er wurde im April 1945 ermordet. Er ist nicht das einzige Opfer des Täters, der sein öffentliches Ansehen als Politiker bis zuletzt verteidigt. Eine Zeugin der damaligen Ereignisse erkennt den Mörder während einer Fahndungssendung im Fernsehen und sucht ihn auf. - Geschickt wird historisches Wissen über das Düsseldorf der 1940er Jahre mit einer kriminellen Handlung verwoben.

EIn Kriminalfall aus 1945, der im Düsseldorf von heute entdeckt wird. Ob man auch den Mörder finden wird?

— Bellis-Perennis
Bellis-Perennis

Düsseldorf 1945 und eine heutiger Fall - geschickt kombiniert!

— mabuerele
mabuerele

Ein guter Regionalkrimi mit historischen Kern

— Lesezeichen16
Lesezeichen16

Klassisch-solider Krimi mit spannendem historischen Hintergrund.

— Bibliomarie
Bibliomarie

Solide alte Schreibkunst für einen bodenständigen Krimi, der einer Tatort-Folge gleicht! Eine gute 3 Sterne + Leseempfehlung!

— Floh
Floh

Das dunkelste Kapitel Düsseldorfer Polizeigeschichte ...

— andreas_kriminalinski
andreas_kriminalinski

Die Vergangenheit reicht bis in die Gegenwart!

— EditionOberkassel_Verlag
EditionOberkassel_Verlag
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  • Zweihundertsechs Knochen

    Zweihundertsechs Knochen
    AmberStClair

    AmberStClair

    11. September 2016 um 11:54

    Klappentext: Im Frühjahr 2005 wird in Düsseldorf bei Bauarbeiten ein Skelett gefunden. Das Morddezernat KK 11 kann die Identität des jungen Mannes klären: Er wurde im April 1945 ermordet. Er ist nicht das einzige Opfer des Täters, der sein öffentliches Ansehen als Politiker bis zuletzt verteidigt. Eine Zeugin der damaligen Ereignisse erkennt den Mörder während einer Fahndungssendung im Fernsehen und sucht ihn auf. - Geschickt wird historisches Wissen über das Düsseldorf der 1940er Jahre mit einer kriminellen Handlung verwoben. Meine Meinung: Ich lese mal ganz selten einen Krimi und dann muß er auch nicht grausam sein. Dieses mal war es auch so, das Buch war sehr spannend und zugleich interessant auch einiges über der Nachkriegszeit zu erfahren. Der verstorbene Autor Clemens-Peter Bösken ist hier ein verdammt fesselnde Geschichte gelungen. Sie hielt einen von der ersten bis zur letzten Seite gefangen. Man konnte sich gedanklich alles sehr gut vorstellen. Der Schreibstil ist hervorragend und sehr flüssig. Die Hauptfiguren sowie auch die Nebenfiguren kamen gut rüber. In jedem konnte man sich hinein denken. Kein mal wurde es langweilig die Spannung blieb bis zu letzten Seite. Auch das Cover paßt gut zu dem Inhalt dieses Buches. In allem ein verdammt guter Krimi, den ich empfehlen kann !

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  • Rezension zu "Zweihundertsechs Knochen"

    Zweihundertsechs Knochen
    Zsadista

    Zsadista

    28. August 2016 um 13:36

    Bei Arbeiten an einer Mauer wird ein Skelett frei gelegt. Dies ruft Kriminalhauptkommissar Gerd Terwort und seine Kollegen auf den Plan. Sieht das Skelett doch so alt aus, als läge es seit der Nachkriegszeit dort. War es Mord oder ein Unfall? Das Team ermittelt in alle Richtungen. Schnell stellt sich heraus, dass es Mord gewesen sein muss. Doch wie kann man einen rund 60 Jahre alten Mord noch beweisen. Und wer war überhaupt der Mann, von dem nur noch das Skelett übrig geblieben ist? Hat der Mord gar etwas mit den anderen Skelettfunden in der Nähe zu tun? Die Suche gestaltet sich wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen. „Zweihundertsechs Knochen“ ist ein Krimi aus der Feder des Autors Clemens-Peter Bösken. Ich muss leider gestehen, dass ich in den Krimi nicht richtig hinein gekommen bin. Die Truppe um die Kommissare blieb etwas farblos. Mir hat die Kollegin Hauptkommissarin Frölich recht gut gefallen. Eine etwas mürrische, eigene Frau die nach meinem Geschmack war. Doch der Rest dümpelte so vor sich hin. Auf der einen Seite hätten mich die Figuren mehr interessiert. Auf der anderen Seite waren mir die beruflichen Werdegänge von Terwort’s Frau völlig egal. Hauptaugenmerk des Krimis waren ziemlich lange und ausführliche Strecken aus der Vergangenheit. Es wurde sehr darauf hingewiesen, welche Straßen, Ort und Plätze umbenannt wurden. Warum und welche Namen sie nun und früher trugen. Es wird sehr viel aus der 2. Weltkriegszeit erklärt, erzählt und beschrieben. Mir war das einfach zu viel der Informationen. Der Mord ist für mich zeitweise total in Vergessenheit geraten. Manchmal fragte ich mich, ob so ein alter Fund wirklich noch so intensiv und vor allem kostenintensiv recherchiert werden würde. Normal google ich diverse Vorgänge in Büchern gerne nach. Hier wäre ich mehr in Google unterwegs gewesen, als ich gelesen hätte. Daher gehe ich einfach einmal davon aus, dass der Autor hier alles richtig recherchiert hat. Das Buch kam mir im Ganzen mehr wie ein Sachbuch über Düsseldorf und seine Vergangenheit vor, als ein ausgereifter Krimi. Die geschichtlichen Hintergründe machten den Großteil dieses Krimis aus. Ich fand sie ausgereift, aber für einen Krimi viel zu umfangreich. Wer sich für den 2. Weltkrieg interessiert ist der Krimi mit Sicherheit ein kleines Schmuckstück. Wer eher Wert auf den Krimi legt, sollte sich das Lesen gut überlegen. 

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  • Lesechallenge Krimi gegen Thriller 2015

    kubine

    kubine

    Die Lesechallenge Krimi gegen Thriller geht auch 2015 weiter! Du liest gerne Krimis und kannst so bekannte Ermittler wie Miss Marple oder Commisario Brunetti locker mit Deiner Spürnase abhängen? Oder liegen Dir eher rasante Thriller, bei denen Du schon mal die Nacht zum Tag machst? Dann mach doch mit bei unserer Teamchallenge Krimi gegen Thriller. Welches Team schafft es, die meisten Bücher zu lesen? Wir sind gespannt. Welche Bücher zählen? Als grobe Einteilung soll dabei die Angabe der Verlage dienen. Hat der Verlag es als Thriller eingeordnet, zählt es als Thriller (auch wenn man nach dem Lesen einen anderen Eindruck hat). Bei Krimis ist es ebenso. Alle Arten von Krimis zählen, egal ob historischer Krimi, Regionalkrimi oder Tierkrimi. Es gibt sicher Bücher, bei denen das am Anfang nicht so klar ist. Im Zweifel würden sie dann bei beiden Teams gezählt. Die Regeln: 1. Entscheide Dich für ein Team!2. Die Challenge beginnt am 01.01.2015 und endet am 31.12.2015. Alle Bücher, die im Zeitraum vom 01.12.2014 bis 31.12.2015 erscheinen zählen, auch Neuauflagen , sofern die 2015 erscheinen. Eine Liste mit Neuerscheinungen 2015, die natürlich auch ergänzt wird, findet ihr hier: http://www.lovelybooks.de/buecher/krimi-thriller/Bestseller-Krimis-und-Thriller-2015-1112868118/ 3. Zu jedem gelesen Buch wird eine Rezension geschrieben. So kann sichergestellt werden, dass das Buch auch gelesen wurde. Der Link zur Rezi bei LB muss mit angegeben werden. Um die Spannung aufrecht zu erhalten, bitte den Link zur Rezi per PN an mich! 4. Auch fremdsprachige Bücher dürfen für die Challenge gezählt werden. Hier muss nur ebenfalls der Erscheinungstermin in den oben genannten Zeitraum fallen. 5. Man kann zu jeder Zeit einsteigen bzw. aufhören. Gelesene Bücher zählen dann ab dem Einstiegsmonat. 6. Wie viele Bücher das jeweilige Team im Monat geschafft hat, wird jeweils Anfang des Folgemonats bekannt gegeben. Derjenige, der am Ende die meisten Krimis bzw., Thriller gelesen haben und somit am meisten zum Ergebnis des Teams beigetragen hat, erwartet am Ende eine kleine Überraschung. Ihr habt noch Fragen, her damit! Gegebenenfalls werden die Regeln dann etwas ergänzt. Keine Fragen mehr? Na dann mal los an die Bücher und viel Glück! Team Krimi: 1. dorli 2. buchraettin 3. Mercado 4. wildpony 5. ChrischiD 6. mabuerele 7. chatty86 8. Matzbach 9. Postbote (ab April) 10. janaka 11. angi_stumpf 12. Sternenstaubfee 13. pelznase 14. Smberge 15. LibriHolly 16. danzlmoidl 17. Sweetiie 18. Antek 19. bieberbruda 20. roterrabe 21. Pelikanchen 22. Wolf-Eyes 23. Xanaka 24. Athene100776 25. Bellis-Perennis 26. lesebiene27 27. mira20 28. Claddy 29. glanzente 30. Nele75 31. xxxxxx 32. hasirasi2 33. Caroas 34. Schalkefan 35. Katjuschka 36. danielamariaursula 37. yari 38. Lesestunde_mit_Marie 39. Filzblume (40. Igelmanu66) 41. Talitha 42. tweedledee 43.krimielse 44. sommerlese 45. Bibliomarie 46. Barbara62 47. Maddinliest 48. Louisdor 49.TheRavenking (50. Lesezeichen16) 51. Leserin71 (52. heidi59) 53. buecherwurm1310 54. clary999 55. mrs-lucky Gelesene Bücher Januar: 28 Gelesene Bücher Februar: 48 Gelesene Bücher März: 58 Gelesene Bücher April: 76 Gelesene Bücher Mai: 83 Gelesene Bücher Juni: 75 Gelesene Bücher Juli: 79 Gelesene Bücher August: 106 Gelesene Bücher September: 86 Gelesene Bücher Oktober: 103 Gelesene Bücher November: 196 Gelesene Bücher Dezember: 209 Zwischenstand: 1147 Team Thriller: 1. Samy86 2. Igela 3. seelensplitter 4. Janosch79 5. Nenatie 6. eskimo81 7.MelE 8. Mone80 9. Kirschbluetensommer 10. Curin 11. SchwarzeRose 12. kvel 13.dieFlo 14. Huschdegutzel 15. Buchgeborene 16. Simi159 17. Kasin 18. Inibini 19. parden 20. Fluse 21. crumb 22. rokat 23.bookworm61 24. lord-byron 25. Patno 26. felicitas26 27. trollchen 28. Nisnis 29. MissRichardParker 30. Anne4007 31. sabrinchen 32. BookfantasyXY 33. MrsLinton 34. Floh 35. Meteorit 36. hannelore259 37. Leseratz_8 38. Krimiwurm 39. DerMichel 40. AberRush 41. Schaefche85 42. Naden 43. DieNatalie 44. Thrillerlady 45. heike_herrmann 46. MeiLingArt 47. KruemelGizmo Gelesene Bücher Januar: 33 Gelesene Bücher Februar: 36 Gelesene Bücher März: 59 Gelesene Bücher April: 64 Gelesene Bücher Mai: 80 Gelesene Bücher Juni: 115 Gelesene Bücher Juli: 112 Gelesene Bücher August: 107 Gelesene Bücher September: 98 Gelesene Bücher Oktober: 109 Gelesene Bücher November: 134 Gelesene Bücher Dezember: 140 Zwischenstand: 1087

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    • 6213
  • 60 Jahre und 206 Knochen liegen zwischen gestern und heute

    Zweihundertsechs Knochen
    Bellis-Perennis

    Bellis-Perennis

    21. December 2015 um 16:14

    Zweihundertsechs Knochen/Clemens-Peter Bösken Inhalt: Düsseldorf 2005: bei Bauarbeiten wird ein Skelett gefunden. Schnell ist klar, dass es aus den Jahren 1940-45 stammen muss. Da keine Eile geboten ist, lässt uns der Autor an der akribischen Suche nach Details und der Identität von Opfer und Täter teilhaben. Sechzig Jahre und zweihundertsechs Knochen liegen zwischen dem gestern und heute. Kriminalhauptkommissar Terwort erinnert sich an zwei weitere ungeklärte Mordfälle, einer etwa zehn Jahre alt, der andere knapp drei Jahre. Hängen die drei Morde trotzdem irgendwie zusammen? Terwort und sein Team recherchieren akribisch und finden einen möglichen Zusammenhang. Was ist im April 1945 in Düsseldorf passiert? Der Autor, leider im April 2015 verstorben, präsentiert uns eine bizarre Geschichte aus den letzten Kriegstagen, die bis 2005 nachwirkt. Erzählstil/Spannung: Der Krimi spielt auf zwei Erzählebenen. Manchmal muss man ganz genau lesen, um den richtigen Faden in der Hand zu halten. Die Sprache ist sachlich, solide, präzise und gleitet hin und wieder ins Beamtendeutsch ab. Hier kann Bösken seinen Brotberuf nicht leugnen – stört aber weiter nicht. Als Richter weiß er, wovon er schreibt. So nebenbei erfährt der interessierte Leser geschichtliche Details aus den letzten Kriegstagen. Völlig unaufdringlich und beinahe wie aus dem Geschichtsunterricht. Charaktere: Wie in guten alten Tatort- Krimis ist die Geschichte in schwarz und weiß gehalten. Der Böse, der auch nach sechzig Jahren für seinen guten Ruf und die Nichtaufdeckung über Leichen geht. Gefällt mir gut, einmal nicht nur psychologisches Pseudowissen zu lesen. Fazit: Wer sich einmal abseits der aktuellen Krimi-Landschaft bewegen will, ist mit diesem Krimi gut unterhalten.

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  • Spurensuche

    Zweihundertsechs Knochen
    Arun

    Arun

    Zweihundertsechs Knochen von Clemens-Peter Bösken Ein Kriminalroman aus deutschen Landen. Handlung.2005 Düsseldorf, der Fund eines Skelettes bei Bauarbeiten ruft die Polizei genauer gesagt das Morddezernat KK 11 auf den Plan. Die Mitarbeiter um Kriminalhauptkommissar Gert Terwort beginnen mit den Ermittlungen. Gestützt durch gerichtsmedizinische Untersuchungen führt die Spurensuche zurück bis in die letzten Wochen des 2. Weltkrieges. Meine Meinung. Zwei große Erzählstränge auf verschiedenen Zeitebenen bestimmen die Story. Zu einem im Jahre 2005, der Skelettfund und die damit verbundene Polizeiarbeit, wobei wir einen guten Einblick in die Vorgehensweise der Mordkommission sowie auch in die Arbeit der Gerichtsmedizin erhalten. Des Weiteren erfahren wir einiges über Burghard Bönisch einem ehemaligen Kommunalpolitiker, der nun mit 85 Jahren in einer Seniorenresidenz lebt und dabei immer noch eine gewisse kriminelle Energie an den Tag legt. Der andere große Zeitabschnitt der Handlung ist der April 1945, welcher durch den Rückblick von Bönisch, den Tagebuchaufzeichnungen von Edith Wiemer sowie den Unterlagen und Aufzeichnungen der verschiedenen Behörden dokumentiert wird. Hier wird ein stimmiges Bild von Düsseldorf und seinen Bewohnern gegen Ende des Zweiten Weltkriegs gezeichnet. Die beiden Handlungsstränge werden im Laufe des Buches glaubhaft miteinander verbunden. Fazit. Anhand des Falles erhalten wir einen guten Einblick in die Arbeit der Ermittlungsbehörden. Etwas stärker fand ich den historischen Teil der Geschichte. Das Privatleben von Frau Terwort oder die Reise von Bönischs Tochter Elvira nach Indien hätte ich weniger gebraucht. Gut dagegen fand ich den wohldosierten Humor, der teilweise eingesetzt wurde.

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    • 13
  • Leserunde zu "Zweihundertsechs Knochen" von Clemens-Peter Bösken

    Zweihundertsechs Knochen
    andreas_kriminalinski

    andreas_kriminalinski

    Das dunkelste Kapitel Düsseldorfer Polizeigeschichte Im Juli 2015 ist Zweihundertsechs Knochen von Clemens-Peter Bösken im Verlag edition oberkassel erschienen. Leider konnte der Autor seinen Kriminalroman nicht mehr in Händen halten - er verstarb im April dieses Jahres. Mit einer Leserunde möchte ich helfen, das Buch bekannt zu machen. Alle Krimifans sind herzlich eingeladen, sich für eines der 10 Exemplare, die freundlicherweise vom Verlag bereit gestellt werden, zu bewerben. Das Los entscheidet, eine Bewerbungsfrage gibt es nicht. Zum Inhalt Im Frühjahr 2005 wird in Düsseldorf bei Bauarbeiten ein Skelett gefunden. Kriminalhauptkommissar Gerd Terwort und sein Team vermuten nach langen Recherchen, dass die Tat um das Kriegsende im April 1945 herum stattfand. Dennoch bleibt die Identität des Opfers über längere Zeit ungeklärt. Damit ergibt sich zunächst auch keine Verbindung zu einem mutmaßlichen Täter. Schließlich lässt Terwort eine Gesichtsrekonstruktion vornehmen. Danach werden in der Fernsehsendung „Aktenzeichen XY ungelöst“ Zeugen gesucht, die trotz vermutlich vergangener sechzig Jahren noch Angaben zur Identität des Opfers machen können. Tatsächlich erkennt eine alte Dame das Opfer und ist sich sicher, auch den Mörder zu kennen. Sie findet heraus, dass dieser noch lebt. Mutig sucht sie ihn auf ... Was dürfen die Leser erwarten? Für viele ist Düsseldorf eine Stadt der Mode und nicht der Morde. Andere kennen die Metropole am Rhein als Schauplatz zahlreicher Verbrechen. Dennoch darf hier kein Regionalkrimi im klassischen Sinn erwartet werden. Vielmehr wird historisches Wissen über das Düsseldorf im Zweiten Weltkrieg mit einer fiktiven Handlung in der Gegenwart verwoben. Der Autor hat den Mut, das dunkelste Kapitel Düsseldorfer Polizeigeschichte zum Leitthema seines Krimis zu machen. Er schildert, wie Polizisten an Kriegsverbrechen beteiligt waren. In ihrer Heimatstadt, wie auch in besetzten Ostgebieten. Über Rückblenden in die Vergangenheit der handelnden Figuren deckt der Autor schonungslos das Chaos auf, welches sich in Düsseldorf zum Zeitpunkt des Kriegsendes ergab. Historische Fakten und die präzise Schilderung der Ermittlungsarbeit der Polizei verleihen dem Kriminalroman Authentizität und Spannung zugleich. Zum Autor Clemens-Peter Bösken ist 1946 in Düsseldorf geboren, Jurastudium an der Universität Köln, Richter seit 1974 bis zur Pension im Jahr 2010 am Amtsgericht Düsseldorf. Verschiedene Buchveröffentlichungen: Düsseldorf-Krimis, Stadtgeschichten der Kriminalität, historische Themen, Lingustische Limericks … Diverse Lesungen, vorwiegend im Düsseldorfer Polizeipräsidium (allein oder mit Horst Eckert, Martin Schüller, Sylvia Kaffke). Der Autor starb am 17.04.2015. Zum Ablauf der Leserunde Bewerbt Euch bis zum 22. September 2015 um eines von 10 Taschenbüchern in der Rubrik Bewerbung/ Ich möchte mitlesen bzw. Alle Bewerbungen. Das Losverfahren entscheidet, eine Bewerbungsfrage gibt es nicht (einfach in den Lostopf hüpfen). Die Gewinner werden in der Rubrik Wer liest mit/ Die Gewinner der Taschenbücher bekanntgegeben. Danach erfolgt der Versand der Bücher. Sobald diese eintreffen, kann´s auch schon losgehen. Die Gewinner der verlosten Bücher verpflichten sich dazu, sich innerhalb von etwa vier Wochen mit den anderen Teilnehmern über die Leseabschnitte auszutauschen und am Ende eine Rezension zu schreiben. Ich wünsche allen Bewerbern viel Glück und eine spannende und diskussionsreiche Leserunde! Herzlichst, Euer Andreas Kaminski ("Kriminalinski") P.S. Bitte besucht auch die Homepage des Autores sowie dessen Facebookseite. Vielen Dank!

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    • 153
  • Der Mensch hat 206 Knochen

    Zweihundertsechs Knochen
    maria61

    maria61

    14. October 2015 um 00:45

    Im Frühjahr 2005 wird in Düsseldorf bei Bauarbeiten ein Skelett gefunden. Kriminalhauptkommissar Gerd Terwort und sein Team vermuten nach langen Recherchen, dass die Tat um das Kriegsende im April 1945 herum stattfand. Dennoch bleibt die Identität des Opfers über längere Zeit ungeklärt. Damit ergibt sich zunächst auch keine Verbindung zu einem mutmaßlichen Täter. Schließlich lässt Terwort eine Gesichtsrekonstruktion vornehmen. Danach werden in der Fernsehsendung „Aktenzeichen XY ungelöst“ Zeugen gesucht, die trotz vermutlich vergangener sechzig Jahren noch Angaben zur Identität des Opfers machen können. Tatsächlich erkennt eine alte Dame das Opfer und ist sich sicher, auch den Mörder zu kennen. Sie findet heraus, dass dieser noch lebt. Mutig sucht sie ihn auf ... Clemens-Peter Bösken hat einen soliden Krimi geschrieben. Der Schreibstil ist gradlinig und leicht, der am Anfang etwas steif ist, man kommt allerdings recht schnell in die Geschichte rein. Es sind 2 Handlungsstränge zum einen von 1945 und von heute. Die Morde wurden zum Kriegsende begangen, die Überreste findet man heute. Kriminalhauptkommissar Gerd Terwort und sein Team versuchen mit moderner Methode und mit Hilfe von Zeitzeugen diese Verbrechen zu lösen. Das fesselnde an diesem Fall ist nicht das Verbrechen selbst, sondern wie akribisch recherchiert wird in der heutigen Zeit. Der Zeitabschnitt gibt einen Rückblick auf Bönisch, den Tagebuchaufzeichnungen von Edith Wiemer und Unterlagen und Aufzeichnungen der verschiedenen Behörden die dokumentiert wird. Die stimmigen Handlungsstränge sind glaubwürdig. Wie es im 2ten Weltkrieg in Düsseldorf zuging besonders in Derendorf/Pempelford, ist hier bestens aufgehoben. Clemens-Peter Bösken, ein erfahrener Richter am Amtsgericht Düsseldorf, schreibt mit einem stetig steigender Spannung, dieser zieht sachlich durch das gesamte Buch. Die Protagonisten werden voll beschrieben und durchleuchtet, so kann man sich Polizeiarbeit gut vorstellen. Die Geheimnisse rund um den Fall sind zum Ende des Buches alle gelöst. Ein sehr solider guter Krimi, zum weiterempfehlen und noch mal lesen.

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  • Ein solider Krimi der alten Schule, der einen wunderbaren "Tatort" hergeben würde!

    Zweihundertsechs Knochen
    Floh

    Floh

    Autor Clemens-Peter Bösken befasst sich in seinem Krimi „Zweihundertsechs Knochen“ mit zwei, oder eher drei sehr interessanten Themen. Ein aktueller Kriminalfall, ein archäologischer Knochenfund und eine bizarre Nachkriegsgeschichte bis ins Hier und Jetzt. Neben Ermittlungsarbeit, Archiven, Befragungen, Untersuchungen und der Identitätsfrage des Skelettes beschäftigen die Beamten die Geschehnisse kurz nach dem zweiten Weltkrieg und dem Stillschweigen der Zeitzeugen. Mit seinem Ermittler, dem eigensinnigen Hauptkommissar der Düsseldorfer Kripo Terwort und seinem Team im Dezernat KK11 setzt der Autor Clemens-Peter Bösken einen soliden und starren Protagonisten an die Front der Ermittlungen. Zunächst scheint dieser Fall keine Priorität zu besitzen, doch die Erkenntnisse und Sachlagen verschärfen sich zusehends… Dann gerät der Fall auch noch in die hungrigen Fänge der Lokalpresse und weit darüber hinaus. Erschienen im Edition Oberkassel Verlag (http://edition-oberkassel.de/) Inhalt: "Im Frühjahr 2005 wird in Düsseldorf bei Bauarbeiten ein Skelett gefunden. Das Morddezernat KK 11 kann die Identität des jungen Mannes klären: Er wurde im April 1945 ermordet. Er ist nicht das einzige Opfer des Täters, der sein öffentliches Ansehen als Politiker bis zuletzt verteidigt. Eine Zeugin der damaligen Ereignisse erkennt den Mörder während einer Fahndungssendung im Fernsehen und sucht ihn auf. – Geschickt wird historisches Wissen über das Düsseldorf der 1940er Jahre mit einer kriminellen Handlung verwoben." Handlung: Alles fängt ganz unverfänglich mit einem schaurigen Knochenfund an. Bei Bauarbeiten werden Knochen und dann sogar Fundstücke für ein ganzes menschliches Skelett gefunden. Zweihundertsechs Knochen, die Anzahl für einen erwachsenen Menschen. Doch wem gehörten einst diese Knochen? Wessen Identität gilt es zu ermitteln? Hat es einen Mordfall gegeben? Wo liegen die Wurzeln allen Übels? Wie weit muss das Morddezernat KK11 in die Historie zurückgehen? Welche Archive müssen gewälzt werden? Und wie bekommt man die Identität des Mannes heraus ohne moderne Verfahren zu DNA und Analyse? Lückenhafte Archive, verschlossene Dokumente und ein Zeitzeuge, der nicht erinnert werden will… In zwei Handlungssträngen erfahren wir aktuelle Ermittlungsarbeit, ein gut besetztes Team, eine solide Zusammenarbeit und interessante Ermittlungsverfahren. Etwas Privatleben der Kommissare und ein reges Interesse der hiesigen Medien. Zudem werden wir in die Erinnerungen und Gedanken des Charakters Bönisch entführt. Wie lange kann er sein Wissen und Gewissen zurückhalten? Mehr und mehr Erinnerungen an eine grauenvolle Tat werden wach. Eine alte Schuld, ein schlimmes Vergehen, ein Stück Nachkriegsgeschichte finden hier gekonnt in einem Plot aus Moderne und Historie zusammen. Ein Gewissenskonflikt zwischen Recht, Ordnung, Dienst, Gerechtigkeit, Militär, Verpflichtung, Verantwortung, Gefühlen, Emotionen und Prioritäten entstehen. Gnadenlos ermittelt Terwort mit seinem Team in einem längst vergessenen und wieder entdeckten Fall, bizarre und erschütternde Abgründe tun sich auf. Wird das KK11 den Bruch zwischen Vergangenheit und Krieg und Moral und Gerechtigkeit brechen? Werden Terwort und sein Team um Fechner und Frölich den Fall aufklären? Können sie für Gerechtigkeit sorgen? Kann Bönisch mit seiner Vergangenheit abschließen? Oder liegt das Fundament der Tötung an ganz anderen Orten und Zeiten? Schreibstil: Der Schreibstil des Autors besitzt eine gerade Linie. Autor Clemens-Peter Bösken schreibt die gute alte Kunst eines soliden Krimi. Anfangs wirkt es sehr trocken und starr, fast sachlich und protokollierend. Man könnte meinen, dass dieser Krimi etwas altmodisch und angestaubt daher kommt. Doch hat man sich erst einmal an diese längst vergessene solide Schreibkunst für einen Krimi gewöhnt, so wird man mit zwei Handlungssträngen einen Weg zwischen Historie und Moderne finden. Sehr gut hat der Autor diese Schwierigkeit für seinen Plot und seine Thematik gemeistert. Der ambitionierte Autor und berufliche Jurist und Richter Clemens-Peter Bösken würzt seinen Krimi mit den Begebenheiten der Nachkriegszeit um 1945, er lässt alte Taten wach werden, schildert die Vorfälle von einst und gibt Dinge aus dem Leben von Soldat Bönisch preis, die authentisch wirken und als Bittsteller für viele ehemalige Soldaten dient. Moral und Ethik. Geld und Macht. Bestechung und Erpressung...Der Autor Clemens-Peter Bösken greift gekonnt Vorkommnisse aus den Kriegs- und Nachkriegsjahren auf und koppelt seine spannenden Ermittlungen mit der modernen Ermittlungsarbeit des Jahres 2005. Das Morddezernat muss die Identität der Leiche bestimmen und zudem in allen erdenklichen Richtungen die Fühler ausstrecken, um an längst vergessene und vergangene Informationen und Zeitzeugen zu gelangen. Er verwebt Stücke aus 1945 in seinen aktuellen Fall, die gravierende private und berufliche Wendungen für Bönisch und auch für die Ermittlungen bedeuten. Der Autor Bösken besitzt neben dem schriftstellerischen Können, ein geballtes Wissen über Kriegsgeschichte, Archiven, Gesetz und Ordnung, Düsseldorfer Hintergründe, Polizeiarbeit, Erinnerung und Kultur, Moral und Glaube, Wissenschaft und Forschung. Hier merkt man, dass der Autor gute Recherche betrieben hat, und somit einen schlüssigen Krimi aufweisen kann. Gerne gibt er diese Eindrücke und das Wissen an die Leser weiter. Dieser Krimi liest sich eher wie ein guter alter Tatort-Krimi. Die Spannung und die Wendungen sind eher flach und fließend. Hier dominieren vorwiegend die Charaktere und die Thematik. Durch sein Knowhow schreibt er klar, überzeugt, selbstbewusst und lässt durch Realität und Entsetzen diesen Krimi so glaubwürdig wirken. Dennoch hätte ich mir insgesamt mehr Höhen und Tiefen im Bereich der Spannung und des Nervenkitzels gewünscht. So habe ich einen soliden und bodenständigen Krimi lesen dürfen, der dahin ermittelt und erst gegen Ende sagenhaftes Erstaunen im Mordfall bietet. Charaktere: Eine raffinierte Auswahl an Protagonisten und Charakteren begegnen wir hier in diesem Buch. Hier lernen wir Rollen und Nebenrollen aus allen Kulturschichten, Bildungsschichten, politisch und wissenschaftlich motivierte Kreise, unterschiedlichste Berufsfelder der Kripo und aber auch Charaktere mit unterschiedlich verlaufenden Vergangenheiten kennen. Hier schöpft der Autor aus den Vollen, und überzeugt durch seine Charaktere. Hauptkommissar Terwort und sein Team um Frölich und Fechner und Co. Erstaunlich viele Ermittler und Spezialeinheiten sind hier am Werk. Zunächst fühlte ich mich durch die Anzahl an Beamten fast erschlagen, aber nach und nach entsteht ein Bild einer runden und soliden Polizeiarbeit mit Höhen und Tiefen und einem Schuß Privatleben. Interessant ist dann natürlich der Blick in Bönischs Erinnerungen. Bönisch fristet seinen Alltag in einer Seniorenresidenz. Mit jeder neuen Pressemeldung und Zeitungsbericht bricht mehr und mehr die Nervosität in ihm aus. Er geht eine traumatische Vergangenheit und muss sich zu einigen Morden bekennen. Doch warum beunruhigt ihn dieser bestimmte Düsseldorfer Knochenfund so sehr? Ein ambitionierter Ermittler, der seinen Job ernst nimmt und für Gerechtigkeit sorgt, dafür geht er auch mal über Freundschaft und Befangenheit. Mit allen Mitteln und Wegen. An Terworts Seite, seine Frau Brigitte und seine Kollegen aus dem KK11. Ein Hauptprotagonist, die vielen Vize-Hauptprotagonisten und die schmückenden Nebendarsteller. Autor Clemens-Peter Bösken hat so viele Charaktere erschaffen, und bringt sogar ein Stück reale Geschichte mit realen Personen in die Story ein. Jeder der beschriebenen Protagonisten ist auf seine eigene Art speziell und dennoch gegensätzlich. Die Darstellung der handelnden Personen ist authentisch und personifiziert geschildert. So bekommt der Leser die Möglichkeit Handlungen zu verstehen und sich auch mit ihnen zu identifizieren. Schauplätze: Hier weiß es der Autor Clemens-Peter Bösken besonders zu glänzen, hier beschwört er eine unglaublich reale Atmosphäre der NRW Landeshauptstadt Düsseldorf hervor, er bietet Blicke in das Großstadtleben, der Idylle, ein Ausflug in die Polizeiarbeit und eine gedankliche und dokumentarische Reise in den zweiten Weltkrieg um 1945. Die einzelnen Schauplätze sind so vielzählig und flächendeckend wie das ganze Konstrukt an Problemen und Puzzleteilen für diesen Krimi und wie die einzigartigen Charaktere in dem Buch. Bizarre Orte, tiefe Abgründe, neue Welten, entsetzliche Kulissen, aber auch die gute biedere Gemütlichkeit und Geborgenheit einer einst heilen Familie kommen nicht zu kurz. Der Autor Clemens-Peter Bösken bietet dem Leser einen Blick in die Welt der Korruption, des Militär, des Krieges und der hiesigen Ermittlungen mit authentischer Behörde und Hierarchie, der Wissenschaft und der Analyse und in die Welt des Ermittlers und Hauptkommissars Terwort. Meinung: Dieser Krimi liest sich eher wie ein längst vergessenes Stück Krimikunst. Schon lange habe ich diesen soliden Stil nicht mehr gelesen, daher war meine Überraschung und Verwunderung zunächst groß. Nach einer etwas länger andauernden Aufwärmphase bin auch ich dann angekommen und war sogleich inmitten beider Handlungsstränge von 2005 und den Ermittlungen an den Knochenfunden und der Kriegszeit um 1945 gefangen. Sehr gekonnt verbindet der Autor beide Zeiten und verwebt Ereignisse und Recherche zu einem grundsoliden Krimigeflecht. Störend fand ich jedoch, dass fast jeder neue Absatz oder fast jedes neue Kapitel mit „Terwort sah, Terwort wollte, Terwort kam… usw beginnt. Hier schleicht sich ein Muster ein, welches sich bis zum Ende gefestigt hat. Das wirkt etwas stupide und starr. Genau wie der Schreibstil zunächst anmutet: starr, trocken und protokollierend. Wären die Thematik, die Handlung und vor allem die geschichtlichen Hintergründe so lehrend und spannend, vor allem in Bezug auf aktuelle Ermittlungen, so hätte ich womöglich meinen Lesespaß an dem Krimi verloren. Doch da gerade der Plot und die Historie so interessant und gut recherchiert waren, war ich doch auf eine bestimmte Art diesem Krimi verfallen. Mich beeindrucken besonders die intensive Recherche und das faktische Wissen des Autors. Sehr gelungen! Gerade das Team um den Hauptkommissar und auch um den sonderbaren Bönisch und seine privaten Einstellungen bieten genügend Stoff für einen guten und bodenständigen Krimi im Tatortgewandt. Fasziniert bin ich davon, wie es dem Autor gelingt, diese unzähligen Facetten, Themen und Eindrücke in einem Plot zu verarbeiten. Dieser Krimi bedient viele Emotionen. Er wandert nicht nur auf der Schiene von Abscheu, Ekel und unhaltbarem Blutvergießen, nein dieser Krimi stößt an, weckt Gedanken auf, informiert und bewegt zum Sinnieren. Sprachlich sehr gewandt und von Intelligenz und Know how geprägt. Eine gewisse Faszination, Empörung, Leid und Neugier packen den Leser und binden ihn an die Ereignisse. Das Buch schwächelt leider auch an bestimmten Punkten, die ich trotz meiner positiven Stimmung nicht ungenannt lassen möchte. Hier liegen dann auch die 2 Sterne Abzug. Der Schreibstil wird nicht jedermanns Sache sein, man muss auf einen trockenen und angestaubten Wortlaut gefasst sein, der spezielle Humor muss verstanden werden, viele Details und Umschreibungen müssen verarbeitet werden und ein zunächst verwirrender Auflauf an Ermittlern, Beamten und Spezialeinheiten sorgen für Wirrung und Undurchsichtigkeit. Zudem gibt es einige Muster des Schreibstils, die sich störend bis zum Ende durchziehen. Aber über diese Mankos kann ich gut hinwegsehen, da der Kern der Geschichte sehr unterhält, Wissen und Historie bietet und zum Nachdenken anregt. Gekonnt laufen zwei Handlungsstränge zueinander. Wäre das Buch nicht so geballt an Informationen, Hintergründen und Wissen, wäre es mir bestimmt etwas langatmig vorgekommen... Cover / Buch: Das Buch ist hochwertig und handlich verarbeitet. Das Schriftbild ist angenehm, die Kapitel nicht allzu lang. Das Cover gefällt mir eher weniger, passt jedoch zum Programm des Verlages. Diese Krimis aus dem Hause Edition Oberkassel ergeben aneinander gereiht ein wunderbares Bild im Bücherregal. Das Cover passt zum Titel und der Titel zum Inhalt. In gelungenes Gesamtkonzept. . Der Autor: „Clemens-Peter Bösken, geboren 1946 in Düsseldorf, Jurastudium an der Universität Köln, Richter seit 1974 bis zur Pension im Jahr 2010 am Amtsgericht Düsseldorf. Verschiedene Buchveröffentlichungen: Düsseldorf-Krimis, Stadtgeschichten der Kriminalität (Tatort I und Tatort II), historische Themen (Siechenprozess 1712, Hexenprozess 1737), Lingustische Limericks … Diverse Lesungen, vorwiegend im Düsseldorfer Polizeipräsidium (allein oder mit Horst Eckert, Martin Schüller, Sylvia Kaffke), im zakk, sonst in Vereinen und anderen Orten. Zu „Tatort I“ und „Hexenprozeß “ auch Kurzverfilmungen im WDR. Der Autor ist verheiratet und Vater eines Sohns. Clemens-Peter Bösken verstarb nach plötzlicher schwerer Krankheit im April 2015.“ Vielen Dank an den Verlag und allen Beteiligten, die dem Autor mit der Veröffentlichung seines Werkes postmortem ein Denkmal gesetzt haben! Eine wunderbare und sehr liebevolle Geste!!! Fazit: Hier erlebt man die gute alte Schule und eine solide Schreibkunst für einen Krimi der aktuelle Düsseldorfer Ermittlungen mit den Vorfällen der Nachkriegszeit um 1945 vereint. Spannend, erklärend, informativ, bodenständig und grundsolide. 3 Sterne für eine etwas abwechslungsreichere und andere Art des Krimi!

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    • 8
    Cridilla

    Cridilla

    13. October 2015 um 00:10
    clary999 schreibt Klingt auf jeden Fall interessant! Sehe ich mir noch näher an :)

    Ja, geht mir genauso!

  • Ermittlungen führen ins Jahr 1945

    Zweihundertsechs Knochen
    mabuerele

    mabuerele

    „...Er … wäre im Zweifel nur eine besondere Art von Sterbehelfer...“ Kriminalhauptkommissar Terwort steht wenige Jahre vor seiner Pensionierung. Da landet ein ungewöhnlicher Fall auf seinem Schreibtisch. Vor einem Mietshaus in der Feldstraße in Düsseldorf wurde bei Bauarbeiten ein vollständiges menschliches Skelett gefunden. Hauptkommissar Frölich und Kommissar Schneider begleiten ihn zum Fundort. Während der Fahrt erinnern sich die Kommissare an zwei Fälle, die auch mehrere Jahre zurücklagen. Der eine Tote wurde vor 10 Jahren, der andere vor 3 Jahren gefunden. Beide Fälle wurden nie aufgeklärt. Der Autor hat einen spannenden und abwechslungsreichen Krimi geschrieben. Das Besondere an der Geschichte liegt in zwei Aspekten. Zum einen ist der mögliche Täter mir als Leser sehr bald bekannt. Es geht nur um die Frage, wann ihn die Polizei stellt. Zum anderen kommt der Täter selbst zu Wort. Dadurch ist ein Blick in die Vergangenheit möglich. Der aktuelle Fall arbeitet als wie nebenbei ein Stück der Geschichte von Düsseldorf auf. In dieses Geschehen des Jahres 1945 gehört Sandberg, der Tote. Das Buch lässt sich zügig lesen. Mir gefällt der sachliche und detailgenaue Schriftstil. Terwort allerdings fällt ab und an durch seinen leichten Sarkasmus auf. Das trifft für beide Handlungsstränge zu. Zug für Zug darf ich verfolgen, wie die Ermittler sich dem Täter immer weiter nähern. Dabei lerne ich gewissenhafte und manchmal fast trocken wirkende Polizeiarbeit kennen. Das Buch setzt nicht auf Action und eine turbulente Handlung, sondern auf die Darstellung der Vorgehensweise der Kriminalisten. Die Spannung ergibt sich aus den Blick auf den Täter. Er hatte es in der Bundesrepublik zu Macht und Ansehen gebracht. Das wollte und will er nicht aufs Spiel setzen. Dafür ist ihm jedes Mittel recht. Obiges Zitat stammt von seinem zweiten Mord. Die letzten Tage vor Kriegsende waren in Düsseldorf geprägt von Mut und Verrat. Diejenigen, denen die Stadt verdankte, dass sie nicht dem Erdboden gleich gemacht wurde, haben selbst zum Teil das Kriegsende nicht erlebt. Andere, die nicht nur an jenen Tagen Schuld auf sich geladen haben, gelangten im neuen Staat schnell wieder zu begehrten Posten. Auch hier hat der Autor punktgenau die historischen Fakten aufgelistet. Als sprachliches Element dienten ihm dazu die Erinnerungen von Täter und Opfer, die eigentlich auf gleicher Seite standen. Um die Lage der Bevölkerung wiederzugeben, wurden kursiv Tagebucheinträge einer Krankenschwester eingefügt, die mit dem Täter befreundet war. Nur angedeutet wurden die vorher gemachten Erfahrungen bei den Säuberungen im Osten Europas. Dem Autor gelingt ausgezeichnet, deutlich zu machen, dass der Krieg manchem Menschen das Gewissen genommen hat. Der Täter hat nicht gemordet, weil er sich seiner früheren Schuld bewusst war, sondern einzig allein, weil das Geschehen zu Kriegsende sein Selbstbildnis in der Öffentlichkeit zerstört hätte. Mit jedem seiner Worte strömte von ihm eine Eiseskälte aus. Das Cover mit der Ausgrabungsstätte passt zum Inhalt. Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Auf geschickte Weise wurde nicht nur ein lang zurückliegender Fall gelöst, sondern auch die Vergangenheit Düsseldorfs lebendig. Nicht zuletzt klingt im Buch an, wie der Krieg Emotionen und Menschlichkeit abtötet. Schade, dass der Autor die Veröffentlichung seines Buches nicht erleben konnte.

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    • 4
  • Ein guter solider Regionalkrimi

    Zweihundertsechs Knochen
    Lesezeichen16

    Lesezeichen16

    06. October 2015 um 16:18

    Klapptext: Im Frühjahr 2005 wird in Düsseldorf bei Bauarbeiten ein Skelett gefunden. Das Morddezernat KK 11 kann die Identität des jungen Mannes klären: Er wurde im April 1945 ermordet. Er ist nicht das einzige Opfer des Täters, der sein öffentliches Ansehen als Politiker bis zuletzt verteidigt. Eine Zeugin der damaligen Ereignisse erkennt den Mörder während einer Fahndungssendung im Fernsehen und sucht ihn auf. -  Geschickt wird historisches Wissen über das Düsseldorf der 1940er Jahre mit einer kriminellen Handlung verwoben.   Zweihundertsechs Knochen ist ein Düsseldorfer Regionalkrimi von dem 2005 verstorbenen Autor Clemens-Peter Bösken. Der Schreibstil ist angenehm leicht zu lesen und man findet sich recht schnell in die Geschichte rein. Der Erzählstil war sachlich, aber dadurch wurde das Ganze sehr authentisch. Die Charaktere wurden mit einem guten und trockenen Humor ausgestattet, so dass man hin und wieder lachen musste. Bei der Handlung wurden zwei Zeitstränge sehr gut miteinander verknüpft. Zum einen ist da der Knochenfund aus dem Jahr 2005. Damit wird der Fall eröffnet und Bönischs Spurensuche beginnt. Hier bekommt der Leser einen sehr detaillierten Einblick in die Ermittlungsarbeiten der Kriminalpolizei und der Gerichtsmediziner. Sie wurden so gut beschrieben, dass man das Gefühl hat alles live vor Ort mitzuerleben. Zum anderen sind da Ereignisse, die weit ins Kriegsjahr 1945 zurück reichen. Diese werden an Hand von Tagesbucheinträgen oder Stadtarchivaufzeichnungen belegt. Dadurch bekommt der Leser einen Eindruck was im zweiten Weltkrieg in und um Düsseldorf passiert ist. Auch hier hat der Autor alles sehr gut erzählt und wieder gegeben.   Was mich ein wenig störte, war, dass der historische Teil in diesem Buch sehr dominant war. Es war zwar spannend und auch sehr informativ, aber zeitweise wurde es auch ein wenig zu langatmig. Dadurch verlor ich ein zeitweise die Lust weiter zu lesen.   Fazit: Zweihundertsechs Knochen ist ein spannender und sehr historisch geprägter Regionalkrimi. Wer Lust und Interesse an der Düsseldorfer Geschichte um 1945 hat, ist hier bestens aufgehoben.

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  • Unheimlicher Knochenfund

    Zweihundertsechs Knochen
    esposa1969

    esposa1969

    Buchrückentext: Im Frühjahr 2005 wird in Düsseldorf bei Bauarbeiten ein Skelett gefunden. Das Morddezernat KK 11 kann die Identität des jungen Mannes klären: Er wurde im April 1945 ermordet. Er ist nicht das einzige Opfer des Täters, der sein öffentliches Ansehen als Politiker bis zuletzt verteidigt. Eine Zeugin der damaligen Ereignisse erkennt den Mörder während einer Fahndungssendung im Fernsehen und sucht ihn auf. - Geschickt wird historisches Wissen über das Düsseldorf der 1940er Jahre mit einer kriminellen Handlung verwoben. Leseeindruck: Der leider viel zu früh verstorbene Autor Clemens-Peter Bösken, der leider die Fertigstellung diesen Romans nicht mehr miterleben durfte, hat mit "Zweihundertsechs Knochen" einen Kriminalroman geschaffen, der historische Ereignisse über das Düsseldorf der 1940er Jahre mit den fiktiven kriminalistischen Geschehnissen der Jetztzeit stimmig miteinander verknüpft. Wie man dem Buchrückentext schon vor dem Lesebeginn entnehmen kann, finden gleich zu Beginn der Handlung Bauarbeiter einen grauslichen Knochenfund, insgesamt dann ein Skelett … Zweihundertsechs Knochen, soviel Knochen wie ein Mensch zu Lebzeiten hat. Und da ein Skelett auch immer gleich eine Leiche bedeutet, muss das Morddezernat KK11 zur Klärung beitragen. Nachdem die Identität geklärt ist - ein junger Mann, der 1945 ermordet wurde - nehmen die weiteren Ermittlungen nach dem Täter nun ihren Lauf und führen uns Leser weit zurück in die Vergangenheit… Der Schreibstil liest sich fast wie ein Tatsachenbericht und teilweise ist es ja auch einer. Er erinnert mich ein wenig an eine Art Protokoll oder Zeitungsbericht. Jetzt, da ich ja nach dem Lesen weiß, dass der Autor Richter war, passt das natürlich, diese nüchtere und emotionslose Art Geschehnisse wiederzugeben. Die Figuren werden gut vorstellbar beschrieben und teilweise auch deren Vergangenheit hell beleuchtet. Terwort ist ein Ermittler wie er im Buch steht und erschien mir sehr authentisch. Der Fall war sehr fesselnd, weniger nach der Suche des Täters, sondern eher alle Geschehnisse rund um den Fall herum. Das Cover ist sehr unheimlich und passend ausgewählt. Die insgesamt 39 Kapitel, verteilt auf 223 Seiten waren angenehm kurz und fesselnd. Ich habe diesen Krimi von der ersten bis zur letzten Seite genossen und mich packend unterhalten und informiert gefühlt. Somit vergebe ich 5 von 5 Sternen! © esposa1969

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    • 2
  • Mord verjährt nie...

    Zweihundertsechs Knochen
    Maddinliest

    Maddinliest

    05. October 2015 um 15:52

    Bei Bauarbeiten wird das komplette Skelett (206 Knochen) eines Mannes gefunden. Die Untersuchungen ergeben eine Tatzeit, die in das Ende des zweiten Weltkrieges zurückführt. Hauptkommissar Terwort übernimmt die Ermittlungen und setzt mit seinem Team alles in Bewegung, um die lang zurückliegende Tat aufzuklären. Die Recherchen ergeben, dass der mögliche Täter noch lebt und so andere Personen, die zur Aufklärung beitragen können, in Gefahr schweben. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt... Der mittlerweile verstorbene Autor Clemens-Peter Bösken war 36 Jahre lang als Richter am Amtsgericht Düsseldorf tätig. Der Schreibstil in zweihundertsechs Knochen spiegelt diese Tätigkeit durchaus wieder, da er als nüchtern und detailverliebt bezeichnet werden kann. Teilweise stellt man sich als Leser genau so einen Polizeibericht vor. Diese außergewöhnlich Stilart macht diesen Kriminalroman zu etwas Besonderen. Er fesselt und die Perspektivwechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit, sowie die vielen kurzgehaltenen Kapitel geben dem Ganzen Realität und Tempo. Der Spannungsbogen wird aufgebaut und bis zum Ende gehalten, obwohl der Täter relativ früh auszumachen ist. Die Charaktere sind gut dargestellt und alles macht einen historisch sehr gut recherchierten Eindruck.   Ich finde es handelt sich hier umeinen besonderen und daher interessanten Kriminalroman, welchen ich Krimiliebhabern gerne ans Herz legen würde. 

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  • Kein Verbrechen bleibt ungesühnt.

    Zweihundertsechs Knochen
    Bibliomarie

    Bibliomarie

    Aus 206 Knochen besteht ein menschliches Skelett, und genau die werden bei Mauerarbeiten in einem Garten eines alten Hauses in Düsseldorf gefunden. Schnell stellt sich heraus, das die Knochen seit Jahrzehnten dort liegen, Uniformknöpfe und andere Reste weisen auf die Nazizeit. Kurz vor Ende des Krieges, die Amerikaner standen schon auf der anderen Rheinseite, wollten einige mutige Männer die Stadt und ihre Bewohner vor Zerstörung und weiteren Toten bewahren und planten die kampflose Kapitulation. Auch ein ranghoher Polizeioffizier war damals dabei. Aber es gab immer noch kadavergehorsame Militärs, die verblendet an den Endsieg glaubten und alles was davon abwich, als Hochverrat ansahen, auch diese Aktion wäre beinahe gescheitert und einige mutige Männer mussten mit ihrem Leben bezahlen und wurden ohne Verfahren erschossen.  Nach der Kapitulation entstand eine wilde, fast gesetzlose Zeit und viele nutzten die Gunst der Stunde und drehten ihr Mäntelchen rasch in den Wind der neuen Regierung. Dieser Knochenfund verknüpft auf geschichtsträchtige Weise diese Zeit mit der Gegenwart,  Kommissar Tervort uns sein Dezernat stellt rasch eine Verbindung zu zwei weiteren Leichenfunden der letzten Jahre her und gräbt unermüdlich in Archiven um Opfer und Täter zu identifizieren. Die Geschichte liest sich mehr wie ein Sachbuch, denn als Krimi. Der Autor war jahrelang als Richter tätig und kennt die Justiz- und Polizeiarbeit bis ins Detail. Das verführte ihn wohl auch manchmal dazu, die Geschichte mit vielen Nebensächlichkeiten zu überfrachten, was die Spannung und den Lesefluss leider immer wieder etwas hemmen. Auch den Dialogen merkt man eine gewisse Amtssprache an. Aber hat man sich erst mal daran gewöhnt, kann man sich auf einen spannenden und soliden Kriminalroman freuen.

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    • 3
  • Das dunkelste Kapitel Düsseldorfer Polizeigeschichte

    Zweihundertsechs Knochen
    andreas_kriminalinski

    andreas_kriminalinski

    04. September 2015 um 14:42

    Bei Bauarbeiten hinter einem Wohnhaus legen Arbeiter ein menschliches Skelett frei. Die Ermittlungen des Düsseldorfer Morddezernats KK 11 unter Leitung des Kriminalhauptkommissars Gerd Terwort ergeben nach und nach, dass das vollständig erhaltene Gerippe von einem jungen Mann stammt. Die kriminaltechnischen Überprüfungen deuten zunehmend daraufhin, dass die gewaltsame Tötung des Menschen bereits Jahrzehnte zurückliegt. Die Ermittler vermuten, dass die Tat um das Kriegsende im April 1945 herum stattfand. Man erinnert sich auch an zwei weitere, nicht restlos geklärte Leichensachen. Die Toten hatten zu den Kampfgruppen gehört, welche die „Festung Düsseldorf“ Anfang 1945 verteidigen sollten. Trotz umfangreicher Recherchen bleibt die Identität des Opfers über längere Zeit ungeklärt. Damit ergibt sich zunächst auch keine Verbindung zu einem mutmaßlichen Täter. Schließlich lässt Terwort eine Gesichtsrekonstruktion vornehmen. Danach werden in der Fernsehsendung „Aktenzeichen XY ungelöst“ Zeugen gesucht, die trotz vermutlich vergangener sechzig Jahren noch Angaben zur Identität des Opfers machen können. Tatsächlich erkennt eine alte Dame das Opfer und erinnert sich mit Schrecken an Personen und Ereignisse aus der Vergangenheit. Im Kriminalroman "Zweihundertsechs Knochen" von Clemens-Peter Bösken wird historisches Wissen über das Düsseldorf im Zweiten Weltkrieg mit einer fiktiven Handlung verwoben. Der Autor hat den Mut, das dunkelste Kapitel Düsseldorfer Polizeigeschichte zum Leitthema seines Krimis zu machen. Er schildert, wie Polizisten an Kriegsverbrechen beteiligt waren. In ihrer Heimatstadt, wie auch in besetzten Ostgebieten. Über Rückblenden in die Vergangenheit der handelnden Figuren deckt der Autor schonungslos das Chaos auf, welches sich in Düsseldorf, aber auch in anderen Städten, zum Zeitpunkt des Kriegsendes ergab. Historisches Wissen und die präzise Schilderung der Ermittlungsarbeit der Polizei verleihen dem Krimi Authentizität und Spannung zugleich.

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